Wechselmodell - wenn das Kind nicht mehr möchte

Hallo ihr lieben,

Vielleicht kann mir jemand ein paar aufbauende Worte schenken.
Mein Exmann und ich betreuen unsere kinder seit 3 Jahren im wechselmodell. Unser großer ist 7 und die kleine 4. Für unseren Sohn ist es in Ordnung und normal. Aber seit ein paar Monaten für unsere Tochter nicht mehr. Am letzten Tag diskutiert sie schon bei mir, dass sie sie nicht gehen will und heute wollte sie auch bei der Übergabe überhaupt nicht. Sie hat bitterlich geweint. Es war der beste Moment, um mit meinem Ex darüber zu reden. Doch er sagte nur knapp "was soll ich machen, hättest du dich mal nicht getrennt!"

Die Situation tut sehr weh. Was kann ich tun und habe ich überhaupt Rechte? Icj möchte nur das beste für meine Kinder und eine Trennung der beiden kommt auch auf keinen Fall in Frage.

Schöne Weihnachten euch noch allen!

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Ich kann dir leider keinen Tipp geben, aber nur sagen das es nicht deine Schuld ist mit der Trennung. Obwohl ich die Situation nicht kenne gehören da immer zwei dazu

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Danke dir, das lasse ich mir auch nicht mehr einreden von ihm.

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Ich finde diesen Spruch so ausgelutscht. Natürlich gehören zu einer Trennung zwei, alleine kannst du dich schlecht trennen. Aber wenn sich nur eine Person trennen will, hat sie die Trennung ausgesprochen und ist auch in meinen Augen „Schuld „ an der Trennung! Ich finde diesen Spruch einfach nur sinnlos.....

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Wie ist es denn, wenn sie dann bei Papa ist? Ist dann alles wieder ok und die Tränen vergessen oder ist sie da total unglücklich und weint weiter?

Wie hatten dieses Problem vor ein paar Jahren auch mit meiner Stieftochter, da war sie 8.. von jetzt auf plötzlich wollte sie nicht mehr zu Papa und hat bitterlich geweint. Wenn sie dann aber da war, war nach ein paar Stunden alles wieder ok und ganz normal wie immer. Dieses Verhalten hatte sie aber dann trotzdem bei jeder Übergabe wieder und das über ca. 2 Jahre. Wenn man sie fragte was los ist, konnte sie sich nicht erklären🤷‍♀️

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Ihr habt euch getrennt, damit muss der Papa leben. Das würde ich mir ja auch nicht anhören wollen.
Aber warum kommt keine Trennung der beiden Kinder in Frage? Der eine will mit, die andere nicht... Wäre doch kein Problem? Wobei ich persönlich ja sagen muss, dass Kinder manche Sachen, grad so kleine, nur bedingt zu entscheiden haben. Ich nehme an, bei der Kita darf sie auch nicht nach Lust und Laune entscheiden? Sprich sie muss gehen, oder? Wenn der Umgang gerichtlich angeordnet wäre, gäbe es auch nichts zu entscheiden.
Warum mag die Maus denn nicht? Konntest du das schon rausbekommen? Grundlegend sollte es natürlich schon schön für sie sein.
Hat sie vielleicht einfach nur keine Lust zu wechseln in dem Moment?

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Nur einen kurzen Tip, der nicht das ganze Problem löst, aber vielleicht einen Teil: Ich fand es immer viel einfacher , wenn nicht der Eine dem Anderen die Kinder übergeben hat, sondern wir haben es so gemacht, dass wir Montags NACH Schule oder Kindergarten gewechselt haben. Dann hat der Papa halt das Kind abgeholt und die Mama ist nicht dabei. Weniger Diskussionsfläche! ;)

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Das machen wir in der Regel auch so. Ber jetzt sind Kindergärten und Schulen ja leider zu

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okay!

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Wir haben das auch durch. Unsere KInder leben seit 8 Jahren im Wechselmodell. Sohn ist 13 und Tochter ist 10
Meine Tochter hat schon lange immer mal geäussert das ihr das zu viel ist mit dem Wechseln. Ihr Papa war aber nie sehr einsichtig. Letztlich hat sich das allem Anschein nach über Jahre so angestaut das sie vor einem Halben Jahr völlig ausgetickt ist. Sie schrie, aß nicht mehr und wollte partout nicht mehr zu ihrme Vater. Schloss sich ins Bad ein und hatte regelrechte Panikatacken.
Wir gingen akut zu einer Psychotherapie und sprechen viel mit dieser. Auch unsere Tochter geht regelmässig dorthin.
Sie selbst ist wieder "zu sich gekommen"- Aber bis heute hat sie nie wieder bei irehm Papa übernachtet. Sie besucht ihn regelmässig nach der Schule, 1x die Woche. Aber abends will sie nach Hause

Sie isst wieder und geht auch wieder normal zur Schule, denn das war zuletzt auch nicht mehr möglich.
Er denkt immer noch das sie nur wieder gesund im Kopf werden muss und dann kommt sie zurück. Sie ist aber klar bei Sinnen und das im Sommer war meines erachtens einfach die einzige Möglichkeit das ihr endlich jemand zuhört.
Sie scheint sehr froh zu sein das sie jetzt nicht mehr wechseln muss,
Ihr Brude lebt weiterhin im Wechselmodell und arrangiert sich nun mit der SItuation

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Wenn das Wechselmodell gerichtlich angeordnet wurde, und der Ex besteht drauf, hast Du keine Chance. Ein WM gerichtlich zu kippen ist sehr schwer, weil ein Kind in dem Alter keine Entscheidungen treffen darf. Im Zweifel wird Dir unterstellt, daß Du es manipuliert hast.

Wenn beide Eltern am Wohlbefinden des Kindes Interesse haben, solltet Ihr vielleicht mit ihr mal zu einem Kinderpsychologen. Das hat mein Kollege in der gleichen Situation gemacht. Nach den Gesprächen haben sich die Eltern darauf geeinigt, daß das Kind wieder bei Mama wohnt und Papa regelmäßig besucht. Der Papa hat es zwar nicht wirklich verstanden, ist aber mitgegangen, weil es für das Kind so besser war.

Natürlich ist es auch oft so, daß Kinder in dem Moment nicht wollen, und danach alles gut ist. Ist ja auch manchmal beim Abgeben im Kiga so, oder wenn Mama mal ausgeht.
Trotzdem können Kinder vom Wechselmodell überfordert sein. Auch Erwachsene hätten nicht unbedingt Spaß daran, jede Woche umzuziehen.

Also falls Ihr gut miteinander könnt, würde ich mal ein Gespräch mit einem externen Kinderpsychologen oder so suchen. Nicht mit dem Jugendamt, die können sowas meist nicht beurteilen.