Familie und Beruf - eine Never-ending-Story

    • (1) 13.01.11 - 22:08

      Hallo zusammen,

      ich habe mich mit dem Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auseinandergesetzt seitdem ich wusste, dass ich schwanger bin. Ungelogen! Und es nimmt einfach kein Ende, dass ich mich darüber aufrege.

      Da ich in verantwortungsvoller Position arbeitete, wollte ich gerne nach 6 Monaten Baby-Pause beruflich wieder einsteigen. 6 Monate Teilzeit und dann zurück in die Vollzeit. Mein Arbeitgeber stellte sich damals aber quer und schrieb die Stelle komplett neu aus. Um die Neubesetzung der Stelle zu verhindern habe ich dann schon, als ich im 4. Monat schwanger war, angefangen, nach Krippenplätzen zu suchen. Ich stand seitdem auf zig Wartelisten und bekam überall die Auskunft, dass ich mich gedulden müsse, bis ich wirklich einen Krippenplatz für den Zwerg bekomme. Im Schnitt wurde mir 1 Jahr Wartezeit für einen Teilzeitplatz und 2 Jahre Wartezeit für einen Vollzeitplatz prognostiziert.

      Meine Firma tat sich sehr schwer mit der Neubesetzung der Stelle. Ich schlug immer wieder neue Varianten vor, um die Stelle behalten zu können und schnellstmöglich wieder zurückzukommen, aber die Firma wollte nicht. Letztendlich hatte ich die Wahl quasi sofort wieder in Vollzeit zurück zu kommen oder ich bin meine Stelle los.

      Da bis kurz vor der Geburt immer noch kein Krippenplatz in Aussicht war (und wir keine 800 EUR pro Monat für eine Tagesmutter hinlegen wollen; Aupair-Mädchen kommen ebenfalls nicht in Frage, Verwandtschaft haben wir hier keine), und die Firma an der Neubesetzung festhielt, haben wir uns dazu entschlossen, dass ich ein ganzes Jahr zuhause bleiben werde, und das zweite Jahr in Teilzeit arbeiten möchte.

      Soweit so gut.

      Fünf Wochen nach der Geburt meines Sohnes kam die Firma auf mich zu mit der Bitte, so schnell es geht doch wiederzukommen, da sie niemanden findet, der so gut auf die Stelle passt wie ich. *grumel* Das war aber für uns nicht denkbar, da ich mit dem Zwerg genug zu tun hatte und ihn nicht so früh in fremde Hände geben wollte. Von den Krippen wurde mir immer noch gesagt, ich solle mich gedulden...

      Ein paar Wochen später kamen sie erneut auf mich zu, boten mir ein hübsches finanzielles "Bonbon", damit ich zurückkomme und den Kleinen in Vollzeitbetreuung gebe. Ich hätte im November sofort in Vollzeit wieder einsteigen müssen. Allerdings stand da bei uns der Umzug ins Eigenheim unmittelbar bevor, eine Kinderbetreuung war auch noch nicht organisiert und ließ sich auch nicht innerhalb von wenigen Tagen auf die Beine stellen. Also wurde wieder nichts aus dem Wiedereinstieg. Meine Stelle ist inzwischen neu besetzt.

      Und was passiert genau in dem Moment, in dem wir den Umzug gemeistert haben, meine Stelle neu besetzt ist und sich unser Alltag mit Zwerg so weit eingependelt hat, dass mein Wunsch nach dem beruflichen Wiedereinstieg wieder präsent ist?

      Ich bekomme plötzlich einen Vollzeit-Krippenplatz für meinen Zwerg!!! Einen bescheuerteren Zeitpunkt gibt es gar nicht. Ich ärgere mich sooooo sehr, denn jetzt brauche ich den auch nicht mehr. Meine Firma steht zum Verkauf und meine Stelle ist besetzt. Echt toll!!!

      Ich frage mich wirklich, was ich hätte tun können, um dem Schlamassel zu entgehen. Ich habe bisher bei noch niemandem mitbekommen, dass es so ein Theater war, Job und Familie zu kombinieren und frage mich manchmal ernsthaft, ob ich einfach zu blöde war, das korrekt zu managen?

      Oder gibt es auch noch andere Mütter, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben?

