Kann mein Mann so einfach?

Hallo,

ich kann nicht mehr.
Ich habe mich vor ein paar Wochen von meinem Mann getrennt. Er sagte, ich kann machen was ich will, aber die Kinder behält er. Die Kleine ist erst ein Jahr alt und der Große drei Jahre alt. Er sagt, ich kann ja in das Nachbardorf ziehen, sonst hab ich halt Pech gehabt, die Kinder kriege ich nicht.
Auf grund der Tatsache, dass ich aber keinen Führerschein habe, habe ich mich für meinen Heimatort entschieden (kleine Stadt), die ca. 25 km weg ist. Dort ist alles zu Fuß zu erreichen. Er akzeptiert das nicht und beschimpft mich über seinen Anwalt auf das Schlimmste. Ich habe natürlich auch einen Anwalt konsuliert und sie meinte, so einfach geht es nicht.
Ich sehe die Kinder vier Tage die Woche, aber er versucht das immer wieder zu verkürzen.

Ich habe versucht, mich mit ihm zu einigen. Ich würde ihm die halbe Strecke entgegenkommen, er kann die Kinder auch mal eine Woche betreuen, wenn er das will. Aber das ist ihm alles egal.

Meine Nerven liegen blank. Ich war bis zum letzten Tag die Hauptbezugsperson für die Kinder, gerade auch für die KLeine, weil sie ja noch gar nicht in den Kindergarten geht. Ab Januar müssten dann beide gleich 10 Stunden gehen, weil er sie aufgrund seiner Arbeit gar nicht betreuen kann. Das gefällt auch dem Jugendamt nicht.

Ist es wirklich so einfach für ihn???


Bitte keine Vorhaltungen, das ich das hätte eher wissen müssen. Das höre ich zu oft von meinem Mann. :(
Ein paar aufbauende Worte wären nicht schelcht

Danke

Nein dein Mann kann nicht so einfach.
Gerade bei deinem kleinsten Kind ist eine lange Trennung nicht gut.
Ich weiß leider nicht, wie man das richtig macht, mein Ex war Gott sei Dank nicht so dämlich.
Such dir einen gute anwaltliche Unterstützung.
Das du gegangen bist, war schon mal nicht gut.

Naja ich muss sagen, ich bin mit den Kindern gegangen und das Jugendamt hat das auch alles so verstanden und mir keine Vorwürfe gemacht. Er hat die Kinder dann mitgenommen, und hat mir von seinen Plänen, dass sie bei ihm bleiben werden, erzählt. Sonst hätte ich sie niemals losgelassen.

Meine Kleine hatte doch immer nur mich, den ganzen Tag. Und der Große kam halb 12 aus dem kindergarten und dann war immer ich da ... kein Papa! .(

Es sind doch nur 30 km und ich würde ihm doch auch entgegenkommen.

Such dir einen engagierten Anwalt.
Er hätte sie sich gar nicht einfach behalten dürfen.

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Das Problem ist, dass das jetzt eine richterliche Entscheidung ist. Da bereits das Jugendamt eingeschaltet ist, kannst Du darauf hoffen, dass diese zu Deinen Gunsten aussagen werden. Sonst hätte ich mich nämlich an Deiner Stelle an den Kinderschutzbund gewandt, die immer im Sinne des Kindeswohls beraten.

Was wohl eher nicht in diesem Sinne ist, ist das Aufbewahren der Kinder in der KiTa, wenn die Mutter als Hauptbetreuungsperson extra dafür ihre Arbeit reduziert oder gar nicht arbeitet. Umgekehrt brauchen die Kinder eine häusliche Umgebung, in der sie aufwachsen können. Hast Du bei den Eltern denn einen eigenen Wohnbereich, Zimmer für die Kinder und genug Platz zum Spielen? Ein Gericht wird Dir die Kinder auch nicht zusprechen, wenn Du in Dein altes Kinderzimmer gezogen bist und es sonst keine weiteren Räumlichkeiten gibt.

Man kann nicht einschätzen, wie ein Richter entscheiden wird. Da könnten Dir Anwältin und Jugendamt wohl eher aus Erfahrung sagen, wie solche Fälle wahrscheinlich entschieden werden. Die werden sich aber auch zurückhalten, weil Richter eben auch nur Menschen sind.

Was Dir helfen kann und was Dir die Anwältin sicher auch geraten hat, ist ein Protokoll zu führen, in dem Du festhältst, wenn Dein Ex gegen Dich arbeitet. Dazu gehört Schriftverkehr und verhinderte Umgänge, sowie persönliche Angriffe gegen Deine Person. Gerade (versuchte) Umgangsvereitelungen können ihm böse auf die Füße fallen, weil ein Entfremden der Kinder von einem Elternteil so ziemlich die schlimmste Missetat ist, die man sich in solchen Fällen leisten kann. Das zeigt nämlich deutlich, dass er die Kinder nicht behalten möchte, weil er sie so liebt, sondern um Dich zu bestrafen.

