Sorgerecht abgeben

    • (1) 17.03.18 - 15:40

      Hallo,

      ich brauche mal einen Rat. Ob was ich gerade gedacht habe, möglich ist.

      Also, nach mehreren Versuchen Seite meines Mannes fremdzugehen, inklusiv Scheidungsdrohung von mir vor ein paar Monaten, hat er trotzdem die Versuche weiter gemacht. Es kam bis jetzt nicht zum Sex, aber diese geflirterei hat mich trotzdem dermaßen verletzt. Er möchte mich nicht verlassen und bettelte dass ich ihn nicht verlasse. Mein Versuch ihn rauszuschmeißen war erfolglos, weil ich an die Kinder denke und ihn noch liebe. Er ist immerhin ein guter Vater. Die Kinder lieben ihn abgöttisch.

      So, ich möchte ihn die alle alle letzte Chance geben. Wir bleiben zusammen mit zwei Bedingungen: Er (oder wir) macht eine Therapie und wir machen eine Vereinbarung auf schwarz und weiß.

      Und zwar, wenn wir uns trennen/ scheiden lassen aufgrund seiner Liaison, er soll aus der Wohnung ausziehen und verliert sein Sorgerecht auf die Kinder bzw. er soll das Recht abgeben.

      Ich bin eine Ausländerin, die seit 8 Jahren in Deutschland lebt. In 2 Jahren schließe ich meine Weiterbildung ab. Falls eine Scheidung in Sicht kommt, würde ich gern mit den Kindern nach Heimat zurückkehren. Er darf uns natürlich besuchen und den Umgang mit den Kindern haben. Ich möchte nur keine Streiterei haben und das Ausreisen soll einfacher werden.

      Meine Frage, ob das rechtlich möglich ist, solche Vereinbarung zu machen z.B. beim Anwalt. Wahrscheinlich hat jemand Ahnung?

      Danke im Voraus und sorry für den Schreibfehler.

      • Ich denke, das so eine Vereinbarung Sittenwidrig wäre, und daher nicht rechtsgültig.

        Ich kann verstehen, dass es DEINEN Wünschen entspricht, in dein Heimatland zurückzukehren. das kannst DU auch tun - aber du darfst die Kinder nicht mitnehmen. Die Rechte deiner Kinder auf Umgang mit ihrem Vater haben da mehr Gewicht als deine Vorlieben.

        Natürlich kannst du versuchen, deinen Mann zu so einer „Vereinbarung“ nötigen - aber selbst wenn er das unterschreibt, wird er höchstens in Zukunft halt besser aufpassen, wenn er fremdflirtet.

        Nein das funktioniert so nicht. Eure Ehe scheint am Ende. Warum sollte er dir einen Freibrief erteilen, damit du ihm die Kinder entfremden kannst? So eine Vereinbring wäre rechtlich nicht bindend und auch nichtig, wenn sie unter Druck erzielt oder erpresst wurde.

        Bei der Scheidung bleibt es bei gemeinsamen Sorgerecht. Und die Chance, dass dir jemand das alleinige Sorgerecht zuspricht, damit du das Land mit den Kindern verlassen kannst, ist verschwindend gering. Dein Mann mag ein schlechter Ehemann sein, aber das heißt nicht, dass er sich kindeswohlschädlich verhält. Und nur das könnte zu einem Sorgerechtsentzug gegen seinen Willen führen.


        LG

        Es ist nicht möglich, Gesetze durch schriftliche Vereinbarungen zu umgehen.

      • (5) 18.03.18 - 12:56

        Puh, was tätest du deinen Kindern damit an? Du schreibst selbst, er ist ein guter Vater! Kinder brauchen den Vater genauso wie die Mutter...gut, dass solche Vereinbarungen rechtlich nicht gültig sind!

        (6) 18.03.18 - 19:50

        Ich verstehe ja, dass Du Dich von Deinem Mann trennen willst, weil er sich Dir gegenüber unfair verhält. Aber Du schreibst selbst, Du denkst an die Kinder und er wäre ein guter Vater. Warum willst Du dann die Kinder so bestrafen, indem Du ihnen den Vater fast amputierst? Wenn Du ins Ausland ziehst werden sie ihn nicht einfach besuchen können, wenn sie älter sind. Und auch nicht jede Woche sehen können.

      • (7) 20.03.18 - 15:44

        Du machst gerade den Kardinalfehler bei einer Scheidung. DU trennst dich von deinem MANN, aber mitnichten trennt sich dein MANN von seinen KINDERN! Die Scheidung beinhaltet nur euer Leben als Ehepaar, niemals aber das eurer Kinder.
        Du kannst das Gesetz nicht umgehen mit sittenwidrigen Zettelchen, deren Unterschrift du erzwungen hast. In Deutschland gibt es schon seit Jahrzehnten keinen Scheidungsgrund mehr. Es ist völlig egal, ob er eine Freundin hat, 10 Kinder nebenbei zeugt oder vollkommen treu ist.
        Papiere "schwarz auf weiß" gelten nicht - nirgendwo. Der weitere Aufenthalt eurer Kinder wird dort sein, wo er zuletzt war, als beide Sorgeberechtigten diesem Aufenthaltsort zugestimmt haben - also der aktuelle Wohnort.
        Falls du tatsächlich in dein Heimatland umziehen solltest...hast du dir auch nur einmal überlegt, wie du das finanzieren willst? Die Kosten des Umgangs sind dann natürlich von dir zu tragen. Die Regel wäre, dass du das Kind ins Flugzeug/Bus setzt und er holt es dann bei sich ab. Das Ganze natürlich regelmäßig. Es ist nicht, dass er die Kinder bei dir besuchen "darf", du hast dafür zu sorgen, dass sie zu ihm kommen. Ist natürlich je nach Heimatland eventuell auch etwas stressig für die Kinder.
        Das Sorgerecht kann man nicht abgeben. Das kann einem nur bei Kindeswohlgefährdung von einem Gericht genommen werden.
        Deine Pläne mögen dir gefallen, leider sind sie überhaupt nicht gesetzeskonform.

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