Haus bei Scheidung

    • (1) 16.10.18 - 02:11

      Hallo,

      mein Mann hat mir heute gestanden dass er nicht weiß ob er noch Gefühle für mich hat. Es es ihm alles zu kompliziert und er will seine Ruhe. Ob er eine Trennung will weiß er nicht, er weiß auch nicht ob er mich noch liebt - zieht sich seit dem Tod seiner Oma immer mehr in ein Schneckenhaus zurück. Zudem hatte er über einen sehr langen Zeitraum eine Seelenverwandete. Die gute Dame hat für langen Zündstoff in der Partnerschaft gesorgt und irgendwann habe ich dann Klartext gesprochen. Per Zufall habe ich dann herausgefunden das beide noch Kontakt hatten.

      Nach der Aktion rattern jetzt meine Gedanken. Wir haben drei Kinder, wovon zwei Pflegekinder sind (leibliche Eltern drogenabhängig gewesen) zwei Berner Sennenhunde, vier Katzen und ein Haus.
      Das Haus haben wir damals recht günstig erstanden und saniert. Die Kreditrate ist gering, die Kreditsumme auch - beides von mir allein schaffbar, auch weil ich derzeit noch über die Pflegekinder ein finanzielles Zubrot habe. Aber soviel ich weiß wird bei einer Scheidung der Schätzwert des Hauses genommen. Und da ist der Knackpunkt. Ich müsste geschätzt nochmal die restliche Kreditsumme aufnehmen um meinen Mann auszuzahlen. Zudem haben wir noch für drei weitere Jahre eine Familienkutsche auf Abzahlung mit Restsumme. Die Finanzierung läuft jedoch über meinen Mann.
      Derzeit bin ich in der Einarbeitung für einen neuen Job -in Teilzeit auf Midijobbasis. Später werden es dann mal 25 Stunden (mehr Öffnungszeit gibt es in der Firma nicht) sein. Mit den drei Kids im Hintergrund für mich absolut ok. Die Drei (7-13) sind relativ selbstständig und machen gut mit. Ein Mietobjekt ist schwer zu finden für zwei Berner Sennenhunde und die Kinder - von den Mäusefängern rede ich gar nicht. Die Berner sind Haus und Hofhunde - keine Wohnungstiere.
      Ich bin mit meinem Mann übrigens 21 Jahre zusammen. Wir haben soviel gemeinsam durchgemacht, auch die ungeplante Kinderlosigkeit und nun das. Eine Familie habe ich nicht mehr. Was ich habe sind die Kinder und die Tiere.
      Hat jemand eine Idee? Ich bin total planlos, bzw. eher enttäuscht von meinem Mann das er nicht mit mir redet.

      Viele Grüße

      Geli

      • (2) 16.10.18 - 09:34

        Vermutest Du oder Dritte bei Deinem Mann eine depressive Episode oder wurde das gar bereits diagnostiziert?

        • (3) 16.10.18 - 15:34

          Ich weis es nicht - möglich wäre es. Hilfe holt er sich nicht. Nach außen heile Welt. Er geht auch zu keinem Arzt - raucht lieber mehr obwohl das früher deutlich weniger war

          • (4) 16.10.18 - 15:51

            Das würde alles zusammenpassen. Liebst Du ihn noch? Oder ist die Trennung für Dich eigentlich nur noch eine Frage der Zeit und der Organisation?

            Ich frage deshalb, weil ich vermute, dass Dein Mann sich wohl eher nicht trennen wollen würde. Damit könntest Du ihm auch mal einen "Schuss vor den Bug" verpassen und ihm sagen, entweder arbeitet ihr gemeinsam an der Ehe und findet ggf. heraus, ob er eine Depression hat. Oder er zieht aus, wenn alles einvernehmlich geklärt ist.

            • (5) 16.10.18 - 17:50

              Ich liebe ihn und will keine Trennung. Meine Großeltern hatten sich
              Geliebt und gestritten bis zu ihrem Tod. Sie starben beide binnen weniger Monate. Als ich meinem Mann vor vielen Jahren das Ja-wort gab war es von Beginn an mein Ziel es meinen Großeltern nachzumachen.
              Es macht mir Angst das er sich seiner Gefühle nicht mehr sicher ist.

