Ehemann trennt sich nach 20 Jahren...sorry lang

    • (1) 19.02.18 - 08:27

      Guten morgen ihr lieben,

      momentan geht es mir sehr mies...Mein Mann (38 Jahre) hat sich am 4.1.18 von mir getrennt. Ich kann es nicht verstehen....

      Aber ich beginne mal mit unsere Geschichte.
      Wir sind seit 1998 zusammen und haben in dieser Zeit sehr viel erlebt. Es war anfangs nicht so einfach...wir zogen 2000 in unsere erste gemeinsame Wohnung und ich begann meine erste Ausbildung...er war zu dieser Zeit Selbstständig. Nach Abschuss meiner Lehre war ich erst arbeitslos und suchte eine neue Stelle...das dauerte leider...und am Ende machte ich eine zweite Ausbildung. In der zwischenzeit war er auch nicht mehr selbstständig sondern hatte den Lkw Führerschein gemacht und war auch Angestellt als Fahrer. Meine zweite Lehre habe ich dann auch abgeschlossen...wurde aber auch nicht übernommen. (War ein kleiner Familienbetrieb) daraufhin war ich vier Jahre arbeitslos...das war schon eine harte Zeit...trotzdem haben wir auch diese Zeit gemeistert. Durch Zufall bekam ich eine Stelle auf damals 400 Basis angeboten die ich auch annahm. Es machte mir Spaß und finanziell lockerte sich auch die gespannte Lage...später sind wir dann umgezogen...und während des Umzugs stellte ich fest, dass eine Gesichtshälfte bei meinem Mann runter hing. Er ist dann sofort zum Arzt und bekam dann gesagt, dass er sich einen Virus eingefangen hat, der auf alle Organe geht. Das war ein Schock für uns...denn der Arzt sagte, dass er sofort mit Cortison anfangen muss sonst hätte er ca noch ein halbes Jahr zu leben...das war schon hart...tja das war eine schwere Zeit, die mit vielen Arztbesuchen und Krankengymnastik versehen war. Aber auch dies haben wir gemeistert...
      In der darauffolgenden Zeit holte uns die Vergangenheit noch mal ein...dadurch ging er in eine Geschäfts-/Privatinsolvenz. Auch diese Jahre haben wir gemeistert. Nach 9 Jahren zusammen sein haben wir dann geheiratet...es war super schön...endlich war ich offiziell seine Frau :).
      Nun prägte sich unser Kinderwunsch aus. Im Januar 2007 ließ ich die Pille weg und wurde im Juli 2007 schwanger...leider nicht lange. Es endete mit einer Fehlgeburt inkl Ausschabung....danach versuchten wir es weiter....ich wurde auch nochmal schwanger, aber es endete wie die erste Schwangerschaft....danach wollte es nicht mehr klappen. Wir haben uns beide von A-Z untersuchen lassen. Aber alles ok. Daraufhin sind wir in eine Kinderwunschklinik gegangen. Dort haben wir erst nach Plan probieren müssen...was auch nach ca 6 versuchen klappte...aber auch diese Schwangerschaft endete wie die beiden davor...danach haben wir die künstliche Befruchtung ausprobiert. Aber da hat es nicht mehr funktioniert...wir hatten in den ganzen Jahren (2007-2012) einiges mitgemacht was uns psychisch sehr belastet hat. Und ich es mit mir ausmachen wollte. Was ein Fehler war...das weiß ich jetzt auch...ich habe nie über meine ängste geredet. Und habe mir eine Mauer aufgebaut...die zum Schluß so extrem war, dass ich nirgendwo mehr mit hin wollte, am liebsten so früh wie möglich ins Bett und bloß keinen Sex mehr. Ich wollte und will immer noch Kinder. Aber meine Angst ist einfach riesig, dass ich all das wieder durchmachen muß....tja und so hat er sich immer weiter von mir entfernt, weil er nicht mehr an mich ran kam. Das letzte halbe Jahr 2017 war er viel auf Konzerten. Die habe ich ihm immer gegönnt, da ich wußte, dass er daran Spaß hat. Leider war es nicht die Musik die ich höre, sonst wäre ich mitgegangen...aber ich habe ihm nie was verboten. Für ihn war es aber eine Flucht vor mir. Was ich ja nicht wußte. Im Dezember merkte ich, dass er sich veränderte. Er machte Dinge die ich sonst für ihn machte. Und er zog sich immer mehr zurück...ich kam nicht mehr an ihn ran. Ich habe ihn zwar darauf angesprochen, warum er so schlecht schläft und keinen Appetit mehr hat. Aber habe keine Antwort darauf bekommen. Ich hatte schon im November 2017 angefangen an mir zu arbeiten...denn auch ich habe Fehler. Und man kann nicht alles auf einmal ändern. Ich fühlte mich selber nicht mehr wohl in meiner Situation. Einfach gefangen hinter meiner aufgebauten Mauer. Mein Ziel für 2018 war, diese Mauer zu durchbrechen, damit wir wieder unbeschwerter sind. Aber als ich ihn am 4.1.18 nochmal darauf ansprach warum er so komisch ist. Platze es aus ihm raus.....er hätte sich lange Gedanken gemacht und gehofft, dass die Gefühle wieder kommen.(wir wollten übrigens dieses Jahr endlich in Urlaub fahren und ein Haus kaufen...das mit dem Haus planen wir schon länger...das war immer ein Diskusions Thema...denn er wollte Altbau und ich eigentlich Neubau. Wobei mir auch klar war das wir uns das nicht leisten könnten. Habe aber nie gesagt, dass ich so denke.) Aber die Gefühle kamen nicht....da ich ja nichts ahnte, streute ich immer weiter Salz in die Wunde mit meinem Verhalten. Denn als er merkte, dass sich seine Gefühle zu mir verändern, hätten wir schon reden müssen um an unserer Ehe zu arbeiten. Aber das haben wir ja nicht....ich dagegen möchte dran arbeiten....da wir uns mittlerweile ausgesprochen haben und jeder von uns weis, was dem andern quer lag und wo die Ängste sind. Aber er blockt alles ab...keiner kommt momentan an ihn ran...er sagte mir sofort, dass er die räumliche Trennung möchte, dass jeder wieder sein eigenes Konto hat, die Versicherungen getrennt werden müssen, der Bausparvertrag gekündigt werden soll, er das Trennungsjahr noch abwarten will und dann die Scheidung....ich war wie gelähmt....paar Tage später habe ich ihm mein Gefühl an den Kopf geworfen, da er ja alles zu mir abblockt, ob er eine Neue hat...und so war es auch...die beiden haben sich auf einem Konzert kennengelernt und sind seit Dezenber 2017 zusammen...sie ist aber auch noch verheiratet. (Sie hat erst im Mai 2017 geheiratet) die beiden wollen jetzt auch schon zusammen ziehen. Sie ist 12 Jahre jünger als er und Hausfrau....ich habe wenigstens Geld mit nach Hause gebracht..seit Anfang Februar bin ich jetzt in Therapie...eigentlich wollte ich das eh gemacht haben, um die Fehlgeburten zu verarbeiten. Aber jetzt wird erstmal die Trennung in Angriff genommen....ich finde es sowas von scheiße von ihm, dass er 20 Jahre Beziehung (davon 11 Jahre verheiratet) einfach so wegwirft ohne daran zu arbeiten...er ist meine große Liebe und ich liebe ihn immer noch so sehr. Seit Mitte Januar wohne ich bei meinen Eltern. Aber zum 3.3. ziehe ich in meine Wohnung....bin mit meinen Kräften am Ende....bin jeden Tag irgendwo anders, da mir sonst die Decke auf den Kopf fällt..... Ich kann nur hoffen das die Neue nicht lange bleibt und er vielleicht irgendwann über uns nachdenkt...er möchte mich als gute Freundin...aber ich hab ihm gesagt, dass ich das nicht kann, da ich mehr möchte.


