Mann will wieder einziehen, weil er im Mietvertrag steht

    • (1) 13.01.19 - 10:58
      Ratlos2019

      Hallo, ich brauche dringend einen Rat. Meine Ehe läuft seit 5 Jahren schlecht. Habe meinem Mann mehrfach gesagt, dass die Ehe am Ende ist, wir nur noch Eltern sind. Ich hab versucht mit den Kindern auszuziehen, habe aber keine Wohnung gefunden. Aussage der Vermieter: alleinerziehend mit 3-Kindern mit nur einem Minijob, da haben sie keine Chance. Man muss dazu sagen, dass mein Mann sehr viel Unterhalt zahlen müsste, da er gut verdient, aber auch das ist ja keine Sicherheit für den Vermieter. Also habe ich das ertragen die letzten Jahre. Getrennte Schlafzimmer, keinen Sex. Dann der Lichtblick. Mein Mann bekam ein Jobangebot im Ausland, dass er annahm. Er ist jetzt alle 14 Tage am WE bei uns. Keinen Wohnsitz mehr in Deutschland, alle Kosten (Miete, Strom, Telefon etc ) laufen über mich. Er zahlt “Unterhalt“ Das einzige, was noch gemeinsam ist, ist der Mietvertrag. Allerdings sind wir für ihn nach wie vor nicht getrennt. Er will es nicht verstehen. Jetzt meint er, er will dieses Jahr zurück kommen. Ich sagte, aber nicht hier ins Haus. Aber selbstverständlich, das habe er ja gemietet. Habe ich irgendeine Chance, dass ich ihn nicht wieder einziehen lassen muss? Ausser dass ich ausziehe.

      • (2) 13.01.19 - 11:41

        So lange ihr den Mietvertrag nicht gemeinsam kündigt hat dieser Gültigkeit. Einer alleine kann nicht kündigen, da ihr beide drin steht. Zudem erfordert es das Einverständnis des Vermieters, wenn nach der Kündigung einer von euch einen neuen Mietvertrag für das Haus machen möchte. Der Vermieter kann dann auch entscheiden, dass er neue Mieter aufnehmen will.

        Dein Mann hat also das Recht, seinen angemieteten Wohnraum zu bewohnen. So lange er nicht gewalttätig ist wird ihn da auch niemand rauskriegen. Die Frage ist nur, warum er nicht versteht, dass ihr getrennt seid. Kochst Du für ihn, wenn er da ist? Kaufst Du für ihn ein? Wäschst Du seine Wäsche? Gibt es noch gemeinsame Familienunternehmungen? Hast Du jemals formell die Trennung schriftlich an ihn ausgesprochen? Vielleicht klammert er sich an Strohhalme, die Du ihm hinhältst.

        • (3) 13.01.19 - 11:57

          Hallo, nein ich wasche nicht für ihn, koche nicht und wir unternehmen nichts gemeinsam. Ich ziehe mich, wenn er da ist, in mein Zimmer zurück oder mache etwas mit nur 1 Kind alleine. Egal was ich sage, schreibe etc, er sagt nur, was ich immer hab, sei doch alles in Ordnung. Wenn wir an einem Tisch sitzen, besprechen wir nur Organisatorisches, Schule, etc, eben alles, was die Kinder betrifft. Da mein Mann sich weigerte, den Mietvertrag gemeinsam aufzulösen und einen neuen nur mit mir aufzusetzen (Vermieter war einverstanden), steht er eben drin und hat somit das Recht, hier ein und aus zu gehen. Auch wenn er hier nicht gemeldet ist, auch nicht mit einem Nebenwohnsitz. Das ist die Sicherheit für ihn, die er einkalkuliert hat. Und da für ihn die Ehe in Ordnung ist, verstehe wer wolle, sieht er da auch keine Notwendigkeit etwas zu ändern

      (4) 13.01.19 - 11:49

      Wie lange ist er ausgezogen und abgemeldet? Wann will er wieder kommen?

      Du solltest ganz fix zum Anwalt gehen und dich beraten lassen. Fragen:

      1. Kannst du sein Auszugsdatum als Trennungszeitpunkt nutzen? Gelten der gezahlte Unterhalt und die Anmeldung als Indiz dafür? (Ich meine ja.)

      2. Hat er dir damit die Ehewohnung zur alleinigen Nutzung überlassen?

      3. Wenn ja, darfst du davon ausgehen, wenn dieser Zeitpunkt mehr als 6 Monate her ist, er diese Überlassung nicht mehr rückgängig machen kann (§ 1361b Abs. 4 BGB).