              • (6) 16.10.18 - 19:14

                "Es macht mir Angst das er sich seiner Gefühle nicht mehr sicher ist."

                Das kann ein Symptom sein. Schau mal ob Du ein Forum für Angehörige depressiv erkrankter Menschen findest und schildere dort den Zustand Deines Mannes. Wenn man Dir gute Tipps geben kann, dann dort. Sowohl wie Du ihn eventuell doch zur Einsicht und zum Arzt bringst als auch im Bezug auf Halt und Stütze für Dich.

                Wenn Du ihn liebst dann lass nichts unversucht. Aber bitte verinnerliche eine ganz wichtige Sache: Wenn er wirklich depressiv geworden ist durch den Tod seiner Oma oder es seitdem handfester geworden ist, dann muss er Hilfe annehmen. Genauso, wie Du. Ansonsten geht eure Ehe dabei drauf.

                Zeig ihm ruhig, was ich geschrieben habe. Viel Glück euch!

      (7) 16.10.18 - 10:05

      Hallo Geli,

      blöde Situation :(

      Ich denke, hier bestünden mehrere Baustellen:

      1. Er müsste Kindesunterhalt zahlen
      2. Er müsste dir Trennungsunterhalt zahlen
      3. Er müsste vermutlich für eine gewisse Zeit nachehelichen Unterhalt zahlen
      4. Du kannst dir getrennt nichts Anderes als einen Vollzeitjob leisten, wenn du das Haus halten willst
      5. Du musst ihn auszahlen.

      M. E. kannst du erst, wenn die Unterhaltsbaustellen geklärt sind und du einen Vollzeitjob hast überhaupt erst eine Aussage treffen, ob du das Haus halten kannst. Haus halten meint dabei, dass du die laufenden Kosten plus seine Auszahlung tragen kannst.

      Verhandeln könnte man darüber, ob du ihm bis zum Auszug des jüngsten Kindes eine Miete für seine Hälfte, die er nach Auszug nicht mehr nutzen kann zahlst und ihr das Haus dann gemeinsam verkauft und den Erlös teilt. Das würde ich dann auch notariell vereinbaren. Wenn die Tiere altersbedingt sterben, keine neuen Tiere mehr anschaffen.

      Dafür muss aber kalkuliert werden. Meine persönliche Erfahrung ist, dass man sich getrennt nicht lange einen Teilzeitjob leisten kann. Das wäre mein erster Anknüpfungspunkt, zumal es das Einzige ist, das du allein aktiv beeinflussen kannst.

      LG

      • (8) 16.10.18 - 15:30

        Hallo,

        Danke für deine worte. Wir haben geredet und offiziell wollte er mir einen „Schuss vor den bug“ geben.

        Ich bin jedoch zutiefst verletzt und noch misstrauischer als vorher.
        Wichtig ist es eine Lösung für die Jahre zu finden wo die Kinder noch da sind. Später ist mir das Haus zu groß und da ich gegenüber noch einem kleinen gepachteten Garten in einer Gartenanlage habe ich kein Problem damit später auszuziehen und mir was anderes zu suchen je nachdem wo es mich hinzieht.

        Unterhalt müsste er nur für den ältesten zahlen - die zwei anderen laufen über andere kostenstellen. Unser mittleres Kind wird nach Plan uns nach der Volljährigkeit (eher geht nicht)von uns adoptiert da wir ihn sehr lange haben.
        Mit dem Unterhalt für mich muss ich mich belesen. Die Nacht war zu kurz.
        Ich habe ihn jedoch einen Brief geschrieben und war da auch nicht zimperlich bei mir. Zu einer Ehe gehören immer zwei und auch bei einer Trennung. Einen ähnlichen Vorschlag wie du ihn geschrieben hast mit dem Wohnrecht bis zur Volljährigkeit unserer jüngsten Tochter habe ich ihn auch gemacht. Er hängt fast noch mehr an dem Haus als ich, kann jobtechnisch aber drei Kids und die Hunde nicht stemmen. Das kein neues Tier in der Größe nach dem
        Tod der zwei nachkommt dessen bin ich mir sicher.
        Es wird jobtechnisch bei mir auf einen zweiten hinaus laufen wenn ich meinen Mann auszahlen muss. Da ich einen freien Tag später habe ist das umsetzbar. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber nicht machbar. Dazu muss ich mir aber Gedanken machen.

