Ist es Verbitterung, Hass, Unzufriedenheit oder ihr Charakter?

    • (1) 22.09.17 - 15:12

      Vor Tagen hatte der nunmehr 16jährige Sohn meines Partners Geburtstag. Zu diesem Anlass fuhr der Vater in den Wohnort des Sohnes, der Mutter und des neuen Partners, um ihn ein Geschenk zu überreichen, gemeinsam etwas essen zu gehen und die wenige Zeit gemeinsam zu verbringen bis die Mutter nach der Arbeit zu Hause angekommen ist und den Rest des Tages mit dem Sohn verbringen kann. Bereits Tage vorher wollte sie dem Jungen untersagen, dass der Vater ihn abholt, um genau dies gemeinsam mit seinem Vater zu tun. Dies hatten wir schon vor zwei Jahren einmal erlebt. Sie rief auch während des gemeinsamen Essens der beiden an und fragte den Sohn, ob er es in Ordnung fände? Stellt euch mal diese Frage allein vor! Ja, Mutti, das finde ich in Ordnung hier mit Vati zu sitzen und zu essen. Er hat mir gratuliert und ein Geschenk gebracht. Sie fing in diesen wenigen Sekunden immer wieder damit an, bis mein Partner ihm das Telefon abnahm und sagte, gib mir mal Mutti. Ob es ihr ernst sei, dass sie etwas dagegen haben könne, dass er mit seinem Sohn hier sei und ihn an seinem Geburtstag kurz sehen wolle. Denn wenn das wirklich so sei, dann stimme etwas mit ihr nicht. Sie sagte dann nichts mehr und die beiden haben noch einen schöne Zeit gehabt. Der Junge war dann auch rechtzeitig zurück, um mit der Mutter Kaffee zu trinken o.ä. Darauf hat mein Partner schon geachtet.
      Die Trennung liegt jetzt 2,5 Jahre zurück. Die Ehe bestand 23 Jahre. Heute wie damals: emotional kalt, keine Einsicht zeigend, Fehler gemacht haben zu können, oberflächlich, sehr von sich eingenommen, abwertend, fordernd...und das nicht erst nach der Trennung, sagt mein Partner. Nie hätte sie es erwartet, dass sie jemals von irgend jemand verlassen wird. Sie ist bzw. war immer sehr von sich eingenommen und hat das alle spüren lassen, sagt mein Partner. Sie hat nicht gewusst bzw. hat sie es nicht interessiert, dass sich in all den Jahren ein Mensch nach Liebe sehnt, seelisch verkümmert und immer unglücklicher wird. Undenkbar. Keinerlei Selbstreflexion. Damals nicht und heute scheinbar auch nicht. Ihre anfängliche Ungläubigkeit hat sich bis heute in tiefen Hass verwandelt. Dass sie selbst vor ihrem Kind keinen Halt macht. Der Junge ist 16 Jahre! Aber wo kommt dieser Hass her? Wie schaffe ich es als Mutter, meinen Sohn gegen den Vater aufzuhetzen, ihn ständig vor ihm als schlechten Menschen dastehen zu lassen, ihm seiner Liebe, Aufmerksamkeit und Zeit zusammen zu entziehen? Und dies mit einer derartigen Kälte und Tunnelblick, dass einem schlecht wird? Was treibt einen Menschen soweit? Sitzt der verletzte Stolz, verlassen worden zu sein, noch so tief? Ist sie mit ihrem jetzigen Leben derart unzufrieden (neuer Partner, Haus, Garten usw.)? Warum sind ihr die Gefühle des eigenen Kindes so egal? Was muss man für ein Mensch sein, der so agiert? Viele Fragen, ich weiß. Hat jemand eine Meinung dazu bzw. Ähnliches erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen?

      Grüße

      • Das liegt an der Persönlichkeit der Person begründet.

        Nennt sich Narzissmuß.

        Die eigene Unfehlbarkeit immer vor augen ist die ganze welt schlecht, die nicht nach der eigenen Pfeife tanzt.

        So jemanden hatte ich auch mal an meiner Seite, bin jetzt aber glücklicherweise erlöst.

        Diese Menschen interessiert es nicht, ob und wen sie belügen. Am meisten belügen sie sich aber selbst.

        Sie werden nie einsehen, dass sie unglücklich geboren wurden, unglücklich leben und auch unglücklich sterben werden.

        Das ist schade, aber die Realität.

        Es bleibt nur zu hoffen, dass der Nachwuchs stark genug ist, dem zu widerstehen.

        Solche Personen können einem schon das leben zur Hölle machen mit ihren alternativen Fakten. Da hilft nur, sich zu distanzieren.

        Viel Glück

        • Danke für dein Statement ttr. Der Junge war und ist sehr still. Das war er schon immer, sagt mein Partner. In den letzten Monaten erzählt er immer mehr, wie sehr ihm die Mutter in Bezug auf den Vater zusetzt. Das hat uns schon sehr geschockt. Zumal doch auch in der schwierigen vergangenen Zeit das erste Ziel sein sollte, es den Kindern nicht noch schwerer zu machen, sie nicht in die Fronten geraten zu lassen. Das gelingt bestimmt nicht immer, aber man darf doch nicht derart schonungslos seinem Hass Ausdruck verleihen? Der Junge ist jetzt soweit, dass er sie reden lässt. Anfangs hat er seinen Vater vor ihr verteidigt und immer gesagt: Mutti, das stimmt nicht, was du da sagst. Sie machte aber immer weiter und jetzt hat er sich in sein Schneckenhaus vergraben und versucht sich wahrscheinlich selbst damit zu schützen. Es gab schon eine bessere Zeit, wir hatten Hoffnung, dass sich alles relativiert. Aber dem ist wahrscheinlich nicht so...

