Wechselmodell

Huhu,
wir versuchen gerade uns zu einigen.
Mein Mann möchte ein echtes Wechselmodell. Wegen seiner Arbeit hab ich die drei Kids einen Tag mehr pro Woche als er.
Er hat jetzt eine Wohnung und möchte ausziehen und Unterhalt zu 50/50 zahlen (also fast nix).
Kann er das erstmal so bestimmen, dass er 50/50 macht und ausziehen und ich muss die Kinder dann quasi zu 50/50 mitgeben?
Sein Vorschlag war, die Kinder sollen das halt selber entscheiden und machen was sie wollen.
Ich habe große Befürchtung, dass das schief geht! Man muss doch wissen, wer wann für Mittagessen und Hausaufgaben zuständig ist.

Danke euch!

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auch wnn ihr 50/50 oder 60/40 macht, wird er zahlen müssen,
es wird der Verdienst von beiden genommen und dann ein Ausgleich berechnet.
Dein Mann wird wahrscheinlich mehr als du verdienen,
Kindergeld, geht an den, bei dem die Kinder Ihre Meldeadresse haben.
Und es muss klar geregelt werden,

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Ja, es muss geregelt werden. Aber er will nun ja ausziehen und einfach entscheiden, dass er 50/50 macht. Geht das so? Ohne vorher was schriftlich festgelegt zu haben?
Am Ende bin ich die, die alle Termine regeln muss und im Notfall ständig einspringen muss! Sehe ich irgendwie nicht so ganz ein!

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schirftlich muss gar nicht festgelegt werden, solange ihr euch einig seid,
wenn das nicht klappt, würde ich einen Kalender nehmen und fixieren

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Grundsätzlich kann das Betreuungsmodell nur im Einverständnis geändert werden - wenn ihr euch nicht einigen könnt, muss ein Familiengericht darüber entscheiden. Erfahrungsgemäß müssen solche Dinge klar geregelt ein, ich würde mich auf nichts einlassen, bei dem die Kinder spontan entscheiden können, bei wem sie heute oder morgen sind oder wer Arzttermine oder Ähnliches wahrnimmt. So kann ja niemand vernünftig planen, schon gar nicht mit einem Job. Ich glaube auch, dass den Kinder Verlässlichkeit und Klarheit gut tun. Das Wechseln an sich ist ja schon anstrengend, da sollten sie auch verlässlich Bescheid wissen, wann sie bei wem sind.

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Hallo,

ich glaube auch, dass er sich das ein bisschen einfach macht.

Ich würde schon ganz klar etwas festlegen.

Er zieht jetzt aus und die Kinder wechseln auch die Wohnungen?

Wie alt sind eure Kinder?

Grüße
Estrella

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Er kann das nicht einfach bestimmen, wenn du nicht einverstanden bist. Ich würde an deiner Stelle zum Jugendamt gehen und mich dort beraten lassen. Die helfen auch bei der Unterhaltsberechnung. Wenn ihr Euch nicht einigen könnt, muss ein Gericht den Umgang festlegen. Ich würde an deiner Stelle auch auf verlässliche Planung bestehen, alles andere funktioniert nicht. Und wenn er das Wechselmodell will, muss er es auch zeitlich darstellen können und nicht nur ab und zu. Wenn er das kann und die Kinder das auch wollen (wie alt sind die denn?)
wirst Du es schwer haben, dagegen anzukommen. Ich will das nicht, ist kein Argument. Ich persönlich bin kein Fan des WM, zumindest ist es nicht für jedes Kind geeignet. Die ständige Wechselei ist nicht immer für jedes Kind problemlos. Keinesfalls würde ich mich da tageweise drauf einlassen, das kann man schon mit Kindswohl argumentieren. Wochenweise geht, wenn klar geregelt ist, dass z.B. Montags über die Schule gewechselt wird.

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Danke erstmal.
Das Alter ist 8, 10 und 14.

Wir wohnen noch alle zusammen. Die Frage ist jetzt: er möchte in den nächsten zwei Wochen ausziehen und sofort 50/50 starten. Ich möchte es probieren von Freitag auf Montag und einen Nachmittag in jeder Woche, da er es bisher anders nicht einrichten konnte von der Arbeit her.
Ich sage nicht einfach, dass ich das nicht will.
Aber ich möchte, wenn, dann auch Verlässlichkeit.
Wenn er jetzt geht mit 50/50 und es klappt nicht, dann kann ich doch nichts mehr machen oder? Wenn 50/50 schon steht.
Geld ist egal, ich möchte Verlässlichkeit für die Kinder.

