Trennung auf Zeit?

    • (1) 13.03.19 - 06:47

      Nach vielen Jahren bin ich mal wieder hier und habe eine Frage. Ich bin für jede Anregung dankbar :-)

      Mein Mann (wir sind 14 Jahre verheiratet) hat mich betrogen. Das ist jetzt 3 Monate her. Wir haben versucht einen Konsens zu finden, aber das hat leider nicht funktioniert. Ich muss dazu sagen, dass "der Streit danach" sehr ruhig abging und wir beide immer darauf geachtet haben uns gegenseitig mit Respekt gegenüberzutreten.

      Ich habe große Probleme mit seinem Fehltritt und mein Vertrauen ist weg, das übliche halt. Nun hatte ich vorgeschlagen, dass er erstmal auszieht. Soweit so gut. Er will keine Trennung und er liebt mich noch (sagt er). Trotzdem muss die räumliche Trennung jetzt sein.

      Gestern abend hatten wir ein kurzes Gespräch und ich habe ihm gesagt, dass ich gerne mit ihm bin und auch wieder mit ihm zusammenleben möchte, aber ich muss mich jetzt erst mal selber sammeln. Er meinte nur, dass das die Zeit zeigen würde. Leute bitte, was ist das für eine Aussage?? Ich bin das Opfer und er der Täter.

      Ist das typisch Mann sich in solchen nebulösen Äußerungen kund zu tun?

      Er hat übrigens keine Neue.

      Gruß Black

      • War das denn etwas einmaliges oder eine richtige Affäre?

        • @morgainelefay

          Es war keine Affaire aber darum geht es nicht. Ich verstehe nicht, was diese Aussage "das wird die Zeit zeigen" für eine Bedeutung hat. Ich liebe ihn, er liebt mich. Und zusammen klappt es gar nicht im Augenblick. Ich bin diejenige, die jetzt in der Luft hängt.

          Ich habe eine genaue Vorstellung von dem "Getrenntleben", er offensichtlich nicht. Es geht auch nicht darum, dass ich jetzt hier wild durch die Gegend poppen will. Ich brauche Abstand und er auch, er soll darüber nachdenken, DASS er einen großen Fehler gemacht hat. Ich meine, wir sind ja keine Kleinkinder, die sich wegen einem Bonbon kloppen.

          Dann sollte er sich vielleicht richtig erklären, mir sagen, dass Feierabend ist, würde mir zwar das Herz brechen, aber ich würde nicht so in der Luft hängen. Weißt Du, wie ich das meine?

          • Ich habe gefragt, um zu verstehen was dahinterstecken könnte.
            Gerade Affären sind oft emotional das ganz grosse Kino, wobei die Affärenmänner ihr Nest daheim nicht aufgeben möchten.
            Eine Freundin von mir hat das als Geliebte 8 Jahre lang mitgemacht. Ich kenne diese ganzen Geschichten...

            Jetzt hast Du ihm von Dir aus quasi diesen Schubs rausgegeben.

            Es kann einfach sein, dass er sich gerade mit dem Gedanken anfreundet.

            Das ist von aussen aber ganz schwer zu sagen.
            Relativ offensichtlich ist aber, dass er gekränkt durch deinen Rauswurf ist.

            Aber natürlich musst du auch damit rechnen, dass er das als Trennung sieht und das auch erstmal als Status so hinnimmt.
            Und ganz unrecht hat er ja nicht, wenn ich jetzt schon wüsste, dass es eh wieder zusammenkommt, dann muss ich mich doch auch gar nicht erst trennen, oder?
            Von daher muss man ja tatsächlich mit der Zeit sehen, ob sich das kitten lässt oder nicht.

            • Sorry, ich bin im Augenblick etwas durch den Wind. Da hast Du natürlich Recht (letzter Absatz).

