Fühle mich leer nach Trennung von Ehemann

Guten Abend!
Ich versuche mich möglichst kurz zu halten. Vor ein paar Wochen habe ich mich von meinem Ehemann getrennt und ich weiß, dass das die richtige Entscheidung war. Über 1,5 Jahre Lieblosigkeit ohne jegliche Änderung und das Auseinanderleben haben mich letztendlich zu dieser Entscheidung gebracht; wir waren nur noch Freunde und kein Paar mehr. Meine Gefühle ihm gegenüber sind nur noch freundschaftlich. Am Samstag ziehe ich aus unserem Haus in eine Wohnung und ich fühle mich ziemlich leer. Ich habe Angst vor dem alleine sein, obwohl ich in den letzten Monaten sowieso total einsam war. Noch nie zuvor habe ich alleine gelebt und eigentlich verbringe ich gerne Zeit mit mir selbst, trotzdem ist es ein sehr komisch Gefühl. Momentan kann ich meine Emotionen kaum noch in den Griff bekommen. Ich schwanke die ganze Zeit zwischen guter Laune und Heulanfällen. Wir waren 7 Jahre zusammen und 3 davon verheiratet; wir beide sind Mitte 20.
Im Moment fühlt es sich so an, als würde ich für immer alleine bleiben und nie wieder einen Partner finden.
Könntet ihr mir vielleicht von euren Erfahrungen erzählen? Obwohl ich mich getrennt habe, fühle ich mich unglaublich traurig.
Danke!

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Hey, es rur mir leid,dass es so gekommen ist.

Ich habe 2 Trennungen hinter mir, beide von mir ausgehend.

Auch wenn du diejenige warst, die gegangen ist, sind deine Gefühle absolut berechtigt. Dein Kopf weiß, dass es die richtige Entscheidung war. Aber dein Herz wird noch eine ganze Weile brauchen. Schließlich geht man keine Beziehung ein mit der Absicht, sich zu trennen. Du hängst noch an der Idealvorstellung. Gefühle wie Trauer, Einsamkeit und auch Existenzängste sind zwar nicht schön, aber völlig normal. Lass sie zu, versuch aber trotzdem auch nach vorn zu schauen. Erhalte dir eine Struktur in deinem Alltag ,das hilft.

Mir der Zeit wird es dir besser gehen. Und vielleicht kannst du es dann als die Chance sehen, die es ist. Die Chance auf ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben.

Und was spätere Partner angeht, da mach dir keinen Kopf. Lass dir Zeit und wenn du bereit bist, wird der richtige vorbeimarschieren.

Viel Kraft für den Prozess

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Hallo!
Ja ich kenne das. Ich habe mich im Oktober 2019 von meinem Mann getrennt. Wir waren 21 Jahre zusammen und seit 2001 verheiratet. Unsere Ehe war viele Jahre wunderschön, wir haben immer an einem Strang gezogen und konnten uns alles anvertrauen. Bis er anfing mit trinken.... Ich konnte ihm nicht helfen, dass Einzige was half war ihn fallen zu lassen. Er ist wieder aufgestanden hat eine Therapie gemacht aber für uns war es zu spät.
Ich war unendlich erleichtert als ich den Schlussstrich gezogen habe aber auch unendlich traurig. Es war ein Wechselbad der Gefühle. So wie bei dir gerade. Man weiß dass man den richtigen Weg geht allerdings verliert man auch soviel. Einen Vertrauten, eine gemeinsame Zukunft und muss erst einmal allein klar kommen. Ich war nicht ganz allein, hatte unsere beiden Kinder und musste für die beiden weiter machen. Aber es geht weiter. Es dauert eine ganze Weile ehe man über diesen Punkt hinweg ist. Mir hat immer viel Laufen mit Musik im Ohr geholfen. Es ist normal dass man sich hinterfragt und traurig ist, da es aber Gründe für die Trennung gab habe ich nie an meinem Weg gezweifelt. Ihr hattet sicherlich auch eine wunderschöne gemeinsame Zeit und da wäre es schade wenn man nicht traurig ist.
Ich habe erstmal fast 2 Jahre mit den Kindern alleine verbracht und mich dann auf einer Single Seite angemeldet. Es hat zufällig gleich gefunkt und ich bin seit einem Jahr in einer festen Beziehung. Nimm dir die Zeit, richte dich in deinem neuen Leben ein, gehe raus, triff dich mit Freunden und wenn du bereit bist wird auch ein neuer Mann in deinem Leben Platz finden. Du bist noch jung, ich war schon Ü40 😉
Alles Gute für dich.
LG Francie

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Hallo,

ich kann Dir versprechen, dass Deine Zweifel ziemlich schnell verschwinden werden.

