Alle um mich heiraten, ich hab mich gerade getrennt

Hallo ihr Lieben,

wollt nur kurz meiner Trauer Platz machen. Während gefühlt alle um mich herum heiraten und Kinder bekommen, hab ich gerade ne Trennung hinter mir. Bin vor kurzem in meine eigenen vier Wände gezogen und eigentlich erleichtert über die Trennung, weil es schon sehr lange nicht gepasst hat und ich den Dauerstreit nicht ertragen habe, trotzdem muss ich das alles erst verdauen. Ich versuch mir gerade mein Leben neu aufzubauen und viele positive Dinge in mein Leben zu integrieren aber trotzdem überkommt mich immer wieder eine Traurigkeit und das Gefühl versagt zu haben, wenn ich all die happy Hochzeits & Babybilder rund um mich sehe und ich mit 30 gefühlt wieder am Anfang stehe. Ich weiß rational, dass das ständige sich Vergleichen unglücklich macht und jeder hat sein eigenes Tempo, aber es tut trotzdem manchmal einfach weh. Das wollte ich nur loswerden, Danke fürs Lesen!

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Liebe anonimo,

Dein Post hat mich angesprochen, weil es mir genau so ging... Anfang 30, die große Liebe (für die ich sogar in ein anderes Land gegangen war) entpuppte sich als große Enttäuschung, beruflich lief es auch eher mittelmässig und um mich herum lauter Hochzeiten, die ersten Babys, gefühlt starteten alle um mich herum so richtig durch, während ich überlegte, ob ich nicht lieber wieder bei meinen Eltern einziehen sollte, um Geld zu sparen...

Lange Rede kurzer Sinn, ich bin nicht wieder bei den Eltern eingezogen und habe mich durch die - für mich - sehr harte Zeit gekämpft. Einige Zeit später habe ich tatsächlich die wirklich große Liebe kennen gelernt, und dann ging alles ganz schnell: Heirat, Kinder, Haus... ich will nicht behaupten, dass mein Leben seitdem immer voller Rosen ist, aber der Tiefschlag mit Anfang 30 war halt "nur" ein Tiefschlag und es wurde danach viel besser...und ich bin mit diesem Mann schon seit über 20 Jahren zusammen, während um mich herum viele der damals ach so Glücklichen, auf die ich neidisch schaute, auch schwere Zeiten mit Trennungen/Scheidungen und Co. durchmachen mussten.

Komm in deinem neuen Leben an und du darfst ruhig auch Liebeskummer haben und ein bisschen eifersüchtig auf die anderen schauen, aber versprochen! es kommen auch wieder bessere Zeiten - wenn du wieder dafür bereit bist.

LG

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Danke, für deine Antwort, schön, dass es so schnell gehen kann... ja ich hoffe einfach, dass ich noch eine Familie gründen kann und sich noch alles ausgeht, aber da muss ich einfach positiv bleiben 🙂

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Hi,
kenne ich.

An meinem 30. Geburtstag hatte ich 8 schwangere/frisch entbundene Freundinnen und ich hatte einen, der so eine Angst hatte, 3 Jahre zusammen, und noch nicht mal zusammen gewohnt.

30 zu werden, war so was von schlimm. Bin 2 Jahre vorher aus einer 9 Jährigen Beziehung wieder heim gezogen. Bei uns gibt es keine Wohnungen, da wo es welche gibt, waren/sind, unbezahlbar. Als ich 9 Monate später mit D. zusammenkam, wollte ich auch keine mehr, da er über 120 qm hatte, im 3 Familienhaus mit Eltern im EG und Schwester Familie in der Mitte, in Arbeitsplatz nähe.

9 Monate später waren wir immer noch nicht weiter und ich hatte einen Bauplatz. Ich zeichnete mein Haus, Cousin machte es Bauantrag reif, eingereicht und 3 Wochen vor dem 31. Geburtstag wurde die Bodenplatte gegossen. 1. Dezember Richtfest und das Jahr drauf an Fastnacht trennten D. und ich uns.......................

11 Monate später, meldete ich mich auf Partnerbörsen an.....................

Erstmal ist alles Mist, aber es wird! Kopf hoch!

Alles Gute

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Ja, danke für das Teilen deiner Geschichte, man weiß anscheinend nie was das Leben für einen bereit hält...

