Trennung - wie vorgehen? was soll geplant sein?

    • (1) 21.09.17 - 19:51

      Hallo,

      seit Jahresbeginn denke ich ernsthaft über eine Trennung nach, mal mehr mal weniger - je nachdem ob wir gerade eine gute oder schlechte Phase hatten. Da die schlechten Phasen eindeutig überwiegen und ich merke, vor allem weil ich jetzt auch in Therapie bin, dass ich an der Ehe einfach total kaputt gehe.

      Zu meiner Situation:
      wir wohnen in einem Reihenhaus, das wir erst in unserer Ehe bezogen haben - mit 50.000 Finanzierungsbeitrag zu Beginn (den übrigens mein Vater überwiesen hat) und Miete, die mein Mann monatlich bezahlt (ich übernehme Lebensmittel und alles was für die Kinder zum Leben anfällt). Unsere Kinder sind 2 und 3 Jahre alt.
      Unsere Eltern wohnen beide im selben Ort, aber ich weiß, dass es sowohl für mich als auch für ihn furchtbar wäre, nach Hause ziehen zu müssen.

      Mein Problem:
      Ich möchte und werde im Haus bleiben, weil die Kinder um die Ecke den Kindergarten haben sowie in der Nachbarschaft unzählige Kleinkinder, mit denen wir tagtäglich im guten Kontakt stehen. Ich möchte nicht, dass sie ihr Umfeld verlieren müssen und da sich durch die Trennung ohnehin ein großer Teil ändern wird, möchte ich ihnen ihr Zuhause lassen. Mein Mann meinte oft, wenn ich mich trennen möchte, muss ich gehen. Nun ja, wir sind verheiratet und demnach haben wir beide Anspruch, da wir beide im Mietvertrag stehen. Wie mache ich ihm klar, dass er ausziehen muss? also wie war das bei euch? Habt ihr die Scheidung ausgesprochen und hat er sich dann langsam eine Wohnung gesucht? Von mir aus dürfte er hier bleiben bis er etwas gefunden hat. Er tut mir Leid, wenn er nach Hause ziehen muss. Oder muss man hier kalt bleiben und er hat einfach zu gehen, auch wenn er vorübergehend zu seinen Eltern geht? oder soll ich mich im Vorhinen um eine Wohnung kümmern und dann die Trennung ausprechen und ihm die Wohnung vorschlagen?
      Gibt es jemanden hier aus Österreich, der weiß, ob er Anspruch auf die Hälfte des Genossenschaftsbeitrag hat, wenn mein Vater diesen an die Genossenschaft überwiesen hat und nicht wir als Ehepaar? Ich hätte die Mittel nicht, um ihn auszuzahlen.

      Habt ihr sonst andere Dinge bewusst geplant, bevor ihr euch getrennt habt? Etwas, das ihr mir als TIpp geben könnt? Dokumente kopieren? sonst irgendetwas? für den Fall, dass er es überhaupt nicht gut auffasst und wir sehr im Streit auseinandergehen......

      herzlichen Dank schon im Voraus für alle Antworten!!!
      lg

      • Hallo,

        dass Problem ist, dass du glaubst, die Regeln vorgeben zu können. Aber so einfach geht das nicht.

        Wenn ihr nicht der Scheidungsindustrie Kohle in den Rachen schmeißen wollt, dann solltet ihr euch einig werden: wer bleibt im Haus, bei wem bleiben die Kinder bzw gibt es vielleicht ein Wechselmodell, wie klärt man die Finanzen.

        Wenn ihr beide im Mietvertrag steht, hat auch der Vermieter ein Wörtchen mit zu reden. Außerdem sollte im Scheidungsfall doch in eurem Alter wohl drin sein, sich eine Wohnung zu suchen und nicht zu den Eltern zurück zu müssen? Wenn du aktiv werden willst, musst du gehen. Und dich mit ihm einigen, ob die Kinder mitgehen können. Du kannst natürlich versuchen, dass dir gerichtlich das Haus zum Verbleib zugesprochen wird.

        Wenn du an einer friedlichen Lösung interessiert bist, solltest du nicht versuchen, den Bestimmer zu machen. Da macht wohl jeder "Gegner" dicht und wehrt sich. Er hat die gleichen Rechte wie du.
        Behandle ihn so, wie du selbst behandelt werden möchtest.

        LG

            • Da hast du vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht. Der Anwalt verdient an friedlichen Lösungen und vergleichen viel mehr als an streitigen Angelegenheiten. Schade, dass es so viele schwarze Schafe ohne Feingefühl gibt.

              • Vergleichen - vor Gericht - ist für ihn günstiger. Aber auch dafür braucht man erst mal vorher Eskalation.