Zuerst einmal ist es schon gut, dass Du zu Deiner Entscheidung stehst.
Als meine erste längere Beziehung (8 Jahre) in die Brüche ging, stand ich am gleichen Punkt wie Du gerade. Ich hatte vorher nie alleine gelebt. Und genau wie Du dachte ich, es findet sich nie wieder ein Partner. Da war ich 26 Jahre.

Und alles kam anders!
Ich muss zugeben, die erste Woche war nicht so schön. Nachts habe ich viel geweint.
Tagsüber ist man abgelenkt durch Arbeit, Freunde, etc.

Aber ziemlich schnell hat sich alles eingespielt. Meine Wohnung habe ich geliebt denn alles war so, wie es MIR gefiel.
Und auch die neue Freiheit.....toll!!
Du kannst hingehen wo und wann Du willst ohne jede Diskussion. LUXUS!

Ich war glücklich. Und dann....zack....kam die Liebe. Ohne dass ich gesucht hätte. Danach war es mir ja auch gar nicht gewesen.
Trotzdem wir sehr verliebt waren, haben wir eigene Wohnungen behalten. Der eigene Rückzugsort ist unbezahlbar (zumindest für mich).

So, jetzt habe ich Dir mein Erlebnis erzählt.

Ich wünsche Dir, dass Du es auch so genießen kannst.
Und was einen neuen Partner betrifft: ruhig bleiben. Du siehst ja, wenns passieren soll, dann tut es das auch!

Unternimm viel mit Deinen Freundinnen und lenk Dich ab.

Alles wird gut. Ganz bestimmt. 🍀🍀🍀

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Hallo Anja.

Das tut mir sehr leid…

Ich kann dich gut verstehen.
Ich war 5 Jahre mit meinem Ex zusammen. Die letzten zwei Jahre mit ihm erging es mir genauso wie dir. Wir lebten nur noch wie Bruder und Schwester zusammen… hatten sogar die ganzen zwei Jahre keinen Sex mehr… Gefühle waren von uns beiden noch stark vorhanden, aber keine romantischen mehr, die Gefühle blieben zwar gleich stark, aber entwickelten sich eben so wie wenn man seine Familie (Bruder, Schwester) liebt und nicht einen Partner. Es fühlte sich an wie ein WG Leben mit jemandem mit dem man zwar zusammen ist…. Aber irgendwie auch nicht.

Ich hatte alles versucht was ging um aus dieser Konstellation in der wir reingerutscht sind auszubrechen, aber wir wir uns verhielten schien ihm ziemlich zu gefallen. Von seiner Seite aus entwickelte sich wahrscheinlich der Gedanke, dass alles viel harmonischer läuft den je. Keine Eifersucht, keine Streitereien, mehr Freiraum, usw. Was in mir wirklich vor ging: unglücklich vor Sehnsucht nach Romantik, nach Sex, nach Dates mit ihm, noch vorhandener Kinderwunsch, ernste Gespräche ohne dass er ständig Witze macht, Urlaubsplanungen, einfach all das was man in einer Beziehung so gern hätte und tut… all das was bei uns verloren gegangen ist… das alles wollte ich mit ihm wieder haben, aber es war aussichtslos, er war schon zu festgefahren in der Rolle meines „Bro's“. Was dazu führte, wie es dazu kam? Ich hab absolut keine Ahnung! Es war anscheinend ein schleichender Prozess.

Wir haben uns beide nicht mal nach neuen Partnern umgesehen, er wollte auch nicht dass ich mir jemand anderes suche oder „fremdgehe“, er wollte auch mit keiner anderen Sex und wollte dass ich bleibe… und Schluss machen konnte ich nicht. Aus welchem Grund, vielleicht den selben den du hast: allein sein. Oder vielleicht weil ich Masochistisch veranlagt bin, ich weiß nicht. Und nein, betrügen wollte ich ihn nie, (habe ich auch nie), aber 2 Jahre ohne Sex und ohne angefasst zu werden…… da kommt schon mal der Gedanke und irgendwann auch öfters die Äußerung vor ihm, man würde jetzt gerade gern (aus Frust weil er schon wieder, zum x-ten mal „ich will kein Sex du weißt das“ sagt).

