Trennung- Bedenken Wechselmodell

Hallo zusammen,
vielleicht gibt es Erfahrungen die mir etwas die Angst nehmen, oder konstruktive Sichtweisen die mir noch nicht klar sind. Ich versuche mich kurz zu halten, dieses Thema liegt mir schwer auf dem Herzen.

Mein Partner und ich trennen uns. Wir haben nach der Scheidung und 6 Jahren Trennung vor va. 4 Jahren einen neuen Versuch gestartet. Leider hat dies nicht geklappt. Wir hatten auch eine Paartherapie aber ich verhungere emotional, um es milde auszudrücken. Nun ist mir wichtig dass sich für unsere Kinder, 12,14 , nicht viel verändert, sodass ich bereit wäre und auch gerne selber möchte dass wir nur 1 Haus weiter ziehen, sodass die Kids zu Papa können wann sie wollen und auch den Rest der Familie so haben wie bisher. Wir, Schwiegereltern, Schwager +Familie , wohnen quasi Tür an Tür. Mein Ex möchte wohl das Wechselmodell beanspruchen, leider hat er mir das selbst noch nicht gesagt, wir haben starke Kommunikationsschwierigkeiten, und ich habe große Bedenken, da ich mir ziemlich sicher bin, dass er das aus finanziellen Gründen möchte. Prinzipiell sollen die Kinder natürlich mit entscheiden können wo sie leben möchten, da mein Ex aber ja, wie soll ich das ausdrücken, egoistisch und Verantwortungsscheu ist, hatte ich an die (gut in meinen Augen beste) Lösung gedacht nicht weit weg zu ziehen, sodass er immer noch am Leben seiner Kinder teilhaben kann. (Evtl. auch mit meiner Unterstützung) Warum ich Bauchschmerzen mit dem von ihm gewünschten Modell habe, ich arbeite in Teilzeit und hab Gleitzeit und verdiene ganz gut, wenn die Kinder aus der Schule kommen bin ich Zuhause. Er arbeitet Vollzeit bis 16-16.30 und hat keine Möglichkeiten die Arbeitszeit individuell zu gestalten und denkt sich dass so, dass die Kinder in seiner Woche dann nach Schulschluss durch seine Schwägerin betreut werden könnte, ..... ich hatte erwähnt das ich nur ein haus weiter ziehen möchte und er dem übrigens auch wohlwollend zugestimmt hatte.....
Er wollte das damals auch bei der ersten Trennung bzw. Scheidung, da waren die Kinder knapp 2 und 4. Unter den selben Bedingungen, nachdem es viel Stress und Streitereien gab wg dem Unterhalt. Er verdient nicht super gut und hat viele Ausgaben und hohe Fixkosten, deswegen gehe ich davon aus das es ihm vorrangig ums geld geht, auch wenn ich weiß ( er hat das noch nicht alles genau beleuchtet denke ich) das er evtl trotzdem Unterhalt an mich zahlen müsste. Ich möchte betonen das es mir wirklich wichtig ist, dass die Kids weiter auf ihren Papa Zugriff haben und er in ihrem Leben präsent ist und bleibt, da steck ich meine Bedürfnisse und Konflikte auch gerne und gut zurück, solange es den Kindern gut geht. Ich möchte das die Kinder aber verlässliche und strukturierte Verhältnisse haben und behalten, gerade jetzt wo die Pubertät vor der Tür steht. Diese Gedanken hat mein Ex nicht. Es gibt ja Gründe warum ich mich von ihm trenne bzw. wir uns einvernehmlich trennen.

Puh, es ist natürlich auch viel Hintergrund vorhanden aber ich will hier nicht Seiten dicht machen.

Für Meldungen und Erfahrungsberichte bin ich sehr dankbar.

Lg

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Hallo!

Es ist wirklich schade, dass es nicht geklappt hat und ihr momentan schwer miteinander kommunizieren könnt - siehst du da in der Zukunft Chancen der Besserung? Kommunikation ist sooo wichtig, besonders bei dem Wechselmodell.

Mir stellen sich die Fragen, wenn die beiden Kids ja schon älter sind, inwiefern sie Betreuung benötigen oder geht es dir um ein gekochtes Mittagessen/Unterstützung der Hausaufgaben?

