Vater hat keine Lust auf Kind(er)

    • (1) 13.09.17 - 21:42

      Hallo
      Ging es jemandem ähnlich? Hat sich der Herr wieder gefangen? Ich bin schwanger und wir haben bereits ein 1,5 Jahre altes Kind. Für das Baby fühlt er sich nicht verantwortlich, für unseren Sohn hat er auch keine Zeit/Lust/Nerven/??? mehr.
      Ich halte ihn bisher noch regelmäßig auf dem laufenden, schicke Bilder, frage nach wann er denn mal für ihn Zeit hat,... aber zurück kommt quasi nichts :-(

      GLG

      • Hallo.

        Wie alt seid ihr, wohnt ihr zusammen. Bekommst du Unterhalt? War das schon immer so (dann würde ich das zweite Kind nicht verstehen)?

        <<<Ich halte ihn bisher noch regelmäßig auf dem laufenden, schicke Bilder, frage nach wann er denn mal für ihn Zeit hat,... aber zurück kommt quasi nichts >>>

        Und warum machst du das? Er hat einfach kein Interesse.

        LG

        • Hallo
          Es ist noch sehr frisch. Unterhalt und das alles ist demnach noch nicht geregelt.
          Wir sind beide Anfang 30 und ich bin ausgezogen mit unserem Kind (er hatte nämlich schon andere Pläne für das gemeinsames Haus..)
          Die Schwangerschaft war nicht geplant, aber so kenne ich ihn in keinem Bereich. Er war bisher ein verantwortungsvoller Vater.
          Warum ich das mache? Weil er das Kind seitdem er mich verlassen hat quasi nicht mehr gesehen hat, ich ihm die Chance geben will und mir nichts nachsagen lassen will!

          Grüße

          • <<<Er war bisher ein verantwortungsvoller Vater.>>>

            In welcher Form? Was hat er bisher gemacht, um dich zu entlasten bzw. sich um das Kind zu kümmern.

            <<<Weil er das Kind seitdem er mich verlassen hat quasi nicht mehr gesehen hat,>>>

            Und das soll dich interessieren. Und hör auf zu denken, du müsstest dir nichts nachsagen lassen. Ist nicht deine Pflicht, ihm hinterher zu rennen.

            Finanziell kommst du hin? Ansonsten würde ich das als erstes in Angriff nehmen.

            • Na so wie es in meinen Augen sein sollte. Er hat mich nicht "entlastet",sondern von Anfang an auch alles gemacht. Angefangen bei ausgelaufenen Windeln, Nahrungszubereitung, ins Bett bringen, nachts aufstehen, auf den Spielplatz gehen,... Er hat alles gemacht, wie ich auch.
              Das weiß ich. Bessert sich die Situation nicht in den nächsten Wochen, habe ich schon die Telefonnummer der Beratungsstelle hier liegen.
              Ich bin zum Glück gut versorgt. Wir haben bereits eine Wohnung gefunden und ich habe einen guten Job.

                • Ich kann nur Vermutungen aufstellen. Er hat uns wegen einer anderen verlassen. Mit dem positiven Schwangerschaftstest hat er sich dann so richtig abgewendet. Es war ja auch für mich ein Schock, aber er sieht sich daran überhaupt nicht beteiligt...
                  Er hätte, so wie er es mir verständlich gemacht hat, sich gefreut wenn es das Kind von seiner neuen gewesen wäre. So ist es nicht seins.

      Es sind schon Männer reumütig zurück gekehrt, klar. Oder haben zumindest geschnallt, dass sie ihrer Pflicht nicht nur monetär, sondern auch emotional nachkommen müssen.

      Weisst Du was ich tun würde? Ich würde genau einmal noch nachfragen, ob ihr eine Umgangsregelung für seinen Sohn vereinbaren wollt. Kommt dann nichts oder ein nein würde ich den Kontakt rigoros komplett einstellen. Dann hast Du nämlich getan was Du kannst und es ist seine Baustelle. Es kann gut sein, dass er irgendwann checkt, dass von Dir so absolut gar nichts mehr kommt und er dann anfängt nachzudenken. Und sei es nur unbewusst, warum Du nicht mehr schreibst, ob alles in Ordnung ist, und so weiter. Und vielleicht vermisst er dann etwas, wer weiss?

