Stillen und arbeiten - wer hats gemacht?

In zwei Monaten fange ich wieder an zu arbeiten.

Mein Lütter wird noch relativ häufig gestillt und es ist auch nicht absehbar, daß es in nächster Zeit weniger wird.

Mir ist bewußt, daß es einen besonderen Schutz für Stillende gibt. Mir war aber nicht wirklich klar, daß es sich auch aufs Teilstillen nach dem ersten Jahr bezieht. Nun also meine Frage. Wie läuft es in der Praxis?

Wie beweist man dem AG, daß man wirklich noch stillt? Wie reagieren die Kollegen?

Wer hat Erfahrungen?

#danke

http://www.eltern.de/baby/9-12-monate/stillen-arbeiten.html

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kann nur kurz etwas zu einer kollegin schildern.

sie musste damals wieder anfangen zu arbeiten, da war ihre tochter 11 wochen alt. sie wurde vollgestillt.

die tochter wurde in der krippe betreut und sie war wieder als erzieherin tätig. jedoch hat sie nach einer woche abgestillt, denn es war personaltechnisch kaum machbar. :-(

ich hoffe, bei euch klappt es besser!!!

mein sohn hat sich jetzt mit 9 monaten leider komplett abgestillt. bin immer noch traurig darüber, aber er zeigt absolut kein interesse mehr und verlangt halt nichts mehr.

kann man nich ändern. mama muss damit irgendwie klar kommen...

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Mein AG weiß noch gar nichts von seinem Glück #schwitz

Ich fand den Gedanken "befremdlich" meinem AG (und den Kollegen) zu sagen, daß ich noch stille und - salopp ausgedrückt - deswegen nun meine Arbeitszeit reduzieren möchte - fürs gleiche Geld.

Mittlerweile denke ich eigentlich nur... es ist doch mein Recht, oder??

#kratz

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Ich würde mit deinem AG drüber sprechen. aber mir auch im klaren darüber sein, dass er nicht positiv reagieren könnte!

hier in der region ist stillen über einem jahr etwas was garnicht geht!!! habe wirklich schon ettliche diskussionen hinter mir und ich stand auch immer hinter meiner meinung solange zu stillen, wie es mein kind möchte!!!!

du glaubst ja garnicht, was man sich da alles so anhören kann und verständis? fehlanzeige, für so was "unnormales" auf keinen fall.

naja, leider hat ich das problem bei mir ja selbst gelöst. (die meisten kinder stillen sich zw. dem 1. und 2. geb. von ganz allein ab)

ich drücke dir die daumen, dass dein ag verständis dafür hat!!!!!

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Hallo,

ich hatte eine sehr nette Chefin und ein sehr nettes Kollegium.

Ich bin Lehrerin und wurde von den Pausenaufsichten befreit, um einen Ausgleich für die Abpumperei zu haben. Ich habe dann immer in der 2. Pause abgepumpt und die erste Pause hatte ich zum Ausruhen.

Das bedeutete natürlich, dass andere meine Arbeit miterledigen mussten. Anspruch hin oder her, sowas ist immer doof - zumal wir eine Zwergenschule haben. Sprich: 4 Kollegen für sämtliche Aufsichten.

Doch es standen alle hinter mir, sowas ist natürlich absoluter Idealzustand. #pro

Ich pumpte morgens ab, in der Pause und nach der Schule. Wenn Konferenzen oder FoBi waren, zusätzlich abends. Freitags fror ich die Milch für Notfälle ein. Die gab es aber selten, meist reichte die frische Milch.

Am Arbeitsplatz habe ich 15 Minuten täglich aufs Abpumpen verwendet.

Ich bin nach 14 Wochen wieder arbeiten gegangen, war tägl. mindestens von 8-14 Uhr abwesend. Habe bis zum 7. Monat voll gestillt und dann mit Beikost begonnen. Da diese schleppend anlief, musste ich noch lange abpumpen wie ein Weltmeister... ;-)

Ich begann aber nach Beikoststart rasch, den Kollegen wieder einzelne Aufsichten abzunehmen. Inzwischen beteilige ich mich wieder gleichberechtigt, stillen tue ich immer noch neben der Beikost. Aber Papa braucht vormittags nicht mehr sooo viel Milch. Da reicht es, wenn ich zuhause abpumpe.

Ich kann dich nur ermutigen, es zu versuchen!

Mein Tipp: Lege dir die Stillpausen nicht zu früh, damit auch schon etwas zum Abpumpen da ist. 3-4 Stunden sollte die Brust schon "Zeit gehabt" haben.

Falls du noch Fragen hast - gerne.

LG :-)

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#danke für Deine Antwort.

Beim Lesen ist mir eigentlich erst etwas klar geworden:

Ich habe noch nie abgepumpt. Und ich stelle mir gerade vor, wenn ich den Lütten um 8.00 Uhr abgebe und ihn erst um 16.00 Uhr hole...

Ich platze!!! #schwitz

Ursprünglich dachte ich eher daran, daß ich die Zeit, die mir zusteht früher nach Hause gehe. Das geht wohl laut dem Artikel auch?!
Hört sich unverschämt an - ja. Bin ich aber gar nicht. Wie gesagt, ich habe gar nicht daran gedacht, daß ich vielleicht abpumpen muss - weil ich sonst platze!

Und wenn das Abpumpen gar nicht funktioniert?

Ob meine Kollegen es als unkollegial empfinden wäre mir ehrlich gesagt egal. Wir haben über Jahre mehr als 50% Krankheitsausfälle und NIE hat sich jemand bei mir bedankt, obgleich ich dadurch immer Mehrarbeit und Überstunden geleistet habe. Als zweifache (jetzt dreifache) Mutter gar kein einfaches Unterfangen. Immerhin musste ich spontan umorganisieren, damit die Betreuung der Zwerge gesichert war.