      Hallo,

      diese Fragen stelle ich mir auch oft. Nur ist es bei uns umgekehrt. Mein Mann hat mich verlassen, aber sein Verhalten ist dem der Exfrau sehr ähnlich. Er hasst mich abgrundtief, Kommunikation ist nicht möglich und die Trennung ist bereits über 4 Jahre her. Wenn ich nicht (mehr) nach seiner Pfeife tanze, betitelt er mich als dumm und blöd. Die Kinder und deren Gefühle sind ihm auch egal, es hat sich alles um ihn zu drehen.

      Wie dir jemand weiter oben geantwortet hat, glaube ich auch, dass mein Exmann ein Narzisst ist. Ich habe mich mit dem Thema nach der Trennung mal auseinander gesetzt und es spricht sehr viel dafür. Und erst da ist mir bewusst geworden, was ich all die Jahre mitgemacht habe. Diese Menschen sind sehr manipulativ.

      So jemanden kann man nicht ändern und verstehen.

      Gruß
      Knödel

    • Der Junge ist 16!!!! Er kann dich selber entscheiden was er will, oder? Statt sich über die Mutter aufzuregen würde ich eher zusehen wie ihr das Kind stärken könnt!

      K

      • Meine Mutter ist ähnlich gewesen. Ich kann mit Gewissheit sagen, der sich der Junge einiges zu Haus anhören muss und evtl. durch Nichtbeachtung u,ä, betraft werden wird.
        Vielleicht überlegt man sich mal eine Lösung für das Kind, ich hatte niemanden, der mir half.

    Hallo.

    <<<Sitzt der verletzte Stolz, verlassen worden zu sein, noch so tief?>>>

    Ja, das kann schon sein. Verletzter Stolz vergeht nicht. Ich habe meinen Ex vor zehn Jahren verlassen. Noch jetzt versucht er gegen mich zu hetzen, mir bzw. den Mädchen Vorwürfe zu machen, dass ich Schuld wäre an seinem jetzigen Leben. Hätte ich ihn nicht verlassen, würde es ihm besser gehen. So ein Blödsinn, hätte er mich verlassen würde es ihm besser gehen. Aber da ich den Schritt gemacht habe, ist er natürlich gekränkt. Ich habe ihm seine Existenz genommen, fragt sich nur welche.

    Der Sohn ist doch alt genug, um sich durchzusetzen. Das soll er dann auch mal machen.

    LG

    Tja, verstehen werde ich so ein Verhalten auch niemals. Die Ex von meinem Mann ist auch so ähnlich. Bei der Tochter hat sie es geschafft, die hat seit Jahren kein Kontakt mehr zum Vater bis hin zum Sorgerechtsenzug. Dem Mädchen wird das zerstörte Verhältnis zum Vater immer nachhängen denken ich, sowas macht niemanden glücklich.

    Beim Sohn hat sie es nicht geschafft, der ist oft bei uns.

    Sie liebten und sie schlugen sich. die beiden haben sich in der Ehe am Ende schon das Leben gegenseitig zur Hölle gemacht - und das hat irgendwie auch nach der Ehe nicht wirklich aufgehört #augen

    Wie wir damit umgegangen sind? es wurde mit der Zeit besser, die Kinder größer, der Sohn trifft eigene Entscheidungen und es gibt immer weniger Berührungspunkte. Wenn sie aber doch da sind, knallts. Besprechen können die nix miteinander. Hallelujah sag ich.

    Lichtchen

    Eine Freundin erzählte mir letztens von ihrem Vater. Das klang recht ähnlich. Sie meinte, sie hätte letztens herausgefunden, dass er eine sog. manipulative Persönlichkeit sei. Das ist wohl tatsächlich narzisstische Störung. Google mal nach "manipulative Persönlichkeit(sstörung)", vielleicht hilft Euch das weiter.
    Alles Gute, Ks

    Oh je, das klingt wie die Ex von meinem Mann. Die sind auch 21 Jahre zusammen gewesen. Die Story passt 1zu 1, nur dass er eine Tochter hat.
    Diese Frau hat eine narzisstische Ader und ihr fehlt es komplett an Selbstreflexion.
    Er ist an ihrer Seite emotional verhungert und SIE hatte immer Recht.
    Er weiß heute nicht mehr wieso er das so lange mitgemacht hat.
    SIE ist auch der Meinung NIEMAND hat sie zu verlassen, sie hat alles richtig gemacht, ist die perfekte Partnerin weil sie immer ALLES macht und er ist Schuld an allem.
    Ich natürlich auch, obwohl ich ihn erst nach der Trennung kennen lernte. ABER das war ihr zu früh (5 Monate) ich hätte sie vorher fragen müssen.
    Also Tatsache ist, sie hat alles richtig gemacht und deswegen MUSS er ein Arsch sein, der das 20 Jahre lang geplant hat.
    Was man dagegen tun kann? Wenig. Es wird langsam besser mit ihren täglichen Hass Simsen und Anrufen. Sind jetzt 2 Jahre getrennt .....

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