Affäre, Trennung, Kämpfen...ich weiß nicht weiter

    • (1) 26.10.18 - 09:40

      Liebe Forumsmitglieder,

      lange habe ich in verschiedenen Threads nach ähnlichen Geschichten gesucht und still mitgelesen. Da ich momentan kaum einen klaren Gedanken fassen kann, aber Freunde und Familie natürlich auch immer voreingenommen sind, wollte ich meinen Ballast einfach mal los werden und hoffe, vielleicht neue Sichtweisen und Ratschläge zu bekommen.


      Mein Mann (36) und ich (33) sind 4,5 Jahre zusammen, 2,5 davon verheiratet. Es ging alles sehr schnell bei uns. Wir hatten zuvor beide eine Langzeitbeziehung hinter uns; ich war sogar mit meiner Jugendliebe kurz verheiratet. Als wir zusammen kamen, waren wir schwer verliebt, alles war möglich, wir waren uns sicher, den Partner fürs Leben endlich gefunden zu haben.

      Nach einem halben Jahr zogen wir zusammen, wenige Wochen später musste er dann jedoch eine Stelle 100 km weit weg annehmen (Beamter, keine Wahl) und nahm sich am Arbeitsort eine kleine möblierte Wohnung. Wir hatten eine intensive Zeit, vermissten uns schrecklich. Für mich war diese Phase der Beziehung doppelt anstrengend, da ich in seine Heimatstadt gezogen war und dann meine Mutter schwer krank wurde und ich meine Wochenenden aufteilten musste zwischen Krankenhausaufenthalten (180 km weit weg) und einer Wochenendbeziehung. Monatelang war ich in Angst und mein Partner hat alles versucht, mich aufzufangen. Nach einem Dreivierteljahr verstarb meine Mama. Er war für mich da, wir rappelten uns wieder auf und einige Monate später machte er mir einen Heiratsantrag. Zu diesem Zeitpunkt sprachen wir auch schon von Kindern und sahen uns nach einer Immobilie um. Wir wollten eine Familie gründen. Er wollte mehrere Kinder.

      Wir heirateten ein halbes Jahr später standesamtlich und ein weiteres halbes Jahr später kirchlich. Seine Versetzung klappte leider nicht und wir mussten eine Wochenendehe führen. Aufgrund vieler Ferienzeiten konnten wir aber dennoch immer wieder Wochen gemeinsam in unserer Wohnung verbringen und wussten auch, wie sich der Alltag anfühlt. Einige Monate später wurde ich schwanger und wir zogen in ein Haus. Alles schien perfekt. Wir machten während der Schwangerschaft Urlaube, ich war jedoch auch sehr ängstlich, da ich durch den Verlust meiner Mutter und einer eigenen Autoimmunkrankheit, die zeitlich mit der Krankheit meiner Mama diagnostiziert wurde, immer wieder Verlustängste und Panik erlitt.

      Ja und dann kam unser Kind im Sommer 2017, ich hatte im Winter 2017 einen schweren Rückfall meiner Krankheit und ich spürte, dass sich mein Partner immer wieder distanzierte. Er war zwar ein fürsorglicher Vater, zeigte aber an mir weniger Interesse und war auch oft genervt: meinte, ich würde nur noch „Probleme wälzen“.

      Im Frühjahr diesen Jahres nahm mein Mann mehrere Monate Elternzeit und wir verbrachten tollte Urlaube, hatten eine tolle Zeit als Familie. Die Paarzeit jedoch wurde irgendwie vernachlässigt. Ich stillte lange voll und war sehr mit meiner Gesundheit und meinem Baby beschädigt. Immer öfter hatte ich das Gefühl, das meinem Mann der Sport, lose Bekanntschaften und Feiern wichtiger war als ich und unser Kind. Ich sprach das auch an und er wollte sich bessern.

      Dann kam eine Phase, in der er wieder viel Interesse an mir zeigte; auch sexuell war er wieder sehr an mir interessiert und mittlerweile waren auch die Geburtsverletzungen so gut verheilt, dass ich wieder viel Spaß an unserer Zweisamkeit hatte.

