Trennung, Vater wohnt im Ausland, Umgangsrecht

    • (1) 10.12.18 - 15:49
      anonymanonym

      Hallo, ich habe im Moment große Angst und hoffe, dass mir jemand helfen kann. Ich bin schwanger von einem Soanier, wir waren 1,5 Jahre zusammen und das Kind war geplant. Es war sein großer Wunsch und er hat immer wieder gesagt, dass er der glücklichste Mensch wäre, wenn wir ein Kind bekommen. Der Weg dahin war sehr steinig (er ist steril), es war eine Behandlung nötig, die ich komplett bezahlt habe, da er wenig Geld hat. Ich habe mich unglaublich gefreut, als ich schwanger war und auch schon auf seine Reaktion, aber die ist komplett anders ausgefallen. Erst war er sehr neutral und 2 Tage später hat er mir geschrieben, dass alles schlecht wird, wenn das Kind da ist, weil ich mich nur noch für das Kind interessieren werde (Eifersucht). Er meinte dann noch, dass ich wieder Single bin, wenn wir 2 Monate nach der Geburt noch keinen Sex haben. Ich war vollkommen schockiert. Ich habe durch die Behandlung körperlich, psychisch und finanziell einiges auf mich genommen, habe pure Freude und vielleicht auch etwas Dankbarkeit erwartet und dann kommt sowas. Dem Kind zuliebe wollte ich es trotzdem noch versuchen, bin 4 Wochen bei ihm gewesen und in der Zeit ging es aber leider so weiter: Ich musste mir Vorwürfe anhören, dass ich langweilig bin, weil ich nicht wenigstens mal 1 Glas Alkohol trinke; dass ich es übertreibe, weil ich keinen Kaffee mehr trinke; dass der Sex langweilig geworden sei (ich hatte dabei Schmerzen und mir war sowieso dauernd übel). Er hat kein einziges Mal nach dem Baby gefragt. Er hat ein Kind aus einer vorherigen Ehe (die Exfrau hat das Sorgerecht und es gibt viel Ärger) und er meinte sogar tatsächlich, dass er sich auf sein 1. Kind gefreut hat, aber auf dieses nicht und dass er es nicht wollte. Mir wurde dann klar, dass ich mit diesem Mann nicht mehr zusammensein kann, er war mir völlig fremd. Ich hatte es aber nur in meinem Kopf beendet und noch nicht ausgesprochen. Als ich wieder in Deutschland war, hat er mich nochmal beschimpft. Es ging um finanzielle Dinge. Ich habe ihn vorher manchmal unterstützt, aber so viel für meine Untersuchungen usw bezahlt, dass ich das nicht mehr eingesehen habe. Als er gemerkt hat, dass ich ihm bei etwas finanziellem nicht helfen will, meinte er, dass er mein "dreckiges" Geld nie wollte und auch nie mehr will und mir jeden Euro zurückzahlen wird. Kurze Zeit später meinte er, ich könnte das Kind nur auf mich eintragen lassen und er würde mich völlig in Ruhe lassen. Das fand ich zwar auch unverschämt und traurig, aber war etwas erleichtert. In einer weiteren unverschämten Nachricht schrieb er, dass es vorbei ist. Da ich das sowieso wollte, aber mich geschämt habe, war mir das nur genau gelegen. Nach 3 Tagen ist ihm eingefallen, dass er das aber doch nicht will und er tat so, als sei alles völlig normal. Ich habe ihn auf die Trennung hingewiesen und er hat es nach vielen Vorwürfen 3 Wochen akzeptiert. Nun aber dreht er wieder völlig am Rad und will mich unbedingt zurück, schleimt mich erst voll und wird dann aber doch wieder beleidigend, wenn ich nicht darauf eingehe. Auf einmal liebt er das Kind und freut sich so darauf und ich dürfte dem Kind doch nicht antun, dass es getrennte Eltern hat. Da mich das alles wahnsinnig gestresst hat, habe ich ihn gebeten, mich mal in Ruhe zu lassen. Dann kam er mir damit, dass, wenn ich nicht mehr mit ihm zusammensein will, wir nach der Geburt mit einem Anwalt ein Papier aufsetzen, dass er das Kind nach der Geburt mit nach Spanien nehmen kann. Auch wenn ich weiß, dass er damit nicht durchkommt, habe ich seitdem wahnsinnige Angst. Mein Blutdruck und Puls sind sehr hoch, ich habe mich mehrmals übergeben, kann kaum was essen und kaum schlafen. Letztendlich blieb mir nichts anderes übrig, als ihn bei WhatsApp zu blockieren. Telefonieren wollte ich nicht, damit alles schön dokumentiert ist. Ich habe schon einen Anwalt angerufen und warte noch auf den Rückruf. Ich selbst komme aus guten Verhältnissen, habe einen unbefristeten Job (Akademikerin) und habe ein sehr gutes Umfeld mit vielen Freunden. Mein Ex hat keine Ausbildung und hat einen Hilfsjob, kommt mit seinem Gehalt meistens nicht über die Runden. Wie stehen seine Chancen, dass er das alleinige oder gemeinsame Sorgerecht bekommt? Er kann kein Deutsch und wird wohl eher nicht nach Deutschland ziehen. Wie stehen seine Chancen bezüglich Umgang mit dem Kind? Ich will das Beste für mein Kind, weil es total unschuldig ist. Wenn ich ehrlich bin, wäre mir am Liebsten, wenn es keinen Umgang gibt, da er sich unserem ungeborenen Kind gegenüber schon absolut asozial verhalten hat. Ich wäre allerdings sogar dazu bereit, 1x im Jahr hinzufliegen, damit er es sehen kann und damit es sich, wenn es älter ist, ein eigenes Bild vom Vater machen kann. Zusätzlich könnte er es hier besuchen. Ich will auf keinen Fall, dass er es für längere Zeit ohne mich mit nach Spanien nimmt, was er sich aber wohl so vorstellt. Es wird auch problematisch, wenn das Kind nur deutsch spricht und er aber nur spanisch. Wie stehen seine Chancen?

