Aufstockendes ALG II und Fahrtkosten?

    • (1) 03.01.16 - 16:41
      Inaktiv

      Hallo,

      ich frage hier für eine Bekannte. Sie ist Alleinerziehend und bezieht aufstockend ALG II. Nun diskutiere ich mit ihr, da ich der Meinung bin, dass sie die Fahrtkosten absetzen kann. Die Sachbearbeiterin teilte ihr aber vor zwei Jahren mit, dass sie dies nicht könne. Wo ist denn nun der Sinn dahinter? Sie hat ja nun 150 Euro mehr als der normale ALG II Satz beträgt, aber Extrakosten durch Benzin, Verschleiß und Versicherung für ihr Auto, was sie natürlich braucht um zur Arbeit zufahren. Ist dies so korrekt? Da ist ja das Plus wieder weg, wo ist da der Anreiz, zu arbeiten?

      Des weiteren hat sie 414 Euro brutto Weihnachtsgeld bekommen. Dies wird ihr auch komplett als brutto angerechnet und zwar so, dass sie nun sechs Monate 60 Euro weniger ALG II bekommen soll und noch 40 Euro zurückzahlen soll. Ist das richtig so? Sie hat doch das Weihnachtsgeld nicht brutto bekommen sondern noch die entsprechenden Abgaben gezahlt.

      Vielen Dank für eure Antworten!

      • Hallo,

        die Fahrkosten können natürlich zusätzlich als Ausgaben berücksichtigt werden (0,20 € je km). Die Kfz- Haftplicht kann auch als Ausgabe berücksichtigt werden.

        Wenn sie Weihnachtsgeld bekommen hat, werden auch hier Freibeträge abgezogen und nur das Netto berücksichtigt. Die Berechnung ist zwar etwas komplizierter, aber sollte jeder SB schaffen.
        Das Netto- Weihnachtsgeld wird durch 6 Monate geteilt und somit im Zuflussmonat und den nächsten 5 Monaten berücksichtigt. Meistens muss man im Zuflussmonat etwas zurück zahlen, wenn zu wenig Einkommen vorläufig berücksichtigt wurde. Dies ist schon richtig so.

        Sollten die Bescheide falsch sein und die Widerspruchsfrist bereits abgelaufen sein, kann sie einen Überprüfungsantrag stellen und bei Ablehnung nochmals ggf. in Widerspruch gehen.

        LG Steffi

        Hallo,

        Fahrtkosten können nur berücksichtigt werden, wenn sie 100 Euro Freibetrag pro Monat überschreiten.

        In den 100 Euro Grundfreibetrag sind eben Fahrtkosten schon enthalten, außer die FK übersteigen diesen Betrag.

        Für den Monat der Auszahlung des Weihnachtsgeldes müsste sich einfach das Bruttoeinommen erhöhen.
        Also wird für den Monat der Freibetrag anders berechnet, nämlich am erhöhten Brutto.

        Der Freibetrag wird am Brutto errechnet und vom Netto abgezogen.

        Das solltet ihr nochmal überschlagen.

        Dann die Rückforderungsanhörungen richtig lesen, weil da immer die Begründung einer Rückforderung auch drin steht.

        Grüße

        >>>Da ist ja das Plus wieder weg, wo ist da der Anreiz, zu arbeiten?<<<

        Überleg dir mal genau, was du da von dir gegeben hast.

        • (5) 04.01.16 - 07:13

          Hallo,

          ich weiß schon, was ich geschrieben habe, aber trotzdem danke für diese konstruktive Antwort auf meine Frage.

          Wenn die Fahrtkosten nicht berücksichtigt werden, dann ist das Plus von 150 Euro nichts wert, da dieses von den Fahrtkosten wieder ausgefressen wird, d.h. sie hat im Endeffekt wieder genauso viel in der Tasche, wie jemand, der nicht arbeiten geht. Und da stellt sich halt die Frage, wo da der Anreiz sein soll. Wir reden hier im übrigen von 80-100 Euro aufstockendes ALG II. Sie würde ja auch 20 Stunden im Monat mehr arbeiten, um komplett wegzukommen vom Bezug, allerdings würde sie dann keine Zuschüsse mehr aus dem bildungsteilhabepaket bekommen und hätte somit auch wieder weniger Einkommen. So hat sie es mir erklärt, obwohl ich noch nicht weiß, ob sie nicht einfach nur schlecht beraten wurde. Kindergeldzuschlag und Wohngeld würde sie auch nicht bekommen, dass hat sie auch schon probiert, um aus dem Bezug rauszukommen.

          Ich werde mir mal die Bescheide anschauen, vielleicht hat sie diese auch nur falsch verstanden.

          Liebe Grüße

          • Genauso macht es aber meine Schwester. Sie hat letztlich weniger Geld ( wenn man die Zuschüsse, etc.) berücksichtig als Ei. Harz 4 Empfänger. Aber sie sagt immer, dass sie ihren Reststolz behalten möchte.
            Ich verstehe nicht wieso die Leute ihre Mitnahmequalität nicht abstellen können. Also dass sie dankbar sind es nicht nehmen zu müssen.

