Neue Ausbildung mit fast 31 Jahren oder doch lieber Weiterbildung

Hallo,

ich habe heute mit einer Mitarbeiterin von der Agentur für Arbeit gesprochen.
Es geht um meine berufliche Zukunft.

Ich habe Abitur, eine abgeschlossene Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation (bei einer Stadtverwaltung absolviert, Abschlußprüfung nach 2,5 Jahren im Januar 2002 gemacht - ich habe meine Ausbildung ein halbes Jahr verkürzt) und ein angefangenes Studium der Psychologie (nur Grundstudium).

So, jetzt möchte ich natürlich auch wieder richtig in meinem erlernten Beruf Fuss fassen.

Momentan arbeite ich stundenweise auf 400-Euro-Basis, allerdings nicht in meinem erlernten Beruf.

Ich habe mich mal unverbindlich über Weiter-/Umschulungs- und Ausbildungsmöglichkeiten in meiner näheren Umgebung (bis ca 75 km, bzw gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar) informiert.

Im Zuge dessen habe ich heute auch einen Termin bei der Mitarbeiterin wahrgenommen.

Letztendlich müssen wir uns nichts vormachen: ich habe eine mittlerweile schlecht eingestufte Ausbildung, kaum Berufserfahrung (wenns hoch kommt mal grad ein Jahr) und bin auch sonst völlig aus meinem Beruf raus.


Es gäbe wohl die Möglichkeit, dass ich einen Kurs zur Office-Assistentin mache. Aber nachdem ich mir den Kursinhalt durchgelesen habe, denke ich wieder, das ist nichts halbes und nichts ganzes. Klar, es kann ein Sprungbrett sein, aber die Kursbeschreibung ist wieder sehr allgemein gehalten und so werden auch die Kursinhalte sein: an der Oberfläche kratzend, sehr viele Teilgebiete umfassend, aber keine wirkliche Spezialisierung.

Ich hatte mich vor ein paar Jahren mal mit einer Mitarbeiterin einer Zeitarbeitsfirma unterhalten. Sie sagte mir ganz unverblümt, dass die Kunden eher "Spezialisten" suchen: also Groß- und Außenhandelskaufleute, Speditionskaufleute usw.
"Allrounder", so wie sie Arbeitssuchende wie mich bezeichnen (eben alles erlernt, aber nichts wirklich richtig) wären schwer zu vermitteln.



So: jetzt zu meinem Dilemma:
Die Mitarbeiterin schlug mir vor, dass ich es vielleicht bei der IHK versuchen sollte. Dort verlangt man aber für die Weiterbildungsangebote eine abgeschlossene Ausbildung (habe ich ja) und mindestens 2, wenn nicht sogar 3 Jahre Berufserfahrung (habe ich nunmal nicht).
Allerdings habe ich noch nicht mit einem Mitarbeiter gesprochen, die Informationen habe ich von der Homepage der IHK.

Aber selbst wenn es eine Möglichkeit gebe, "quereinzusteigen", so wie es die Mitarbeiterin vorschlug, ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wie ich die Weiterbildung finanzieren sollte.


Jetzt dachte ich: okay, wenn so nichts geht, versuchste es mal mit einer neuen Ausbildung.
Aber da ist wieder die Frage, ob ich überhaupt Chancen habe? Die Probleme die ich da sehe, wären zum einen mein Alter und meine Kinder.

Ich weiss momentan wirklich nicht, wie ich die Sache anpacken möchte, sollte, müsste. Ich weiss nur, irgendwas muss geschehen, damit ich in der Arbeitswelt wieder anständig Fuss fassen kann. Relativ sicher ist für mich, dass ich schon im Bürobereich, evtl noch Verkauf bleiben möchte.
Die Branchen "Pflege", Handwerk und Technik sind nichts für mich.

Vielleicht hat der ein oder andere ja noch eine weitere Möglichkeit, die ich momentan noch nicht sehe.

Lieben Gruß und Danke

Sandra

Wäre der Handel -Groß-, Außen- oder Einzelhandel- etwas für Dich?

Mit Deiner kfm. Ausbildung könntest Du als Quereinsteiger gute Chancen haben.

