Kindsvater will geteiltes Sorgerecht über 400km beantragen

    • (1) 04.01.18 - 22:22

      Hallo Ihr lieben. Meine Situation ist ziemlich verzwickt. Und zwar bin ich Momentan in der 30en Woche Schwanger, und der KV und Ich leben jetzt bis Mitte des Monats noch in Trennung da er dann wieder 400km zu seiner Familie zurück zieht.
      Ich werde vorerst an meinem Standort aufgrund meiner Ausbildung bleiben.
      Jetzt meine Frage. Wir haben in ein paar Tagen die Vaterschaftsanerkennung auf dem Jugendamt, er will das geteilte Sorgerecht haben obwohl er vor hat ein paar tage darauf 400km weit weg zu ziehen.
      Ich fände es vernünftiger das alleinige Sorgerecht für mich zu beantragen da der KV ja auch bei Geburt nicht anwesend sein wird. (vorraussichtlich ende März)
      Hatte jemand von Euch ein ähnliches Erlebnis und kann mir vllt Schildern mit welchem Ergebnis das alles endete? Denn Ich will Ihm das Kind ja auch nicht vorenthalten, jedoch habe Ich Sorge dass Ihm trotz der Entfernung das gemeinsame Sorgerecht zugesprochen wird.

      Ich hoffe mir kann jemand helfen. Bzw würde mich einfach interessieren wie das bei Euch ausgegangen ist?

      Ich freue mich darauf von Euch zu lesen!
      Lg Cassy54321

      • Welche Schwierigkeiten vermutest du denn? Die Ausübung des Sorgerechts ist doch nicht an km geknüpft.

        Es sind nur wesentliche Entscheidungen betroffen, Kitawahl und Schulwahl, geplante wesentliche medizinische Behandlungen, Kontoeröffnung.

        Du brauchst aber keine "Erlaubnis" für Standardarztbesuche. Andere "kritische" Situationen fallen mir nicht ein.

        LG

        Hallo,

        wenn ihr nicht verheiratet seid, dann kann er natürlich einen Antrag auf gemeinsame Sorge beim Jugendamt stellen. Wenn du diesem zustimmst, dann würdet ihr die gemeinsame Sorge tragen. Stimmst du nicht zu bleibt ihm der Weg offen, die gemeinsame Sorge übers Familiengericht zu beantragen. Ein Richter kann dann über deine Meinung hinweg der gemeinsamen Sorge zustimmen. Es müssten schon schwerwiegende Gründe vorliegen (Alkohol, Drogen, Gewalt), um nicht die gemeinsame Sorge zugesprochen zu bekommen.

        Du musst nun für dich entscheiden, ob du seinem Anliegen beim Jugendamt zustimmst oder ob du nicht zustimmst und abwartest, ob er dann tatsächlich den Weg übers Gericht gehen wird.

        LG, Conny

        Und was genau spricht in deinen Augen gegen das gemeinsame Sorgerecht?

      • Ist doch super... er ist Papa und möchte auch Verantwortung übernehmen!
        Heute lässt sich so vieles über PC/Internet/Handy regeln, da sind die km egal.

        Hallo,

        gemeinsames Sorgerecht ist doch vollkommen legitim und es wird ihm höchstwahrscheinlich zugestanden. Außer er hat sich etwas zu Schulden kommen lassen.

        Das gemeinsame Sorgerecht hat mit dem Umgangsrecht eher weniger zu tun. Ich würde an deiner Stelle dem zustimmen. Es würde sowieso am Ende so sein.

        Konzentriert euch lieber um das gemeinsame Kind und versucht sachlich miteinander umzugehen. Es wird noch einige Fragen geben und da ist das GSR noch fast die Kleinste. Wenn das Kind da ist wird es zum Umgangsrecht kommen usw..

        Alles Gute für deine weitere Schwangerschaft !

        • Meine sorge ist eher dass er in gewisser Zukunft auf den Trichter kommt, sollte es bei mir nach der Ausbildung zu einem Umzug kommen aufgrund einer beruflichen Tätigkeit oder einem neuen Partner, dass er dem nicht zustimmt und dann beantragt dass die kleine bei Ihm leben soll.
          Ist das eine unbegründete Angst meinerseits? Wie schaut das aus mit den Standarduntersuchungen (U1, U2 etc sowie die Impfungen) muss ich daa auch die Einwilligung bzw Unterschrift von Ihm einholen?

