Laufende Trennung wird zum psychischen Problem

Hallo liebe Community,
mein erster Beitrag hier ist leider nicht besonders positiv.
Die Geschichte dahinter:
Meine (noch) Frau und ich haben uns vor 15 Jahren auf der Arbeit kennengelernt. Ich habe dann zwischenzeitlich eine andere Frau geheiratet und ein Kind mit dieser Frau. Die Ehe ging nach 5 Jahren in die Brüche, weil sie einen neuen Freund gefunden hatte und sich "ausprobieren" wollte (meine erste Frau hatte keine Vorerfahrung mit anderen Männern vor mir und sie hatte offenbar das Gefühl was verpasst zu haben). Im Trennungsschmerz aus dieser Ehe habe ich dann Kontakt zu meiner jetzigen Frau aufgenommen, welche zwischenzeitlich nicht mehr mit mir zusammen gearbeitet hat. Sie hat innerhalb weniger Stunden geschafft, dass es mir wieder gut ging und ich wieder positiv war und nach vorne sehen konnte. Wir sind dann zusammen gezogen und haben nach einigen Schwierigkeiten (meine Frau hat verschlossene Eileiter, so dass hier nur eine künstliche Befruchtung möglich war) haben wir im 3. Versuch Zwillinge bekommen (einen Jungen und ein Mädchen).
Die Probleme begannen, als ich mir in den Kopf gesetzt hatte, dem Betriebsrat des Unternehmens anzugehören. Sie war von Anfang an dagegen, weshalb ich ihr nicht erzählt habe, dass ich gewählt worden bin. Sie hat das zufällig herausgefunden, weil sie eine geöffnete Wahlübersicht auf meinem Monitor gesehen hat. Ich habe ihr dann (dämlicherweise) auch zu einigen Schulungen nicht die Wahrheit erzählt, sondern gesagt, dass ich in die Firma müsste.
Die Zugehörigkeit zum Betriebsrat führte bei mir dazu, dass ich sehr reizbar wurde und durch absolute Kleinigkeiten sofort auf 180 war.
Das alles hat sich meine Frau über 2 Jahre angesehen und mir immer wieder gesagt, dass ich mich hier ändern müsse, weil sie mich sonst vor die Tür setzt. Gesagt, getan. Es hat sich leider bis zu 4 Wochen vor meinem (erzwungenen) Auszug nichts geändert.
Die Änderung habe ich dann 4 Wochen vor dem Auszug gezeigt (um vielleicht noch etwas retten zu können), was dann aber nicht mehr geholfen hat.
Nun sitze ich seit etwas mehr als einem Monat in der eigenen Wohnung und weiß nichts mit mir anzufangen. Problematisch an der Sache ist, dass ich zu ihr zurück möchte (weil sie und die Kinder mir fehlen), sie mir aber deutlich gemacht hat, dass die Entscheidung endgültig wäre. Ich habe ihr nun mit unzähligen Nachrichten versprochen, dass es bei einem neuen Versuch alles besser würde und das ich das ja auch schon gezeigt hätte. Sie meinte darauf, dass sie das anrechnen würde. Frage für mich in dem Zusammenhang: anrechnen auf was?
Ich glaube, dass ich es mit Nachrichten etwas übertrieben habe (sie hat auf fast keine nachricht geantwortet) und ich habe das Gefühl, dass ich es damit noch schlimmer mache.
Das Problem ist, dass wir Ende des Monats einen gemeinsamen Urlaub geplant haben und bislang gibt es hier noch keine Absprachen, wie das genau ablaufen soll.
Ich weiß halt generell nicht, wie ich hier weiter verfahren soll. Ich habe außer ein paar Arbeitskollegen niemanden, mit dem ich reden könnte.
Vielleicht können wir uns hier ein wenig dazu austauschen.
Viele Grüße
Tobias
P.S.: Natürlich höre ich euch auch zu, wenn ihr was zu erzählen habt.

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Guten Morgen Tobi2508,

Was an deinen Gedanken und deinem Verhalten hat zu eurer Trennung beigetragen?