Habt ihr schon die Kids gefragt, was die gerne möchten? Sie haben ein Alter, wo ich sie definitiv mit einbeziehen würde.

Wieso gehst du davon aus, dass er dir trotzdem Unterhalt zahlen muss? Ich hab es so verstanden, dass du mehr verdienst? Dsnn wärst du vermutlich diejenige, die zahlen müsste (also beim Wechselmodell oder wenn die Kinder mehr bei ihm sind).

Ich würde mich mit ihm zusammensetzen, um die Dinge zu besprechen. Eventuell kann Jemand Drittes zugegen sein, um bei Bedarf zu vermitteln?
Und danach, mit den Kindern zusammen, was sich wer vorstellt und wünscht.

Alles Gute!

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Was genau ist denn das Problem? In dem Alter brauchen die Kinder doch gar keine Betreuung. Oder geht es dir ums Geld? Da ihr ungefähr gleich viel verdient wird niemand dem anderen Unterhalt zahlen müssen. Was sind denn konkret deine bedenken? Für mich list sich das alles eher als Vorwand.

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Für mich liest es sich auch eher so, dass *du* keinen Unterhalt zahlen möchtest beim Wechselmodell da du ja nach eigenen Aussagen mehr verdienst als er. Eine Betreuung brauchen die Kinder in dem Alter nicht und selbst wenn, sie wäre durch seine Familie sichergestellt also geht es dich nichts an wenn sie bei ihm sind.

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Die TE hat nicht gesagt, dass sie mehr verdient. Nur, dass sie gut verdient in Teilzeit.

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Die Kinder sind 12 und 14 - ich frage mich, was es da noch großartig zu betreuen gibt. Ist ja nicht tagfüllend.
Daher verstehe ich dein Argument auch gar nicht, dass der Vater ja erst um 16:30 Zuhause ist. So what?
In dem Alter spielt das wirklich keine Rolle mehr.
Oder sind eure Kinder so unselbständig erzogen, dass sie nicht wenige Stunden alleine klar kommen.
Und ja die Pubertät steht vor der Tür. Aber auch da ist ja keine 24/7 Betreuung notwendig. Muss ja niemand mehr einem Teenager den Hintern wischen 🙄

Ich denke ihr solltet in erster Linie mal die Kinder fragen, ob sie Wünsche haben. Die sind ja nun nicht mehr klein und haben vielleicht eigene Vorstellungen. Vielleicht wollen sie ja auch ganz beim Vater bleiben, vielleicht jeweils einer bei dir und einer beim Vater.
Außerdem finde ich es irgendwie schade, dass ihr optimale Voraussetzungen für ein Wechselmodell habt (Wohnung nahe beieinander) - aber bei dir das Unterhaltsthema im Vordergrund steht.
Im Wechselmodell könntest du ja auch Stunden aufstocken und wieder normal arbeiten. Mit so "alten" Kindern in einer Teilzeit Beschäftigung ist naiv oder halt bequem. Ich persönlich hab dafür überhaupt kein Verständnis.

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Verlässliche Strukturen behalten und Trennung schließt sich aus. Punkt!

Geh mal davon aus, dass du um ein Wechselmodell nicht drumherum kommen wirst. Da hilft Dir alles Taktieren nichts.

Ich würde nicht in das Haus nebenan einziehen. Ich würde nicht permanent unter der Beobachtung meines Ex sein wollen. In der Nähe ist gut für die Kinder. Das gibt ihnen Selbständigkeit. Aber auf bisschen Abstand würde ich schon achten.

Ansonsten stimme ich den anderen zu:
Sprecht mit den Kindern. Sucht gemeinsam ein Modell. Legt Regeln fest und zieht es mal 4-6 Monate konsequent durch, bis sich alle an die neuen Routinen gewöhnt haben. Dann könnt ihr nochmal drüber sprechen und ggf. was ändern.

Trennung ist Chaos, Stress, Verletzung am Anfang. Und im Regelfall wird es niemand hinterher so haben, wie er es wollte. Normalerweise leiden alle, auf die eine oder andere Art.

Alles Gute!