      Die Versetzung ging auch durch und im Juli dachte ich: Jetzt wird alles gut; wir können ein normales Familienleben verbringen. Doch mein Mann ging immer mehr weg, zum Sport, war genervt und distanziert. Plötzlich platzte die Bombe: Er sei unglücklich; wüsste nicht, ob der diese Beziehung noch will; wir müssten uns „auf die Kette kriegen“. Ich war geschockt! Er konnte mir nicht mehr sagen, was er empfindet. Da „seien noch Gefühle“, aber er sei nicht glücklich, wüsste nicht, ob es noch reichen würde. Mehrere Wochen eierten wir herum, ich litt. Wir hatten noch ein paar Wochen zuvor von einem zweiten Kind gesprochen und sogar zwei mal nicht verhütet….
      Er war bereit mit zur Paarberatung zu gehen und suchte sich dann plötzlich noch selbst eine Therapeutin, weil er meinte, er hat das Gefühl, dass sein Leben ihm entgleitet. Er nicht mehr wisse, wer er ist. Obwohl wir uns weniger stritten, hatte ich das Gefühl, dass die innere Distanz immer größer wurde und irgendwie spürte ich, dass es noch einen Haken geben müsste, weil er sich auch in der Paarberatung nicht wirklich öffnen konnte.

      Vor ca. 2 Wochen fand ich dann Emails… Ja, ich habe geschnüffelt. Und da hatte ich den Beweis: Mein Mann hatte vom Beginn meines Mutterschutzes für ca ein Dreiviertel Jahr lang eine Affäre bzw. Zweitbeziehung mit einer Kollegin. Die Mails waren so eindeutig: Sex, Liebesgeständnisse, alles inklusive. Das Schlimmste: Er hatte sie sogar zwei Mal zu uns nach Hause eingeladen. Sie saß mit mir am Tisch, wollte mein kleines Baby halten.
      Er hat sie mir damals als „Kollegin“ vorgestellt, die ihn auf der Durchreise zur Verwandtschaft besucht hatte. Sie hatte einen Freund.

      Ja, ich bin ausgerastet, habe mein Kind geschnappt, ihm (er war auf der Arbeit), gesagt, dass das Trennungsjahr läuft und bin zu meinen Schwiegereltern gezogen.

      Die Affäre wurde angeblich von ihr Anfang des Jahres beendet, nachdem ihr Freund es herausgefunden hat; der Mailkontakt blieb allerdings…auch mit Liebesbekundungen. Da sie nur eine kurze Zeit an seinem Arbeitsplatz gearbeitet hat, waren sie räumlich auch getrennt.

      Mein Mann beantwortet mir alle Fragen, sofern er es kann. Meinte, dass er deshalb zur Psychologin geht, weil ihm das auch in früheren Beziehungen schon passiert ist, dass er Affären hatte, dass er es nicht schafft, sich zu positionieren etc. Seine Psychologin hat ihm gesagt, er verhalte sich wie ein Kind, könnte keine Entscheidungen treffen; wäre nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Aber das nützt mir in meiner Situation auch wenig.

      Tja, und ich sitze da, leide wie ein Hund, liebe ihn, möchte ihn nicht verlieren. Aber: Er kann mir immer noch nicht sagen, was er für mich fühlt. Ich habe das Gefühl, dass ihm die Trennung gerade ganz recht kommt. Wer weiß, ob er die ganzen Wochen auch nur so wegen unseres Kindes so unentschlossen war. Dies meint zumindest die Paartherapeutin, die ich vor ein paar Tagen nochmal alleine aufgesucht habe, weil ich auch einfach professionellen Beistand gebraucht habe.