Deine Schilderung liest sich für mich erst einmal typisch männlich und emotional distanziert, obwohl es innerlich in dir ganz anders aussehen dürfte. Ich vermute mal, du schaffst es einfach nicht wirklich, über deine Gefühle zu reden. Das klingt bei mir auch in deiner Bemerkung durch, du hättest außer ein paar Arbeitskollegen niemanden, mit dem du reden könntest.
Kannst du denn mit deinen Arbeitskollegen über deine Gefühle, über deine gescheiterte Partnerschaft, über deinen Anteil an dem Scheitern deiner Beziehung, über deine Ängste und deine Verzweiflung reden?
Ich fürchte nein.
Wie könntest du das ändern, hast du dir darüber Gedanken gemacht, wie du eine kleine Bresche in dein selbst gemauertes Gefängnis schlagen könntest?

Nachdem du eine eigene Wohnung beziehen musstest, hast du in meinen Augen das falscheste gemacht, was du machen kannst. Nämlich deine Ex-Partnerin mit unzähligen Nachrichte bombardiert, es bei einem neuen Versuch "alles besser zu machen".
Ich will dir nicht zu nahe treten, aber das klingt für deine Ex-Frau genauso unglaubwürdig wie für mich als außenstehenden Mann. Sie kennt dich und deine Muster, daher fällt sie natürlich nicht drauf rein.

Du hast deinen Anteil an dem Scheitern deiner Beziehung allenfalls angedeutet, der Anteil deiner Frau bleibt für mich völlig im Dunkeln. Deine Frau wird auch ihre ganz eigenen Baustellen haben.
Aus deiner Betriebsratgeschichte höre ich indirekt heraus, deine Frau kannte wohl deine Schwäche deiner mangelnden emotionalen Belastbarkeit in dieser Hinsicht. Deine Überforderung äußerte sich nach deinen Worten in einer sie verletzenden Reizbarkeit "gleich auf 180 sein".
Dein Verhaltensmuster kannte deine Frau von dir aus der Vergangenheit wohl nur zu gut, weshalb sie sich auch gegen deine Wahl zum Betriebsrat gestellt hat.


Was kannst du tun?
Vielleicht wäre es für dich am Besten, erst einmal deine Ex in Ruhe zu lassen und dich um dich selbst zu kümmern. Das kannst du nicht, wenn du weiterhin nur im eigenen Saft schmorst. Du brauchst Menschen, mit denen du offen und ehrlich über deine Gefühle und deine Defizite reden kannst, sonst wirst du immer in deinem Sumpf stecken bleiben.
Ich hätte da an mehrere Möglichkeiten gedacht: Etwa eine Auszeit bei einer Reha in einer psychosomatischen Klinik, um einen Anfang zu machen. Vorab könntest du versuchen, dich einem Therapeuten gegenüber zu öffnen, um besseren Zugang zu deinen Gefühlen zu bekommen. Auch Gespräche mit vertrauenswürdigen Menschen, etwa einem Seelsorger oder ganz anonym bei der Telefonseelsorge könnten dazu beitragen, erst einmal über dich und deine gescheiterte Beziehung nachzudenken.