Im Endeffekt hab ich mich dann doch von ihm getrennt. Das ist jetzt ein Jahr her, ich vermisse ihn immer noch da bleib ich genauso bei der Wahrheit. Ob ich jetzt glücklicher bin? Nein. Aber eine Last ist auf jeden Fall von meinen Schultern gefallen: ständig alleine aussichtslos kämpfen zu müssen. Und diese Last war wirklich enorm…..

Ich drück dich ganz fest und ich hoffe für uns beide wir finden bald unser Glücklichsein zurück, ob mit oder ohne Mann! #liebdrueck

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Scheinbar habt ihr keine Kinder und Jobs. Hoffentlich bleiben dir keine Schulden. Das ist das Wichtigste. Mit Mitte 20 steht dir die ganze Welt offen. Und Männer erst recht.
Ich werde 40. Was soll ich dir sagen. 3 Kinder, keinen richtigen Job und keinen gut verdienenden Mann. Da hat man so richtig die A.karte gezogen.

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Was hat das damit zu tun ob man Kinder und Job hat? Auch mit/ohne Kinder & Jobs sind wir alle Menschen mit Gefühlen, Menschen die Liebeskummer spüren können, egal ob man gerade zuhause oder in der Arbeit ist, das Gefühl jemanden zu vermissen oder sich einsam zu fühlen kann überall auftauchen und mit jedem. Egal ob man gerade auch alleine ist, mit seinen Arbeitskollegen, oder mit den Kindern ist. Einsamsein ist etwas das sich nicht einfach so mit einer anderer Zeit und Ortsbestimmung bewältigen lässt.

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Hi,
mit Mitte 20, ist doch noch alles offen................

Klar, jetzt wo es ernst wird, hat man doch Muffensausen, und überlegt, ob man nicht............oder doch, oder nicht, oder X hätte gemacht, dann......................

Ich hatte 9 Jahre einen festen Freund, wohnten 3 Jahre zusammen, und ich bin 1 Tag, vor seinem 30. Geburtstag ausgezogen.

Und 1999 habe ich Vollzeit so wenig verdient, ich hätte mir nie eine eigene Wohnung leisten können, und bin wieder heim gezogen. Meine Eltern noch traumatisiert vom Unfalltod meines Bruders, paar Monate davor. "Mein Zimmer" bewohnte meine Schwester, ich hatte dann ein Bett in dem Wohnzimmer, wo früher gefeiert wurde. Meine Klamotten waren im "ganzen Haus verteilt, wo Platz im Schrank war".

Ich war wieder "Kind", und wurde gefragt, wo ich hin will, und soll doch bitte um 22 Uhr wieder daheim sein usw usw usw. Habe ich meine Wäsche im Heizungsraum abhängen wollen, hatte meine Mutter, alles umgeklammert, weil es "so" nicht geht.......................

Kochte ich................wurde das nur gegessen, weil es "heiß war und satt machte". Ich mag bis heute keine Kartoffeln, Gemüse oder Salat und "Fleisch", mehr essen. Dieses typische Jahrgang 1938/39 Essen.

Ich fuhr viel Rad und Motorrad, meldete mich im Fitnessstudio an.

Ich habe vorher, vor lauter Wut, viel geheult. Als ich ging, gab es keine Tränen mehr. Er hätte mir alles versprechen können, es war so richtig vorbei. Da konnte nichts mehr "hoch geholt werden", oder aktiviert. Vorher wurde alles kaputt gemacht.

Klar, ist die erste Zeit komisch, aber das relativiert sich bald.

Alles Gute

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Das geht vielen so.
Auch wenn die Trennung das beste ist, denkt man meistens erstmal nur an die schönen Zeiten. Und natürlich spielt auch die Gewohnheit eine Rolle.

Aber das wird aufhören.
Und jede Änderung im Leben bringt Dich in irgendeiner Form weiter.

Alles Gute #klee