      Was soll ich denn nun tun?
      Wir haben zwar schon mehrmals telefoniert, aber da ging es eher um organisatorische Dinge, wie, Kind, wer wann im Haus ist, wie das jetzt mit dem Geld läuft. Ich habe ihn gestern nochmal gefragt, ob er mir nicht jetzt sagen kann, dass er mich (nicht) mehr liebt, aber da meinte er nur: Ich kann dir da jetzt keine Antwort geben. Er hat sich zwar unter Tränen entschuldigt, aber nie nach einer zweiten Chance gefragt.
      Den Kontakt zur Affäre hat er nun endgültig beendet; sie wird wohl ihren Freund heiraten (unfassbar…); er meinte zu mir, er wüsste auch gar nicht mehr, was er für sie wirklich gefühlt hat und meinte, er würde sie nicht vermissen. Mich vermisst er wohl aber auch nicht. Wobei ich das irgendwie verstehen kann, weil ich ihm ja die letzten Wochen auch ständig sein Problem vor Augen geführt habe.
      Er hat mir angeboten, dass wir uns die nächsten Tage mal treffen, um zu reden. Ich habe so Angst. Vor einem endgültigen Aus; aber auch vor einer Begegnung, da ich gar nicht weiß, ob ich je verzeihen kann…

      Tut mir leid, dass der Beitrag so lang geworden ist, aber ich denke, man muss unsere Geschichte kennen, um die Situation einschätzen zu können. Wenn man das überhaupt kann…

      • (2) 26.10.18 - 10:26

        Ich denke, dein Mann kommt nicht damit klar, wenn die Schmetterlinge der Verliebtheit weg sind. Scheinbar gibt ihm das Gefühl tieferer Verbundenheit nichts ausreichend Befriedigendes, wenn der Kick fehlt. Denn genau das ist es ja, was Affären oder auch frische Beziehungen ausmacht.

        Dafür spricht auch, dass er die Kollegin nicht vermisst. Sie ist als Person vermutlich bedeutungslos und austauschbar.

        Das finde ich aber schlimmer, als hätte er sich wirklich fremdverliebt. Wenn Gefühle entstehen, ist das schwer lenkbar und daher irgendwie nachvollziehbar, wenn auch schmerzhaft.

        Aber wenn ihm das in jeder Beziehung passiert und die Affärenfrauen bedeutungslos sind, spricht das für eine "Sucht nach dem Kick", die er nicht in den Griff bekommt. Das halte ich für tödlich für jede Beziehung, es sei denn man öffnet diese und schafft es, sexuellen Freiheiten keine Bedeutung für die Beziehung beizumessen.

        Ich glaube nicht, dass er das abstellen kann. Und deshalb kann er dir deine Fragen nicht beantworten. Und schon gar nicht zufriedenstellend.

        M. E. kannst du nur überlegen, wie breit deine Akzeptanzspanne ist und wie er mit seinem Problem und seiner Lebenseinstellung da rein passt. Wenn du Wert auf eine dauerhaft monogame Partnerschaft legst, ist er m. E. der falsche Partner und du könntest voraussichtlich nie mit einem Gefühl emotionaler Sicherheit leben.

        Ich würde daher eine eigene Entscheidung treffen und nicht auf seine warten.

        LG

        • (3) 26.10.18 - 10:55

          Vielen lieben Dank für deine Einschätzung.

          Ja, diesen Kick, die Schmetterlinge, das ist es sicherlich, was er braucht. Noch dazu wurde ihm ein Helfersyndrom bestätigt und das führt ihn immer wieder in die Lage, dass er Frauen hilft, die ihn an dann anhimmeln und er darüber Bestätigung bekommt.

