Was passiert mit dem angesparten Geld?

Guten Morgen!

Ja, ich weiß: noch ein unnötiger (?) Thread zum Thema Finanzen in der Partnerschaft.

Aber bei den vielen Antworten, die auf getrennte Konten und getrenntes Sparen hinauslaufen, frage ich mich doch, was mit dem Geld mal passieren wird.

Szenario 1:

Mann und Frau verdienen ungefähr gleich, jeder zahlt seinen Beitrag zum Haushaltskonto, mit dem eigenen Rest kann jeder machen, was er will. Die Frau gibt das Geld für Schuhe, Taschen, Klamotten, Kosmetik aus. Der Mann ist sparsam und das Geld wandert aufs Depot und vermehrt sich dort fleißig. Irgendwann soll ein Eigenheim her - die Frau kann kein EK beisteuern, der Mann sehr wohl. Wird das Haus dann nur auf seinen Namen eingetragen? Und die Frau zahlt dann quasi eine Miete?

Szenario 2:
Mann verdient wesentlich mehr als die Frau und hat somit sowieso viel mehr Geld zum Sparen zur Verfügung. Beide werden miteinander alt, gehen in Rente. Dann hat der Mann Zeit und möchte sein angespartes Geld für tolle Reisen ausgeben. Frau hat nicht so viel angespart und muss sich mit Urlaub im Schwarzwald begnügen. Verreisen die beiden Senioren dann getrennt?

Die Szenarien kann man natürlich beliebig austauschen, erweitern, variieren.
Mir geht es aber wirklich um eine gemeinsame Zukunft. Und die plant man in einer intakten Partnerschaft doch wohl - oder geht Ihr alle davon aus, dass Ihr Euch sowieso früher oder später trennen werdet?

Als ich noch voll verdient habe und wir getrennte Konten hatten, habe ich mir darüber auch keine Gedanken gemacht. Aber spätestens, als ich wegen der gemeinsam gewünschten und geplanten Kinder meine "Karriere" aufgegeben habe, haben wir unsere Finanzen zusammengeschmissen und aus einem Topf gewirtschaftet. Das heißt aber auch, dass wir gemeinsam für ein eventuelles Eigenheim sparen und auch unseren Lebensabend gemeinsam planen.

Für den Fall der Trennung haben wir einen für beide Seiten mehr als fairen Ehevertrag geschlossen und auch unsere individuellen Vermögen vor der Kontenzusammenlegung schriftlich festgehalten (dieser Betrag stünde jedem nach der Trennung wieder zu). Aber: davon gehen wir nicht aus. Und somit sparen wir auch gemeinsam für gemeinsame Ziele im Leben.

Ist das so weltfremd?

1

Deine Szenarien, sind aber mächtig weit hergeholt.

Bei uns läuft es wie folgt ab:

Wir haben drei Depots. Das meine, das seine und unseres.

Von unserem werden alle Anschaffungen getätigt, wie ein neues Auto, Haushaltsgeräte, gemeinsame Reisen usw.

Die jeweils eigenen Depots werden nicht angerührt, haben sich schon vor der Ehe angesammelt. Ich hab da immer das Geld von meinen Ferienjobs gespart, oder Geldgeschenke, ebenso jetzt, wandern da vorwiegend Geldgeschenke, oder wirklich Geld das über ist rein. Ebenso bei meinem Mann.

Nur weil jeder ein eigenes Depot hat, bedeutet dass nicht das, man alles getrennt machen muss. Man sichert sich einfach nur ab.

5

"Deine Szenarien, sind aber mächtig weit hergeholt."

Findest Du?

12

egal wie weit hergeholt es sein mag.
aber die eigentliche Frage hast du ja nicht beantwortet. Was soll mal mit dem Geld passieren, wenn ihr alt werdet - vorausgesetzt euer Leben läuft weiter wie bisher?

