Was passiert mit dem Haus?

    • (1) 31.03.18 - 16:31

      Mein Mann hat mir heute mitgeteilt, dass er sich in seine Kollegin verliebt hat und er sich trennen möchte. Meine Gedanken spielen verrückt und ich mache mir große Sorgen um die Zukunft. Wir haben zwei Kinder und sind seit 7 Jahren verheiratet. Wir wohnen seit vier Jahren im Eigenheim, das Startkapital von 120000 €habe ich aus meinen Ersparnissen bzw. aus der Unterstützung meiner Eltern eingebracht. Den Kredit zahlen wir gemeinsam ab. Bekommt er im Falle einer Scheidung die Hälfte des Hauses zugesprochen, auch wenn die Trennung aus seiner Initiative heraus geschieht?

      Das ist ziemlich beschissen , tut mir leid für dich!
      Ich denke, wenn ihr beide im Grundbuch steht, würde jedem die Hälfte zu stehen. Aber ich bin da kein Experte.

      Aber lass doch erstmal die Nachricht sacken. Es wird einiges zu besprechen geben! Was wird aus den Kids? Will einer von euch überhaipt weiter im Haus wohnen? Was ist mit Unterhalt? etc etc.

      Sortier erstmal deine Gedanken, sprich mit deinem Mann, sprich mit einer Freundin oder Schwester o.ä , kopiere alle wichtigen Unterlagen! und such dir dann professionelle Hilfe sprich einen Scheidungsanwalt!

      Alles Gute

    • Bei einer Scheidung wird zuerst geschaut, wer wie viel am Beginn der Ehe hatte. Also das Anfangsvermögen.

      Schenkungen (auch während der Ehe) zählen zum Anfangsvermögen.

      Bei der Scheidung wird das Endvermögen ermittelt. Die Differenz wird auf beide aufgeteilt.

      Anders gesagt: was deine Eltern dir geschenkt haben und was du vor der Ehe gespart hast bleibt bei dir!

      Und wichtig: lass dich von einem Profi beraten, hier kriegst du nur Meinungen von Laien!

      LG

    Hallo.

    Leider befürchte ich, dass es anders ist.

    Ich habe mich von meinem Mann getrennt. In der Ehe habe ich geerbt und das Erbe ist in die gemeinsame Immobilie geflossen. Normalerweise ist ein Erbe aus der Ehe immer herauszurechnen. Eine Ausnahme stellt es eben dar, wenn es in eine gemeinsame Immobilie geflossen ist. Das Gleiche könnte ich mir bei Schenkungen etc vorstellen.

    Befrage einen Fachanwalt dazu. Ich konnte zumindest den größten Anteil retten durch einen nachträglichen Ehevertrag. Ich bin meinem Mann damit entgegen gekommen, dass ich auf nachehelichem Unterhalt verzichte. Der Ehevertrag, in dem wir alles sachliche geklärt haben, reduziert übrigens die Kosten einer Scheidung immens.

    Alles Gute

    • 'Das Geld ist in die gemeinsame Immobilie geflossen'. Als Kapital oder für Reparaturen?

      • Als Kapital. Es war ein Neubau. Ob das bei Reparaturen einen Unterschied macht, weiß ich nicht.

        Ich rate dir auch zur Fachberatung. Oder du gehst direkt zu einem Notar für einen Ehevertrag oder für eine Trennungs- und scheidungsfolgenvereinnarung. Dann hast du einen gebührenpflichtigen Beratungstermin gespart.

        Was sagt denn überhaupt dein Mann zur Sache? Sollte er den moralisch korrekten Weg einschlagen und sich nicht an deinem Kapital bereichern wollen, kann dir die Rechtslage ja egal sein.

        LG

        • Im Moment sind wir auf dem Stand, dass er der Dame aus dem Weg gehen möchte, allerdings ist er aus unserem Schlafzimmer ausgezogen, was für mich natürlich noch kein Signal ist, dass er an unserer Ehe festhält. Das Wort Scheidung ist bisher noch nicht gefallen, aber ich will auf das Schlimmste vorbereitet sein. Da er recht wenig verdient, würde ihm im Scheidungsfall nach Abzug des Unterhalts nicht viel Geld zum Leben bleiben, von daher glaube ich nicht, dass er auf Geld verzichten würde.

          • Egal, was jetzt passiert. Zu einem Notar solltest du dennoch gehen. Selbst wenn ihr zusammen bleibt, wäre es sinnvoll, wenn ihr einen nachträglichen Ehevertrag abschließt. Dann ist die Sache mit dem Haus schonmal geregelt. Wenn du die Hauptberdienerin bist, machst du über die Jahre ja nur noch mehr Miese.

            Mich würde sehr interessieren, wie es ausgeht. Berichte doch mal.

            Alles Gute und starke Nerven wünsche ich dir.

Bitte geh zum Anwalt und lass dich beraten. Eine einmalige Beratung ist nicht so teuer.

LG Gabi

Https://www.kanzlei-hasselbach.de/2014/erbschaften-und-schenkungen-im-zugewinnausgleich/11

Siehe Punkt 4. Auch wenn es dich um eine Schenkung an die Ehepartner gehandelt hat, kann das Geschenk wegen Wegfalls der "Geschäftsgrundlage" zurückgefordert werden, diesen Anspruch können die Eltern auch auf die Tochter übertragen.
Damit solltest du schon einmal einen direkten Anspruch auf das Startvermögen haben, da nach 4 Jahren die Verjährungsfrist noch nicht um ist.
Die Hälfte der bereits geleisteten Tilgung ist ebenfalls deine, allerdings ist die Hälfte des Wertzuwachses ebenfalls zu berücksichtigen (gestiegener Marktwert).

Auf jeden Fall zum Fachanwalt!

Also ... falls noch aktuell. Eine Freundin hat das gerade durch und ich hoffe, ich habe das richtig kapiert (war mit beim Anwalt).

Also: Beispiel: Haus wert: 400.000
Schulden bei Bank: 200.000
Du Kapital aus Schenkung (gehört "nur dir"): 100.000. (Ersparnisse nach der Hochzeit gehören aber euch "beiden").

Ehelicher Zugewinn 100.000€. Davon steht ihm die Hälfte zu. Also 50:50. Da müsstest du ihn mit 50.000€ ausbezahlen.
GLG
Miss Mary

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