              Wir arbeiten daran. Ich hatte ihm allerdings auch gesagt, dass ich immer für ihn da bin und meine Tür jederzeit offen steht. Ob das jetzt ein Fehler war ist mir eigentlich egal. Ganz am Anfang hatten wir auch zwei getrennte Wohnungen. Mir ist es superwichtig, dass jeder seinen Rückzugsort hat, ich denke einfach, dass alles viel einfacher und reibungsloser funktioniert mit zwei verschiedenen Wohnungen. Das ist natürlich eine individuelle Einstellung, jeder ist da anders. Der eine will unbedingt zusammenleben, der andere halt eben nicht. Das hat auch nichts damit zu tun, dass ich meinen Mann nicht über alles Liebe. Auch nach so langer Zeit ... das ist eben so. Auch das hatte ich ihm so gesagt :-)

      Hallo.

      <<<Gestern abend hatten wir ein kurzes Gespräch und ich habe ihm gesagt, dass ich gerne mit ihm bin und auch wieder mit ihm zusammenleben möchte, aber ich muss mich jetzt erst mal selber sammeln. Er meinte nur, dass das die Zeit zeigen würde. Leute bitte, was ist das für eine Aussage?? Ich bin das Opfer und er der Täter.>>>

      Was hast du erwartet, was er sagen würde. Im Grunde ist es doch so, dass es die Zeit zeigen wird, in welche Richtung es geht. Du musst dich sammeln (verständlich), nimmst dir die Zeit, die du brauchst. Diese Zeit hat er auch und steht ihm auch zu und man weiß nie, wo die Gefühle hingehen. Klar bist du die Verletzte, aber das heißt nicht, dass du jetzt alles steuern kannst. Für dich ist vielleicht die "Pause" (nenn es jetzt mal so) gut um nachzudenken, genauso kann er über seine Gefühle nachdenken und wenn das dann nicht mehr passt, dann musst du auch damit leben. Dass du verletzt bist ist keine Frage. Aber was soll er jetzt machen. Was erwartest du für eine Reaktion. Er wird in deinen Augen momentan alles falsch machen. Aber überlege dir genau, ob du verzeihen kannst oder nicht. Es wäre sonst verschwendete Zeit und auch Gefühle.

      Alles Gute.

      LG

      PS: Ich würde glaub ich verzeihen können, aber es steht irgendwo immer dazwischen.

    • Hallo,

      "Er meinte nur, dass das die Zeit zeigen würde..."

      Genau das wäre auch meine Aussage. Die Trennung auf Zeit bedeutet nicht, dass ihr nach einem Zeitraum X wieder als frisch verliebte zusammenzieht und weitermacht als wäre nichts gewesen.

      Sowohl ihm als auch dir könnte in dieser Zeit klar werden, dass es mit euch nicht mehr passt und derjenige die Beziehung beendet. Sollte dein Mann in diese Richtung tendieren, wirst du damit leben müssen, denn du hast diese Trennung vorgeschlagen.

      Aber ich bin völlig bei dir, ich persönlich könnte auch nicht weitermachen wie bisher. Das Vertrauen wäre komplett weg und die emotionale Verletzung zu groß.
      Ich habe Hochachtung vor denen, die wirklich verzeihen können. Ich weiß nicht, ob ich dazu in der Lage wäre.

      Alles Gute

      Nici

      >>Ich bin das Opfer und er der Täter.<<

      Damit machst du es dir sehr leicht.

      Es geht nicht nur darum zu verzeihen, sondern auch darum zu ergründen warum es so weit gekommen ist.

      Sich hinzustellen und zu sagen " du bist der Böse", ist der falsche Ansatz.

      • Ich mache es mir leicht ... ok. Ich habe niemals mit keinem Wort gesagt, dass mein Mann "der Böse" ist. Dann erklär mir doch bitte mal den "richtigen Ansatz"...

        • (10) 13.03.19 - 15:47

          Der richtige Ansatz wäre, gemeinsam zu überlegen was in eurer Beziehung schief gelaufen ist, dass es soweit kommen konnte.
          Wären beide zufrieden und glücklich gewesen, ist es unwahrscheinlich das er eine Affaire begonnen hätte. Also hat nicht nur er Schuld, sondern du genauso.