      Dadurch, dass Du ihm alles ständig ungefragt servierst kommt er gar nicht dazu, sich Gedanken zu machen. Sondern denkt womöglich noch "Die schon wieder..".

      • Danke für die Antwort!! So habe ich das tatschlich noch nicht gesehen. Ich hoffte bisher die regelmäßige Erinnerung usw. wecken bei ihm wieder das Verantwortungsbewusstsein.
        Aber irgendwann muss ich aufhören ihm Chancen zu geben...Genau das schreibe ich ihm nächste Woche!
        Und eine Termin bei der Beratungstelle mache ich am besten dann auch aus. Dann habe immerhin ich alles in meiner Macht gemacht.

        • (10) 15.09.17 - 07:02

          Schreib ihm nicht, dass Du Dich nicht mehr melden wirst, tu es einfach nicht mehr. Wie gesagt, biete eine Umgangsvereinbarung (gerne auch schriftlich an) und wenn er darauf nicht eingeht, stell ohne Vorwarnung den Kontakt komplett ein.

          Er soll ja überlegen, warum Du auf einmal nicht mehr schreibst und nicht vorher wissen, dass Du es nicht mehr tust. Vor Allem kann er Dir so eine Ankündigung negativ auslegen, indem er sie rumzeigt und behauptet, Du entziehst ihm das Kind durch Kontaktabbruch. Er hat Deine Nummer und Deine Adresse, also genug Möglichkeiten, Dich zu kontaktieren, wenn ihn irgendetwas interessiert.

          • Hallo
            Sorry, das meinte ich damit.
            Heute morgen hat er es schriftlich bekommen, eine Antwort kam überraschend schnell.
            Und sie war sehr eindeutig.
            Ich habe alles dokumentiert und werde damit zur Beratungsstelle gehen. Mittlerweile würde es mich (leider!) nämlich auch nicht überraschen wenn er plötzlich einen auf "sie lässt mich das Kind nicht sehen" macht.
            Für die Kinder hoffen ich natürlich dennoch dass er sich wieder in den Griff bekommt...

            GLG

            • Das ist ein alter (und sehr merkwürdiger) Trickversuch von manchen Vätern, dass sie erst den Umgang verweigern, um dann plötzlich zu behaupten, ihnen würde ja gar kein Umgang gewährt. Hier im Forum gibt es Frauen, die monate- oder jahrelang nichts vom Kindsvater hören und auf einmal kommt von seinem Anwalt oder gleich vom Gericht ein Schrieb.

              Ich kann das nicht nachvollziehen, aber vielleicht taucht ja mal ein Mann auf, der das erklärt. ;-) Oder vielleicht gibt es auch Frauen, die sowas ähnlich durchziehen, das sicherlich dann aus denselben Gründen.

              Beratungsstelle ist immer gut, dann hast Du offiziell auch alles versucht. Ich habe den Vater meiner Tochter mal per Jugendamt anschreiben lassen (ich durfte seine Kontaktdaten nicht bekommen) und um Umgang gebeten. Da kam gar nichts zurück.

              • Hallo!

                Du willst wissen, warum es Väter gibt, die von Ihren Kindern nichts wissen wollen? Ich kann dir das gerne mal aus der Sicht eines Mannes erklären, der das alles bereits durch hat.

                Ich war fast 20 Jahre mit meiner Ex verheiratet bis sie plötzlich der Meinung war, fremdgehen zu müssen. Damit konnte ich nicht klarkommen und bin gegangen. Danach begann für mich der Spießrutenlauf.

                Väter sind nämlich in der öffentlichen Wahrnehmung generell und IMMER an Trennungen Schuld. Durch meinen Weggang habe ich das ja auch öffentlich zugegeben. Daraufhin begann meine Ex unser gemeinsames Eigentum zu verkaufen wie es ihr grade paßte. Und das obwohl - und das bitte ich zu beachten - ich in der Zeit einen monatlichen Kindesunterhalt i.H.v. rd. 1.000 € monatlich zahlte und sie weiterhin in unserem EFH wohnte für das ich weiterhin alle Rechnungen außer den Energiekosten gezahlt habe. Das habe ich um des lieben Friedens Willen hingenommen weil ich aus dem näheren Umfeld oft gesehen habe, was die Folge für mich als Vater sein würde wenn ich nicht alles tat, was die Mutter von mir verlangte.