      • (2) 10.12.18 - 21:02

        Hallo,

        er müsste hier in Deutschland doe Vaterschaft erklären und deine Zustimmung erhalten und dann für das gemeinsame Sorgerecht klagen, wenn du es ihm nicht gewähren willst. Das alleinige Sorgerecht kann er faktisch nicht bekommen.

        Was ich tun würde? Aussitzen. In der Geburtsurkunde den Vater frei lassen, Elterngeld und Kindergeld bekommst du, sparsam leben. Wenn du keinen Unterhaltsvorschuss beantragst, schert sich kein Schwein um den Vater.

        So müsste ER nach Deutschland kommen und aktiv werden.

        Lass ihn blockiert, organisiere dein Leben und deine Finanzen und mache erst mal keinerlei Zugeständnisse. Warte ab was passiert, wenn du dich tot stellst.

        Was auch immer er für einen Knall hat, lass ihn dort unten rumspinnen, keinen Cent mehr für ihn, keine Reisen nach Spanien mehr und einfach Tür zu.

        Alles Andere findet sich.

        LG

        • (3) 10.12.18 - 22:23

          Danke für die Antwort. Ich habe zum Glück morgen einen Termin beim Anwalt. Ich habe aber auch schon sehr viel gelesen. Wenn man einem Kind den Vater vorenthält, also nicht angibt, kann einem das, wenn es zu einem Streit vor Gericht kommt, sehr negativ ausgelegt werden. Ich will, dass es dem Kind gut geht (das ist bei mir definitiv der Fall), aber ich will auch, dass es mir gut geht. Ich habe mir ihm gegenüber nichts zu Schulden kommen lassen, aber es wird wohl jeder verstehen, dass ich diesen Mann nicht mehr lieben kann, sondern zutiefst enttäuscht bin. Auch, wenn jetzt seine Schleimspur von hier bis nach Spanien zieht, will ich auf keinen Fall mehr mit ihm eine Beziehung haben. Er kann das Kind gerne sehen, wenn das dem Kind guttut (so sehen es wohl die Familienrichter), aber da es aus der Entfernung nicht oft möglich sein wird, möchte ich ein kleines Kind dann nicht dafür seltener, aber umso länger und ohne mich zu ihm geben. Das gemeinsame Sorgerecht wäre dramatisch, da er mir dann aus Rache sicher alles so schwer wie möglich machen will. Im Nachhinein kommt es mir sehr stark so vor, dass er sich wohl durch das Kind ausgemalt hat, dass ich uns ein schönes Zuhause kaufe, arbeite und er den Fauli macht. Deshalb hat er wahrscheinlich auch in der Trennung geäußert, dass ich es nur auf mich eintragen lassen soll, da er dann Angst vor Unterhaltszahlungen hatte. Ich hoffe, wir bekommen es irgendwie ohne Gericht geregelt, aber da er kein Geld hat, wird er sich wohl hoffentlich mit meinen Vorschlägen zufrieden geben. Unterhalt wird er nicht zahlen können. Ich hoffe nur, dass ich nicht auch noch für die evtl Flugtickets und seine Unterkunft in Deutschland aufkommen muss, da ich mehr verdiene. Das wäre unfair, da ich hart arbeite, um Geld für das Kind und meine Rente zu haben und er eher faul ist und vor kurzem noch geäußert hat, dass er seinen Vertrag nicht verlängern will, damit er mehr Freizeit hat. Ich hatte echt übelst die rosarote Brille auf, aber das Kind kann nichts dafür und ich muss jetzt für meine Naivität gerade stehen und es so gut wie möglich schützen.

