Wie schaffe ich es, dass er geht?

Ich weiß nicht wie ich anfangen soll...
Ich will mich eigentlich nicht trennen, eigentlich ist alles gut.
Wir sind seit drei Jahren verheiratet, haben zwei Kinder.
Beide einen erfüllenden Beruf, viele Freunde und Bekannte.
Eine tolle schwiegerfamilie, enormer Rückhalt auf allen Seiten...
ABER...
mein Mann hat zunehmend ein ernsthaftes Alkohol Problem entwickelt.
Teilweise ist er schon Vormittag so blau, dass er den ganzen Tag verschläft.
Die Kinder glauben dann, er sei krank.
Ich ertrage das schon lange nicht mehr.
Habe ihn schon mehrfach raus geworfen, aber er geht dann nicht.
Er will dann ins Auto, legt sich in den Keller.
Ab und an habe ich seine Eltern gebeten ihn abzuholen um mal wieder Ruhe zu haben.
Selbst da kommt er immer wieder.

Von mehreren Monaten, die es gut lief.
Treffen der anonymem Alkoholikern.
Behandlung beim Heilpraktiker, eine Gesprächstherapie und blutkontrollen beim Hausarzt ist nichts passiert, außer das es schlimmer wird.
Meist sind es nur noch zwei gute Tage und dann kommt der völlige Einbruch.

Ich will das er “verschwindet“ damit er vielleicht aufwacht oder aber einfach verschwindet und uns in Ruhe lässt.

Wie schafft man es, dass derjenige eine Trennung, die ich schon mehrfach angedroht habe akzeptiert und geht?

Ich will keine Polizei oder ähnliches rufen, die wären ja auch sicherlich nicht zuständig und im Mietvertrag steht er ja auch...

Versteht mich einer?
Hat irgendjemand einen Rat?
Ich kann einfach nicht mehr...

1

Hallo,


ich kann dich verstehen. Denke aber das es sehr schwer wird ihn aus der Wohnung zu bekommen. Er wird bei sich kein Problem sehen, sondern bei allen anderen. Wenn er als Mieter mit im Mietvertrag steht wirt es so gut wie keine Möglichkeit geben ihn aus diesen Vertrag zu bekommen. Ist er nur als Mitbewohner eingetragen kannst du ihm eine auffordern auszuziehen. Du musst ihm aber eine angemessene Frist einräumen.

Eine andere Möglichkeit ist das du aus der Wohnung ausziehst. Ob du dann aber einseitig aus den Mietvertrag kommst liegt an deinem Vermieter.

Ich würde dir empfehlen eventuell eine Beratungsstelle aufzusuchen oder dich an einen Anwalt zu wenden.

Ich schicke die viel Kraft.

Freundliche Grüße

blaue-Rose

2

Hallo,

Das ist eine sehr schwierige Situation. Geht er denn nicht arbeiten? Wenn er morgens schon trinkt klingt das so, er hat wohl keinen Halt im Leben. Wenn es immer so weiter läuft wird er auch nicht an den Punkt kommen etwas ändern zu wollen. Das ist leider bei Suchtkranken so.

Kann er die Wohnung alleine bezahlen? Ich würde ihm ganz klar sagen dass Du mit den Kindern ausziehst wenn er es nicht tut. Nenne ihm ein Datum. Du musst hart bleiben und es dann auch durchziehen, mit Mitleid wird nix besser.

Alles Gute und viel Kraft
Sunny

4

Hallo,
Er geht arbeiten, ist dort anerkannt und wertgeschätzt.
Eigentlich ist alles gut...
Die Wohnung könnte er nicht halten und ich will hier auch nicht weg.
Wir haben fast zwei Jahre gesucht um eine Wohnung zu finden und es ist das zu Hause der Kinder.
Ich würde hier so schnell nichts finden und schnell heißt wirklich Jahre.
Selbst die Freunde die davon wissen, wissen nicht warum.
Ich rede auch nichts schön oder bin Co abhängig, er hat schon viel versucht und trotzdem wird es schlimmer.
Ich möchte doch nur den Mann zurück, den ich geheiratet habe.

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Hallo,
Er geht arbeiten, ist dort anerkannt und wertgeschätzt.
Eigentlich ist alles gut...
Die Wohnung könnte er nicht halten und ich will hier auch nicht weg.
Wir haben fast zwei Jahre gesucht um eine Wohnung zu finden und es ist das zu Hause der Kinder.
Ich würde hier so schnell nichts finden und schnell heißt wirklich Jahre.
Selbst die Freunde die davon wissen, wissen nicht warum.
Ich rede auch nichts schön oder bin Co abhängig, er hat schon viel versucht und trotzdem wird es schlimmer.
Ich möchte doch nur den Mann zurück, den ich geheiratet habe.

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3

Ich verstehe dich. Meine beste Freundin macht grad Ähnliches durch. Kannst du nicht die Kinder nehmen und mit ihnen eine Zeit zu deinen Eltern gehen? Suchtkranke brauchen oft eine klare Ansage. Wenn er nicht gehen will, musst du es tun. Wie alt sind denn eure Kinder?
Wie lange besteht das Problem?
Siehst du eine Ursache?