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Ich kann das sooooo gut verstehen! Bei mir ging es schon so ab Mitte 20 los - die ersten im Freundeskreis heirateten, bekamen Kinder usw. und ich war der Dauer-Single bzw. hatte im Vergleich zu ihnen eher nur kurzzeitige Beziehungen. Schlimm genug, wenn ich dann bei denen auf der Hochzeit oder bei der Taufe dabei war, aber die Paare setzen oft noch einen oben drauf indem sie mir irgendwelche Typen "aufdrängen" wollten nur damit ich auch einen Partner habe. Ich hatte den Eindruck dass ich in ihren Augen "schwer vermittelbar" war und froh sein soll überhaupt jemanden abzubekommen - egal ob er zu mir passt oder nicht. Aus dem Grund bin ich auch zu einigen auf Distanz gegangen (die das natürlich nicht verstanden/geglaubt haben und überzeugt waren ich gehe auf Distanz weil ich neidisch auf sie und ihr Leben mit Partner bin :-/ )

Nun sind fast 10 Jahre vergangen und mittlerweile sind nicht wenige dieser damals so glücklichen Paare geschieden oder getrennt und haben für den Ex-Partner nicht mehr viel übrig, aber müssen sich halt für die Kinder weiterhin mit ihm auseinandersetzen. Jetzt sind diese Single und ich bin diejenige, die einen Partner hat und schwanger ist... Ich würde aber niemals auf die Idee kommen ihnen irgendeinen Partner "aufzudrängen" oder ähnliches...

Was ich sagen will: die Zeiten können sich schnell ändern. Jetzt bist du vielleicht noch unglücklich oder die Freunde sind alle glücklich, aber es wird sicherlich auch bald eine Zeit kommt wo es z.B. denen mal nicht ganz so gut geht, du einen total Lauf hast (ob beruflich oder privat oder beides). Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab.

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Danke, für deine Antwort und ich freue mich sehr für dich, dass du einen Partner hast und jetzt schwanger bist 🙂ja dieses blöde Verkuppeln kenne ich auch, aber jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, und ja, auch ich habe schon Freundinnen die einfach weil sie ein Baby wollten, irgendeinen Mann genommen haben und jetzt Alleinerzieherinnen sind, sowas wünsche ich mir natürlich nicht, aber ja, man kann nie wissen. Jedenfalls muss man sich irgendwann von gesellschaftlichen Vorstellungen trennen, sonst wirs man unglücklich...

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"aber trotzdem überkommt mich immer wieder eine Traurigkeit und das Gefühl versagt zu haben,"

Du hast nicht versagt, du bist nur ein paar Erfahrungen voraus. ;-)

In meinem Leben gibt es Menschen, bei denen es a-zyklisch zu meinem läuft.
Ich Trennung, sie glücklich liiert.
Ich glücklich liiert, sie Trennung.
Das ist dann auch in anderen Bereichen so. Unsere Kinder sind unterschiedlich alt oder keines/eines.

Das klappt, weil wir uns als Menschen mögen.
Weil wir respektieren können, dass wir emotional in anderen Situationen sind.
Wenn wir keine Erwartungen haben. D.h. wenn ich vor Glück platze, dass ich dennoch verstehen kann, dass sie es gerade nicht können. Akzeptieren und verstehen und mitfühlen kann, wie es am Tiefpunkt ist.
Umgekehrt ebenso. Wenn sie vor Glück platzen, dass sie nicht an mich erwarten und ich mich für sie mitfreuen kann; auch wenn ich es für mich gerade nicht kann.

Und, das ist auch wichtig
Menschen in meinem Leben, deren Zeiten parallel zyklisch mit mir Verlaufen.
Diese habe ich eher in schweren Zeiten kennen gelernt.
Schicksalsschläge, Trennung usw.

Wir haben eher nicht sooo viel miteinanander zu tun. Wenn wir uns melden, dann ist es eher ein "gleiche Stimmung". Beide hatten Tiefs. Beide haben jetzt Hochs. Läuft es schief: ach ja, bei mir auch wieder.

Damit können wir uns nicht wirklich helfen oder so. Es ist eher ein: da sind noch andere in ähnlicher Phase.