      Klar bringt es jetzt nichts, sich aufzuregen. Vielmehr schaue ich jetzt zu, dass ich meinen beruflichen Wiedereinstieg hinbekomme. Notfalls bei einer anderen Firma. Aber in Summe ärgert mich das ganze Theater unglaublich.

      Sorry fürs Ausheulen, aber das regt mich einfach nur noch auf momentan.

      Gruß vom Sonnenstern

      • Du bist nicht die Einzige ;-)

        Es gibt nie für irgendwas den richtigen Zeitpunkt. Du hast alles richtig gemacht. Im leben kommt alles so, wie es kommen soll und es hatte mit Sicherheit seinen Sinn, dass das mit der Arbeitsstelle jetzt nicht geklappt hat. Du wirst sehen, in ein paar Wochen ergibt sich bestimmt ein neuer Weg den Du gehen wirst und in dem Du Dich verwirklichen kannst.

        Vg

        Ich hatte eine Tagesmutter. Die hat zwar richtig was gekostet, aber ich bin selbständig, ich hätte mir nicht mal 2 Monate Pause erlauben können....


        Aber selbst wenn du nach 4 Wochen deinen Job wieder gehabt hättest, wäre deine Firma trotzdem verkauft worden. Und ob du dich da noch wohl gefühlt hättest?

        Vielleicht ist alles so Schicksal

        Tut mir leid aß es für Dich dumm gelaufen ist.
        Es hilft Dir sicher auch nicht weiter, aber schau doch wieviel Zeit Du jetzt mit Deinem Kind hattest und hast und was Du alles mit ihm erleben konntst was Dir gefehlt hätte wenn es Vollzeit in Fremdbetreuung gewesen wäre.
        Zählt das nicht doppelt soviel?

        LG Z.

      • Du hast doch alles getan, was Du tun konntest.

        Hallo,

        Bei mir ging es noch nicht mal um einen Job den nur ich machen konnte...nein meinen kann mehr oder weniger jeder machen

        Bei mir ging es nur um die blosse Existenz

        Einzelhändler...Lebensmittelbereich

        dennoch ging nichts

        Flexibel sollte ich sein also einsatzbereit von 6..00 uhr bis 22.00 und nach möglich keit jeden tag anders also montags früh dienstags zweigeteil mittwochs spät usw

        und versuche mal für Samstags eine Tagesmutter zu finden die dein Kind bis 23.00 uhr nimmt

        Oder eine die es schon um 5 uhr 30 nimmt oder eine der du erst Donnerstags sagen kannst das du dein Kind Montags erst abends um 11 abholst es dafür aber Dienstags schon um halb sechs bringst


        Zottel

      • Guten Morgen!

        Wenn das Unternehmen auf den Teilzeitvorschlag nicht eingeht ist das schade, aber Du sprichst von verantwortungsvoller Position und damit für mich dann auch verständlich.

        Mein Job wäre in Teilzeit nicht zu leisten, auch für ein halbes Jahr nicht.

        Meine Meinung ist Du hättest den Job sehr wohl behalten können, wenn Du es wirklich gewollt hättest. Warum hast Du deinen Sohn nicht zur Tagesmutter gegeben. Schließlich hast Du bereits in der Schwangerschaft nach einem Vollzeitkrippenplatz gesucht. Wo wäre der Unterschied gewesen? Der Preis von 800 EUR für die Tagesmutter? Dann kann ich nur sagen am falschen Ende gespart. Das hat dich dann wohl den Job gekostet.

        Ärgern bringt nichts, organisiere Dich und such Dir etwas Neues.

        Meine Erfahrung: Familie und Beruf lassen sich vereinbaren, auch wenn es mitunter eine Stange Geld kostet. Hier gilt es zu entscheiden ob der angebotene Job diese Investition wert ist. Kinderbetreuung wird im Laufe der Zeit günstiger, wenn die Zwerge älter werden. Und ja, es gibt Arbeitgeber die flexibel genug sind Mütter einzustellen die halt auch mal schnell zum Hort müssen, wenn die gegenüberstehende Leistung stimmt.

        vg und viel Erfolg
        rosaundblau

        • Guten Morgen,

          hm, weiß nicht, ob es wirklich am falschen Ende gespart ist, wenn ich keine 800 EUR für ein Tagesmutter ausgeben möchte, aber bereit wäre, 500 EUR für einen Krippenplatz zu zahlen... Da spielten auch andere Gründe eine Rolle, weshalb ich diesen Preis zu zahlen nicht bereit war.