      Sorry, für den langen Text....aber ich mußte es einfach mal los werden.

      Lg Iris

      Die neue Frau ist nicht die Ursache der Trennung, nur die letztendliche Konsequenz. Ich befürchte, ihr habt euch schon vor Jahren verloren bei euren Problemen, die ihr hattet. Manche Paare schaffen das mit viel Arbeit und Reden, aber viele Beziehungen zerbrechen. Warum weiß ich bei euch natürlich nicht. War jeder nur mit sich selber beschäftigt, habt zu wenig geredet, zu wenig "wir" und zuviel "ich"? Ich weiß es nicht. Ich denke nicht, dass ihr noch eine Chance habt, es ist vorbei, so weh es tut. Such Dir evtl. professionelle Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten. LG Moni

    • Guten Morgen #tasse

      vorab: Ihr seid schon sehr lange zusammen, kamt sehr jung zusammen.
      (Das muss nicht bedeuten dass jede Partnerschaft, welche jung zusammenkam, per se zum Scheitern verurteilt ist).
      Aber 20 Jahre sind ein Wort - ich persönlich kenne nicht viele, die in dem Alter schon 20 Jahre Beziehung vorweisen können. Das muss man erst mal schaffen.

      Ihr habt viele Höhen aber eben auch sehr viele Tiefen gehabt.
      Und es kann jedem passieren, dass sich Gefühle ändern.
      Es tut mir leid für Euch, für Dich - aber nun gilt es nach vorne zu sehen. Auch wenn es schwer fällt.

      Dass Du demnächst eine eigene Wohnung beziehst und seit Februar eine Therapie machst, ist schon mal ein erster und sehr guter Schritt. Auch dass Du jeden Tag was unternimmst. Richtig so, schnapp Dir Freundinnen, unternimm weiterhin was.