                Man darf nicht vergessen: Anwälte sind Dienstleister, die das Maximum für ihre Mandanten rausholen sollen/wollen. Dafür müssen sie sich nicht mal am Gesetz orientieren. Sie können fordern, wie sie lustig sind. Der Mandant glaubt sich damit im Recht. Es ist ja schließlich ein Anwalt, der das fordert und berechnet.
                Und bei der Gegenseite ist das genau so.

                Meine persönlichen Erfahrungen sind NICHT so, weil ich gar nicht erst mit persönlichem Egoismus in das Verfahren eingetreten bin sondern so, dass der Expartner genauso wenig das Gesicht verlieren oder sich bedroht fühlen muss wie ich. Und der Expartner hat das genauso gehalten.

                Die TE hier startet aber auf voller Fahrt mit ICHICHICH. Da geht es um die Durchsetzung ihrer Vorstellungen und ohne Rücksicht darauf, welche der Vater der gemeinsamen Kinder hat. Damit liegt schon mal der Kern der Brandstiftung. Dazu jetzt der passende Jurist und schon zündet der Cocktail. Und sowas bekommen zum Schluss immer die Kinder ab. Eltern die sich hassen und ihre verletzten Eitelkeiten auf dem Rücken der Kinder austragen.

                Man könnte statt Krieg zu führen auch in Mediation gehen.

                LG

                • Boah....woher dieser Hass auf Anwälte? Ich arbeite seit langer Zeit für diese Zunft und weiß, dass es sone und solche gibt. Aber alle über einen Kamm zu scheren, finde selbst ich krass und deine denke kann ich so nicht teilen. Im übrigen kommt es tatsächlich auf die Mandanten an. Wenn die Krieg wollen und die Kinder mit reinziehen wollen, dann machen die das und nicht der Anwalt. Du hast es gesagt, der Anwalt ist Dienstleister und erfüllt die wünsche der mandantschaft und genau dafür wird er auch bezahlt. Und es ist mitnichten so, dass er dafür verlangen kann, was er will, dafür gibt es tatsächlich gesetzliche Regelungen. Allerdings denke ich , dass du deine Meinung hast und dabei bleiben wirst. Schade.

                  • Ich begleite solche Fälle seit 13 Jahren. Und das hat nichts mit Hass zu tun, sondern mit Erfahrung. Da verkauft mir diese Zunft niemand mehr als Menschenfreund.

                    Kein Anwalt kühlt seine Mandanten runter und rät zur Mediation. Daran würde er ja nichts verdienen. Es kann ihm auch ganz egal sein, welche zerstörten Existenzen und Seelen so ein Krieg hinterlässt.

                    Natürlich mögen da auch ein paar weiße Schafe rumhoppeln.

                    Ich habe schon solche utopischen Forderungen von Anwälten gelesen, die Unterhaltsberechnungen aufgemacht haben, dass der Pflichtige weit unter dem Selbstbehalt gelandet wäre, dass man sich dafür nur schämen konnte.

                    Du hast Recht, diese Fachrichtung schafft mir niemand schönzureden.

                    Nichts für Ungut.

                    LG

      Mir sind die Regularien des österreichischen Mietrechts nicht bekannt, aber hier in Deutschland bedeutet es, dass wenn man im Mietvertrag steht man so lange in der Wohnung wohnen bleiben kann, wie es einem beliebt. Das gilt in Eurem Fall also sowohl für Dich als auch für ihn. In D müsste man sich einigen, wer in der Wohnung verbleibt und dann zusammen den Vermieter aufsuchen, der den alten Vertrag auflöst und mit der verbleibenden Person einen neuen aufsetzt. Du kannst also keinesfalls bestimmen, dass er auszieht, dazu gibt es auch gar keine Notwendigkeit. Der Wunsch muss schon von ihm kommen.

      Warum will er bleiben, will er sich weiter um die Kinder kümmern und/oder mag er das Haus behalten?

      Falls in dem Haus Platz ist für getrennte Schlafzimmer würde ich damit anfangen und auch den Haushalt aufdröseln, so dass zumindest schon einmal gewährleistet ist, dass es eine räumliche Trennung von Bett und Tisch gibt, nachdem Du ihm gegenüber Eure Trennung ausgesprochen hast. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass er sich dann auch zum Gehen bewegen lässt. Vielleicht wäre dann eine Trennungsberatung mit Mediator sinnvoll.