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Hallo Christoph,
danke für dein Feedback.
Diese emotionale Distanz liegt schlicht darin, dass ich absichtlich versucht habe, hier nicht zu emotional zu werden, denn ich könnte den ganzen Tag heulen.
Ich habe glücklicherweise meine Eltern noch, so dass ich hier jemanden habe, wo ich mich richtig "auskotzen" kann. Hier ist nur das Problem, dass dieser Austausch nur digital stattfinden kann (mein Vater wohnt in Düsseldorf, meine Mutter in Bregenz, ich in der Nähe von Leipzig). Aber auch der digitale Austausch hilft mur.
Dass das "bombardieren" mit Nachrichten nicht die richtige Lösung ist, habe ich inzwischen auch verstanden. Ich habe es tatsächlich heute geschafft, mich mit ihr und den Kindern zu treffen und hierzu kein Wort zu verlieren. Genauso konnte ich mich heute mit Nachrichten zurück halten. Das muss ich jetzt durchziehen, das habe ich verstanden.
Ich habe meinen Anteil angerissen, dass sie einen Anteil hat ist klar, wird sie aber so nicht sehen. Ihr Anteil liegt momentan darin, dass sie relative Kleinigkeiten höher kocht, als sie eigentlich sind. Das und das sie zwar Unterstützung für alles mögliche haben möchte, auf der anderen Seite aber nichts abgeben kann, ist hier auch ein Problem. Im Grunde sind das alles (im Vergleich zu anderen Problemen, die in Beziehungen so auftreten können, relativ kleingeistig sind. Wir haben zum Glück keine schwereren Probleme gehabt, es ging zum glück nie um richtig schwerwiegende Probleme wie Drogen, Alkohol oder Gewalt).
Das um sich selbt kümmern klingt einfacher, als es ist. Man braucht etwas, an dem man sich aus der Lethargie befreien kann und das ist schwierig. Ich habe das "Glück", dass ich parallel eine Weiterbildung mache und ich mich hier einstürzen und ablenken kann.
Was noch erschwerend für mich dazu kommt ist, dass ich an Multipler Sklerose erkrankt bin und psychischer Stress für mich absolut schädlich ist. Schon aufgrund dessen muss ich versuchen, dass ich meine Psyche etwas schone.
Meine Ex in Ruhe zu lassen ist von daher schwierig, weil wir die gemeinsamen Kinder haben, das heißt, dass wir uns eigentlich nie richtig trennen können. Ich habe mich beim Auszug dagegen entschieden weiter weg zu ziehen (was mich meiner Arbeit näher gebracht hätte, mich aber von den Kindern entfernt hätte). So kann ich die Kinder (theoretisch) jeden Tag sehen, denn sie sind nur 500m Luftlinie entfernt.
Die Reha ist eine gute Idee, die kriege ich wahrscheinlich allein wegen meiner MS, die dann zwar nicht so auf die psychischen Probleme eingehen, dafür andere Sachen stärker behandeln. Aber es wäre eine Möglichkeit, aus dem Trott auszubrechen.
Mein Problem ist aktuell noch, dass ich nicht akzeptieren möchte, dass die Beziehung wirklich endgültig gescheitert ist. Ich habe immer noch ein Männlein im Kopf, was mir flüstert, dass es zwar für mich ein gewaltiger Dämpfer sein soll, aber dass noch nicht alles vorbei ist. Hierzu muss ich aber mit den Nachrichten aufhören, weil nur so Ruhe reinkommt und sie eventuell entdeckt, was ihr fehlt.

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Guten Morgen Tobi,

ich danke dir für deine Antwort, die ist nach deinem ersten Post ein echtes Überraschungsei für mich.

Ich möchte etwas auf deine chronische Erkrankung(MS) eingehen, du hörst dich so an, als sei die Diagnose vor nicht allzu langer Zeit gestellt worden.

Ich hatte zwei Arbeitskolleginnen, die während meiner Zusammenarbeit mit ihnen an einer MS erkrankten. Bei Beiden nahm ich als Außenstehender starke Gefühls- und Wesensveränderungen wahr. Auch Verhaltensänderungen waren nicht zu übersehen, eine Kollegin hat dann sogar in einer Art Übersprungshandlung gekündigt, obwohl wir ihr alle dringend davon abgeraten haben.

Ich glaube, dahinter verbirgt sich in erster Linie eine existentielle Krise der Erkrankten. Zuerst will der Betroffenen sie nicht wahrhaben und verdrängt wohl eine ganze Menge. Aber im Hintergrund bohrt die eigene Sinnkrise und führt zu einer veränderten Gefühlswelt und damit auch unweigerlich zu gewissen Verhaltensänderungen. Irgendwann muss der Erkrankte sich auch der eigenen Sinnfrage stellen.

Diese seelische Krise wird natürlich von den Mitmenschen und natürlich noch mehr von den Partnern gefühlt und mitgelitten.
Unsere Partner reagieren darauf, sie geraten nach meiner Ansicht durch die Erkrankung ihres Geliebten unweigerlich selbst in eine Krise. Die Krise überträgt sich auf sie, auch ihnen stellt sich die Frage, wie soll es mit uns und mit mir weitergehen?
Die Antwort dürfte lauten: Nicht so wie bisher...

Wenn du bereit bist, dich deiner Erkrankung zu stellen, die ja dein Denken und dein Leben auf den Kopf stellt, dann könnte sich das auch auf deine Ex-Partnerin übertragen.
Deine Geschichte mit dem Betriebsrat hört sich in diesem Kontext für mich wie eine Fluchtreaktion an, wie eine Ablehnung deiner MS und der Konsequenzen, die sich daraus ergeben, wie etwa eine starke Verletzlichkeit, die du ja selbst andeutest.

