Minijob und Kind krank - wer zahlt Ausfall?

    • (1) 06.01.11 - 21:01

      Hallo!

      Wenn ich beim Minijob ausfalle, weil mein Kind krank ist und niemand anders es betreuen kann, wer zahlt dann den Ausfall?
      Die Krankenversicherung (bin familienversichert) oder der Chef?
      Eine ärztliche Bescheinigung habe ich.
      Wer hat dazu Infos?

      Danke

      Munirah

      • "Lohnfortzahlung wenn Ihr Kind krank wird
        Da Sie in der Regel nicht selbst Mitglied einer Krankenkasse
        sein werden, haben Sie in diesem Fall auch keinen Anspruch
        auf Krankengeld. Der Arbeitgeber muss Sie jedoch unter Fort-
        zahlung des Arbeitsentgelts „für eine verhältnismäßig nicht er-
        hebliche Zeit“ von der Arbeit freistellen, wenn Sie Ihr Kind un-
        ter zwölf Jahren wegen einer Erkrankung betreuen müssen. In
        einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (5 AZR 392/78) wird
        dabei von einem Zeitraum von fünf Arbeitstagen pro Jahr
        ausgegangen. Lassen Sie sich von der Kinderärztin bzw.
        dem Kinderarzt eine Bescheinigung ausstellen, dass Ihr
        Kind wegen einer Erkrankung betreut werden muss und
        geben Sie diese im Betrieb ab.
        Achtung:
        Einige Tarifverträge schließen Gehaltsfortzahlungen aus, weil
        davon ausgegangen wird, dass die Eltern von der Kranken-
        kasse Geld erhalten, was für Sie als geringfügig Beschäftigte
        aber nicht zutrifft. Lassen Sie sich in diesem Fall eingehend
        rechtlich beraten. Nach Ansicht von Arbeitsrechtlerinnen wäre
        hier das Bürgerliche Gesetzbuch anzuwenden (§ 616 BGB),
        nach dem der Arbeitgeber zu Lohnfortzahlungen verpflichtet
        ist."

        Quelle: http://www.landkreiskassel.de/download/paper/info/frauen/minijob.pdf

      Wenn du familienversichert bist und du wegen eines kranken Kindes ausfällst, dann zahlt dir das niemand. Ist quasi Privatvergnügen.

      • Super, da poste ich vor 1 Stunde sogar noch das Urteil und du kommst trotzdem noch mit deiner (falschen) Meinung. Ihre Kinder sind alle noch unter 12. Das Jahr hatte bisher genau 4 Tage. Also kann sie auf LOHNFORTZAHLUNG durch den AG bestehen. Krankengeld bekommt sie nicht, das ist richtig.

        • Sie kann darauf bestehen oder auch gehen...... wenn der AG nicht möchte dann möchte er eben nicht. Kommt immer auf den AG an, wenn er schon keinen Urlaub gibt und keine Kranktage dann würde er sicher nicht zahlen wenn das Kind krank ist. Meiner würde es jetzt bezahlen, aber was man hier als liest ist grausam.

          • Es ist ihr Recht. 400€-Jobber bekommen Lohnfortzahlung, wie auch andere normale Vollzeitangestellte. Es sind die AN, die (entgegen der gesetzlichen Vorschrift und der einschlägigen Urteile) alles mit sich machen lassen. Nur darf man dann auch nicht meckern, wenn man nie Urlaub bekommt, tausende Überstunden hat, Gehaltserhöhung ein Fremdwort für den AG ist und Krankheit nicht bezahlt wird.
            Der AG bezahlt sogar in eine Versicherung ein (Lohnfortzahlungsversicherung) für 400€-Jobber, dass er sich das leisten kann. Wo bitte ist nun das Problem des AG? Doch wahrscheinlich eher das Nicht-Wissen, oder?

            • Das ist doch eine total schwammige Regelung, auf keinen Fall vergleichbar mit dem exakt festgelegten Kind-krank-Anspruch über die Krankenkasse.

              Davon mal abgesehen, wird es in einem Großteil der Fälle den Minijob kosten, solche Ansprüche durchzusetzen.

              Gruß,

              W

              • Stimmt, die Regelung im Gesetz dazu ist tatsaechlich schwammig - aber, wir leben in Deutschland - welches Gesetz ist denn mal nicht schwammig? Daher müssen ja auch permenent Gerichte entscheiden - und das war eben ein Urteil. Und vor Allem zahlt der AG das zwar, aber er bekommt es wieder - auch für 400 euro jobber werden die U1 und U2 bezahlt. Also sollte man dem AG das Infomaterial einfach ausdrucken und ihn nett und freundliich bitten, das Geld zu zahlen. Wo ist da das Problem?

                • (10) 07.01.11 - 21:12

                  genau das werde ich auch machen, das Infomaterial ausdrucken, meinem Chef vorlegen und dann dürfte es kein Problem sein. Für meinen Chef ist es nämlich auch ein Riesenaufwand, diese Infos zu finden.
                  Ich falle selten aus, weil die Kinder krank sind. Und ich habe einen guten Chef!
                  Nur bei der Minijobzentrale gibt es kaum brauchbare Infos außer dass ein Minijobber die Rechte hat wie ein normaler Arbeitnehmer! Und wie diese durchgesetzt werden, daran arbeiten wir nach und nach...

    (11) 06.01.11 - 22:47

    Hallo,

    das zahlt dir keiner, weil du nicht versicherungspflichtig beschäftigt bist. Das ist wie mit Krankengeld, wenn du länger als 6 Wochen mit der selben Erkrankung arbeitsunfähig bist.

    Du kannst nur unbezahlten Urlaub nehmen.

    Gruß
    Sassi

    weder noch.

    Gruß

    Manavgat

    • was heißt "weder noch"

      • du scheinst Dich an Deine eigene Frage nicht mehr zu erinnern:

        wer zahlt dann den Ausfall?
        Die Krankenversicherung (bin familienversichert) oder der Chef?


        weder der eine, noch der andere.


        Gruß

        Manavgat

        • das sollte nicht sein, denn
          "Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer dürfen wegen der geringfügigen Beschäftigung nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer. Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen des Arbeitgebers und Vereinbarungen, die zwischen dem Arbeitgeber und Minijobber getroffen werden. Ausnahme: Es liegen sachliche Gründe für eine Ungleichbehandlung vor (§ 4 Teilzeit- und Befristungsgesetz - TzBfG). Dazu können beispielsweise Arbeitsleistung, Qualifikation, Berufserfahrung und unterschiedliche Arbeitsplatzanforderung gehören."
          aus http://www.minijob-zentrale.de/nn_38320/DE/2__AG/8__arbeitsrecht/1__Gleichbehandlungsgrundsatz/Gleichbehandlungsgrundsatz.html
          Es war mal so, dass nichts bezahlt wurde, aber da wohl eher aus Unwissenheit, weil einer den Schwarzen Peter immer dem anderen zugespielt hat, und das hinterherlaufen mehr Zeit gekostet hat als die Stunden nachzuarbeiten

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