          Ich war eigentlich immer der Meinung, dass ich mir keine offene Beziehung vorstellen kann. Momentan hinterfrage ich mich da schon, wobei ich mir selbst gerade nicht traue, ob ich das gerade nur denke, um eine Möglichkeit zu haben, ihn zu halten. Ich wollte für mein Kind eine intakte Familie. Unser Alltag die letzten Wochen hat gut funktioniert, wir haben die gleichen Ziele im Leben, den gleichen Beruf, gleiche Werte... aber ich habe auch das Gefühl, dass er momentan völlig neben sich steht und sich und seinen Gefühlen nicht mehr traut. Irgendwie wirkt es fast, als hätte er Angst, Zugeständnisse zu machen, weil er selbst nicht weiß, was er will. Die letzten Wochen vor Bekanntwerden der Affäre, gab es immer wieder Momente, wo er mir seiner Zuneigung durch Taten gezeigt hat (er hat mich zum Geburtstag mit einer ganz süßen Überraschung sprachlos gemacht; er hat betont, dass er seinen Ehering immer noch aus Überzeugung trägt...); aber da wusste ich auch noch nichts von seinem "Doppelleben".
          Ich habe auch Angst, ihm direkt zu sagen, dass ich über einen Neustart nachdenke, weil ich mir nicht "noch eine Ohrfeige" abholen will. Am Telefon habe ich ihn vor ein paar Tagen gefragt, ob er den Gedanken "Neustart" überhaupt mal gedacht hat und dabei habe ich betont, dass das kein Angebot meinerseits sei. Er war total überrascht, wusste nicht so recht. Dann meinte er seine erste Reaktion sei: "Um Gottes Willen! Ich krieg das ein Leben lang vorgehalten!." Er wollte das mit seiner Therapeutin besprechen. Seitdem haben wir das Thema nicht mehr angesprochen.
          Ich drehe mich gerade im Kreis. Ich würde so gerne einfach nur sauer sein und einen Cut ziehen. Aber er ist der Vater meines Kindes; ich liebe ihn trotzdem immer noch!

          • (4) 26.10.18 - 11:42

            Wenn es eine offene Beziehung gäbe, dann ja für beide Seiten. Und dann müsste man sicher auch die "Konditionen" wie Offenheit oder Verschwiegenheit, Gesundheitsvorsorge und Verhütung, etc. klären.

            Aber Voraussetzung wäre ja, dass er sicher wüsste, mit dir zu leben und eure Beziehung und Familie nicht infrage zu stellen. Das scheint er aber auch nicht zu können?

            Klar, wenn ihr eine monogame Beziehung führen solltet, dann stünde das zwischen euch. Und da müsste er wissen, zu wie viel "Reue" und Wiedergutmachung er in der Lage wäre. Und vor allem, ob er hart für eine monogame Beziehung an sich arbeiten will. Aber ob die Chancen da wirklich groß sind, jemals "trocken" zu werden?

            LG

            • (5) 26.10.18 - 11:51

              Richtig, eine offene Beziehung wäre zunächst erst einmal auszuhandeln. Ich habe damit keine Erfahrungen.


              Einen Neustart unserer Ehe hat er von selbst nicht in Erwägung gezogen. Ich hatte ihm früher aber auch immer gesagt, dass Betrug für mich ein Trennungsgrund sein würde.

              Was er für mich empfindet, weiß er nicht. Seit Wochen drehen wir uns da im Kreis. Erst hieß es: Die Gefühle seien verschüttet; dann sie seien weg; dann wir müssten uns auf die Reihe kriegen, er hält an der Ehe fest; dann er liebe mich "gerade" nicht; dann wieder er sei so unglücklich; dann er kann mir nicht sagen, dass er ich mich nicht liebt, weil er es nicht weiß. Und selbst gestern konnte er mir nicht sagen, dass er mich nicht liebt. Er fragt: Was würde das jetzt für einen Unterschied machen?!
              Manchmal verzweifele ich wirklich an mir und meinen Gedanken. Ich habe so viele Fragen an ihn, scheue aber auch das direkte Gespräch.

              Fakt ist nur, ich komme in meiner Krisenbewältigung nicht voran. Ich rotiere und das kostet unglaublich viel Kraft. Wir haben vereinbart, dass ich mit unserem Kind und das Haus zurückkehre und er erst einmal zu seinen Eltern geht.
              Ich frage mich natürlich auch, ob er das Ausmaß noch gar nicht so wirklich begriffen hat. Auch was es für sein Kind und die Beziehung zu seinem Kind bedeutet.
              Ich würde mir wünschen, er könnte eindeutig Stellung beziehen.