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Hallo du,

an eurer Stelle würde ich mich zunächst allein zusammensetzen und so lange "diskutieren", bis klar ist, dass eine verlässliche Regelung erzielt werden kann - anfangs auf keinen Fall eine Larifari-Regelung nach gusto - die tut niemandem gut. Dann setzt ihr euch mit den Kindern zusamen und teilt ihnen euren Entschluss zur Trennung und zum Wechselmodell mit. Ihr seht ja dann, wie sie reagieren und geht behutsam darauf ein - trotzdem erstmal auf einem festen Modell bestehen, das eine zeitlang ausprobiert wird und dann kann ggf. angepasst werden. Jetzt ist der Älteste schon 14 und er hat auf jeden Fall ein Mitspracherecht, wie weit er da schon ist, könnt nur ihr beurteilen.

Solltet ihr allein keine Einigung hinbekommen, wäre die nächste Anlaufstelle das Jugendamt oder ihr versucht es mit einer Mediation. Vorher würde ich den Kindern gar nichts sagen und mich auch nicht vertrösten lassen von deinem Mann. Wichtig ist, dass ihr noch halbwegs miteinander könnt, sonst wird es schwierig, etwaige Probleme gemeinsam lösen zu können. Eine gewisse Toleranz gehört ebenfalls dazu, schlimm wird es, wenn jeder von euch anfängt, alles sofort auf die Goldwaage zu legen. Schwierige Kiste, aber machbar. Ich wünsche dir/euch und den Kindern alles Gute und die Kraft, das gemeinsam hinzubekommen. Bei uns hat es gut geklappt, unsere Tochter war 7 bei der Trennung und es gab das WM von Anfang an im wöchentlichen Wechsel - mit Anpassungen hier und da, wenn mal Not am Mann war. Sie ist jetzt 18 und hat einen guten Draht zu beiden Elternteilen und ich hoffe, dass das so bleibt.

LG

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Schlaues Kerlchen. So drücken sich nun viele Männer vorm Unterhalt. Würde ich verhindern und mir einen guten Anwalt nehmen.

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Hallo liebe TE,

Ich lebe mit meinem Expartner im Wechselmodell mit unserer Tochter. Ich kann aus Erfahrung sagen das ein wechselmodell mit Kind(ern) nur, aber auch wirklich nur funktioniert wenn es ganz klare Absprachen gibt und alle sich daran halten!

Wir für uns haben alles unter uns ausgemacht, weil wir uns einig waren das unsere Tochter an erster Stelle steht und es ihr gut gehen soll. Wir sind aber auch auf einem Level bei dem wir von Anfang an sehr normal und freundschaftlich miteinander umgehen könnten, was manchmal natürlich trotzdem schwierig ist. Aber es kann funktionieren! Ich würde mich von deinem Ex nicht in die Situation schieben lassen das er einfach etwas fest legt, es muss besprochen und gemeinsam entschieden werden.
Wenn es von Anfang an klar ist das du die Kinder ohnehin 8 Tage hast und er 6 kommt er um einen gewissen Unterhalt nicht drumrum. Das muss aber berechnet werden und da würde ich mir von außen Hilfe holen. Ein Jugendamt kann hier helfen ohne das ein Gericht dazukommen muss. Am Ende ist es dem Jugendamt auch egal wie ihr euch einigt, den es muss für euch passen.
Mein Ex und ich haben z. B. Jeden Sonntag Übergabe ;-) der Tag ist dabei ja beliebig wählbar. Wir bringen oder holen unsere Tochter im Wechsel, reden kurz an der Tür oh etwas wichtiges war und dann wars das. Wir wohnen nun ein paar Gehminuten voneinander entfernt und unsere Tochter darf bei gaaaanz größer Sehnsucht auch jederzeit bei beiden von uns anrufen. Wir tauschen auch mal wenn einer von uns beiden etwas hat sei es Termine die halt mal ohne Kind einfacher sind, oder man ist krank oder oder oder. Ferien sind ab diesem Jahr relevant weil sie in die Schule kommt, also werden die Ferien besprochen, das muss alles passen.
Termine mache meistens ich, weil ich da einfach etwas mehr Überblick habe. Wir zahlen uns aber z. B keinen Unterhalt gegenseitig, mir würde welcher von ihm zustehen. Aber es ist eine private Regelung zwischen uns. Sachen wie kitakosten hatte ich übernommen da ich das Kindergeld erhalten habe. Das ist sicher hoch offiziell nicht so gedacht beim wechselmodell aber da wir uns einig sind... Wer soll da was sagen?
Ich würde dir raten dich nochmal mit ihm zusammen zu setzen, wnen er ein wechselmodell haben will kann er das ja bekommen, aber dann richtig und nicht nur zu seinen Bedingung. Schlag ihm doch vor das ihr euch mal beraten lasst. Und wenn er sich dagegen sträubt weil es dann nicht zh seinen gunsten ausgeht würde ich an deiner Stelle dennoch einen Termin machen und dann lässt du dich beraten und weißt dann aber definitiv wie es laufen soll, wer was für Rechte und Pflichten hat, wo noch Klärungsbedarf besteht.


Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe ihr bekommt das hin!

Ach so und was die Kinder angeht... Wie alt sind sie denn? Je nach Alter sollte man sie vielleicht fragen was sie denken wie es für sie selbst am besten ist, ob sie eine Idee haben wir man das am besten löst.

Liebe Grüße Raupe

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Er hat also ohne Dein Einverständnis die gemeinsamen Kinder aus Eurer bisher gemeinsamen Wohnung mitgenommen? Nennt sich Kindesentziehung. Du könntest ihn anzeigen. Macht natürlich Euer Verhältnis nicht besser. Allerdings zeigt sein Verhalten ja, dass er auf Krieg aus ist, oder?

Normal ist das Jugendamt sehr pro Vater und pro WM. In diesem Fall kann ich mir aber vorstellen, dass es sehr gut ist, wenn Du Dich direkt hin wendest. Ein Vater, der die gemeinsamen Kinder heimlich mitnimmt, macht mal gar keinen guten Eindruck. Rein rechtlich darf er das nicht. Die Kinder bleiben in der bisherigen Wohnung, bis das Gericht es anders entschiedet, oder bis Ihr beide Euch anders einigt. Ganz einfach.

Die meisten Väter entscheiden sich spontan für das WM, weil sie dann fast keinen Unterhalt mehr zahlen müssen. Sie glauben also, dass es günstiger ist. Tatsächlich ist das WM das teuerste Umgangsmodell, weil beide Eltern eine große Wohnung mit allem drum und dran finanzieren müssen. Und viele Kinder tun sich auch mit dem ständigen Wechseln schwer, es also gegen deren WIllen zu machen geht ebenfalls gar nicht.

In keinem Fall würde ich das jetzt einfach so akzeptieren. Frechheit siegt, oder wie?
Sprich mit dem JA. Wenn die nicht helfen, sprich mit einem Anwalt. Wie gesagt, rechtlich darf er das definitiv nicht.

Ein Umgangsmodell wird von den beiden Eltern gemeinsam entschieden oder vom Gericht. Von niemandem sonst. Auch nicht vom Jugendamt, nebenbei erwähnt.

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Dankeschön für deine ausführliche Antwort.
Im Moment fühle ich mich etwas veräppelt von ihm und ja, ich glaube es geht definitiv um Geld! Er wollte die ersten drei Wochen Ferienbetreuung übernehmen. Da kommt jetzt schon: kannst du dann und dann, ich will einen Kollegen treffen...die Wäsche für die Kinder liegt für mich. Ich glaub er weiß schon, dass volle 7 Tage anstrengend sind.
Dabei hab ich ihm ja schon gesagt, dass ich gar nicht groß Unterhalt haben will. Mir ist wichtig, dass es kein ständiges Durcheinander gibt und er die Kinder schiebt, wie es ihm gerade passt. Das tut mir leid.
Ja, ich mache einen Termin beim JA.
Ist doch das beste vielleicht und ja, ich möchte das schriftlich. Das gibt doch sonst nur Ärger und ich befürchte, wenn die erste Freundin da ist hat es sich mit dem 50/50 sowie erledigt.
Ich hoffe, ich täusche mich da...und er zeigt seinen Kindern doch mal, dass er verlässlich ist.