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Hi,

über deine Situation mit den Kollegen kann ich natürlich nichts sagen.

Zum Zeitfaktor:

Alle 4 Stunden ist abpumpen fällig, solange du noch voll stillst. So war es jedenfalls bei mir.
Als ich mit Beikost startete, hatte es auch schonmal Zeit bis nach der Schule mit dem Abpumpen.

Probier es die Tage schonmal aus, auch, um dein Kind an die Flasche zu gewöhnen. Falls du noch Tipps brauchst, melde dich.

Wenn du auf Arbeit bist und "drall" bist, fluppt aber auch das Abpumpen - keine Sorge.
Zu Hause würde ich dir raten, abzupumpen, wenn du dein Kind an der anderen Seite anlegst. Weil dann der Milcheinschuss kommt. Sonst pumpst du dich blöd, wenn du keinen "Vorrat" in der Brust hast.

Keine Sorge, dein Kind bekommt genug Milch. Ich habs IMMER so gemacht.

LG

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jhallo,
ich habe an meinen 2 lagen tagen in der woche (10h plus pause) meine stillpausen in anspruch genommen. bin von der arbeit nach hause, kind gestillt u wieder zurück. alles darüber steht im mutterschutzgesetz (entweder§7 o§16, weiß nicht ganz genau). eine altersangabe hat der gesetzgeber extra offen gelassen, weil es niemanden etwas angeht ob u wie du dein kind stillst. bei blöden nachfragen, sage du stillst nach who-richtlinien und punkt. beweisen mußt du nix. wenn er ein attest möchte mjuß er es eben bezahlen. meine kollegen haben zieml. relaxt reagiert, die männer vielleicht etwas verschämter;-) bei uns war es recht unkomplizieert. ich habe vielleicht3-4monate davon gebrauch gemacht, danach hat meine kleine gut ohe stillen durchgehalten. sage, das du nicht vor hast dein kind bis zum abitur zu stillen, dies aber für de moment einfach nötig sei.
lg

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Auch Dir #danke

Wie genau ich die Stillpausen in Anspruch nehme (Abpumpen oder verfrühter Feierabend) weiss ich noch nicht, aber je mehr ich die Antworten lese, desto mehr wächst mein Entschluss, es einfach zu probieren.

Ich werde die nächsten Tage mal bei meinem AG vorfühlen, wie er reagiert ;-)

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Ich bin jeweils nach 9 Monaten wieder arbeiten gegangen. Beim ersten Kind habe ich ca 1 Monat lang gepumpt, bevor ich es habe sein lassen, weil sie keine Pumpmilch wollte, bei Nr 2 haben wir 1 Monat lang tagsueber Pre angeboten, bis wirs haben sein lassen wegen mangelndem Interesse.

Beide Kinder bevorzugen in meiner Abwesenheit feste Nahrung. Gestillt wird abends, nachts und am Wochenende. Ist mir auch ganz lieb so, weil ich so meine Pausen fuer mich habe, und nicht stattdessen an der Melkmaschine haenge.

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Hallo #blume

beweisen? Gar nicht. Oder magst Du ihm hinterher die abgepumpte Milch zeigen? #rofl

Wie lange das Gesetz allerdings gültig ist (also ob es auch gilt, wenn man nach 3 Jahren noch stillt und dann auf Arbeit abpumpen möchte, weiß ich nicht).

Wie reagieren die Kollegen? Solange sie aus dem Zimmer draußen bleiben, wenn abgepumpt wird, ist es egal. Meine hatten das immer akzeptiert.

In der Praxis sieht das so aus, daß Du Dich abschottest zum Abpumpen und das als Arbeitszeit gerechnet wird (max 1 h am Tag). Ich selbst habe direkt nach dem Muschu wieder VZ gearbeitet und je Kind ca. 6-8 Monate abgepumpt.

#liebdrueck
Sanne #sonne

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Dein Kind ist vom Alter her absolut in der Lage auch ohne Stillen Deine arbeitszeit zu überbrücken. Du stillst halt dann, wenn Du daheim bei Deinem Kind bist...

So habe ich es bei beiden Kindern gehandhabt und der Große wurde so knappe 2 Jahre gestillt. Kinder sind flexibler als wir Mütter uns das oftmals vorstellen, bist Du nicht da, dann wird er Brei, Familienkost essen und Wasser usw. trinken...

Beim ersten Kind bin ich nach 8 Monaten und beim Kleinen wieder nach 4,5 Monaten Teilzeit in den Beruf zurück...

LG

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...und für genau solche ansichten gibt es den "stillparagraphen" im mutterschutzgesetz. damit auch frau, wenn sie möchte o ihr es nowedig erscheint, stillpausen in anspruch nehmen kann.

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Ich meinte das garnicht mal negativ #kratz Sollte eine andere Option darstellen, nicht mehr, nicht weniger.

Für mich war es so in beiden Fällen die beste Lösung. Pumpen ging nämlich bei mir bei keinem der beiden Jungs und zudem waren die Arbeitsstellen zu weit entfernt um zwischendrin zu stillen.

LG

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Ich brauchte ein Attest vom Arzt, dann gabs entsprechende Stillstunden Ermäßigung, das waren bei mir immerhin täglich eine Stunde!
Die Kollegen wussten es nicht, sind mir höchstens beim Abpumpen im Vorbereitungsraum begegnet oder haben die Milchpumpe im Kühlschrank gefunden.