              • (6) 26.10.18 - 13:12

                Ja das kostet Kraft, weil du wie ein Flugzeug ohne Landeerlaubnis über dem Flughafen kreist. Deshalb denke ich, es wird dir bur besser gehen, wenn du aktiv wirst und die Konsequenzen ziehst. Neben dem Wiedereinzug würde ich beginnen die Finanzen zu trennen und Unterhalt zu berechnen. Er muss ja merken, dass die Situation Konsequenzen hat.

                LG

      (7) 26.10.18 - 13:49

      Oh Mensch- welch traurige Geschichte!
      Ganz objektiv von Außen würde ich Dir raten, dass Du ohne ihn besser dran bist.
      Er hat ja Selbst zugegeben, dass er auch in früheren Beziehungen Affären hatte.
      Ich glaube, dass er es wieder tun würde, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
      Er macht auch keine großen Anstalten, sich um Dich zu bemühen.

      Du bist jetzt 33 Jahre alt. Nimm Dein Leben Selbst in die Hand. Regle Alles nötige, was Unterhat und Co angeht.
      Sei für Deine Tochter da. Sie ist die erste Priorität. Auch sie würde belastet werden durch eine Elternbeziehung, die erschüttert wurde.

      Dein Mann sollte sich jetzt auch erstmal um sich kümmern und Dinge aufarbeiten.
      Höchste Zeit, dass er mit 36 Jahren lernt, Entscheidungen zu treffen und nicht zu handeln, wie ein Kind ( er tut das momentan laut Psychologin ja so).
      Entschuldige, wenn ich das jetzt so schreibe: So einen Mann musst Du Dir nicht antun- er hat offensichtlich mit sich Selbst zu tun.

      Ich wünsche Dir alles Gute und, dass Du einen guten Weg für Dich und Dein Kind findest #klee

      • (8) 26.10.18 - 13:58

        P.S auf eine offene Beziehung würde ich mich, an Deiner Stelle, nicht einlassen.
        Ich denke, dass sich Dein ganzes Leid so nur hinauszieht und immer wieder große Probleme und Diskussionen auf Dich zukommen würden.
        Eine offene Beziehung ist einstellungssache. Da müssen beide Partner absolut einverstanden damit sein und auch zurechtkommen.

        Halte nicht einen Mann auf Biegen und Brechen, der nichtmal weiß, was er für Dich empfindet und an Dir hat!

        (9) 26.10.18 - 13:59

        Danke an euch beide für die Worte!

        Mein Verstand sagt momentan auch: Also das muss man sich nicht bieten lassen! Zieh einen Schlussstrich.

        Aber mein Herz kann einfach nicht akzeptieren, dass diese große Liebe, diese großen Gefühle, unsere Hochzeit... dass das einfach weg sein soll. Das soll es jetzt gewesen sein? Ganz schlimm ist auch der Gedanke, ihm immer wieder zu begegnen und schwach zu werden. Aufgrund unseres Kindes kann ich ja nicht sagen: Aus den Augen, aus dem Sinn. Das macht es gerade so verdammt schwer.

        Ich überlege, ob ich noch einmal das Gespräch suche. Auf Antworten bestehe und wenn ich die nicht bekomme, versuche, für mich einen Cut zu ziehen. Dann denke ich wieder: Vielleicht muss er erstmal seine Therapie machen und wir sind mit Abstand eher in der Lage, klar zu sehen.
        Schon alleine diese Entscheidung krieg ich gerade nicht hin. Er wollte heute mit mir reden, ich habe gesagt, ich würde es nicht schaffe, weil ich ja heute auch in unser Haus zurück möchte und davor schon so große Angst habe.

        • (10) 26.10.18 - 14:12

          Vielleicht wäre ja eine Trennung auf Zeit erstmal gut.

