Ehe nach 20 Jahren wegen Depressionen beendet

    • (1) 05.10.18 - 11:46

      Hallo, möchte mich austauschen bzgl der Depressionen meines Mannes. Wer hat Ähnliches erlebt? Mein Mann ist Zeit fast 2 Jahren in Behandlung, nimmt seit 3 Monaten antidepressiva. Ich habe mich im April von ihm getrennt. Er hat sich Anfang des Jahres sehr verändert( distanziert, keine Gefühle mehr mir gegenüber gezeigt) unsere Kinder und ich haben sehr gelitten. Dann die Heimlichkeiten, die treffen mit erkrankten, die ihn besser verstehen als ich das tue. Ich liebe ihn, habe jetzt aber den Kontakt seit einer Woche kpl abgebrochen. Er möchte keine Beziehung mehr und fühlt nicht‘s mehr für mich. Er hätte es versucht, aber geht nicht mehr. Er möchte nur nich eine Freundschaft zu mir, dass kann ich nicht. Muss ich ihn aufgeben.

      • Hey,

        erstmal möchte ich dir mein Beileid zu eurer Situation aussprechen. Ich kann mich gut in deine Situation hineinversetzen. Vielleicht kannst du etwas Mut aus meiner Geschichte sammeln:

        Vor ziemlich genau 3 Jahren geriet mein Partner in seine erste depressive Phase (Im Nachhinein wissen wir ziemlich genau, dass er auch schon im Vorfeld depressive Phasen hatte, welche allerdings nicht so stark waren dass er in ärztliche Behandlung ging).
        Auch er (und das liest und hört man sehr häufig von Angehörigen) sagte mir, dass er nichts mehr für mich empfindet.
        Wir haben gemeinsam beschlossen dies zumindest nicht über die Dauer der depressiven Phase als Trennungsgrund zu sehen, sondern abzuwarten ob die Gefühle nach dieser Phase wieder zurück kehren. Natürlich war das auch für mich eine unglaublich harte Zeit.

        Aber es hat sich gelohnt. Nach etwa 5 Monaten (begleitet von stationärer und ambulanter Therapie sowie Antidepressiva) überwand er diese depressive Phase. Er konnte wieder fühlen und empfand auch -nach seinen eigenen Worten- wieder die gleiche tiefe Liebe für mich.

        Im Herbst darauf (also vor 2 Jahren) geriet er in die nächste depressive Phase. Wieder gestand er mir dass er nichts mehr für mich empfindet (wie auch? Alle anderen Gefühle sind in dieser Phase ja auch taub). Diesmal war es leichter für uns Beide, da wir ja bereits erlebt hatten, dass diese Phase auch ein Ende hat und berechtigte Hoffnung besteht, dass auch die Gefühle für mich zurück kommen.

        Diese Phase dauerte wieder ähnlich lang. Im Zuge dessen wurde er medikamentös neu eingestellt. Seither ist er stabil. Die Gefühle für mich sind auch diesmal wieder zurück gekommen und blieben seitdem erhalten. Natürlich kann es sein, dass er immer mal wieder "abrutscht", im Moment genießen wir aber die stabile Zeit welche uns auch die Möglichkeit gibt unsere "Wunden zu lecken" und Kraft zu sammeln. Aber immerhin haben wir die Erfahrung gesammelt, dass es nicht das Ende sein muss.

        Ich glaube ja, dass es in jeder Familie irgendwelche Schicksalsschläge gibt. Jede Partnerschaft hat andere Hürden an denen gemeinsam gearbeitet werden muss. Unsere ist eben die Depression meines Partners.

        Ich wünsche euch, dass ihr es auch hinbekommt. Gib deinem Partner die Zeit. Ich denke solange er die depressive Phase noch nicht überwunden hat brauchst du auch nicht die Hoffnung aufgeben.

        Alles Gute und viel Kraft!

        • Hallo

          Ich sag immer!

          In guten Zeiten zusammen gehen ist einfach, aber zusammen halten in schwierigen Zeiten schaffen die wenigsten.

          Toll das ihr das meistert.

          Wir haben auch schwere Zeiten hinter uns. Ich weiss nicht woher ich die Kraft genommen habe. Aber es hat sich gelohnt.😊😊😊

          Lg

      Hey,

      Ich selbst war auch depressiv und in Behandlung. Ich habe aber aufgrund dessen nie an meinen Gefühlen für meinen Partner gezweifelt. Dein Post klingt für mich so, als wenn Du eine Erklärung seiner Gefühlslosigkeit in der Depression suchst. Ich glaube, es kann sein das es Menschen sehr verändert und auch verunsichert.
      Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass hatte ich trotz Depression nicht.
      Dein Mann scheint sich entliebt zu haben. Leider, leider passiert das manchmal. Lass ihn erst Mal wieder zu Kräften kommen. Eventuell könnt ihr dann nochmal zu einem späteren Zeitpunkt gucken, ob es tatsächlich entgültig ist. Wenn Du das dann noch möchtest.

      Alles Gute für Dich und Deine Kinder.

    • Hallo,
      deine Zeilen könnten von mir sein. Wir sind seit 13 Jahren zusammen. Waren zusammen, er hat sich getrennt weil er keine Gefühle mehr hat. Nimmt seit gut 3 Monaten Antidepressiva vom Hausarzt. Eine Therapie lehnt er generell ab. Ich bin am Boden zerstört und weiß nicht mehr weiter. Wäre jeden Weg mit ihm gegangen, doch er blockt alles ab. Ich liebe ihn so sehr und muss hilflos zusehen, wie er sich immer mehr verändert und mich wegstößt :-(

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