                Die ersten Monate lief das mit den Papa-Wochenenden ja auch noch ganz gut...
                Naja eigentlich nicht. Natürlich habe ich mich wie ein Schneekönig auf die Wochenenden mit meinen Kindern gefreut - aber bereits am Samstag Mittag kam die Angst vorm Sonntag Abend wenn ich meine Kids wieder abgeben mußte. Das waren Stunden und Tage, die mich Stück für Stück zerrieben haben.

                Irgendwann sagte ich meiner damals-noch-Frau, daß es so auf Dauer nicht weitergehen könne und daß sie sich eine eigene Wohnung mit den Kindern suchen soll, damit wir das Haus verkaufen können. Von dem Moment an begann sie, die Kinder gegen mich aufzuhetzen. Ich hörte plötzlich Dinge wie "Papa, du bist Schuld daß wir unser Zuhause verlieren", oder "Wir können nicht in den Urlaub, weil du nicht genug Unterhalt bezahlst". "Mama muß von der Hand in den Mund leben" usw. Worte, die die Kinder neimals von sich aus benutzen würden. Ich meine: meine Ex hat selber gearbeitet und hatte damals monatlich mehr Geld zur Verfügung als ich - und ich verdiene wirklich gut. Die Kinder begannen, die Papa-WEn aus fadenscheinigen Gründen abzusagen und die Lügen meiner Ex wurden immer abstruser. Inzwischen wohnte sie bei Ihrem Lover - und als das nach wenigen Monaten auch nicht mehr funktionierte war ich daran natürlich auch Schuld. Warum, habe ich nicht so ganz verstanden, aber DAß ich Schuld war - daran bestand kein Zweifel.

                Die Kinder meldeten sich nur noch, wenn sie etwas wollten, waren in den Ferien selbst mit Flugreisen nicht zufrieden zu stellen und waren mit dem Ar.... rum, wenn ich nicht alles machte, was sie wollten. Man merkte fast körperlich, welcher Gehirnwäsche sie ausgesetzt waren. Es liefen unbeschreibliche Dinge ab und ich war nur noch eine Brieftasche auf 2 Beinen. Das habe ich eine ganze Zeit mitgemacht. Aber irgendwann war Schluß. Es zerriß mir das Herz, zu sehen in welche Richtung sich meine Kinder entwickelten. Klar habe ich versucht dagegen anzuerziehen - aber welchen Einfluß hat man denn als Wochenend-Papa alle 14 Tage? Es wurde immer schlimmer bis ich nicht mehr bereit war so mit mir umspringen zu lassen und entsprechende Konsequenzen gezogen habe.

                Ich hätte mir früher niemals vorstellen können, daß es Väter gibt, die von Ihren eigenen Kindern nichts mehr wissen wollen. Aber nach den von mir gemachten Erfahrungen kann ich jeden Vater verstehen, der sagt "Ihr bekommt euer Geld - ansonsten laßt mich in Ruhe". Sonst geht man nämlich Stück für Stück zugrunde. Das geltende Recht reduziert uns Väter lediglich auf Geldautomaten. Wer etwas anderes behauptet der lügt bewußt - oder weiß nicht wovon er redet.

                Ich sage nicht, daß alle Mütter so sind. Aber es sind sehr, sehr viele. Viel zu viele benutzen die Kinder als Waffe gegen den Ex - und wundern sich dann, daß ein vernünftiges Vater-Kind-Verhältnis nie mehr zustandekommt. Schon eine der ersten Antworten hier war sinngemäß "Stell den Kontakt ein und sieh zu, daß du möglichst viel Geld aus ihm rausholen kannst". Davon kann ich nur abraten wenn dir an einem einigermaßen intakten Verhältnis deiner Kinder zu ihrem Vater gelegen ist. Versuche lieber, eine geschäftsmäßige Ebene zu finden. Du mußt auch bedenken, daß du noch die eine oder andere Unterschrift von ihm brauchen wirst.