          Ihr kümmert Euch Beide erstmal, Jeder für Sich, um Sich Selbst.
          Er macht seine Therapie, Du ziehst zurück ins Haus und regelst Dein Leben mit Deiner Tochter neu.
          In einem halben Jahr/Jahr setzt ihr Euch nochmals zusammen und sprecht nochmals über Euch.
          Es wäre eine Auszeit der Ehe, in der keine gegenseitigen Verpflichtungen bestehen und Jeder sich klar werden könnte, was er für den Anderen empfindet und wie es mit Eurer Ehe weiter gehen soll.
          Der Abstand wird Euch gut tun.
          Es ist dann nicht das definitive Ende, das hilft Dir im Moment.
          Aber sinnlos wäre meiner Meinung nach auch, ihn jetzt fest zu halten und sich auf Dinge einzulassen, die man im Grunde gar nicht möchte- nur, dass er bleibt.

    (11) 26.10.18 - 14:41

    "Was soll ich denn nun tun?"

    Begreif erst einmal dass er wirklich ein handfestes psychisch-emotionales Problem hat. Sonst würde er nicht so viel Rückhalt in seiner Therapie suchen, die meisten Männer können ja nicht einmal zugeben, wenn sie Hilfe brauchen. Dafür gebührt ihm Respekt. Und das lässt hoffen, dass er sich irgendwann selbst versteht.

    Aber so eine Therapie dauert. Monate, Jahre. Man kann jetzt wirklich nicht sagen, dass es der richtige Zeitpunkt wäre, um an einen Neustart zu denken. Du schreibst selbst, dass Du nicht weisst, ob Du das je verzeihen kannst.

    Also kann es im Moment eigentlich nur eine Lösung geben: Abstand und Zeit. Ihr müsst euch jetzt wirklich erstmal sammeln, aber jeder für sich. Man kann Dir wirklich nicht dazu raten, die Beziehung jetzt so eng weiter zu führen, wie bisher. Er hat ja noch nicht einmal Antworten auf Deine Fragen und Du bist noch viel zu verletzt.

    • (12) 26.10.18 - 15:20

      Vielen Dank für die neuen Beiträge zu meinem Problem!

      Ja, ihr habt Recht, momentan geht wirklich nichts. Den Schock des langen Lügens und des Betrugs muss ich erst einmal verarbeiten. Ständig interpretiere ich diese oder jene Szene des vergangenen Jahres neu und sehe plötzlich auch gute Momente in anderem Licht. Das ist sehr schwer.

      Dass er sich Hilfe geholt hat - auch schon bevor die Affäre aufgedeckt wurde - habe ich ihm schon hoch angerechnet. Er war wirklich völlig fertig, hat abgenommen, meinte, er fühlt sich "ausgebrannt", verloren etc.

      Ich gehe jetzt erst einmal auf Abstand. Werde mich in der kommenden Woche mit ihm über die organisatorischen Dinge austauschen. Er möchte sich auch noch einmal von Angesicht zu Angesicht entschuldigen; das hatte mir auch bisher gefehlt, da ich das am Telefon schon noch mal einfacher finde und das auch so mitgeteilt habe. Dabei werde ich sagen, dass ich noch keine Scheidung einreichen werde, sondern den Abstand suche und wir dann evtl. in einem halben Jahr oder auch in einem Jahr schauen, was wir möglicherweise tun können.

      Vielen Dank! Das hat jetzt erstmal den Druck aus meiner Situation herausgenommen. Ich muss auch erst einmal verkraften, dass es eine Seite an meinem Mann gibt, die ich selbst so noch nicht kennen gelernt habe. Ich wusste von der Parallelbeziehung in seiner alten Partnerschaft. Diese ging 1,5 Jahre und er hatte mir versichert, aus diesem Fehler gelernt zu haben. Ich habe ihm geglaubt... ein großer Fehler. Aber ohne Vertrauen braucht man auch keine Beziehung eingehen. In Zukunft werde ich wohl nie wieder so einfach Vertrauen schenken können.