          Wie auch immer, wir haben uns halt so entschieden, wie es gelaufen ist...

          Klar bringt ärgern nix, aber ich musste mir gestern einfach mal Luft machen.


          Liebe Grüße zurück vom Sonnenstern

      Ich kann nur wiederholen, was vwpassat gesagt.

      Du hast echt alles versucht.


      Das Theman Krippenplätze ist auch echt ganz übel, und ich finde es immer nervig, wenn hier manche so locker flockig sagen, man soll sich eben einen Krippenplatz nehmen #augen

      Wir haben erst einen Platz bekommen, als unsere Tochter 1,5 Jahre alt war, hier sind sie echt sehr rar und den haben wir auch nur mit viel Glück bekommen.

      • Sie hätte doch (übergangsweise zumindest) eine Tagesmutter nehmen können?!

        LG

        • Theoretisch schon, aber das ist wirklich teuer, und dazu sagte sie auch schon etwas.

          Und mich würde dieses "übergangsweise" auch stören.
          Es ist nicht einfach, ein kleines Kind einzugewöhnen und dann hätte man es geschafft und dann soll es wieder in die Krippe?
          Und alles geht von vorne los?

          Ich fürchte, das gäbe bei den meisten Kindern echt große Probleme.

          • Ja, das ist teu(r)er aber sie schreibt ja nicht, dass es finanziell nicht möglich ist, sondern dass sie nicht möchte. Es wäre aber eine Lösung gewesen.

            Ist ja okay, wenn sie es nicht wollen aber das ist dann ja kein "Fremdverschulden".

            Klar, so eine Übergangslösung ist nicht toll aber man muß schon Kompromisse eingehen, gerade, wenn es um einen etwas anspruchsvolleren Job geht.

            LG,

            W

            • ##
              Klar, so eine Übergangslösung ist nicht toll aber man muß schon Kompromisse eingehen, gerade, wenn es um einen etwas anspruchsvolleren Job geht.
              ##
              Das sagt sich so leicht.

              Kinder in so völlig andere Situationen einzugewöhnen, kann viele Wochen dauern, Monate und dann nur hin und her.
              Das kann man echt vergessen.

              Und wenn der Job, der Beruf so anspruchsvoll ist, findet man auch etwas anderes.


              Ich finde es eher sehr übel, daß der AG sich nichtmal für kurze Zeit auf TZ eingelassen hat.

              • Ich hatte meinen großen Sohn auch zunächst bei einer Tagesmutter, da der Krippenplatz noch nicht zur Verfügung stand. Ich halte es im Nachhinein auch für den einfachereren Einstieg: Das Kind wird im Kreise weniger Kinder individueller betreut, und gewöhnt sich langsam daran (eben durch eine konkrete Bezugsperson) daran, von den Eltern getrennt zu sein. Zudem kann die Tagesmutter flexibler sein als die Krippe, und es macht auch mal nichts, wenn es im Geschäft länger dauert o.ä.

                Bei uns war es dann nach einem dreiviertel Jahr überhaupt kein Problem, meinen Sohn von der Tagesmutter auf den KiGa umzustellen, er war ja schon gewohnt, dass Mama ihn morgens "abgibt" - Geheule usw. haben wir uns dadurch schon erspart ;-)

                Die Eingewöhnung bei einer Tagesmutter ist oftmals auch individueller und flexibler zu gestalten als im KiGa - und gerade bei kleineren Kindern klappt dann das Eingewöhnen recht gut. Wir hatten damals zwei Wochen zur Eingewöhnung, dann hat alles geklappt.
                Wäre nicht die erste Tagesmutter nach einem Monat abgesprungen (keine Lust mehr auf so lange Betreuungszeiten, hatte sich "überschätzt" :-[ ), wäre alles primal gelaufen. Wir mussten dann auf die Schnelle jemand anderen finden - mein Job hatte schon angefangen, neue Stelle, Probezeit, Einarbeitungsphase... das war happig.

                Aber ich würde es immer wieder so machen.

                Nichtsdestotrotz finde ich es auch nicht fair, dass die Firma der TE so unflexibel reagiert hat. Es hätte sich sicher eine Lösung gefunden - und die TE muss sich keine Vorwürfe machen.

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