Trennen oder doch nicht?

Hallo zusammen,

Ich weiß nicht genau was ich mir von diesem Beitrag erhoffe, vielleicht nur ein bisschen Austausch oder mir darüber klar werden was ich wirklich will. Zu unserer Situation.

Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren zusammen, seit 6 Jahren verheiratet. Wir haben eine lange Kinderwunschzeit und mehrere künstliche Befruchtungen hinter uns. Vor fast zwei Jahren wurden unsere Zwillinge geboren. Zwischen uns war es nie besonders romantisch, vielleicht ganz am Anfang aber ich konnte mich immer auf meinen Mann verlassen und wir haben uns sehr gut verstanden. Klar gab es früher schon Streit und Differenzen aber mit der Kinderwunschzeit und vor allem seit unsere Kinder da sind hat es sich extrem verändert. Ich habe das Gefühl dass ICH mich verändert habe, ich bin schließlich Mutter geworden. Mein Mann macht alles nur auf Aufforderung. Mir zur Liebe oder den Kindern zur Liebe verzichtet er aber auf nichts und er ist in meinen Augen auch extrem faul. Seine Freizeit verbringt er am liebsten liegend vor dem Fernseher, er hat noch nie was alleine mit den Kindern unternommen.

Inzwischen ist auch der Umgang zwischen uns respektlos, manchmal ignoriert er mich einfach. Ich kann mit ihm nicht mehr normal umgehen, ich spüre wie wir beide nur noch genervt voneinander sind. Reden war schon immer ein Problem zwischen uns, er hält mich für zu emotional und bricht die meisten
Streitgespräche ab bevor es zu einer Lösung kommen kann. Ich habe schon mehrmals gesagt dass ich so nicht mehr weiter machen will und ihn auch schon gebeten vorübergehend auszuziehen damit wir etwas Abstand bekommen können.

Einer Paartherapie hat er zwar zugestimmt, aber darum kümmern will er sich nicht. Ich hätte auch keine Betreuungsmöglichkeit für unsere Kinder in der Zeit.

Ich will so nicht mehr weiter machen. Aber ich weiß auch nicht wie ich eine Trennung angehen soll. Als wir beim letzten Mal darüber gesprochen haben, meinte er ich solle ausziehen, die Kinder würden bei ihm bleiben. Ich bin momentan in Elternzeit, arbeite ab Mai 20 Stunden die Woche, ab März gehen die Zwillinge in die Krippe, 6 Stunden am Tag. Er arbeitet Vollzeit. Das Haus in dem wir wohnen ist unser gemeinsames Eigentum, es handelt sich zwar um sein Elternhaus, allerdings haben wir vor einigen Jahren saniert und im Zuge der Finanzierung (Kreditvertrag läuft auf uns beide) wurde ich ebenfalls als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen. Wir haben auch noch ein Gartengrundstück das uns gemeinsam gehört, alle Versicherungen inklusive Altersvorsorge gemeinsam. Vor einigen Monaten haben wir auch noch gemeinsam ein neues Auto gekauft und finanziert. 


Ich will ihm die Kinder nicht vorenthalten, will sie auch nicht für mich alleine. Aber ohne meine Kinder ausziehen ist für mich keine Option. So weitermachen aber auch nicht. 


Ich könnte mir vorstellen, dass wir gemeinsam in dem Haus bleiben. Wir bewohnen die obere Etage, unten lebt mein Schwiegervater. Man könnte die Wohnung unten renovieren, dann könnte einer von uns unten reinziehen. Dann muss keiner auf die Kinder verzichten und wir müssten nicht aufgeben was wir uns die letzten Jahre aufgebaut haben. Das Problem ist nur eben dass wir meinen Schwiegervater nicht vor die Tür setzen können, er hat ein eingetragenes Wohnrecht und ich will das auch garnicht, habe zu ihm einen guten Draht. 


Ich weiß einfach nicht was ich tun soll, ich kann und will so nicht mehr weiter machen. 


Hat vielleicht jemand einen Rat oder Tipp für mich? 

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Ich würde sagen: Versuche eine (ergebnisoffene) Paartherapie anzugehen. Zugestimmt hat er ja schon, was gut ist.

Für die Kinder wird sich eine Betreuung finden müssen. Kann der Schwiegervater das machen? Oder sonst nach einem Babysitter suchen, ja klar, kostet was. Sollte euch das aber Wert sein wenn ihr ernsthaft versuchen wollt eure Ehe zu retten.

LG

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Guten Abend,
Ich würde auch zuerst eine Paartherapie versuchen...gerade wenn es auch auf eine Trennung hinausläuft kann euch hier begleitend geholfen werden.

Oft hilft es einfach Mal mit einer neutralen Person zu reden,so kommt auch jeder zu Wort. Wie es ausgeht, kann euch niemand sagen.
Lg

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Paartherapie wäre wohl die beste Lösung.... aber ob da wirklich noch was zu retten ist.. liebevoller Umgang klingt irgendwie anders..

Auch das Zusammenleben in dem Haus finde ich schwierig. Was wenn einer von euch einen neuen Partner hat? Das wird auf Kurz oder lang in die Hose gehen.

War dein Mann denn früher nicht faul und couch-potato - mäßig? Oder waren das alles Charakterzüge die du ignoriert hast..