Bei entsprechender Auffassungsgabe und Interesse sind in größeren Unternehmen interne Weiterbildungen zum Abteilungs-, Markt-, Niederlassungs- oder Regionsleitung möglich.

Büroarbeit liegt mir einfach (zumindest schätze ich mich so ein).

Eine neue Herausforderung, in dem Falle wohl Aus- oder Weiterbildung, wäre genau das, was mir jetzt fehlt.

Das große Problem was die Mitarbeiterin(nen) und ich einfach sehe, sind die 8 Jahre Berufsabstinenz.

Ich weiss ja noch nicht einmal mehr, wie ein aktueller offizieller Brief auszusehen hat :-D

Und dadurch, dass ich kaum "Bürokram" in den Jahren gemacht habe (mal von der privaten Buchführung bzw Einnahmen/Ausgaben mal abgesehen) sind meine Kenntnisse auch verdammt eingerostet.

Ich mach mir nichts vor: Weiterbildung wäre hart (vorallem, wenn sie auf Wissen aufbaut), Ausbildung wäre da für mich leichter. Aber das ist ein Projekt, was ich durchziehen möchte und dafür bin ich auch bereit etwas zu tun.

Aber mach das mal dem zukünftigen Chef klar ;-)

Gruß
Sandra

Das Studium fortsetzen käme nicht in Frage? Damit hättest du doch ausgezeichnete Chancen.

Nein, das Studium fortsetzen kommt für mich nicht in Frage. Zumindest nicht das Psychologiestudium.

Es gibt einfach ein paar Sachen, die mich extrem stören und die ich nicht machen möchte.

Die klassische Therapeutenlaufbahn kam für mich nicht in Frage.
Bliebe noch Forschung und der große "Marktforschungsteil".

Forschung - danke ich hab Tiere gerne, ich möchte sie nicht als Versuchstiere missbrauchen ;-) Klar, man kann auch am Menschen testen, aber das wird auch selten unabhängig gemacht (siehe Marktforschung).
"Marktforschung" - ich bin da idealistisch. Ich möchte dem "gemeinen Volk" keine Lügenmärchen verkaufen.

Letzendlich ist es in der Forschung so: wer zahlt, bekommt die Antworten, die er gerne hätte.

Mein Professor sagte in der ersten Vorlesung: traue nie einer Statistik oder einer Forschungsarbeit, die du nicht selbst gefälscht hast. Und damit hat er leider Recht gehabt ;-)

Gruß
Sandra

Du kannst mit einem Psychologiestudium weitaus mehr machen!
Ein Studium beschränkt dich selten auf einen kleinen Bereich.
Viele Firmen nehmen gerne Psychologen. Auf die Schnell fallen mir Psychologen ein die als Personaler arbeiten, als Berater, als Coach/ Trainer, in karikativen/ sozialen Institutionen (auch in Organisation und Verwaltung etc.).
usw.

Ein abgeschlossenes Studium öffnet viele Türen!

Hallo Sandra,

Dein Text hätte von mir sein können. Leider habe ich für Dich keine Lösung, da ich selbst keine habe. :-(

Ich war auch beim Beratungsgespräch beim Arbeitsamt. Leider konnte mir die Dame nicht weiterhelfen.

Ich habe auch schon überlegt, ob ich nochmal studieren soll. Aber das dauert mir alles zu lang. Eine Ausbildung im kaufm. Bereich würde ich auch ausschliessen. Schliesslich hast Du ja eine abgeschlossene Ausbildung.

Eine Weiterbildung wäre das beste. Leider konnte mir bis jetzt noch niemand sagen, ob das bei Firmen wirklich so gut ankommt und man deshalb nen Job bekommt. Auf jeden Fall kann man für Weiterbildungen glaub ich auch Bafög beantragen.

Falls Du ne Lösung hast, kannst Du mich ja mal informieren.:-D


LG Thekchen

Sandra, es müsste etwas für dich sein...aber hast du shocn daran gedacht...dich richtung kinder weiterzuentwickeln...?

Warum ?

