24 Stunden-Assistenz eines Querschnittsgelähmten - Fragen

Hallo Ihr Lieben!

Momentan bin ich auf Jobsuche.

Ich bin gelernte Justizfachangestellte mit einer Umschulung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Dazu habe ich 2 kleine Kinder (fast 3 Jahre und fast 5 Jahre).

Nach ca. 100 erfolglosen Bewerbungen in diesen Bereichen, habe ich mich bei einem Pflegedienst beworben. So langsam verzweifel ich nämlich und möchte unbedingt arbeiten gehen. :-(

Naja... Jedenfalls bekam ich nach 2 Tagen direkt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Gestern war ich dort und bin gerade überfordert mit der Frage, ob ich das echt machen soll.

10 Minuten von hier entfernt wohnt ein junger Mann, der seit ein paar Jahren querschnittsgelähmt ist. Er wird rund um die Uhr betreut. Ein Team aus 7 Leuten ist für ihn zuständig. Alle arbeiten 1 mal die Woche 20-24 Stunden am Stück.

Das heißt, für eine Teilzeitstelle müsste ich 4 mal im Monat arbeiten. Er wird mittags von der Arbeit abgeholt und man bleibt bis zum nächsten Morgen um 8:00 Uhr dort. Also schläft man auch dort.

Er soll wohl so sehr fit sein und man muss ihn dann halt überall hin begleiten, am Wochenende auch mal rausgehen und und und.

Das wäre alles kein Problem für mich...aber natürlich muss man sich auch um die Körperpflege kümmern. MOrgens waschen, Zähne putzen, Toilettengang, Anziehen und so weiter. Ich habe 0 Pflegeerfahrung und habe echt Respekt davor. Ich finde das alles auch sehr persönlich, weil man sogar da schläft und so. Und dann ist er halt genauso alt wie ich...

Was sagt ihr dazu? Soll ich es einfach probieren? Habt ihr Erfahrungen damit? Gewöhnt man sich daran?

Ach ja.. das Gehalt wäre 10 Eur die Stunde brutto + Nachtzuschläge.

Als ungelernte Kraft finde ich das ganz gut oder was meint ihr?

Würde mich über Antworten freuen!

LG

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Hallo,

kann dazu nichts sagen, aber schau doch mal im Forum Rehakids nach.

LG nic

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Naja, Pflege ist ein Knochenjob. Das hier ist kein Kind mehr, sondern ein ausgewachsener Mann mit entsprechendem Gewicht, der noch dazu keine Möglichkeit hat, dir irgendwie zu helfen, wenn du ihn irgendwie bewegen musst. Für größere Sachen wird er Hilfsmittel haben, aber kleine Sachen, wirst du selbst machen müssen.

Was heißt, du hast keine Pflegeerfahrung? Du hast 2 Kinder. Klar hast du Pflegeerfahrung. ALLES, was du mit deinen Kindern gemacht hast, als sie BABYS waren, wirst du mit diesem Mann auch machen müssen (+ Zähne putzen und rasieren) und zwar wirklich ALLES (naja, vielleicht keinen Babybrei und keine Milchflasche, könnte sein, dass er dann streikt ;-) ).

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Die Pflege eines gesunden Kindes was maximal akut Krank ist, hat ja wohl NICHTS mit PFLEGE im Sinne von Krankenpflege durch Fachpersonal zu vergleichen und somit auch nicht als Pflegeerfahrung zu deklarieren *Kopfschüttel*

Zur Threaderstellerin:

Ich würde es an deiner Stelle nicht machen, das klingt alles nicht so als wäre es ein wirklich guter Pflegedienst.

1. Im Dienst darf man sicherlich nicht schlafen, stelle dir einmal vor etwas passsiert.... na prost Mahlzeit
2. Dir sollte kalr sein welche Art von Querschnittlähmung der Mann hat und was damit verbunden ist- Risiken,Einschränkungen, potentielle Warnhinweise etc.
3. Musst du nicht nur die 24 Stunden Dienst einplanen sondern auch den Tag davor und danach zum schlafen, da ICH im Dienst niemals schlafen würde (rein rechtlich)
4. Ist eine 24 Stunden Versorgung immer des gleichen Patienten eine enorme Psychische Belastung und auch körperlich ist das ganze nicht ohne, gerade wenn man nicht genau weiß wie es fachlich richtig geht.

so könnte die Liste noch unheimlich erweitert werden.