Ich finde das eine spannende Frage

2

Hallo,

ich denke, nur weil man getrennt spart und getrennte Konten führt, heißt das ja nicht, dass man das Geld nicht gemeinsam ausgibt ;-)

Es ist ja ein Unterschied, ob eben beide sparen (auch getrennt), aber auf gemeinsame Ziele hinarbeiten - oder ob es einer der beiden heimlich zur Seite legt.

Wir hatten schon immer getrennte Konten und aber noch nie Streit oder Diskussionen darüber, wer was bezahlt. Wir verdienen beide etwa gleich viel, und mal bezahlt eben der eine etwas, dann wieder der andere. Jeder spart von seinem monatlichen Einkommen etwas auf ein Tagesgeldkonto.

Mein Mann gibt tendenziell weniger aus als ich (er hat weniger Hobbies, geht weniger aus als ich, hat keinen Schuhtick ;-) ), aber es stört ihn nicht, solange bei uns beiden noch was übrig bleibt zum Sparen.

13

und wie läuft das dann, wenn ihr z. B. einen Urlaub plant? Nimmt dann jeder was von seinem Konto und wie entscheidet ihr dann, wer wieviel von seinem nimmt?

19

Urlaub zahle meistens ich, was wir noch vor Ort ausgeben, zahlt er. Dafür leistet er mehr Sondertilgungen für unsere Immobilie oder bezahlt Rechnungen für das Auto (Reparatur, Reifen, etc.).

Irgendwie hält sich das immer die Waage, zumindest fühlt sich bislang keiner benachteiligt. Schlussendlich sehe ich auch alles als "Familiengeld" an, nur dass eben jeweils einer sich um ein Konto kümmert.

weitere Kommentare laden
3

"Für den Fall der Trennung haben wir einen für beide Seiten mehr als fairen Ehevertrag geschlossen und auch unsere individuellen Vermögen vor der Kontenzusammenlegung schriftlich festgehalten (dieser Betrag stünde jedem nach der Trennung wieder zu). Aber: davon gehen wir nicht aus. Und somit sparen wir auch gemeinsam für gemeinsame Ziele im Leben."

Das finde ich gut, dass ihr einen Ehevertrag habt.

Ich habe/hatte keinen, nun gilt das Prinzip der Zugewinngemeinschaft, und mein NochMann ärgert sich darüber, dass er mir etwas "abgeben" soll.

Whatever, es läuft rechtlich abgesichert, und gut ist. Ginge es nach ihm, bekäme ich nichts. Ausser den Kindern na klar. #cool

Ich finde deine Anmerkungen hier richtig.

Mich wundert das auch, dieses Gerede von geheimen Sparkonten, Depots und am besten noch der gepackte Koffer neben der Tür. Man weiss ja nie, was morgen ist. Bitte, wie soll ich den Mann an meiner Seite noch gelöst und entspannt lieben können, wenn ich immer daran denke, was er mir antun könnte, wenn es denn vorbei ginge und wie ich am besten meine Schäflein ins Trockene bringe, falls das ende nahen sollte.

Hätte, könnte, würde.

Die Frauen pochen darauf, dass es so gut ist, und Frau sich heimlich absichern soll. Wenn der Mann aber ein Konto in Liechtenstein hat, ist das Geheule gross und er ein Arschloch.

Also, Fairness ist ein wichtiger Bestandteil einer Beziehung. Wenn die Beziehung zerbricht, warum auch immer, kann es vorkommen, dass die einstigen Partner jeden Anstand und jede Fairness über Bord schmeissen, um ihre Verletztheit zu rächen. Da dann abgesichert zu sein ist na klar gut.

Ein Ehevertrag reicht da aber durchaus, man muss nicht sein Geld ganz dringend Jahrzehntelang beiseiteschaffen, weil es ja sein könnte, dass der andere mal böse wird.

Da geht man einfach von den falschen Voraussetzungen aus, meine ich.