                Ich hoffe, ich konnte hier die Sicht eines Großteils der Väterseite mal etwas veranschaulichen. Natürlich erhebe ich mit meiner Geschichte keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Es gibt garantiert genügend Väter, die dieses Attribut nicht verdienen... Über dieses Klientel rede ich aber nicht...

                • "Du willst wissen, warum es Väter gibt, die von Ihren Kindern nichts wissen wollen?"

                  Nein, ich wollte wissen, warum Väter erst ihren Umgang nicht wahrnehmen (trotz mehrfacher Nachfrage und Angeboten der Mutter), um ihr dann aus dem Nichts nach Monaten oder Jahren mit Anwalt oder gar Gericht zu kommen. Bei meiner Frage ging es nicht um die Umgangsverwehrung durch die Mutter, sondern um den unwilligen Vater, der dann auf einmal klagt.

                  Deine Geschichte kenne ich bereits und ich verstehe nicht, wieso Du Dich da angesprochen fühlst. Du hast ja nicht "einfach keinen Bock" auf Deine Kinder, sondern wurdest von der Kindsmutter gemobbt.

                  Da muss man stark differenzieren, sonst tut man Vätern wie Dir am Ende nämlich Unrecht.

                  • Ahhhh sorry, dann habe ich das falsch verstanden. Dann kann ich leider auch nichts zur Erhellung beitragen. Väter, die von ihren Kindern von Anfang an nichts wissen wollen...was soll man dazu auch sagen? Ich kann solch ein Verhalten nicht verstehen. Ist doch irgendwie vollkommen widernatürlich, oder? Ich kann mir höchstens vorstellen, daß die erst so eine Art "Reifeprozeß" durchmachen mußten und dann zu feige sind, das einfach offen und ehrlich einzugestehen um zu retten, was (vielleicht) noch zu retten ist. Die Nummer mit Anwalt und Amt dient dann lediglich der "Ehrenrettung", daß sie ja eigentlich von Anfang an gewollt hätten. Egal wie, solch ein Verhalten ist armseelig.

                    Trotzdem sollte die Mutter am Ball bleiben. Nicht, daß es der Typ hinterher so hindreht, daß SIE diejenige war, an der das Verhältnis zu den Kindern zerbrochen ist. Nicht unbedingt aktiv an einem guten Verhältnis arbeiten, aber zumindest nicht schlecht über den Vater sprechen. Auch wenn es schwer fällt.

                    • Am Ball bleiben ist so eine Sache, z.B. wenn der Mann irgendwann keine Kontaktdaten mehr rausrückt oder auch die Handynummer wechselt. Dass man nicht und unter keinen Umständen über den Vater schlecht spricht ist auch klar, bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind zu alt ist, um es mit freundlichen Ausreden hinzuhalten. Da kann ich Dir wiederum ein Lied von singen. ;-)

                      Aber was ich tatsächlich bestätigen kann ist, dass es in 99% mit Sicherheit eine Frage der emotionalen und/oder geistigen Reife ist, wenn Eltern (Mütter gibt es ja da auch) absolut keinen Bock auf ihren Nachwuchs haben. Und damit meine ich jetzt auch keine Mutter und keinen Vater, die/der schlicht überfordert ist, sondern wirklich diejenigen, die jegliche Verantwortung ablehnen.

                      • Ja, sehe ich auch so. Wenn sich jemand aktiv tot stellt und nicht einmal die Kontaktdaten weitergibt - dem ist dann halt auch nicht zu helfen. In solch einem Fall kann aber zumindest der Mutter/dem Vater hinterher keine Mitschuld gegeben werden. Außerdem würde ich in solch einem Fall auf das alleinige Sorge-/aufenthaltsbestimmungsrecht klagen um definitive auch nicht in die Verlegenheit zu kommen, jemals eine Unterschrift des anderen Elternteiles zu benötigen (Schulanmeldung/Umzug/Kontoeröffnung usw.).

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