Kein Platz für Demütigung mehr

    • (1) 11.06.18 - 20:38

      Wie sehr ich dich liebe, hängt nicht mehr davon ab, wie lange ich schon bei dir bin und
      mir alles ergehen lasse. Ich dachte Standhaftigkeit würde meine Person beschreiben,
      aber das ich hierbi meine Würde und meinen Stolz verliere und mich demütigen lasse... hier von
      war nie die Rede. Ich wollte die starke Frau sein, der nichts passieren konnte, die alles
      abprallen kann und immer die Kontrolle behält. Nun ja, es klappte auch zeitweise.
      Deine unkontrollierten Wutausbrüche jagten mir irgendwann Angst ein. Man hört Skandale von Männern,
      die jahrelang Freunde und Familien ihre charmante Seite zeigen und stets höflich bleiben, aber irgendwann
      kommt die richtige Fassade hervor und sie werden zu Tätern und Mördern, wie ausgewechselt und ich ging bei dir
      irgendwann davon aus, dass du mir und meiner Familie was antun kannst. Um seinen Leben Angst haben, allein
      die Vorstellung jagt mir Herzrasen ein. Ich war und bin stets darum bemüht gewesen, zu zeigen, dass du ein toller
      Mensch bist und war davon überzeugt, dass du viel drauf hast. Letzendlich hast du auch von dir viel
      gut geredet. Bis ich feststellen musste, dass deine Worte nicht viel Gewicht haben. In allen meinen Bittgebeten
      beschloss ich dich ein, damit es dir gut geht, du keinen Kummer mehr hast und wir beide bis in die Zukunft hin immer
      glücklich werden. Auch hier stellte ich fest, dass der Mensch für sein "Glück" und "Wohlergehen" auch selbst viel viel
      beitragen kann. Ich konnte noch so viel dich ermuntern wollen, irgendwie schaffte ich es nicht....
      Meine Gedanken gingen dann nur darum, dass ich keine gute Freundin bin und an vielem Schuld bin, du hättest was
      besseres verdient. Ich bin noch so unbeholfen neben dir und mein Selbstbewusstsein war grad nicht das größte. Ich warf
      mir vor, dass ich nicht mal einen Mann munter machen kann und ein Jammerlappen bin. Nach deinen Vorstellungen, war ja für dich
      eine Frau, erst deine Frau, wenn sie selbstbewusst, selbstlos und eine starke, dominante Persönlichkeit ist. Ich war das alles erst,
      wenn es dazu kommen musste, aber ich bin ein Mauerblümchen. Ich scheue Konflikte und möchte auch keine
      Streitigkeiten MEHR. Es stimmt, ich hab an vielen Tagen an mir selbst gezweifelt, sogar Trennen wollte ich mich,
      weil ich mich nicht stark fühlte neben dir. Mit der letzten Zeit wurde mir bewusst, wie hochgradig stabil ich in meinem
      Willen war. Verzeih mir für diese Selbstprahlerei, aber ohne mich würde diese Beziehung bröckeln. Ich war die jenige, die
      sich alles erdulden lies. Ich weiß, ich war auch nicht immer leicht zu bändigen, ich gab mir aber Mühe eine gute Freundin zu sein.
      In allen meinen Zukunftsplänen warst du dabei. Mit dir und nur mit dir wollte ich die Welt verändern. Ich wollte mit dir
      eine FAmilie gründen, und mir war egal was andere von dieser Beziehung hielten. Denn ich wusste, es gibt nur Platz für einen Mann
      in meinem Leben und das bist du... gewesen...

      Leider gibt es kein Zurück mehr, ich will als Frau meine Würde behalten. Mit dir zusammen zu kommen wäre ein Tod meiner Selbstachtung

    Alle haben Dir zur Trennung geraten, sei stolz darauf, dass Du ihn los bist. Von meiner Seite her kann ich Dir nur gratulieren und Dir einen weniger egoistischen Partner wünschen.

    Der Mann ist es nicht wert, dass Du auch nur noch einen Gedanken an ihn verschwendest.