          • (4) 11.12.18 - 19:56

            Ob du mitwirkst oder nicht, kannst du doch entscheiden, wenn er den ersten Schritt macht. Du musst ihm aber nicht in vorauseilendem Gehorsam das Kind auf dem Silbertablett hinterher tragen.

            Er wollte das Kind nicht, will keine Verantwortung und das hast du akzeptiert. Punkt. Ende.

            Wenn er sich meldet, dann klärst du SCHRIFTLICH nachweisbar, am besten per Mail, dass er herkommen und die Vaterschaft anerkennen und den Unterhalt berechnen lassen soll und dann klärt ihr auch den Umgang. So wie du ihn schilderst, ist doch nach der Ansage sofort das Interesse vorbei.

            Bevor er die Vaterschaft nicht anerkannt hat, hat er keine Pflichten und eben auch keine Rechte.

            Wegen der Umgangskosten musst du dir keine Sorgen machen. Die trägt der Umgangsberechtigte. Und bis das Kind alt genug ist, begleitet zu fliegen, brauchst du über Umgänge im Ausland ohne dich nicht nachdenken. Danach auch nur, wenn das Kind eine enge Bindung zum Vater hat.

            Wie gesagt, vom Sorgerecht ist er momentan noch so weit entfernt wie Schalke von der Meisterschaft.

            Bleib entspannt, lass dich beraten und dann sitze das aus. Wenn du dir deine finanzielle Unabhängigkeit von Ämtern bewahren kannst, bist du vermutlich lange Zeit sehr frei und alleinverantwortlich.

            LG

            • (5) 12.12.18 - 09:30

              Ganz so ist es leider nicht. Er wollte das Kind ursprünglich, hat mir aber, als ich dann schwanger war, gesagt, dass er sich nicht freut und es nicht wollte und alles schlecht wird mit dem Baby. Zwischendurch hat er immer mal dann wieder geschrieben, dass er sich freut. Alles total verrückt. Man könnte es ihm leider so auslegen, dass er erstmal überfordert war und sich an die Situation gewöhnen musste. Er hat dann trotzdem wochenlang nicht gefragt, wie es dem ungeborenen Baby oder mir geht. Dann war Schluss, erst schien er es mir "vernünftig" (oder feige) zu akzeptieren und meinte ja noch, ich solle es nur auf meinen Namen eintragen lassen und er würde mir keinen Ärger machen. Als er gemerkt hat, dass ich wirklich dauerhaft nicht mehr mit ihm zusammensein will, ist er so durchgedreht und hat auf einmal so getan, dass das Kond das wichtigste auf der Welt für ihn ist und er es für sich alleine will, wenn ich nicht zurückkomme. Es geht ihm also jetzt darum, mich mit verzweifelten Mitteln und Erpressung zurückzubekommen, Angst und vor allem Rache, wenn er das nicht erreicht.