Ich heirate weil ich denke, das hält jetzt ewig. Wenn es dann nciht so ist, dann muss situationsorientiert eine Lösung her, aber dies als Eventualität direkt und aktiv einplanen in das eigene Leben, das kommt mir arg merkwürdig vor.

17

danke, das ist genau das was ich denke - nur du schreibst es viel klarer als ich

(wobei ich meinem Mann gerade vorgeschlagen habe, dass wir mal jeder unser eigenes Konto machen und schauen, wer mehr schafft zu sparen. da wir eh gerade mal etwas sparsamer werden müssen ist das gar nicht schlecht)

4

Ich bin völlig deiner Meinung. Wir hatten von Anfang an gemeinsames Geld (obwohl wir 2 Gehaltskonten haben) und alles, was wir haben, gehört uns beiden.
Wir haben keinen Ehevetrag, weil wir keine Ersparnisse in die Ehe/Beziehung reingebracht haben. Also kann bei uns nur Zugewinngemeinschaft sein.

Fairness und Gerechtigkeit ist für mich sehr sehr wichtig und ich würde nie etwas heimlich machen, was Finanzen angeht.

6

Beim Eigenheim:JA ich wäre dafür dass es auf den eingetragen wird der es gekauft hat denn dem gehörts dann.

Bei den Reisen: NEIN man will doch meistens auch mit dem Partner verreisen und ich würde mein gespartes Geld dann durchaus meinem Partner zur Verfügung stellen damit er mitkommen kann.

Ich gehe selbstverständlich nicht von Trennung aus, komme aber aus einer Familie wo jeder schon zum zweiten, dritten Mal verheiratet war und bin Realist.

9

Wir sind auch gleichzeitig Idealisten und Realisten ;-)

Idealisten, weil wir davon ausgehen, dass wir zusammenbleiben (kommen beide auch aus intakten Familien). Realisten, weil wir die Statistiken kennen - daher auch der Ehevertrag.

7

Ich glaube, hier wird doch einiges stark pauschalisiert bzw. muss man sich halt immer auch die Einzelfälle ansehen.
Mein Partner und ich haben von jeher (sind 10 Jahre zusammen) komplett getrennte Konten. Wir steuern beide in circa gleichem Maße zum Lebensunterhalt bei und rechnen auch bestimmt nicht jeden Cent gegeneinander auf. Aber wir waren uns immer einig, dass wir im Falle einer Trennung keinen Streit um Geld o.ä. wollen.
Deshalb gehört das Haus, in dem wir wohnen, z.B. alleine mir (stehe allein im Grundbuch und Kreditvertrag) und er zahlt Miete an mich. Er hat Ersparnisse im niedrigen 6stelligen Bereich, deren genaue Höhe ich aber nicht kenne und mich auch nicht interessiert. Das Gleiche ist umgekehrt, allerdings ist es bei mir ein geringerer Betrag, weil viel ins Haus geflossen ist.
Wir sind total glücklich mit diesem Arrangement und keiner fühlt sich benachteiligt. Ich war auch schonmal ein paar Monate arbeitslos, da war es selbstverständlich, dass er für mich mit aufkommt, ich würde das genauso machen.
Ich weiß aber auch, dass unser Modell nur funktioniert, wenn beide vernünftig mit Geld umgehen, sich gegenseitig nichts neiden und gönnen können. Deshalb ist es bei weitem nichts für jedermann.
Für uns wären gemeinsame Konten und alles in einen Topf aber definitiv nichts, womit wir uns wohlfühlen würden.

8

Ich glaube, auch unser Modell (Mann Hauptverdiener und gemeinsame Konten) funktioniert nur, wenn beide vernünftig mit Geld umgehen und sich gegenseitig nichts neiden und gönnen können.