Hallo.
Ja das er den Umgang behindert, habe ich auch beim Jugendamt gesagt. Er bestreitet natürlich alles.
Meine Eltern haben ein großes Haus. Platz wäre genug. Der große hat hier sogar ein Zimmer. Auf Dauer geht es aber nicht, die Wohnung ist schon ausgesucht

Dann solltest Du umso genauer notieren, wie er versucht, den Umgang zu torpedieren. Wirklich tagesaktuell, mit (am Besten) schriftlichen Aussagen von ihm oder günstigenfalls bei Telefonaten und mündlichen Aussagen Zeugen mithören lassen. Kann sein, dass das den Richter nicht so interessiert, aber Du kannst dann wenigstens alles belegen, falls doch jemand fragt. Zumindest beim Jugendamt scheint das ja auf Interesse zu stoßen.

Wie soll denn aus Deiner Sicht der Umgang gestaltet werden, wenn die Kinder Dir zugesprochen werden? Wie oft kann Dein Ex die Kinder abholen?

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guten morgen
mein partner wollte damals bei trennung ebenfalls die kinder behalten.
ich blieb im übrigen solange im gemeinsamen haus wohnen bis das umgangsrecht geklärt war. es waren harte 5 monate aber es hat sich gelohnt.
meine anwältin fragte mich damals ob er generell die möglichkeit hätte die kinder zu betreuen (passen die kita öffnungszeiten mit seinen arbeitszeiten). als ich das bejahte und sie hörte das er vor hat das haus zu behalten (hätte er im leben allein nie bei der bank durch bekommen) sagte sie mir ganz klar ; wenn er einen guten betreuungsplan hat und er das gewohnte umfeld erhalten kann stehen seine chancen bei mindestens 50% eher sogar etwas besser, da die gerichte zu dem zeitpunkt gern mal pro papa agiert haben .
es könnte also durchaus passieren dass er vor gericht die kinder zugesprochen bekommt oder zumindest von den kindern ein psychologisches gutachten erstellt werden muss.
viel glück

Naja sein Betreuungplan ist es, die Kinder gegen sechs früh in die kita und nach vier wieder abholen.
Ubd das obwohl die kleine noch gar nicht geht bis jetzt.
Ich bin extra zu hause geblieben, was er mir jetzt vorhält, ich wäre zu faul

Aber grundsätzlich hat er einen Betreuungsplan und scheinbar sind Kita und seine Arbeitszeiten passend.
Was er dir vorwirft ist egal.
Aber da die Kita eine mögliche Betreuung ist, die dem Kind nicht schadet (ja es gibt dazu sicherlich 1000 verschiedene Meinungen) ist grundsätzlich eine Betreuung möglich.
Mein Ex hat sich im übrigen erst dann mit einer Ansatzweise 35/65 Regelung einverstanden erklärt als wir geklärt haben, dass er deutlich weniger Unterhalt zahlen muss. Vielleicht ist das ja auch einer der Gründe wieso dein Ex die Kids haben will.
Er müsste sonst einiges an Unterhalt zahlen und könnte vielleicht das Haus nicht mehr halten?

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Ja wir haben das Sorgerecht beide, die Trennung war erst vor fünf Wochen, deswegen auch noch keine Scheidung. ;)

Zurück in das Haus ka nn ich auf keinen Fall. Seine Eltern wohnen nur 100 m weg, sind jeden Tag da und seine Oma wohnt im gleichen Haus. Diese Menschen hassen mich und ich würde gar nicht mehr vor die Tür gehen, aus Angst, Ihnen zu begegnen.
Im Moment sehe ich die Mäuse vier Tag die Woche. Es soll mir genügen, bis zum Urteil ...

Ja hässlich ist das richtige Wort

"Mein Mann sagt, ich muss in seine Nähe ziehen, damit wir das Wechselmodell leben können. " Ich kenne eure Situation nicht, aber kann in diesem Punkt seine Haltung verstehen. Was spricht denn – wenn man von der bestmöglichen Variante für die Kinder ausgeht – dagegen? Ich würde mich auch wehren, wenn man mir die Kinder plötzlich nur noch jedes 2. Wochenende geben würde oder einen Tag in der Woche.
Hängt es am Führerschein? Den kann man ja nachholen …

Ich empfehle euch beiden, wenn irgendwie möglich auch zu versuchen, die Lage des anderen zu verstehen.

Alles Gute, viel Geduld und gute Nerven!
Ks

Führerschein nachmachen kann ich leider nicht. Ich werde nie einen machen können.

Ja du hast recht, ein Entgegenkommen ist wichtig, aber er kommt mir absolut nicht entgegen. Ich hab ihm angeboten, dass er die Kinder jedes Wochenende bei sich haben kann, wenn er das möchte. Besuchen kann er sie immer. ...
Aber er will das alles nicht. Er behaart auf den Nachbarort.

Ich gehe mal davon aus, dass ihn dein Führerscheinproblem in der gegebenen Situation einfach nicht interessiert. Weshalb kannst Du denn keinen machen?
So oder so, auch jedes 2. Wochenende wäre mir zu wenig, dir vermutlich auch. Und ich finde auch, dass die Kinder nicht unbedingt aus dem gewohnten Umfeld gerissen werden sollten. Weiter weg zu ziehen entspricht ja – wenn ich das richtig verstanden habe – deinem Bedürfnis und nicht dem der Kinder. Und so sehr ich Dich persönlich auch verstehen kann – man ist ja auch noch Mensch und nicht nur Muttertier – die Bedürfnisse der Kinder gehen vor und ich vermute, auch ein Gericht wird entsprechend entscheiden.
Alles Gute, Ks

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Was hast du denn so schlimmes getan das er dir die Kinder weg nehmen will?!