        Viele Grüße

        • (9) 16.10.18 - 15:49

          Schuss vor den Bug ist ja auch nett. Solltet ihr euch wieder zusammen rappeln wäre ja eine Idee, für den Worst Case notariell eine Regelung zu treffen. Dann wäre das geklärt, falls es doch noch zur Trennung käme. Eine gute Lösung wäre die, die jeden ein bißchen zwickt.

          Alles Gute für dich!

          LG

    (10) 19.10.18 - 21:58

    Hallo Geli,

    zunächst einmal mein absolutes Verständnis für deine Situation. Ich stand vor drei Jahren ähnlich da.

    Zur Haussituation: mein ex-mann wollte grundsätzlich das Haus als Heim der Kinder erhalten. Somit haben wir bzw die Anwälte (es lief nicht sehr friedlich ab) folgende Regelung getroffen: ich habe zT auf den Versorgungsausgleich sowie Trennungsunterhalt verzichtet und zahle in Raten nur eine geringe Ablöse an ihn (insgesamt 6000€). Dafür hat er der Eigentums- und kreditübertragung zugestimmt. Die Hausrate kann ich selbst tragen, da ich Vollzeit arbeite. Aber du sagst, dass euer Haus günstig war. Vielleicht wäre dies ja eine Überlegung.

    Aber vielleicht findet ihr auch wieder zusammen. Ich drück dir die Daumen.

    Liebe Grüße,
    Waldwuffel

    (11) 21.10.18 - 21:22

    Da das Haus Euch beiden gehört, hat jeder genau die gleichen Rechte am Haus.
    Wenn Du das haus für Dich alleine haben willst, musst Du Deinem Mann seine Hälfte abkaufen und den Restkredit übernehmen. Dein Mann ist aber erstens nicht gezwungen, überhaupt an Dich zu verkaufen, und zweitens ist er frei, welchen Kaufpreis er dafür von Dir verlangt. Du kannst nicht erwarten, dass er Dir seine Haushälfte unter dem aktuellen Zeitwert verkauft. Denn wenn das Haus an einen Dritten verkauft würde, würde er ja auch die entsprechende Summer bekommen.
    Es gibt noch ein zusätzliches Problem: Selbst wenn Dein mann Dir seine Haushälfte verkauft, kommt er dadurch nicht aus dem Kreditvertrag heraus.. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Bank ihn nicht aus dem Kreditvertrag entlassen, d.h. er haftet dann weiterhin für den Restkredit. In diesem Fall würde ich an Stelle Deines Mannes nur einer solchen Lösung zustimmen, die dafür sorgt, dass er nicht mehr mithaftet. Dafür gibt es folgende Möglichkeiten:
    Erstens: Die Bank entlässt ihn aus dem Kreditvertrag. Wie gesagt ist das sehr unwahrscheinlich. Die Bank ist nicht dazu verpflichtet.
    Zweitens: Das Haus wird an einen Dritten verkauft und mit dem Erlös der Kredit getilgt.
    Drittens: Du nimmst einen neuen eigenen Kredit auf und löst damit den alten Kredit ab. Das könnte aber teuer werden.

    • (12) 22.10.18 - 00:16

      Danke für die Infos. Wir versuchen uns zusammen zu raufen.
      Inzwischen bin ich mir aber klar was ich will und das kommt uns beiden zu Gute. Da ich noch einen kleinen Garten mit hütte zur Pacht in direkter Nachbarschaft habe hänge ich nur soweit an dem Haus so lange die Kids jung sind und die Hunde da sind, einfach auch weil es ihr zu Hause ist und auch bleiben soll. Zudem mein Mann es jobtechnisch nicht packt Kids und Tiere so zu managen wird es notwendig ist. Die Zeit ist jedoch überschaubar weil auch in einem ähnlichen Zeitraum noch die Finanzierung läuft. Will heißen Kinder ziehen aus und die Finanzierung könnte dann der Lebenssituation ggf. angepasst werden.
      Was wir beide nicht wollen ist das das Haus an Dritte geht und die Kinder und die Tiere ihr zu Hause verlieren.

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