      Ich danke euch sehr für eure ehrlichen Worte!

(13) 27.10.18 - 13:43

Hallo!

Mein Vater hat auch meine Mutter eine Weile lang betrogen. Als alles raus kam war es sehr schwer für meine Mutter. Vor allem war die Affäre noch eine Bekannte von meinen Eltern die gelegentlich zu Besuch kam. Sie wurde also von Ihrer Bekannten und vom Ehemann betrogen. Sie rauften sich wieder zusammen aber sie sagt selber es ist nichts mehr wie es war. Es ist Jahre her der Betrug. Sie hat aber heute noch schlechte Tage und manchmal sagt sie sogar es wäre besser die Ehe zu beenden als weiterzuführen.

Es tut mir echt leid für dich. Ich denke es wäre jetzt am Besten für euch wirklich mal eine Pause einzulegen und dann weiter schauen.

LG Gabi

  • (14) 27.10.18 - 16:25

    Danke für deine Geschichte.

    Momentan, sehe ich auch wirklich keinen Weg. Er ist ja nur mit sich und seinen psychischen Problemen beschäftigt.
    Was mich aber gerade auch wieder wütend macht, ist, dass ich gestern extra gesagt habe, dass ich ihm nicht begegnen will, als wir das Haus bzw. Wohnung getauscht haben. Heute schreibt er, ob er das Kind sehen kann. Er wird es Ende der Woche über Nacht haben, das war bereits abgemacht. Ich habe jetzt gesagt, dass wir heute schon was vor hätten. Ich brauche den Abstand. Kann ihn nicht sehen. Er scheint das gar nicht zu begreifen.

    • (15) 27.10.18 - 18:38

      Er wollte aber das Kind sehen, nicht dich 😉

      Das hätte ihm ja Oma oder Opa bringen können. Es ist wichtig, dass du da deine Interessen von denen des Kindes trennst und dafür Wege suchst.

      Wenn du ihm nicht begegnen willst, was okay ist, dann lasst die Übergabe über die Kita oder Dritte laufen.

      LG

      • (16) 28.10.18 - 08:06

        Ja, das ist mir klar, dass es nicht um mich geht ;-)

        Großeltern oder Kita kam eben gestern gar nicht in Frage. Daran merke ich einfach, dass er sich momentan eben um sich selbst dreht und gar nicht richtig verstehen kann, warum ich ihm so aus dem Weg gehe.

        Jetzt ist er zwei Tage weg und dann bekommt er unser Kind sowieso Ende der Woche, auch über Nacht.

        Liebe Grüße

        • (17) 31.10.18 - 09:36

          Guten Morgen,

          gestern ging das Drama in die vorerst letzte Runde. Mein Mann hatte um eine Telefonat gebeten, um zu klären, wann er unser Kind diese Woche sieht und betreut. Es war zunächst ein ruhiges, gutes Gespräch. Ich fragte ihn dann noch, wie es ihm ging und ob ihm seine Therapie weiterhin gut tut. Er erzählte recht viel davon und meinte auch, dass es gut sei, wenn ich mir Hilfe holen würde (was ich ja auch mache). Dann beantwortete er mir auch noch Fragen zu seiner Affäre, die ich einfach für mich noch geklärt haben musste, um "voran" zu kommen. Er betonte, dass er jetzt endlich sein Leben und seine Probleme in den Griff bekommen müsse und dass seine Unverantwortlichkeiten und sein Verhalten nach dem Motto "Passt schon, wird schon alles irgendwie. Hauptsache ich hab keinen Stress" so nicht mehr tragbar sind. Zudem erklärte er mir, dass er jetzt wüsste, dass eine Verliebtheit in die Affärenfrau nicht wirkliche "Liebe" gewesen sei, sondern nur eine Euphorie, in der er sich eben gut gefühlt hat.

