Völlig unzufrieden (Wohnsituation etc.)

    • (1) 01.01.16 - 15:42

      Guten Tag und frohes neues Jahr,

      zumindest ich blicke leider nicht so positiv ins neue Jahr. Was mich seit Langem "quält" ist unsere Wohnsituation.

      Ich erbte 2011. Damals lebten wir zu Dritt in einer schönen 80 m²-Wohnung. Fußbodenheizung, 1. Stock, Balkon, Hausmeisterservice, großes Wohnzimmer.

      Als ich erbte (was absehbar war), freuten wir uns. Keine Miete mehr bezahlten. Ins schuldenfreie Eigenheim sozusagen.

      Inzwischen ist eher die Freude der Ernüchterung gewischen. Zumindest bei mir. Obwohl ich das Haus ja kannte (lebte selbst über 2 Jahrzehnte darin).

      Wir haben inzwischen zwei Kinder (eins im Kindergarten-, eins im Grundschulalter) und leben auf bewohnbaren 85 m². Das Wohnzimmer ist klein (20 m²), in der Küche kann man nicht sitzen. Heißt: man muss immer das Essen über den kleinen Flur ins Wohnzimmer an den Esstisch schleppen. Besuch sitzt immer im Wohnzimmer. Man hält sich also stets im Wohnzimmer auf. Eine andere Möglichkeit besteht im Erdgeschoss schlichtweg nicht.

      Oben haben wir ein Bad und ein Schlafzimmer, ein kleines Büro und zwei Kinderzimmer mit starken Dachschrägen und Verbindungstür. Das war´s. Ach ja: Unten gibt es noch ein winziges Gäste-WC und zwei Räume, die allerdings kein Wohnraum sind, sondern als Heizungsraum und Waschküche genutzt werden. Aus Platzmangel stehen dort die Waschmaschine, der Trockner und der Kühlschrank.

      Renoviert haben wir schon. Aber in einem fast 40 Jahre alten Haus ist das doch ein Fass ohne Boden.

      Ich komme mir wirklich klein und mickrig vor im Gegensatz zu anderen Leuten in meinem Alter. Die wohnen fast ausschließlich alle in Neubauten. Ok. Es gibt Ausnahmen. Aber viele wohnen halt so. Entweder haben sie gekauft oder neu gebaut. Und die, die neu gebaut haben, wohnen aber mal so richtig schick auf zwei bis drei Etagen.

      Ja ich gebe zu: Ich bin neidisch.

      Aber wie das so ist: Wenn man schuldenfrei wohnt, tut man sich extrem schwer damit, Schulden zu machen. Außerdem haben wir kein Eigenkapital, keine Bausparverträge, fahren zwei alte Autos, mein Mann verdient nur um die 2200 Euro netto in normalen Monaten und ich ca. 600 Euro zur Zeit. Das ist ja keine Basis für einen Hauskauf. Es sei denn, man will bis zur Rente dran bezahlen.

      Aber ich würde andererseits auch so gerne schick wohnen. Endlich auch mal alles neu haben. Wohnraum, Möbel usw.

      Aber ist dann noch Urlaub drin?

      Es steht ja auch eigentlich gar nicht zur Debatte.Dass wir hier bleiben, ist sicher. Aus finanziellen Gründen. Aber ich schäme mich ein wenig. Andere denken wahrscheinlich, dass wir echt arme Schlucker sind. Werden die Kinder später mal geärgert deshalb?

      Ich meine: Ich habe ein 2000 m²-Grundstück (mit Hausfläche gerechnet) und keine Nachbarn weit und breit. Eine große Garage, eine riesige Wiese mit Waldgrundstück und neuerdings noch einen Garten.

      Aber es ist eben alt. Und das missfällt mir so.

      Mein Mann meckert nur. Er ist froh, keine Miete mehr zahlen zu müssen. Zwar nervt ihn der Wohnraum auch von der Größe her und dass wir uns keine großen Renovierungen leisten können. Aber er meint, es ist besser, so weiter zu wohnen, als sich zu verschulden.