Da würde dein Psycholigiestudium nicht verloren gehen..
Da würde die Erfahrung mit Kindern von vorteil sein..

und es werden massenweise Leute gesucht..ob du dann als eine Erzieherin im kidergarten anföngst und du sagst es ist nichts für mich...du kannst dich dann neben dem beruf weiterbilden..du kannst sogar eine Sozialpädagogik studium neben dem beruf machen...auf jeden Fall..da die Chance schnell einen job zu finden nicht gerae die germingste ist...und mit 31 jahren hättest du auch rodentliche ausfstiegchancen..denke darüber nach..

Wenn du nicht dumm genug bist, um ein Grunstudium zu machen, ist du nicht dumm genug, um hier zu arbeiten...und eins hat es auch Vortiel...wen ndu dann Berufserfahrung hast, kannst du dich auch selbständig machen...je nachdem was dir leigt, kannstdu Kurse anbieten..

Du kannst als Bürofutzi eigentlich ncihts vorweisen..du wirst dann als eine zu alte ohne nichts anfangen..

Ich denke in der anderen Richtung...deine Kinder sind der Anfang...der ganz konrekte Anfang..

denke darübr nach...das soziale Feld (keine pflege !!!) ist sehr umfassend..

papazei

Frage hätte ebenso von mir sein können. Ne kaufm. Ausbildung, die eigentlich gar keine ist.
Ja, ich kann alles-aber nichts wirklich;)

Habe auch nicht wirklich Ahnung, was ich machen soll?!

Dachte auch an eine neue Ausbildung als Ergotherapeutin, Erzieherin o.ä. Aber das sind auch wieder 3 Jahre...(ohne wirklich Geld zu verdienen)

Also wer Ideen hat-her damit:)

Hallo Sandra,

dein Text hätte von mir sein können. Erst Abi, dann abgebrochenes Studium, dann Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation (um 1 komplettes Jahr verkürzt). Dann kamen die Kinder und die Frage wie es weitergehen sollte. Ich habe mit 28 Jahren eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten begonnen, jetzt bin ich kurz vor der Zwischenprüfung und es lohnt sich, da wir zu fast 100 % übernommen werden. Für eine neue Ausbildung ist man nie zu alt, obwohl meine Freunde fast alle den Kopf schütteln über mich. Es ist hammerhart, jeder Tag ist ein Kraftakt und ohne Unterstützung eigentlich nicht zu schaffen, aber ide Arbeit macht Spaß und es ist gut fürs Ego.

Liebe Grüße Marlen

Hallo,

ich denke Du hast mehr Möglichkeiten als Du denkst. Du hast prima Voraussetzungen, vor allem weil Du den Willen dazu hast, eine Weiterbildung o.ä. anzugehen und etwas zu ändern, damit Du Dich beruflich weiterentwickelst.

Folgende Möglichkeiten würde ich sehen:

- Fachabi und abgeschlossenes Grundstudium
Hast Du schon mal drüber nachgedacht, in Richtung Diplom Sozialpädagogin zu gehen? Du könntest Dich einschreiben, o.k. Studiengebühren weiß ich jetzt nicht wieviel da anfallen, und Dir ganz nach Deinem Tempo den o.g. Abschluss holen. Ich denke Dein Grundstudium ist aufbaufähig. Dauert dann evtl. noch 2-3 Jahre. Damit hättest Du dann viele Möglichkeiten. Du könntest bei einem BFZ arbeiten, die Zeit kannst Du Dir einteilen, Du hast ja auch Kinder. Oder vielleicht sogar beim Arbeitsamt anfangen. Da fällt auch so eine Art Bürotätigkeit an und quasi "Verkauf", nur dass Du dann Personal vermitteln würdest.