6

Ich kann leider nicht gehen.
Meine Mutter lebt in einer zwei Zimmer Wohnung und ist pflegebedürftig.
Nicht so, dass sie ihren Alltag nicht mehr schafft, aber sie braucht Unterstützung und macht das sehr gut.
Seine Eltern sind völlig fertig, sie haben das letzte Jahr viel investiert und können jetzt auch nicht mehr.
Ich habe ihn vor 6 Jahren “gerettet“ ungewollt.
Er war völlig kaputt und hatte sich selbst aufgegeben.
Ich sehe mich nicht als Samariter, er hat das alles alleine geschafft, da raus zu kommen und jetzt reichen wir vielleicht einfach nicht mehr.
Mein großer ist 10 und nicht von ihm,sie hatten ein richtig tolles Verhältnis, sie waren ein ganz tolles Team. der kleine 4 und eigentlich das goldkind.
Auch er reicht nicht mehr.
Ich möchte einfach, wenn er sich so bewusst gegen seine Familie entscheidet, dass er das auch ohne uns durchzieht.

Es ist auch nicht so, dass er sich hemmungslos betrinkt.
Er verträgt rein gar nichts.
Zwei Gläser Wein und er ist hinüber.
Das war's dann auch.
Kein Schnaps, kein Pegel trinken...
Einfach so ne übersprungshandlungen und er ist ausgeknockt.
Nur das passiert fast täglich.

Kann er ja machen, nur dann halt ohne uns.

9

Dass er Suchtkrank ist hat doch nichts mit Euch zu tun, glaubst Du wirklich er trinkt weil ihr ihm nicht "reicht"? Glaubst Du er hört auf wenn ihr mehr seid? Nein, er kann nicht einfach aufhören. Er kann es eine Weile unterdrücken, mehr aber auch nicht.

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7

Hey,
eine Freundin hat ähnliches durch. Ihr Freund ist auch psychisch krank und reagierte nicht auf Trennungen.
Sie hat sich eine Beratungsstelle für schwierige/gewaltbehaftete Trennungen gesucht. Die "normale" Stelle konnte der besonderen Situation zuvor nicht gerecht werden. Die haben ihr eine Anwältin besorgt, die sich mit solchen Situationen auch auskannte. Diese hat ihn aufgefordert, auszuziehen. Das hat er nicht getan, sondern ignoriert.
Dann hat die Freundin das Jugendamt eingeschaltet und die Situation geschildert. Das Jugendamt hat ihn dazu gedrängt zu unterschreiben, dass er gedenkt auszuziehen. Als Druckmittel drohten sie ansonsten die Inobhutnahme der Kinder an. Das wirkte und er unterschrieb. Nach 7 Wochen kam der nächste Termin, er wohnte immer noch dort. Sie zogen das Formular zur Inobhutnahme wieder hervor und er beschloss, sofort zu seiner Familie zu ziehen. Seitdem ist ein wenig mehr Ruhe.

Ich an deiner Stelle würde die Scheidung einreichen, um zu zeigen, dass es dir ernst ist. Sollte er aggressiv und gewalttätig werden, kannst du die Polizei rufen, die ihn mitnimmt und temporär der Wohnung verweist. Schalte auch das Jugendamt ein, protokolliere bis dahin seinen Konsum.

Ich finde es super, dass du die Situation angehst! Ich bin selbst in einer vergleichbaren Familie aufgewachsen. Du ersparst den Kindern die Hölle auf Erden!


Zieh es durch!

Liebe Grüße
Schoko

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Das schlimme ist, ich auch.
Mein Vater war schwerster Alkoholiker und ist daran gestorben, meine Mutter hat nach ein paar Jahren die Kurve gekriegt, bis dahin hatte ich aber weder eine schöne Kindheit, noch Jugend.
Mein Vater damals wollte auch nicht gehen
Hat im Auto vor dem Haus geschlafen und sich sogar Wasser bei den Nachbarn geholt und auf der Straße gewaschen.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich meine Geschichte wiederholt.

Er ist jetzt gegangen, mal schauen wie lange.
Schlüssel von der Wohnung und dem Auto hat er mitgenommen.
Ich denke nicht, dass er es begriffen hat.

Ich gehe nächste Woche zum Jugendamt.
Mit Obhut drohe ich nicht, da weiß er, dass ich das nie tun würde und ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, ob ihn das im Zuge des rausches überhaupt interessiert.

18

Ist sein gutes Recht! Es ist auch seine Wohnung.

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Ich verstehe dich. Aber es ist schwierig. Du musst klar sein und bleiben, um jeden Preis. Reich die Scheidung ein, gehe mit den Kindern in eine kleine Wohnung, von mir aus auch eine Ferienwohnung oder so etwas. Bleib klar dabei, dass ihr ab heute getrennt seid. Du kannst ihn nicht retten, das weißt du ja schon. Nur muss ihm jetzt klar werden, wie ernst es dir ist. Sonst ... vielleicht versuchst du mal einen Termin bei einer Eheberatung oder einem Mediator zu bekommen, nicht, um die Trennung zu revidieren, sondern um jemanden an deiner Seite zu haben, der dich dabei unterstützt, deinem Mann die endgültige Trennung verständlich zu machen und ggf. mit euch gemeinsam einen Weg zu erarbeiten, wie es jetzt weitergehen kann. In der Hoffnung, dass dein Mann es schafft, nüchtern zu bleiben und mit zu dem Termin zu gehen.

Alles Gute

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Er hat sich Samstag selbst einweisen lassen und ist jetzt zum Entzug, danach geht es ambulant weiter.
Er weiß, dass ich ihn nicht zurück haben möchte, dafür ist zu viel passiert.
Rauswerfen kann ich ihn nicht, ich hoffe das er sich eine Wohnung sucht.
Was bis dahin ist wird sich zeigen.

24

Jetzt hast du erstmal eine Verschnaufpause von ihm.
Und er wird vermutlich auch anders (klarer) denken, wenn er nicht mehr ständig am trinken ist....