      Aber ich werde den Neid nicht los. Auf die schicken sauberen strahlenden Häuser der anderen. Einmal auch so wohnen. Mit feinem Rasen und nicht der ollen Wiese. Auch mal alles neu haben. Das wäre was.

      Oft habe ich mit meinem Mann Disput deshalb. Er meint, ich wäre undankbar und so schlimm wäre es nicht. Aber er besucht auch nicht so oft andere Frauen wie ich.

      Was meint ihr?

      • Hallo,

        du weißt selbst, dass du auf hohem Niveau meckerst, aber wenn man sich nicht wohl fühlt, muss man etwas ändern.

        Wie wäre es mit einem Wintergarten, um das Wohnzimmer oder die Küche zu vergrößern? Oder ein Durchbruch von der Küche zum Wohnzimmer.

        Bei den extremen Dachschrägen in den Kinderzimmern: Könnte man Dachgauben bauen?

        Das alles kostet Geld, aber es könnten gute Investitionen sein, wenn du dich dann wohler fühlst.

        Viele Grüße,
        lilavogel

        ..andere wären vielleicht froh, nicht so schick aber dafür schuldenfrei zu wohnen.

        Könnte man im Unterschoss durch Wanddurchbrüche für eine andere Verteilung sorgen.

        Wenn nicht, dann richte die so vorhandenen Räume gemütlich ein.

        Deine Kinder werden sicher nicht dafür gehänselt weil ihr in keinem Neubau wohnt.

        Durch deine Nörgeleien könnten sie sich aber abseits gestellt fühlen.

        Eine Möglichkeit wäre noch, ihr verkauft 1000 qm und vom dem Geld baut ihr das Haus so um, wir ihr es möchtet.
        Schulden machen, würde ich den Einnahmen nicht.

        • Hallo,

          aber es ist nicht gesagt, dass der Verkauf von 1000qm viel Geld bringt. Es kommt darauf an, wo die TE wohnt und ob der Teil des Grundstücks Bauland wird oder nicht. Außerdem kommt da noch die Vorleistung: Die Anträge bei der Gemeinde, die Vermessung und Kartierung,...

          Viele Grüße,
          lilavogel

      Realistisch ist ein neues Haus bei Eurer Einkommenssituation nicht. Ich denke auch, Du solltest eher überlegen, was man mit geringer Investition besser machen kann - andere Aufteilung im EG, ein Wintergarten ...

      Unsere Wohnsituation ist ähnlich, wir haben 75 Quadratmeter und nur ein Klnd, aber auch eine Miniküche, ein Riesenwohnzimmer, ein Kinderzimmer und ein Schlafzimmer. Die Doppelhaushälfte ist schuldenfrei, aber da das Haus aus den 60ern ist, fällt schon einiges an. Dafür haben wir aber einen großen schönen Garten und einen "Wintergarten".

      Ja, manchmal hätte ich auch gern ein Zimmer für mich und vor allem nettere Nachbarn, aber wir haben uns jetzt auch entschieden, noch ein wenig zu investieren, um uns auf dem bisherigen Raum wohler zu fühlen.

      Liebe Grüße
      Anja

      Hallo

      Ihr habt ein Gesamteinkommen von 2800 €.
      Ihr wohnt 4 Jahre da und habt noch nichts gespart?
      Beim sparen solltet ihr anfangen.
      Wenn ihr dann was zusammen habt könntet ihr anbauen.

      Das Du keinen schönen Rasen hast liegt daran das ihr keinen gepflanzt habt. Das kann man aber ändern.

    Hallo!

    Wenn Du wesentlich mehr arbeiten würdest und ernsthaft sparen würde die Chance bestehen, sich mal ein chiceres Haus zu leisten.

    Wenn Du aber jetzt erklärst, dass Deine Kinder ja so klein sind, der Haushalt auch zeit kostet und 1000 andere Gründe dagegen sprechen deutlich mehr zu arbeiten, dann wirst Du damit leben müssen, wie es jetzt ist.