    Mit dieser Täter-Opfer-Perspektive wirst du nicht weiterkommen, fürchte ich. Ich weiß nicht, was bei euch vorgefallen ist, aber solche Dinge passieren in der Regel ja nicht im luftleeren Raum. Wenn das nicht aufgearbeitet wird und du in der Position verharrst, dass er der allein Schuldige war und jetzt Buße tun muss, kommt ihr nie mehr in eine Kommunikation auf Augenhöhe.

    Ich habe mit meinem Exfreund mal eine Trennung auf Zeit vereinbart. Da waren wir ca. 6 Jahre zusammen gewesen, wir haben uns beide dann während der Pause unabhängig voneinander dazu entschieden nicht mehr gemeinsam weiterzumachen, weil es einfach zu viele unterschiedliche Ansichten darüber gab, wie die Beziehung gestaltet werden sollte. Ich habe die Trennung noch keinen Tag bereut, es war die beste Entscheidung, obwohl ich emotional sehr an ihm hing.

    Im Prinzip hat dein Mann also recht. Die Zeit wird zeigen wie es weitergeht. Ich halte auch nichts vom Schwarz-Weiß-Denken und bin immer dafür dass BEIDE in einer Beziehung Kompromisse eingehen müssen. Ohne Selbstreflektion auf beiden Seiten ist eine Beziehung sowieso irgendwann zum scheitern verurteilt (und sei es nur dass einer oder beide unglücklich sind obwohl man trotzdem "weitermacht")

    Nutze die Zeit also, um in Ruhe darüber nachzudenken was du wirklich willst, denn "es gibt kein richtiges Leben im Falschen". Da ist es wirklich von Vorteil wenn man den anderen nicht sieht, weil da dann doch immer wieder Emotionen hochkommen. Dann musst du aber auch mit einer Trennung leben, falls er sich dafür entscheidet.

    Hallo
    Wir haben wieder zueinander gefunden. Allerdings gab es keine ausgesprochene Pause, sondern eine Trennung. Im ersten Moment war das für mich nämlich der einfache Weg. War alles nicht so einfach, in der Zeit ist einiges passiert und dass es so kommen würde, hätte ich auch nicht unbedingt gedacht. Aber ja, die Zeit kann ungemein helfen. Gefühlsmäßig ging und geht es mir allerdings anders als dir."Opfer und Täter". Jein. Mit dem Fehltritt hat er einen großen Fehler begangen. Keine Frage. Aber auch ich finde die Haltung nicht gut und bis es so kommt, läuft in der Regel auch in der Beziehung etwas schief. Ohne das zu beheben, kann es nicht wieder laufen.

    LG

    (15) 03.04.19 - 23:40

    Hi,

    mein Mann hat mich vor einem Jahr auch betrogen. Oder hintergangen. Kein Sex, keine Affäre, sofort gebeichtet. Für MICH war das schon eine wichtige Richtgröße.

    Der Betrug und das Geständnis waren ein Schock. Schlimmer war aber die Aufarbeitung danach.... Viel anstrengender. Weil auch ich da eben ran musste...

    "Er meinte nur, dass das die Zeit zeigen würde. Leute bitte, was ist das für eine Aussage?? Ich bin das Opfer und er der Täter."

    Ich hätte das vor einem Jahr auch unterschrieben! Sofort! "Was nimmt der sich raus? Ich habe nichts falsch gemacht! Ich habe mir das nicht ausgesucht!" Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen: So eindimensional ist es nicht.
    Auch wenn eine Ehe nicht zerrüttet sein muss, damit so etwas passieren kann - im Prozess danach, braucht es beide... Das war sehr schwierig für mich zu akzeptieren. Und auch heute denke ich manches Mal: Mann, was machst Du es Dir leicht!
    Aber Fakt ist auch: Man MUSS nicht zusammen bleiben. Auch der Betrogene kann gehen. Wenn man sich entscheidet zu bleiben, dann geht es auch darum, den anderen nicht immer wieder in die Täterrolle zu bringen.
    Ich schreibe das jetzt so leicht, aber es ist besch***en schwierig und ätzend und verlockend....

    Alles Gute für Euch

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