          (6) 09.01.19 - 11:41

          Er müsste ja erst einmal herkommen und die Vaterschaft anerkennen. Das dürfte am Geld und an der Sprachbarriere scheitern. Wenn du dazu noch umziehst, bist du ihn ganz los.

    Blöde Situation
    Ich würde absolut jeden Kontakt abbrechen und mich SEHR GUT beraten lassen beim Anwalt!
    Alles Gute!

    • (8) 11.12.18 - 16:51

      Ich hatte vorhin den Termin. Es hat mich etwas beruhigt. Die RÄ meinte, dass mein Kontaktabbruch absolut in Ordnung ist. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ich kann nach der Geburt Bescheid geben, dass das Baby geboren ist. Dann kann ich ihn auch als Vater eintragen lassen. Er müsste es dann bestätigen, ist ja klar! Damit hat er Unterhaltspflicht und Besuchsrecht, was wir aber erst mal ohne Gericht versuchen sollten zu regeln. Falls er das gemeinsame Sorgerecht haben möchte, müsste er es einklagen und sie denkt eher nicht, dass er es bekommen würde, aufgrund der Entfernung und auch aufgrund meiner Befürchtungen. Falls er das gemeinsame bekommen würde, hätte er das Recht, das Kind mit nach Spanien zu nehmen, also wäre das wirklich schlimm. Davon geht sie wie gesagt nicht aus. Wenn ich das alleinige habe, kann ich auch entscheiden, wie wir das Besuchsrecht regeln. Wenn er damit nicht einverstanden ist, müsste er wiederum klagen. Die RÄ meinte, dass dem Kind absolut nicht zuzumuten wäre, mit ihm alleine nach Spanien zu reisen. Evtl je nach Verhältnis im Schulalter! Auch, wenn er nach Deutschland kommt, könnte er es nicht direkt mit Übernachtung zu sich nehmen (beim Stillen sowieso nicht). Er kann nicht verlangen, bei der Geburt dabei zu sein und auch nicht, dass er danach direkt kommen kann. Falls er kein Deutsch lernt, wird es nie lange bei ihm bleiben dürfen, weil es sich dann nicht verständigen kann. Ich denke, dass ich ihm vorschlage, dass er herkommen kann, wann er möchte, aber es vielleicht etwa 4 Wochen vorher mit mir absprechen soll. Das wird durch seine Arbeit (trotz vieler Urlaubstage), durch die Kosten und dadurch, dass er ja noch sein 1. Kind besuchen muss, schon darauf hinauslaufen, dass es vielleicht alle 3 Monate oder sogar seltener ist. Dann kann ich evtl noch anbieten, dass ich 1x im Jahr hinfliege, aber vielleicht erst ab 2020. Und dann schaue ich mal, wie das alles läuft. Ich muss ihm nicht ständig Auskunft über das Kind geben. Sie meinte, dass alle 2 Wochen oder sogar 1x pro Monat reichen.
      Die andere Möglichkeit ist, den Vater als unbekannt anzugeben. Dann müsste er erstmal die Vaterschaft einklagen, der Rest wäre dann aber ähnlich. Es besteht dann die Möglichkeit, dass er das garnicht macht, was für mich erstmal angenehmer wäre, aber sich für mein Kind irgendwie nicht richtig anfühlt. Ich könnte dem Kind dann natürlich trotzdem im entsprechenden Alter erklären, wer der Vater ist und Kontakt herstellen, da ich nicht weiß, ob so ein seltener, kurzer Kontakt im Baby- und Kleinkindalter überhaupt so viel bringt.

      • (9) 12.12.18 - 18:26

        Nur mal so: auch bei gemeinsamem Sorgerecht musst du das Kind nicht einfach ins Ausland lassen. Willst du das nicht, muss er klagen. Das betrifft in erster Linie das Umgangsrecht, auch das muss ja erst mal ausgearbeitet werden.

        LG

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