Dazu fällt mir noch ein, dass Du mit Fachabi, Grundstudium und abgeschlossener Berufsausbildung ein Fernstudium z.B. zur Diplom Kauffrau (FH) machen könntest, z.B. bei der Fern-FH Hamburg. Jetzt nennt sich der Abschluss Bachelor. Du hast die Voraussetzung dafür (Abi & Grundstudium) und könntest evtl. sogar verkürzen, d.h. in 3,5 Jahren oder im besten Fall sogar kürzer, könntest Du Dir einen Akademischen Abschluss holen. Damit wärst Du als Bewerber für einen kauffm. Beruf kaum zu toppen. Auch gehaltsmäßig rentiert sich das.
Das was Du in € reinsteckst, holst Du locker wieder raus. Weil bevor Du eine Fortbildung machst, die auch 2-3 Jahre dauert, könntest Du gleich in die vollen gehen und diesen Weg gehen. Kosten fallen ca. 220 € pro Monat an. ABER nicht den Kopf schütteln, es ist machbar: Fahrtkosten und Studiengebühren usw. sind steuerlich absetzbar, Du könntest Dir nen Steuerfreibetrag eintragen lassen, so dass Du oder Dein Mann monatlich diesen Betrag mehr netto ausbezahlt bekommt. Dann wäre das ein Null-Summenspiel. Du kannst dann weiterarbeiten, und dann z.B. abends, wenn Deine Kinder schlafen, etwas für das Fernstudium tun. Alles eine Frage der Organisation. Und nicht Dein Licht unter den Scheffel stellen, das ist machbar (vom Stoff her), außerdem hast Du Abi.

- IHK Abschluss
Lass Dir nen Termin geben, und sprich mit denen. Die Berufserfahrung, die gefordert ist, ist relativ. Ich weiß, dass das kein k.o. Kriterium ist. Du könntest einen Fachwirt machen, z.B. Fachwirt für Groß- und Außenhandel, allerdings dauert das 2 Jahre. Hier könntest Du ebenfalls die Kosten von der Steuer holen, weil steuerlich absetzbar. Außerdem gibt es ein "Meisterbafög" und in Bayern übernimmt der Freistaat 30% der Kosten. Unterm Strich ist diese Fortbildung mit der Förderung und der steuerlichen Absetzbarkeit (Gebühren, Fahrtkosten, Fahrtkosten zur Lerngemeinschaft, Verpflegungsmehraufwand...) komplett bezahlt.

Allerdings bist Du nicht so flexibel wie beim ersten Punkt (Fernstudium). Ich muss da immer an Deine Kinder denken. Du hast dann 2-3 feste Tage, an denen der Unterricht bei der IHK stattfindet.

Oder Du machst bei der IHK einen Fremdsprachenkaufmann in z.B. Wirtschaftsenglisch, dauert 1 Jahr. Das ist auch bei einer Bewerbung hilfreich, Englisch gehört heute ja fast zur Grundvoraussetzung und ist so selbstverständlich, wie die korrekte Rechtsschreibung.

Ich würde Dir raten, am Wochenende die Stellenanzeigen zu lesen oder auf den einschlägigen Seiten zu surfen um zu schauen, was verlangt der Markt heute von mir, wenn mich bewerben würde.

Von einem Office-Assistenten würde ich abraten oder hast Du schon mal gelesen, dass diese Voraussetzung bei einer Stellenausschreibung verlangt wird. Evtl. ist es ganz nett, wenn man es vorweisen kann, würde aber zweifeln, ob es wirklich etwas bringt.

Wenn Du z.B. in einem Unternehmen anfängst, die nach Metall-Tarif zahlen, gibt es die Einstufung zum Verdienst nach ERA. Hier sind auch die Gehaltsklassen nach der Ausbildung (und natürlich Tätigkeit) und z.B. Fortbildungen (Aufstiegsfortbildungen wie z.B. ein IHK Abschluss).

Will damit sagen, wenn Du schon was machen willst (was ich toll finde), soll das ganze eine runde Sache sein. Du steckst Geld rein, Zeit, Nerven usw. und es soll sich für Dich und Deine berufliche Zukunft auszahlen. Und das möglichst in € :-) Und natürlich mußt Du die Sache durchziehen ! Aber ich glaube, das wirst Du.

Du kannst mich auch mal über PN anschreiben, wenn Du näheres wissen willst.



Ich denke, dass dieser Verwaltungskram Dich früher oder später hirnmäßig komplett unterfordert! Hinzu kommt, dass bei Frauen im Büro die Schallgrenze oft schon bei 40 liegt. Als Psychologin könntest Du länger arbeiten (Stichwort Employability) bzw. hättest mit der Kombi Studium + Verwaltungsausbildung einen höheren Wert auf dem Arbeitsmarkt.

Warum machst Du Dein Studium nicht weiter?

z. B. Fernuni Hagen.

Gruß

Manavgat