    Ich finde es nicht ok, Deinen Mann deswegen anzumotzen und Deinen Frust an ihm auszulassen. Ändern kannst nur Du etwas, er kann ja schlecht mal eben den Beruf wechseln und auch nicht neben dem Vollzeitjob mehr Geld verdienen. Dir mit Deiner kleinen Teilzeitstelle steht es dagegen frei, mehr fürs Familieneinkommen zu tun, was dann auch eine Verbesserung der Wohnsituation ermöglichen würde.

    "Was meint Ihr?"

    ich persönlich finde diese Form von Neid, die bei dir ja eher schon etwas destruktives hat furchtbar.

    ich denke, es könnte für euch ein leichtes sein, die Situation zu ändern, wenn man denn meint, mit den "Anderen" mithalten zu müssen.

    Ihr habt 2800 plus zweimal Kindergeld, also deutlich über 3000 Euro im Monat. Ich denke, die meisten Familien könnten davon 1000 Euro im Monat sparen für Umbauten und trotzdem noch in Urlaub fahren.

    Ihr könnte euch doch sicher ein kleineres Darlehen für einen Umbau aufnahmen, das euch dann maximal 500 Euro kostet und dafür könnt ihr das Haus tiptop machen.

    Ich habe aber eher den Eindruck, dass dir insgesamt das Haus nicht gefällt, die Waldlage, dass es halt etwas älter ist usw.
    Das ist dann wohl eher eine Frage des persönlichen Stils, ich finde ein altes haus meist sehr viel schöner, als diese typischen Neubauten, bei denen es Jahr dauert, bis der Garten wohnlich und nicht mehr steril ist.

    Dann verkauft das Haus doch und kauft etwas anderes.

    Bei uns würde man für so ein großes Grundstück dermaßen viel Geld bekommen, dass man sich locker einen schicken Neubau leisten könnte.

    Du hast Glück dass du geerbt hast.

    ich habe ein wenig die Befürchtung, dass du, wenn du jetzt deine Wohnsituation zur Zufriedenheit gelöst bekommst, dann neidisch wirst auf andere Autos, Einrichtungen, Urlaube etc.

    Aber dafür muss man halt auch gut verdienen. Vielleicht solltest du das angehen.

    • "hr habt 2800 plus zweimal Kindergeld, also deutlich über 3000 Euro im Monat. Ich denke, die meisten Familien könnten davon 1000 Euro im Monat sparen für Umbauten und trotzdem noch in Urlaub fahren."

      sehe ich auch so zumindest wenn man wie in dem Fall die Miete spart.

      lg

Hallo,

wenn ihr das Grundstück in 2x 1000 qm teilt und das jetzige verkauft, dann habt ihr Eigenkapital und auch schon 1000qm Grundstück.
Das sollte doch eigentlich funktionieren für den Hausbau.

Allerdings wundert es mich, dass ihr bei soviel netto und keiner Miete noch gar nichts sparen konntet?

LG

geht kein Anbau?, bei Eigentum hätte ich hier so einiges umgebaut um mehr Platz zu haben.

lg

Irgendwie verstehe ich dich nicht. Wenn dir das Haus nicht gefällt, dann rechnet eure Situation durch und guckt, was ihr für euer jetziges Haus bekommen würdet, was ein neus kosten würde und ob ihr das Restkapital aufbringen könnt.

Wenn das alles nichts ist, dann holt euch einen Fachmann ins Haus, der guckt, ob ihr Wanddurchbrüche machen könnt. Ich würde zb bei so kleinen Räumen immer eine offene Wohnlösung bevorzugen. Also Wände raus, alles umbauen und fertig. Davon abgesehen kann man auch das älteste Haus innen neu einrichten. Was spricht denn dagegen, neue Fliesen, Wände und Einrichtung reinzupacken, damit ihr euch wohl fühlt?

Ist es wirklich das Haus oder eher was anderes?

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