Was kostet eine Scheidung?

    • (1) 11.10.18 - 20:58

      Mein Mann und ich haben uns vor 1 Jahr getrennt, seit Mai auch räumlich.
      Scheidung steht erst mal nicht im Raum. A) ist das für unsere Große (8) eine absolute Horrorvorstellung (Trennung ist okay), aber darüber kann man bestimmt reden.
      Und B) kam uns das so teuer vor.
      Aber irgendwann möchte man ja doch mal einen Strich unter die Sache ziehen.

      Also mal Butter bei die Fische: was kostet eine Scheidung im Minimum? Muss das immer mit nem Anwalt laufen?

      Wir verstehen uns gut, es gab keinen Streit, die Unterhaltszahlungen haben wir fair selbst ausgerechnet.
      Kann man nicht einfach zum Amt und sagen: wir lassen uns scheiden? Ne Hochzeit kostet doch auch kaum was.

      Wer weiß Rat?

      • Hallo.

        Ich stehe auch vor der Scheidungsbeantragung. Ich bin mal auf die Antworten gespannt.

        Soviel ich weiß, MUSS mindestens eine Partei einen Anwalt beauftragen. Die andere Partei kann auf einen Anwalt verzichten. Dann kann aber der Partner ohne Anwalt zB nicht auf zB. Rentenanteile verzichten(?)

        Uns wurde empfohlen, die gesamte Gütertrennung notariell zu regeln, dann dreht sich der Rest tatsächlich nur noch um die Scheidung und den gesetzlichen Versorgungsausgleich. Die Kosten für unseren Notarvertrag beliefen sich 4 stellig. Die Kosten der reinen Scheidung sicherlich auch vierstellig. Das rechnet sich nach dem Wert der Ehe??? Ehedauer, auch Einkommen??? Ich weiß es nicht wirklich. Aber leider gibt es wohl keine supergünstige Scheidung.

        Alles Gute

        Hi, Also so ganz genau kann ich dir nicht weiterhelfen, aber mal von meinen Erfahrungen berichten. Die Kosten richten sich nach dem Streitwert. Einer muss einen Anwalt haben, der andere braucht keinen. Wir haben es damals so gemacht, dass wir nur zur Verhandlung einen zweiten anwalt mit dabei hatten, um rentenansprüche ausschlagen zu können und damit die Scheidung direkt am Termin rechtskräftig wurde. Da ich gerade erst begonnen hatte zu arbeiten und mein Ex gar kein Einkommen hatte waren die Kosten vergleichsweise gering aber trotzdem schon gut im vierstelligen Bereich. Die "günstigste" Scheidung, die ich mitbekommen habe war die von zwei Studenten, die gerade mal zwei Monate bis zur Trennung verheiratet waren, aber selbst hier hat die Scheidung im vierstelligen Bereich, wenn auch im niedrigen, gekostet. Letztlich wird dir nur ein Anwalt dem eure Verhältnisse bekannt sind in etwa sagen können welche Summen auf euch zukommen. Mit meinem ex war es auch soweit einvernehmlich, dass wir zusammen zum Anwalt gegangen sind und uns dort informiert haben.
        Aber man muss sagen, dass eine Scheidung leider mehr kostet als die Eheschließung, zumindest wenn man die Feier mal nicht mitrechnet. Falls du noch Fragen haben solltest bei denen ich dir weiterhelfen kann, kannst du mir gerne eine pn schreiben.

        (4) 12.10.18 - 08:23

        Hallo,

        ich bin seit Juni glücklich geschieden. Wir haben auch alles einvernehmlich gehabt und sind mit nur einem Anwalt durch das ganze Prozedere gegangen. Es hat sich gefühlt ewig gezogen, weil das Amtsgericht bei uns für jede Antwort wahnsinnig lang gebraucht hat, und der DRV bei der Gelegenheit Lücken im Nachweis der Renten aufgefallen sind (Uni und Schulzeit, was doch schon ein paar Jährchen her ist), die wir erst schriftlich bestätigen lassen mussten.

        Der Anwalt kostet entsprechend eurem Verdienst, dazu kommen die Gerichtskosten. Ich bin mit Miriam Vietzke sehr gut gefahren, die hat ein Online Portal inkl. Rechner, da kannst du mit den Gehältern ungefähr ausrechen was kommt (beachte die Gerichtskosten sind dann mal 2 zu nehmen). Bei uns hat es genau gestimmt (ca. 2.000 € Anwalt plus knapp 600 € Gerichtskosten). Vorteil mit Kind: Kein einziger Gang in eine Kanzlei, alles lief schriftlich über Mails oder auch ein oder zweimal über Telefon. So hat unserer (6) davon überhaupt nichts mitbekommen.