      4. Welche Schritte sollten dem Vermieter gegenüber erfolgen? Wenn im Rahmen der Scheidung dir die Wohnung verbleibt, trittst du in das Mietverhältnis alleine ein, der Vermieter hat aber ein Sonderkündigungsrecht. Hier wäre vielleicht auch wichtig, wie unabhängig du finanziell bist, wie abhängig vom Unterhalt.

      Dass du ihn an den Wochenenden dort hast wohnen lassen, hast du den Kindern zuliebe gemacht und hatte nichts mit der Trennung zu tun.

      Geh zum Anwalt, beantrage dort, Verfahrenskostenhilfe für die Scheidung. Falls er schon ein Jahr oder knapp ein Jahr weg ist, kann die Scheidung bereits beantragt werden. Er wird aber vermutlich argumentieren, dass er nicht will, dann kann er die Scheidung noch 2 Jahre hinauszögern.

      LG

      • (5) 13.01.19 - 12:16

        Hallo, er ist seit August letzten Jahres in Deutschland offiziell abgemeldet.
        Sein Plan ist, bis Ende 2019 wieder einen Job hier in der Gegend zu haben.
        Ohne den Unterhalt von ihm, kann ich nur die laufenden Kosten stämmen. Essen, Benzin, Kleidung etc nicht. Selbst wenn ich umziehen würde, Wohnraum ist knapp, die Mieten sind so gestiegen, im Moment kostet eine 3 Zimmerwohnung in der Gegend soviel wie mein Haus. Ich würde nichts einsparen. Job aufstocken geht nicht mehr viel. Habe 2 Kinder mit einer Pflegestufe, die am Nachmittag diverse Therapien besuchen. Mehr wie Teilzeit ist nicht drin. Das Geld langt dann gerade für alle Fixkosten
        Ein Termin bei einem Anwalt wäre sinnvoll, das stimmt.

        • (6) 13.01.19 - 18:26

          Dann ist irgendwann im Februar das halbe Jahr um. Mach dich schlau, ob das über diese Schiene so laufen kann, insbesondere, ob du ihn beim nächsten Besuch auf ein Hotelzimmer verweisen kannst und ggf. das Schloss austauschen darfst. Vielleicht kann dein Anwalt auch ein entsprechendes Schreiben aufsetzen, dass du den xx.08.18 mit seiner Anmeldung ins Ausland als Trennungsdatum nimmst (zur Not einseitig von dir). Denn die Abmeldung ist ja schon eine Aussage, dass man am eben noch gemeldeten Ort nicht mehr wohnt. Ich denke, dass 1,5 Jahre später nicht mehr einfach "zack da bin ich wieder" gespielt werden kann. Also bitte nicht mehr zögern, sondern zum Anwalt gehen.

          LG

          • (7) 14.01.19 - 20:53

            Besteht hier nicht das Problem, dass er, wie sie eingangs schreibt, alle 14 Tage in der Wohnung lebt? Klar, weiss der Anwalt besser.. fragen muss/kann die TE auf jeden Fall. Aber das beinhaltet ja bereits eine gewisse Regelmäßigkeit seiner Rückkehr.

            • (8) 14.01.19 - 20:58

              Gute Frage.... sie kann argumentieren, sie lässt das nur zu Umgangszwecken zu. Er, dass er normal da wohnt. Aber: wozu hat er sich dann abgemeldet?

              Könnte ein juristischer Streit werden. Deshalb, dafür braucht sie einen Anwalt.

              LG

              • (9) 14.01.19 - 21:09

                Jep, spannende Sache.

                • (10) 14.01.19 - 21:13

                  Finde ich auch. Ich würde es toll finden, wenn wir das Ergebnis mitbekommen dürften :)

                  • (11) 16.01.19 - 23:14

                    Die ummeldung spielt keine Rolle. Beteiligt er sich an den Kosten und steht gemeinsam im Mietvertrag darf er dort ein und ausgehen wie er will.

                    Er hat auch weder nach innen noch nach außen den Eindruck vermittelt die Wohnung verlassen zu wollen.

                    So blöd das klingt: wenn es ihr nicht passt muss sie entweder ausziehen oder ihn aus den Mietvertrag entlassen ( wobei ich hier davon ausgehe, dass der Vermieter nicht mitspielt).

Top Diskussionen anzeigen