Wie wäre es für dich mit einem Therapeuten darüber zu sprechen?
Es gibt mittlerweile auch viele Selbsthilfegruppen für MS-Erkrankte, da dürfte es oft auch um die psychischen Auswirkungen der Erkrankung auf die ganze Familie gehen.

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Hey Tobi!

Was konkret möchtest du denn ändern?
Wie soll "der neue Tobi" sein? Daran würde ich nun arbeiten. Und zwar ab nun.

Ihr seid bald im Urlaub und du könntest ihr zeigen, dass du es begriffen hast. "Beim nächsten Versuch ändere ich mich" hat jede Frau schon x mal gehört. Die Katze im Sack will niemand.

Liebe Grüße
Schoko

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Hallo Schokofrosch,
was ich konkret ändern möchte kann ich dir relativ genau sagen:
Ich will nicht mehr so gereizt auf Kleinigkeiten reagiere (den Hintergrund konnte ich inzwischen herausfinden), dass ich ihr definitiv immer zu allem die Wahrheit sagen werde, dass ich sie stärker im Alltag unterstütze und natürlich immer für sie da bin.
Das meiste davon konnte ich bereits vor meinem Auszug umsetzen, dass Wahrheit-sagen scheiterte bislang an entsprechenden Gelegenheiten, da ich ihr nichts zu sagen hatte, wo ich eventuell hätte lügen können.
Der "neue" Tobi wäre gleich dem "ersten" Tobi, denn ich habe mich erst im Laufe der Beziehung verändert. Zu Anfang habe ich genau das, was ich jetzt ändern möchte, schon gemacht, daher wäre eine Veränderung in diese Richtung vielleicht einfacher, als wenn man das neu "lernen" oder "üben" müsste.

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An der Unterstützung kann es ja nicht liegen. Ich schmeiß mein Auto ja auch nicht weg, weil es manchmal nur 200kmh statt 250kmh fährt obwohl der Kofferraum dadurch nicht kleiner wird.

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Deine leeren Worte glaubt deine Frau natürlich nicht. Du musst ihr zeigen, dass du dich wirklich veränderst, vielleicht habt ihr dann noch eine Chance. Keine Absichtserklärung, sondern wirkliches Machen.
Schreibe ihr, dass du dich nun darum kümmern wirst, dass es dir besser geht und du an deinen Baustellen arbeitest. Du freust dich, wenn sie dir eine Chance gibt, sobald du hier große Fortschritte gemacht hast und weißt, wie du es in Zukunft besser machen kannst.
Dann such dir therapeutsche Hilfe und arbeite wirklich an deinen Themen. Ich wünsche dir alles Gute.

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Hallo Levinia,
danke für dein Feedback.
Das stimmt, leere Phrasen bringen hier nichts, ich muss Taten folgen lassen. Und hierzu kann ich die Zeiten nutzen, zu denen ich mich mit ihr und den Kindern treffe. Problem hier könnte nur sein, dass wir hier selten allein sind, aber Fortschritte kann ich ja auch "in Gesellschaft" beweisen.
Therapeutische Hilfe ist eine gute Idee, da bin ich auch schon dran.

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Es tut mir leid zu hören, dass es dir aktuell so schlecht geht.

In erster Linie kannst du jetzt nur eins tun. Kümmere dich um dich! Erkenne deine Probleme und versuche sie zu lösen.
Ich kann dir Hypnose sehr empfehlen. Es hilft oft, alte Glaubensmuster aufzubrechen und sich für neue Ansichten zu öffnen.

Wenn du jemanden hast, dem du vertraust, rede darüber!

Da dir der BR offensichtlich nicht gut tut, was spricht dagegen auszutreten?
DAS ist Aktion und bringt dich weiter.
Dinge hinter dir lassen die alte, unschöne Verhaltensmuster hervorrufen.

Wenn deine Frau sieht, dass du an dir arbeitest, wird sie sich zumindest wieder für ein Gespräch öffnen. Da helfen aber keine leeren Versprechungen sondern Taten.
Und in Kontakt werdet ihr sein, allein wegen der Kinder.

Kümmere dich darum, dass du dich wieder lieben kannst, dann kann sie es vielleicht auch 🙏

Alles Gute 🍀

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Hallo Liebe.Leben.Lachen,
danke für dein Feedback.
Der Br ist für mich bereits Geschichte, da ich bereits ausgetreten bin und (obwohl jetzt gerade Neuwahlen stattfinden) keine erneute Amtszeit anstrebe.
Ich weiß, dass ich erst einmal mit mir selbst ins Reine kommen muss. Dann wird der Rest vielleicht folgen.