      • Kann man ohne weitere Infos von dir nicht sagen, kommt auf den STREITWERT an, also im wesentlichen wieviel ihr beide verdient und was genau ihr alles als Gegenstände wie Haus, Auto, Einrichtung usw angebt. Wenn ihr euch fürs einig seid, ist das schon was und ihr braucht nur EINEN Anwalt. Allerdings ist der dann nicht unbedingt unparteiisch...
        Wenn du/ ihr wenig verdient kannst du Prozesskostenhilfe beantragen.
        Wenn ihr geschieden seid, kommen neue Steuerklassen auf euch zu, heißt womöglich, muss einer von euch wesentlich mehr Steuern zahlen. Muss einer von euch staatliche Hilfe beantragen, gehen die IMMER an deinen Partner und holen sich was zurück und umgekehrt, falls er weniger verdient.
        Also summa Sumarum, billig ist anders und wenn es dann ums Geld geht, ist man meistens nicht mehr so kulant.

        • Einen „Streitwert“ als solches haben wir ja gar nicht. Es wurde schon alles aufgeteilt. Immobilien besitzen wir nicht. Sein Auto ist geleast, meins bezahle ich noch 4 Jahre ab.
          Einkommen liegt bei ca. 10.000 Brutto. Dann liegen da noch ein paar Tausend Euronen in Aktien... aber das ist auch geregelt.
          Es nervt mich so dem Anwalt für quasi nichts soviel Geld in den Rachen zu werfen 😤

      Also in Österreich kann man sich einvernehmlich scheiden lassen, wenn alles im Vorfeld geregelt ist kommt es auf ca 300,- ganz ohne einen Anwalt 🤔

      • Also ab nach Österreich 😜😅👍🏻
        Genau so etwas suche ich für D auch.
        Es kann doch nicht sein, dass die Anwälte sich daran bereichern, dass wir uns scheiden lassen wollen. Zumal sie ja nichts zu tun haben, eigentlich. Wir haben ja alles alleine geregelt 🙄
        Und zusammen verdienen wir knapp 10.000 Brutto....

    Du MUSST halt Anwalts und Gerichtskosten zahlen, MINIMUM . Das geht in Deutschland nicht anders. Und die beziehen sich auf euer Einkommen.
    Ohne das ich mich festlegen will, weil ich nicht weiß wie das mit Aktienwerten aussieht, wenn ihr euch einig seid pi mal Daumen Minimum 5500€.

    (10) 15.10.18 - 23:18

    In Deutschland gibt es Anwaltspflicht bei Scheidungen. Du brauchst mindestens einen Anwalt, der die Anträge stellt. Du selbst darfst das nicht.
    Da die Anwaltsgebühren fest sind, würde ich sagen, du kannst im Internet sicher einen Rechner finden. Lass dich nicht täuschen, es kommen noch Kosten für den Schriftverkehr dazu. Der Termin im Gericht muss natürlich auch extra bezahlt werden. Der Anwalt kann Alles machen, je mehr er macht, desto teurer wird es. Alternative ist, ihr kümmert euch selbst und bringt alle Dokumente bei.
    Man sollte auch ein bisschen schauen, wann man die Scheidung einreicht. Es muss da nicht gerade das Weihnachtsgeld und noch zusätzliche Boni auf dem Lohnzettel zu sehen sein.
    Bei uns bestand das Gericht auf:
    - Unterhaltstitel für die Kinder (selbst ausrechnen reicht nicht)
    - Vertrag für nachehelichen Unterhalt (notariell beurkundet und daher teuer)
    - und natürlich den Versorgungsausgleich

    (11) 24.10.18 - 12:46

    Moin!

    Wenn ihr die Ehe einfach weiterlaufen lasst, läuft auch die Zugewinngemeinschaft u.. weiter...

    Wir hatten nur 1 Anwalt (muss leider sein) und weder Streit noch Wertsachen, nur unser Einkommen. Wir haben für den Anwalt über 2000 Euro bezahlt (genau weiß ich nicht mehr), das richtet sich halt nach dem Gehalt. Dazu kamen 680 Euro Gerichtskosten.

    Das tat zwar finanziell weh, aber ich steh nicht auf halbe Sachen, daher war ich nach dem sauberen Schnitt arm, aber glücklich :-p;-)

    LG, Nele

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