ICH würde es niemals machen an deiner Stelle, es hat schon einen Grund warum GUTE Pflegedienste eine 24 Stundenpflege nur von Fachpersonal (examiniert mit entsprechender Weiterbildung) durchführen lassen.

Der Stundenlohn an sich ist aber sicherlich nicht schlecht ;) für eine ungelernte Kraft, das wäre mir das Risiko (rein rechtlich) aber nicht wert. Abgesehen davon ist ja auch die Frage ob der Vertrag Patientenbezogen wäre (das heißt wenn der Patient im KH ist oder verstirbt oder oder oder) du dann quasi nicht bezahlt wirst, oder an die Firma gebunden (sie also dann einen "Ersatzpatienten" für dich haben müssen, und dann ist die Frage ja auch noch was ist wenn der Patient in den Urlaub will, musst/könntest du dann auch mit?

littlequeen

die sich fragt warum alle Welt denkt jeder könne in der Pflege arbeiten der mal ein Kind gewickelt/gefüttert hat, es kommt doch auch niemand auf die Idee als Friseur zu arbeiten ohne es gelernt zu haben nur weil man sich die Haare alleine kämmen kann, und da kann man wesentlich weniger "kaputt" machen.

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Sehr gut. Dem ist nichts hinzuzufügen!

Bin auch der Meinung, das ungelernte Kräfte nichts in der Pflege zu suchen haben. Man kann sehr viel falsch machen und wir examinierten Kräfte lernen nicht ohne Grund auch unsere 3 vollen Jahre!

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Arbeite 1 - 2 Einsätze zur Probe! Anders kann man nicht heraus finden, ob das was für Dich wäre von körperlicher und psychischer Seite her gesehen.

Denn beide Aspekte sind im Pflegebereich meiner Meinung nach sehr wichtig.

Es gibt Menschen, die die köperlichen Voraussetzungen von Anfang an oder auf Dauer nicht erfüllen.

Wiederum gibt es Menschen, die zwar die körperlichen Voraussetzungen mit bringen würden, dieses aber von psychischer Seite nicht leisten können.

Wenn der Betroffene querschnittsgelähmt ist, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit gewindelt sein!?!? Oder Katheter haben?!?!? Das alles musst Du mit einkalkulieren, ob Du einen Erwachsenen auch windeln könntest, ob das was für Dich wäre.....

Das kann man aber nur heraus finden, in dem man es hautnah miterlebt.

Viel Glück!!!!

Janette

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"Wenn der Betroffene querschnittsgelähmt ist, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit gewindelt sein!?!? Oder Katheter haben?!?!?"

Das wollte ich jetzt so direkt nicht schreiben. Aber bei dem "Toilettengang" im Ausgangsthread musste ich schon schmunzeln...zumal sie ja beim Zähne putzen helfen soll...

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Danke für die Antworten!!

Ja.. Ich denke auch, dass ich ihn erstmal kennenlernen sollte und mir erstmal alles anschauen werde.

Ich habe schon oft gesagt, dass ich mir Dinge nicht zutraue und es dann im Nachhinein doch kein Problem für mich war.

Ich glaube, dass das pflegetechnische nicht das größte Problem wäre. Für mich ist es halt komisch, dass er genauso alt ist wie ich und ich immer denken würde, dass er evtl. mehr in mir sehen könnte als eine Pflegekraft. Das klingt jetzt blöd... Aber das habe ich schon öfter gehört. Zumal man da dann ja auch schläft und den ganzen Tag mit ihm verbringt.
Das würde halt komische Gefühle in mir hervorrufen.

Bei einer Frau wäre das glaubich halb so wild alles. Naja... Ich weiß auch nicht so recht.

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