          • Einem Umzug nicht zustimmen und beantragen, dass ein Kind beim anderen Elternteil verbleibt ist ja eher dann sinnig, wenn das Kind dadurch in seiner gewohnten Umgebung verbleiben kann. Auf eine Distanz von 400km ist damit zu rechnen, dass du die Hauptbezugsperson deiner Kinder bleibst, oder wirst, so dass deine Ängste hier eher unbegründet sein dürften.
            Darüber hinaus brauchst man die Unterschrift des anderen Elternteils sehr sehr selten. Kita-Anmeldung, Schulanmeldung, Eröffnung eines Kontos für das Kind und schwerwiegende medizinische Eingriffe, es sei denn sie sind eilig. Mehr fällt mir im Moment nicht ein.
            Entweder du stimmst jetzt zu, oder lässt es auf einen Rechtsstreit ankommen. Letzteres ist nicht unbedingt nervenschonend und auf lange Frist wohl nicht von Erfolg gekrönt.
            Solltest du die "Hoffnung" haben, dass der Vater diesen Weg nicht beschreiten wird, dann würde ich nicht unterschreiben, da das geteilte Sorgerecht ja auch keine Vorteile bringt.
            Ein Vater, der wirklich Verantwortung übernehmen will, der braucht kein Stück Papier, das ihm das bestätigt.

            • Also meinst du dass meine Angst unbegründet ist?
              Mh von der Seite hab ich es noch garnicht gesehen.
              Doch jetzt mal angenommen, mir passiert was unter Geburt (was man nicht hofft) kann ich dann mit seiner Unterschrift meiner Mutter (welche bei der Geburt dabei sein wird) eine Vollmacht ausstellen lassen über die ersten Notwendigen Entscheidungen bis er Vor Ort sein kann?
              Es ist meine erste Schwangerschaft und ich mache mir diesbezüglich vermutlich zu viele Gedanken.

              • Sollte dir unter der Geburt etwas passieren, dann sind das ja Entscheidungen, die das Kind betreffen, die du meinst, nehme ich an.
                Im Fall, dass es dem Kind gut geht, sind keine Entscheidungen nötig, die nicht ein paar Stunden warten können. Es geht ja dabei um so Dinge wie Hörtest, Screenings, etc, die nicht sofort entschieden werden müssen.
                Sollte das Kind in Gefahr sein, ist gar keine Zeit etwas zu unterschreiben. Ich denke, da handeln die Ärztinnen und Ärzte einfach möglichst schnell.
                Und ja...ein bisschen zu viel Kopf scheinst du dir schon zu machen;-) Aber das versteh ich ...

                • Mh naja gut. Ich sollte mir nicht so viele Gedanken machen. Ist halt alles garnicht so einfach wenn man in dieser Zeitit Trennung und umzug und erste Schwangerschaft zu tun hat. Da können die Gedanken wohl durchaus etwas wirr sein. Danke trotzdem für deine Antwort!

          Bei mir wollte noch nie ein Arzt eine Unterschrift haben. Mein Sohn wurde geimpft, hat eine Brille, nach einem Unfall Physiotherapie bekommen und wurde kürzlich an zwei Zehen operiert.
          Selbst der Übertritt ans Gymnasium erfolgte ohne väterliche Unterschrift.

          Wenn du bereits vom KV weit entfernt lebst, wird dir niemand das Kind wegnehmen, wenn du umziehen würdest.

          LG

    Ich habe zwei Kinder von zwei Vätern und brauchte noch nie eine Unterschrift. Weder für Kita noch für Schule.

    Hallo,
    wenn ich das richtig sehe, seid ihr nicht verheiratet. Das bedeutet, du hast das alleinige Sorgerecht, sofern du nicht zustimmst. Ganz ehrlich... ich würde unter der Vorraussetzung, das ihr euch trennt, nicht zustimmen.
    In wie weit er künftig auch seine SorgePFLICHT bei 400km entfernung übernimt, weißt du noch garnicht. Doch bei wichtigen Entscheidungen wird er immer mitspracherecht haben. Zum Beispiel, wenn du umziehen möchtest (neuer Partner?) und dadurch die Entfernung noch größer wird, oder du einen Schulwechsel für angebracht hältst und er nicht, usw.
    Ich selbst bereue das gemeinsame Sorgerecht. Denn ich würde mit unserem Sohn (9Monate) gerne näher zu meiner Tochter (aus erster Ehe) ziehen. Dem würde er aber nie zustimmen. Also hänge ich hier fest und fühle mich gefangen und bevormundet.

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