          Daraufhin meinte er dann: Ja und für neue Beziehungen will er das ein für alle mal in den Griff bekommen. Meine Reaktion: Oh, du denkst schon über neue Beziehungen nach... interessant.
          Er: Ja, wer sagt denn, dass die neue nicht auch die alte Beziehung sein könnte.
          Ich: Also dieses Herumgezerre an mir muss aufhören. Ständig ruderst du vor und zurück und willst mir nicht sagen, was du für mich empfindest.
          Er meinte, er hätte mit seiner Therapeutin über seine Gefühle mir gegenüber gesprochen und könnte jetzt auch sagen, dass er mich nicht (mehr) liebt. Dann gab er zu, dass er das schon im Sommer gewusst hätte, aber aufgrund seiner psychischen Störung (?), nicht in der Lage war, mir seine Entscheidung mitzuteilen...
          (wie schön, dass er dabei noch das Risiko eingegangen ist, ein zweites Kind zu zeugen...)

          Das tat natürlich weh, war aber auch jetzt wirklich der letzte Weckruf. Ich meinte, dass ich das jetzt endlich gebraucht habe, um den letzten seidenen Faden, an dem er jetzt wochenlang gezogen hat, zu kappen.
          Er dann kurz darauf wieder: Ja, aber für einen theoretischen Neustart müsste ja auch der letzte Faden weg sein und wer weiß, was in einem halben Jahr ist.
          Und dann ist mir echt der Kragen geplatzt. Ich habe geheult, geschimpft, ihm an den Kopf geworfen, dass ich mir ernsthaft Gedanken darüber gemacht habe, ob ich das irgendwann sogar verzeihen könnte, dass ich meine Familie nicht so leichtfertig aufgeben wollte, aber er mir jetzt keine Wahl mehr lässt. Er ruderte wieder zurück und meinte, "aber man kann doch nie sagen, was wird!". Natürlich, hat er damit prinzipiell recht. Keiner weiß, was der nächste Tag bringt, aber in unserem Fall ist das einfach nicht richtig. Er bezieht wieder einmal keine Position und wenn er eine hat, dann wird sie im nächste Moment relativiert. Das geht nicht. Für mich jedenfalls nicht mehr.

          Am Abend habe ich ihm dann eine Nachricht geschrieben, dass ich keine Telefonate mehr wünsche, dass wir das Kind über die Großeltern übergeben werden bzw. er es direkt von der Krippe abholen wird etc. und dass ich vorerst keinen Kontakt will; das Wichtigste wird schriftlich gemacht und hier auch nur das Nötigste.
          Dieses Wegstoßen und gleichzeitig nicht Loslassenkönnen von ihm macht mich fertig und jetzt ziehe ich die Notbremse.

          Tut mir leid, dass ich schon wieder einen Roman verfasst habe, aber mir tut es unglaublich gut, das Ganze von der Seele zu schreiben. Da wird mir wieder bewusst, dass ich mich jetzt nur auf mich fokussieren möchte. Liebe Grüße!

Für mich liest sich die Kurzfassung so:
Ihr lernt euch kennen-alles aufregend-du lässt dich vom ex scheiden-großes Drama-fernbeziehung-große Liebe und Leidenschaft
DANN
Kind-ewig stillen-alltag im gemeinsamen Haus
--> bedeutet für den typen, den du da ausgesucht hast: laaangweilig
Schade...Was soll man da sagen...eine typische Geschichte, wie sie die heutige Gesellschaft schreibt, in der Scheidung /Affären öffentlich weitgehend akzeptiert sind.
Eure Beziehung begann ja auch mit einer Scheidung, wenn ich das richtig gelesen habe.
Bei einer so krassen Affäre und diesem massiven Vertrauensbruch (sie saß wirklich bei euch am Tisch???!!! Er hat sie zu seiner Frau und seinem KIND an den Tisch gesetzt???!!!) ist kämpfen sinnlos. Ein widerwärtiger Typ, wenn du mich fragst. Für das Kind tut es mir besonders leid. Alles Gute!

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