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Ich drücke dir die Daumen! 🍀

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Versetze dich mal in die Lage deiner Frau:
sie hat ZWEI Jahre mit Engelszungen auf dich eingeredet, dass du aggressiv bist, dich bitte ändern möchtest. Du hast hinter ihrem Rücken eine Wahl gewonnen und Schulungen verschwiegen und gelogen. Sie muss dann ja mit 2 Babys auch alleine gewesen sein.
Du hast 2 Jahre lange ihre Bitten ignoriert, obwohl du genau wusstest, was das Ignorieren bewirkt.
Du hattest sehr lange sehr sehr viele Chancen.

Ich würde daher erst mal Verständnis zeigen, dass deine Frau mit langer Vorankündigung nicht mehr mit dir zusammen sein kann. Zeige ihr, dass du weniger aggressiv bist, wenn ihr als Eltern euch begegnet. Wäre ich deine Ex-Frau, würde ich mir dich nun viele viele Monate lang anschauen, ob du dich geändert hast. Dennoch ist fraglich, ob da wieder Gefühle kommen, wenn man 2 Jahre lang so richtig mies behandelt wurde. Mache dir bewusst, dass es wenig Chancen auf ein Aufwärmen gibt und schaue, was du willst, was deine Interessen und Hobbys sind und finde zu dir. Dass du nichts mit dir anfangen kannst, zeigt das mehr als deutlich.

Bzgl Urlaub: lass deine Frau mit den Kindern alleine fahren oder sie soll eine Freundin/jemanden aus der Familie mitnehmen. Will sie das nicht, würde ich stornieren. Ein Urlaub als Familie setzt falsche Zeichen. Hier sind schließlich auch 2 Kinder involviert.

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Hallo Diddl,
vielen Dank für deine sehr ehrlichen, wenn auch sehr direkten Worte.
Ganz so schlimm war es zum Glück dann doch nicht, ich war nicht 2 Jahre durchgehend schlecht gelaunt. Das war immer mal Tageweise , dann passierte es auch dass wochenlang alles wieder gut war.
Mir ist auch bewusst, dass das Gefühle kaputt machen kann und das das Ignorieren ihrer Warnungen die ganze Sache nicht besser gemacht, sondern das Ganze eher ins negative gekippt haben.
Ich konnte ihr allerdings in den letzten 4 Wochen vor meinem Auszug schon zeigen, dass ich es auch anders kann und sie hat mir auch schon zugestanden, dass sie mir meine Rettungsversuche anrechnet. In wie weit das positiv ist, wird erst die Zukunft zeigen.
Ich habe auf jeden Fall die Hoffnung, dass ihre Gefühle noch nicht ganz so kaputt sind, wie sie versucht mir klar zu machen. Ich habe so ein bisschen den Verdacht, dass sie selbst gerade ihre Gefühle herunter kämpfen muss. Woran ich das festmache? Immer wenn sie mir deutlich machen will, dass die Entscheidung endgültig sei, klingt sie wie ein trotziges Kind, dem man das Eis weggenommen hat. Vor kurzem auf einer Veranstaltung musste sie sich die Tränen verdrücken, als ich sie bat, uns noch eine Chance zu geben. Daher möchte ich meine Hoffnungen nicht ganz begraben und nun (allerdings sehr viel passiver als bisher) schauen, wie sich das entwickelt.
Ich glaube, dass es eventuell auch ihr noch nicht ganz vollumfänglich klar ist, was das bedeutet und eventuell fragen die Kinder auch öfter, als sie gedacht hat, wann Papa wieder kommt bzw. ob Papa zu Besuch kommen darf. Ich glaube, dass sie jetzt in erster Linie Ruhe braucht um sich selbst zu sortieren und für sich selbst zu einem Ergebnis zu kommen. Es wäre ja auch nicht die erste Beziehung, die nach so einer Auszeit eine neue Chance bekommt. Ich weiß auch, dass die Statistik genau das Gegenteil behauptet, dass der Großteil der getrennten Eltern sich dann auch scheiden lassen. Aber vertrau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast (Winston Churchill). Daher wird mir nur die Zeit Gewissheit bringen....