      Du bist auf einem guten Wegm auch wenn es jetzt für Dich noch nicht so scheint. #herzlich

      Hoffe nicht darauf, dass Dein Noch-Mann mit seiner aktuellen Freundin Schluss macht.
      Was mit den beiden läuft, sollte Dich nicht weiter berühren.
      Ob die beiden zusammen bleiben oder nicht, ist deren Sache. Genauso wie die Tatsache, ob sie berufstätig ist oder Hausfrau, ob eigenes Geld verdient oder nicht. Mach deren Problem nicht zu Deinem Problem.

      Gut finde ich es, dass Du sein Angebot "Dich als Freundin behalten zu wollen" erst einmal abgelehnt hast.
      Sowas gestaltet die Situation nur schwieriger. Besonders während der Trennungsphase.
      Du musst nun erst mal deinen Kopf freikriegen.

      Man kann einen Ex gerne als Freund behalten. Aber meine Erfahrung ist, dass da erst eine Zeit ins Land gehen muss. Mit meinem Ex, mit dem ich weit über 8 Jahre zusammen war, verstehe ich mich gut und wir haben auch 10 Jahre nach der Trennung noch Kontakt. Aber nach der Trennung ging ca. ein gutes Jahr vorbei, bis wir uns mal wieder länger ruhig und entspannt unterhalten konnten.
      Davor waren es zwar auch gute Gespräche, aber man merkte, dass die Trennung noch "frisch" war.

      Und mit einem anderen Ex habe ich vor rund 20 Jahren rapide Schluss gemacht, als er wirklich miesen Bockmist gebaut hat. Den wollte ich nicht mehr sehen, ich hatte eine Mordswut auf ihn. Vor einem Jahr traf ich ihn unverhofft auf einer Messe und ich muss sagen, wir haben uns sogar nach dem ersten Überraschungsmoment zu einer Tasse Kaffee zusammengesetzt und ein bisschen geratscht.
      Aber es war ein Gefühl, als würde man eher einen alten Schulfreund treffen als einen Exfreund. Irgendwie ein nettes Gespräch, Familie, Kinder, Katze, blib-blub.
      Es lag aber eben auch an der langen Zeit und daran, dass wir uns beide weiterentwickelt haben. Beziehungstechnisch würde uns heute gar nichts mehr miteinander verbinden.

      Ob es zwischen Euch beiden mit einer Freundschaft was wird, wird die Zeit zeigen.
      Natürlich wäre es schön, da 20 gemeinsame Jahre ein Wort sind.
      Aber man kann die Freundschaft jetzt im Moment nicht erzwingen.

      Ich wünsche Dir alles Liebe und viel Kraft

      Hallo Iris,

      erstmal tut es mir sehr leid, was Du gerade durchmachst. Ich bin zurzeit in einer ganz ähnlichen Situation was mein Gefühlsleben angeht.
      Was mir in den letzten Wochen sehr geholfen hat, ist das häufige Treffen mit Freundinnen, Sport, einfach etwas schönes für mich tun.
      Ich wohne im Moment bei meinem Schwiegervater und durch die räumliche Trennung bekomme ich zum Glück etwas Abstand.
      Versuche die Situation erstmal zu akzeptieren, wie sie ist und konzentriere Dich ganz auf Dich.
      Irgendwann wird es uns hoffentlich wieder besser gehen...

      Ganz liebe Grüße
      K.

    • Es ist schon sehr verwirrend, aber letzten Montag sind wir im Bett gelandet und ich bin auch über Nacht geblieben, da er mich fragte. Da war er aber noch mit der neuen zusammen. Er meint zwar es wäre nur reiner Sex gewesen, aber dann fragt man eigentlich nicht ob ich übernacht bleiben möchte, mich ganz fest an sich ran zieht und nicht mehr los läßt...haben die ganze Nacht Arm in Arm verbracht...er stupste mich sogar an, als er mich küssen wollte...er hat mich zum Abschied geküßt als ich zur Arbeit fuhr...fragt mich einen Tag später ob ich Lust habe vorbei zu kommen...er hatte mir einen Tag vorher gesagt, das er Besuch hätte....daraufhin habe ich ihn angesprochen...er meinte, er hätte abgesagt und mit der neuen Schluss gemacht...Mittwoch morgen als wir wach wurden, hatten wir noch mal Sex....Nachmittags war er wieder halb mit ihr zusammen und Donnerstag komplett.Sie hat ihn extrem mit Nachrichten bombadiert...Mir geht es aber ehrlich gesagt gut dabei...denn wir hatten uns vorher geeinigt, das es nur Sex ist...er meinte...wenn ich es mit mir vereinbaren kann, wäre er nicht abgeneigt...und ich hätte ja auch gut daran gearbeitet, das er scharf wurde...weiss aber nicht was ich gemacht haben soll....da wir nur auf der Couch gesessen haben und das noch nicht mal nebeneinander...und dabei gequatscht. Er meinte auch, das sie die Wohnung zum 1.5. haben können...als ich ihn fragte, ob er jetzt schon mit ihr zusammen ziehen will...meinte er...also geplant haben wir es...aber wer weiß was bis dahin ist...er weiß gerade nicht was er will...so hat er es mir gesagt.

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