Kindesunterhalt; Anrechenbarkeit von Eigentumswohnung/Haus?

Hallo Ihr Lieben,

auch ich habe ein unterhaltsrechtliches Problem und bislang konnte mir keiner (Jugendamt, Anwältin ist nicht greifbar) helfen. Ich hoffe, es gelingt Euch.

Zur Vorgeschichte:
Seit 7 Jahren bin ich Alleinerziehende mit einer jetzt 9-jährigen Tochter. Mein Ex hat vor 5 oder 6 Jahren geheiratet. Seine Frau hat zwei selbständige erwachsene Kinder mit in die Ehe gebracht. Weiterer Nachwuchs ist nicht vorhanden. Und mein Ex und ich waren nicht verheiratet.

Es besteht für den Kindesunterhalt ein rechtsgültiger Titel. Mein Ex musste zum 01.01.06 eine Einkommensminderung hinnehmen, so dass der Kindesunterhalt neu zu berechnen ist. Völlig korrekt.
Da die Beistandschaft über das Jugenamt besteht, wurden dort die Verhandlungen aufgenommen. Eine Einigung fand jedoch nicht statt. Daher ging mein Ex an das Familiengericht, um die Abänderung des Unterhaltstitels in seinem Sinne zu erwirken. Der Verhandlungstermin dort ist der 20.11. (also kommenden Montag).#schwitz

Hauptstreitpunkt ist die Frage, ob die kurz vor der Geburt von ihm allein gekaufte Eigentumswohnung und die damit verbundenen Kredit-Belastungen unterhaltsrechtlich relevant sind, als Einkommensminderung und damit zu einem geringeren Unterhaltsanspruch seines Kindes führen. Er sagt: Ja; das Jugendamt sagt: Nein.
Der Richter hat in einem Schriftsatz angedeutet, die Belastungen berücksichtigen zu wollen (da vor der Geburt entstanden), allerdings auch die sich daraus ergebenden Vorteile (Wohnwertvorteil/ersparte Miete). Ggf. sind auch die Tilgungsleistungen nicht einkommensmindernd zu berücksichtigen.

Soweit so gut. Jetzt kommt mein Problem:

Gestern habe ich erfahren, dass mein Ex in ein Haus umgezogen ist. Ich gehe davon aus, dass er dieses Haus gekauft hat.
Wie sieht es jetzt unterhaltsrechtlich aus?#gruebel

Können die zusätzlichen Belastungen für das Haus ebenfalls voll berücksichtigt werden, obwohl dieser Kredit nach der Geburt der Tochter entstanden sind?

Oder sind jetzt alle Belastungen nicht mehr berücksichtigungsfähig - auch die Restschulden für die Eigentumswohnung?

Wenn die Belastungen nicht mehr berücksichtigt werden, können trotzdem noch die Vorteile (ersparte Miete) angerechnet werden?

Vielleicht hat ja jemand einen ähnlichen Fall selbst oder im Bekanntenkreis verfolgen können und kann mir helfen. Ich suche nach der Stolperfalle. Vielleicht gibt es ja auch gar keine.

Ganz ganz lieben Dank für Eure Unterstützung!!!!!#danke
lilie

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Hallo,

Belastungen für das neue Haus gehen definitiv nicht zu Lasten des Unterhalts! Das ist 100% sicher. Sonst wäre es ja ganz einfach, ich kaufe ein teures Haus und schon muss ich keinen Unterhalt mehr zahlen. So geht es nicht.

Wenn er nun im Haus und nicht in der Wohnung wohnt, dann bekommt er dort Miete = Einkommen, dadurch könnte der Unterhaltsanspruch steigen. Teile das deinem Anwalt unbedingt mit.

lg

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Mäuschen Du bist ein Schatz!!
Tausend Dank für Deine rasche Antwort - mir ist soeben ein Stein vom Herzen gefallen.#freu

Wenn ich Deinen Gedanken mit der Mieteinnahme als Einkommenserhöhung weiterspinnen darf....
angenommen er verkauft die Wohnung, muß der Kaufpreis doch sicherlich für die Tilgung der Restverschuldung für die Wohnung verwendet werden. Damit verbleibt keine Restverschuldung mehr und er kann sich die Belastungen aus der Wohnung nicht mehr einkommensmindernd anrechnen. Passt der Gedankengang?

Alles Liebe und ein dicker #blume#blume#blume-Strauß
lilie