Mein Mann z.B. würde niemals sagen, dass ich auf seine Kosten lebe oder würde mir Taschengeld zuteilen. Ich hingegen würde das Geld nie unnötig verprassen (gut, ob Schuhe nötig sind oder nicht, darüber könnte man diskutieren ;-) ). Finde es aber auch völlig in Ordnung, wenn mein Mann mal nur für sich selber eine größere Summe ausgibt. Ich weiß ja, dass für die Familie noch genug übrig bleibt.

22

klar ist sowas individuell - aber ich finde es spannend über den Tellerrand zu schauen und die Modelle anderer zu sehen, die vielleicht schon gute oder schlechter Erfharungen gemacht haben

weiteren Kommentar laden
10

"Ist das so weltfremd? "

Nö.

Und ich glaube, die meisten denken in diese Richtung.

Aber in dem u.g. Fall, den ich gelesen habe, war doch die Situation ein bisschen anders.

Da hatte eine Dame einen Sparstrumpf, den sie VOR ihrer Ehe angelegt hatte. Und ausserdem einen sehr konsumfreudigen Partner an ihrer Seite. Dem Geld generell unter den Fingernägeln brennt. Da rät es sich, - nach meiner Meinung - erst mal nichts zu sagen.

Was ja nicht heisst, dass wenn mal ein wirklicher Notfall einträfe, sie ihr kleines Sparvermögen nicht doch würde einbringen wollen.

11

Da hast Du mich jetzt aber falsch verstanden.

Mir ging es nicht mehr um den heimlichen Sparstrumpf, sondern ganz generell um getrennte Konten/Depots und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die gemeinsame Zukunftsplanung.

15

Getrennte Konten zu besitzen, bedeutet nicht, nicht für den anderen einstehen zu wollen. Da hast Du deutlich etwas mißverstanden.

weitere Kommentare laden
14

Hier mein "unnötige" Antwort ;-).

Ich gehe davon aus, daß Du mit Deinen Fallbeispielen in erster Linie provozieren möchtest.

Du vertritts in der unteren Diskussion die "alles oder nichts"-Vesion. Dein gutes Recht und jeder nach seiner Farcon - jedoch heißt es doch nicht immer ent- oder weder. Eine gut funktionierende Partnerschaft verlangt weder, daß man sich verstecken muß, noch, daß man die Hosen runterläßt.

Ich denke nicht, daß jemand mit einem etwas ausgeprägteren Freiheitsempfinden, sich mit jemandem paaren wollen würde, der davon ausgeht, daß ihm alles - aber auch alles offengelegt würde. Hier liegt das Geheimnis vielleicht auch in der Symbiose zwischen Kopf und Hose...;-).

Wenn man hat, gibt man gerne - besser ist, man hat - und spricht nicht immer drüber.

GzG
Irmi

20

Alles oder nichts stimmt nicht so ganz.

Bevor wir uns entschieden haben, nur noch aus einem Topf zu wirtschaften, hat mich der Kontostand meines Mannes herzlich wenig interessiert (mir hat gereicht zu wissen, dass er gut mit Geld umgehen kann).

Und na klar wollte ich provozieren: Ehrliche Antworten. Denn es interessiert mich wirklich, wie andere planen und weiterdenken. Da verurteile ich nichts. Wundere mich höchstens (z.B. über Freunde von uns, die wirklich jeden Restaurantbesuch aufrechnen) und vertrete meine ganz persönliche Lebensweise.

27

Ist nicht wahr? Die rechnen die Restaurantbesuche auf?

"Mensch, du hattest aber ein Glas Wein mehr als ich, das zahlst du, seh ich gar nicht ein." So in etwa?

weitere Kommentare laden
18

<<<Ja, ich weiß: noch ein unnötiger (?) Thread zum Thema Finanzen in der Partnerschaft.>>>

Stimmt.

21

Ist doch Freitag - da darf ich doch, oder? :-p

24

Jetzt schon, da nun die Rubrik stimmt.

weitere Kommentare laden