Kinderfreibetrag bei unverheirateten - vielleicht hat jemand Ahnung

Guten Abend!
Mein Partner und ich sind unverheiratet und seit Sommer letzten Jahres Eltern einer Tochter. Das Sorgerecht haben wir geteilt. Nun ist mein Partner leider während meiner Schwangerschaft arbeitslos geworden. Das Arbeitslosengeld läuft demnächst aus für ihn und aufgrund unseres Zusammenlebens und meines Verdienstes wird er keinerlei Unterstützung mehr vom Staat bekommen. Jetzt wollten wir, dass unsere Tochter nur auf meiner Steuerkarte steht solange er noch keine neue Arbeit hat, damit uns der Kinderfreibetrag nicht zur Hälfte verloren geht. Haben einen Antrag gestellt und heute gab es während ich arbeiten war einen Anruf vom Finanzamt, dass dem nicht statt gegeben wird und es das auch nicht mehr geben würde, dass man das so machen kann. Er wurde dann gefragt, ob ihm die Auskunft reichen würde oder wir es in schriftlich haben wollen. Er natürlich gesagt in schriftlich Bitte für unsere Unterlagen. Nun bin ich mal gespannt was da kommt.
Hat jemand Ahnung und kann mich aufklären?
Vielen Dank!

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Hi,
meines laienhaften Wissens nach hat das Finanzamt recht.

Wenn beide Eltern zusammen leben, ist es vollkommen egal, ob nur einer arbeitet oder beide, oder warum nicht, oder wie viel einer mehr verdient und ob und wenn ja was den Eltern dadurch verloren geht.

Jeder bekommt 0.5 Freibetrag auf die Karte, und das wars. War bei uns nicht anders, als wir noch nicht verheiratet waren und ich zu hause war.

Ob Euch dadurch etwas verloren geht und wenn ja wie viel hängt natürlich davon ab, ob Dein Einkommen alleine die Grenze sprengt, wo das Kindergeld "nicht mehr ausreicht", um die Auswirkung vom Steuerfreibetrag zu kompensieren. Wenn Du entsprechend gut verdienst (wo die Grenze liegt, findet Google schnell heraus, denke ich), dann wird es so sein, dass Euch die Hälfte von dem, was das Kindergeld eben nicht mehr deckt verloren geht. Zum Glück geht ja wenigstens nicht der komplette halbe Kinderfreibetrag verloren, sondern eben nur der Teil, der das Kindergeld übersteigt.

Irrelevant ist auch, an wen das Kindergeld ausgezahlt wird.

Zumindest früher war es so, dass lediglich in dem Fall, dass ein Elternteil allein erziehend war (was ja natürlich nicht gleichzusetzen ist mit "unverheiratet") UND der andere Elternteil keinen Unterhalt gezahlt hat, der allein erziehende Elternteil den vollen Kinderfreibetrag auf die Karte haben konnte. Viel gebracht haben wird es aber wohl nur in Ausnahmefällen etwas, denn nicht viele Alleinerziehende dürften die Einkommensgrenzen sprengen, die man haben muss, damit es sich überhaupt auswirkt.

Aber vielleicht noch als Tipp: wenn Ihr eine Betreuung habt, könnte es immer noch interessant sein, wer sie gebucht hat und von wessen Konto das Geld abgeht. Ob das noch so ist - keine Ahnung, früher konnte bei unverheirateten nur der die Kosten absetzen, von dessen Konto das Geld abging dafür...

Viele Grüße
Miau2

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:-) Vielen Dank für deine Ausführungen und den Tipp im letzten Absatz. Ich werde mal auf das Schriftstück vom Finanzamt warten und es dann an meine Steuerberaterin weiter reichen.

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Hallo,
der Kinderfreibetrag greift eigentlich erst bei einem Verdienst von ca. 60.000€. Wenn du da wirklich drüber liegst, hast du echt andere Möglichkeiten.
Warum zahlst du nicht deinem Partner Unterhalt und rechnest das über das Realsplitting ab? Das ist viel effektiver als die paar Cent, die man über den Kinderfreibetrag bekommen kann. Auch seine Krankenversicherung zahlst du ja sicher. Auch diese kannst du über das Realsplitting anerkennen lassen.
Aber es stimmt. Mehr als einen halben Kinderfreibetrag bekommst du nicht. Das wäre nur möglich, wenn du Alleinerziehend wärst UND er seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt. Ersteren Punkt erfüllst du derzeit einfach nicht.

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Um ehrlich zu sein haben wir diese ganzen Varianten die du aufzeigst noch gar nicht auf dem Zettel. Wir sind bisher auch von dem Fall ausgegangen, dass wir damit nichts zu tun haben und er wieder in Lohn und Brot ist.

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Hättest du nicht geschrieben, dass bei ihm jetzt das ALG1 ausläuft? Dann ist er doch 1 Jahr arbeitslos, oder hatte er nur ein halbes Jahr Anspruch darauf? Die Steuererklärung muss doch jetzt gemacht werden.

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