    • Danke, dass du mir den Mut gemacht hast. Ich würde früher oder später
      drauf gehen. Er beteuerte immer wieder, dass er ohne mich verloren wäre und das ich sein
      Hafen bin und er noch nie für jemanden so starke gefühle hatte. Ich glaube schon, dass er
      mich liebt. Aber er wird mit der Zeit toxischer. SEine Ex-Frau meinte sogar er wäre ein übler Narzisst. Er hat auch mit Selbstmord gedroht, wenn ich ihn verlasse. Es ist schwierig in so
      einer Situation rational zu bleiben, weil ich auf jede Emotionsschiene reinfalle.
      Die Schmerzen werden noch bleiben, aber meine Sicherheit ist viel wichtiger

Hallo Shirin,

ich denke am Anfang hat dich eure Beziehung glücklich gemacht und du hattest mit ihm Zukunftspläne. Mit der Zeit hat er sein Verhalten dir gegenüber langsam geändert. Es fing in ganz kleinen Schritten an und du hast es bestimmt erst gar nicht bemerkt. Irgendwann hast du gemerkt das etwas verkehrt läuft. Bestimmt hast du hunderte Entschuldigen gefunden warum er so ist. Irgendwann kam der Tag an dem du der Meinung warst das du daran Schuld bist. Ich denke er wird deine Zweifel bemerkt haben und wird dir auch die Schuld zugewiesen haben. Er ist ja nur so weil du nicht so bist wie er es sich wünscht. Du wirst versucht haben dich ihm anzupassen damit er wieder anders zu dir wird. Aber je mehr du dich ihm untergeordnet hast, je schlimmer ist er zu dir geworden.

Viel Frauen, aber auch Männer wird es genauso gehen. Sie hängen in einer Gewaltbeziehung und wissen nicht wie sie aus diesem Teufelskreis ausbrechen können. Sie haben Angst, sind unsicher und wissen nicht was sie machen sollen.

Du hast es aber geschafft diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Dafür werden dich viele beneiden. Für dich ist es keine einfache Situation weil er es immer noch schafft dich zu beeinflussen, oder besser gesagt zu manipulieren. Lass dich aber von ihm nicht mehr manipulieren und zeig ihm das der keine Macht mehr über dich hat. Sollte er mit einem Suizid oder ähnlichen drohen ist es nicht deine Schuld, sondern ist es ein weiterer Versuch dich zu manipulieren. Sollte er wirklich noch mal damit drohen, dann hilf ihm. Persönlich solltest du ihm aber nicht helfen. Wende dich an Personen die sich mit dieser Hilfe auskennen. Wähle ganz einfach die 112 oder die 110 . Dort weiß man wie man ihm helfen kann und ich bin mir auch sicher das er diese Hilfe zu bekommt.

Mache aber bitte nicht den Fehler zu ihm zurückzugehen. Dann hat er gewonnen und deine Situation wird sich noch weiter verschlimmern.

Viel Kraft blaue-Rose

  • Dein Text hat mich zum Weinen gebracht. Alles was du geschrieben hast stimmte so tatsächlich. Ich vermisse ihn ganz doll, weiß aber, das es nur falsch wäre zu ihm zurück zu kehren. Diese Wochen und Monaten werden mir viel Kraft und Energie kosten.
    Ich habe auch niemanden in meinem Freundeskreis, den ich das erzählen könnte. Meiner FAmilie setze ich eine gut gelaunte Miene an, damit sie nich Sorgen machen müssen. Aber ich zerbreche innerlich, weil ich mich nicht verstanden fühle. Und da kommt jemand, in einem Forum kann mir die Sache so gut schildern, dass ich anfange zu weinen. Danke für diese REflektion!

    • Shirin,

      ich wollte dich nicht zum weinen bringen und möchte mich dafür entschuldigen.

      Ja, die Wochen und Monate werden dir viel Kraft kosten und ganz sicher kommen noch öfter die Zweifel ob es richtig war sich zu trennen. Bestimmt hast du schon gedacht: Vielleicht ist er wirklich nicht so wie ich ihn ihm sehe. Er entschuldigt sich ja und verspricht sich zu ändern. Diese Zweifle sind aber Trugschlüsse. Es wäre sehr ungewöhnlich wenn er sich wirklich ändern sollte.

      Die " Gute Miene" hilft einige Zeit. Aber sie spiegelt deinem Umfeld auch etwas vor was es nicht gibt. Ich denke es wird schon einige geben die dich bestimmt unterstützen würden wenn sie wüssten wie es dir geht. Ganz sicher wird es dann auch einige geben die kein Verständnis für deine Situation haben und dir noch Vorwürfe machen. Von diesen Leuten solltest du dich nach Möglichkeit trennen. Die " Gute Miene" kostet mit der Zeit auch sehr viel Kraft. Kraft die dir für die Verarbeitung fehlt.

      Versuch dich zu öffnen damit du erst mal die ganze Last von deinen Schultern bekommst. Es wird an der aktuellen Situation nicht viel ändern, aber es erleichtert sehr.

      Findest du in deinem Umfeld wirklich niemand , dann kannst du dich an eine Beratungsstelle wenden. Versuch es aber bitte nicht mit dir allein auszumachen.

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