      • Hallo,

        okay - hier wurde wohl viel missverstanden, auch bei den obigen Antworten.
        Niemand bestimmt, dass nur ich im Haus sein darf. Mir ist völlig klar, dass wir beide ein Recht darauf haben und dass wir uns einigen werden.
        Es war nie davon die Rede, dass er im Haus bleiben will - er würde es sich auch gar nicht erhalten können bzw. wollen, denn er kann nicht mal sich selbst pflegen und organisieren - also weiß er selbst, er würde alleine mit dem Haus gar nicht erst zurecht kommen.
        Mir ging es also nur darum, wie andere den Schritt geplant haben VOR der trennung.
        Also nichts Rechtliches, sondern rein Organisatorisches.
        Hier spricht niemand von Anwälten oder Scheidungskrieg. Hier geht es mir rein um die Dinge, die ihr - wenn ihr diejenigen wart, die sich getrennt haben, organisiert oder gut überlegt habt. Einfach, damit ich alles bedenke.

        lieben dank :-)

        • "Es war nie davon die Rede, dass er im Haus bleiben will"

          Du widersprichst Dir jetzt aber stark.

          "Mein Mann meinte oft, wenn ich mich trennen möchte, muss ich gehen. Nun ja, wir sind verheiratet und demnach haben wir beide Anspruch, da wir beide im Mietvertrag stehen. Wie mache ich ihm klar, dass er ausziehen muss?"

          Also, das ist ja nun eher nicht misszuverstehen. Er will, dass Du gehst und Du willst ihm klar machen, dass er ausziehen muss. So Deine erste Aussage, die wir dann kommentiert haben.

          Also, nochmal von vorne. Er ist jetzt aktuell einverstanden, dass Du bleibst und die Kinder bei Dir weiter wohnen oder wie ist der momentane Stand?

          Ich habe eine sehr friedliche Trennung vom Vater meines Sohnes hinter mir, allerdings wollte und konnte ich nicht in der Wohnung bleiben und bin gerne und freiwillig ausgezogen. Wir haben Hab und Gut geteilt, er hat sehr viel Umgang bekommen (haben wir selbst so vereinbart, dem Kindeswohl zuliebe) und zahlt Unterhalt.

          Also frag ruhig nochmal, wenn es um etwas Konkretes geht.

    Kannst du denn alleine das Haus bezahlen?

    "Gibt es jemanden hier aus Österreich, der weiß, ob er Anspruch auf die Hälfte des Genossenschaftsbeitrag hat, wenn mein Vater diesen an die Genossenschaft überwiesen hat und nicht wir als Ehepaar?"

    Wenn dies während der Ehe geschehen ist und ihr beide im Mietvertrag steht, hat er natürlich Anspruch. War es vor der Ehe und ist er erst später in den MV sieht es anders aus.

    Warum schreibst du, er muss ausziehen? Muss er nämlich nicht wenn er im MV steht.
    Denkst du die Kinder bleiben auf jeden Fall bei dir? In Österreich ist das Wechselmodell sehr üblich. Also wenn ihr euch nicht so einigen könnt, ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Gericht das so entscheidet. Unterhalt fällt dann weg, das KG bekommt dann meist der mit dem geringeren Einkommen.

    So wie du schreibst, willst du ihn ja vor vollendete Tatsachen setzen. Das kann auch nach hinten losgehen.

    Hallo,
    " für den Fall, dass er es überhaupt nicht gut auffasst und wir sehr im Streit auseinandergehen......"

    Ich fasse mal zusammen:
    Du möchtest Dich trennen
    Du möchtest das Dein Mann Euer gemeinsames Haus verlässt
    Du möchtest das Dein Mann Eure gemeinsamen Kinder verlässt und zum Wochenendpapi mutiert?

    Er soll also alles verlieren und Du bleibst zusammen mit den Kindern im Haus
    Und Du fragst Dich allen ernstes ober es nicht gut auffassen könnte?

    Wie dreist.....

    • Wie dreist? okay, ich könnte meine Sachen packen und mit den Kindern gehen. Dann könnte er hier wohnen bleiben. aber dass ich mich von meinem Mann trennen möchte, hat schon so seine Gründe und dazu zählt nicht, dass ich ihn "nur halt mal nicht mehr liebe". Mir zu unterstellen, ich bin dreist, nur weil ich einen anderen Lebensweg einschlagen möchte, finde ich niveaulos.
      Oder weißt du, worum es in meiner Ehe geht? und wie lange wir unsere Probleme schon haben und sich einfach nichts ändert? Ich denke nicht. also bevor ich das nächste Mal solche Antworten bekomme, spar es dir bitte lieber.
      Bitte nicht vergessen: natürlich leidet der, der verlassen wird, großen Schmerz. Aber oft denkt man gar nicht daran, dass der, der verlässt, schon lange einen leidenen Schmerz erträgt und die Entscheidung keine leichte ist.

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