            Eine AE Freundin hat letztens etwas ähnliches los gelassen, da ist mir alles
            Aus dem Gesicht gefallen: sie dürfe nicht mehr arbeiten gehen,
            Weil sie dann weniger AlG2 bekommt.
            Solche Sprüche machen mich fassungslos.
            ALG 2 ist als Notversorgung
            Gedacht und nicht damit man möglichst bequem durchs Leben kommt.
            Das das manchmal ungerecht ist keine Frage. Es macht mich genauso fassungslos, dass es Leute gibt, die Vollzeit schaffen und dennoch ALG2 bekommen müssen.
            Eine Freundin von mir verdiente Netto vor dem
            Mindestlohn 800 € bei 40h arbeiten die Woche. Dennoch ist sie arbeiten gegangen.
            Was deine Freundin macht finde ich nicht in Ordnung. Den Kinderzuschlag wird sie bestimmt bekommen, denn dieser ist an Ei. Bestimmtes Brutto gekoppelt. Ich kann mir
            Nicht vorstellen,
            Dass
            Sie das erreicht.
            Sorry für die vielen Rechtschreibfehler.
            Mein Handy
            Ist heute Morgen äußerst unkooperativ

            • (7) 04.01.16 - 09:24

              Hallo,

              generell bin ich auch deiner Meinung, allerdings muss man auch immer den Einzelfall betrachten.

              Meine Freundin ist allein erziehend und musste aus einer schrecklichen Beziehung raus, welche auch die Kinder psychisch so stark belastet hatte, dass sie in Behandlung mussten. Die Mutter ist trotzdem immer arbeiten gegangen und hat über den bundesfreiwilligendienst eine Ausbildung zur Pflegehelferin gemacht. In diesem Job ist sie jetzt auch tätig mit den entsprechenden Arbeitszeiten und bekommt es trotzdem gewuppt ihre Kinder adäquat zu betreuen. Sie hatte sich auch noch einen 450 Euro Job zusätzlich gesucht, so dass sie komplett aus dem Bezug raus war. Leider ist die Firma abgebrannt, so dass sie nach sechs Monaten diesen Job wieder los war. Einen neuen zu finden, der vereinbar mit den Arbeitszeiten in der Pflege ist, ist relativ schwer. Und Vollzeit kann sie nicht arbeiten, da sie dann die Betreuung nicht mehr abdecken kann. Und wie gesagt wir sprechen hier von 80-100 Euro ALG II pro Monat. Alleinerziehende haben es nun mal ungleich schwerer.

              Liebe Grüße

              • Diese Aussage passt aber nicht ganz zu deiner Aussage vorhin, wo sie aufstocken könnte, es aber nicht einsieht, weil die Zuschüsse dann wegfallen.
                Es ist ein Unterschied, ob man wegen der Kinderbetreuung nicht aufstocken kann oder ob man nicht aufstocken will, weil es einfacher und bequemer ist.
                Meine Schwester hat auch jahrelangen Terror hinter sich. Ich konnte das nie verstehen, weil es "selbstgewähltes Schicksal" war.
                Sie hätte die Beziehung viel früher beenden können und der Kinder zu liebe beenden müssen kam aber einfach nicht von ihm los und hat immer wieder Ausreden gefunden wieso sie noch bei ihm ist. Ich werde so etwa nie verstehen, denn wenn mich ein Kerl einmal schlägt bin ich weg, wenn er mich mehrfach belügt/ betrügt ebenfalls und wenn er mich beklaut oder die Kinder ebenfalls.
                Ich könnte das endlos weiter führen.
                Ich werde das nie verstehen.

                • (9) 05.01.16 - 10:07

                  Hallo,

                  doch das macht Sinn.

                  Komplett Vollzeit geht momentan noch nicht aufgrund Kinderbetreuung.

                  Zwanzig Stunden mehr, um die 80-100 Euro ALG II nicht mehr zu erhalten, macht keinen Sinn, da sie dann dass u.a. das Essensgeld in der Betreuung und die Beiträge für die Vereine, in denen die Kinder sind, komplett selber zahlen müsste, so dass sie dann wieder weniger hätte. Obwohl ich nur das nicht vorstellen kann, da ich dachte, dass auch Geringverdiener Anspruch auf Geld aus dem Bildungspaket haben. Da müsste ich mich nochmal schlau machen.

                  Liebe grüsse

                  • (10) 05.01.16 - 19:20

                    "Zwanzig Stunden mehr, um die 80-100 Euro ALG II nicht mehr zu erhalten, macht keinen Sinn, da sie dann dass u.a. das Essensgeld in der Betreuung und die Beiträge für die Vereine, in denen die Kinder sind, komplett selber zahlen müsste, so dass sie dann wieder weniger hätte. "

                    Und dazu schrieb ich doch, dass sie bei Aufstockung der Stunden eben sehr wohl Wohngeld erhalten kann, wenn der letzte Ablehnungsgrund war, dass sie ihr Existenzminimum (bzw. 80%) davon nciht selbst erwirtschaften kann.
                    Das wäre bei Aufstockung dann nämlich wieder anders.

                    Also noch einmal bei Wohngeld nachfragen, warum sie kein Wohngeld bekommen hätte und dann ggf. nachfragen, was bei derzeitigem Lohn + Stunden x denn wäre.

                    Aber das war dir ja alles zu "kontruktiv".

          (11) 04.01.16 - 20:20

          Hallo,

          sie ist einfach schlecht informiert.
          Und du bläst in eben dieses Horn.
          Sehr schade.

          Sie bekommt sicher kein Wohngeld, weil sie nicht 80% ihres Existenzminimums selbst erwirtschaftet.
          Verdient sie jetzt mehr, weil sie zB Stunden aufstockt, kann sie sehr wohl Wohngeld beantragen.

          Und selbst wenn nicht. Ich frage mich, warum man nicht alles tut, seine Bedürftigkeit zu verringern.

          Gruß

          • (12) 05.01.16 - 10:00

            Hallo,

            es ist schade, dass du anscheinend nicht sinnerfassend lesen kannst. Ich hab doch geschrieben, dass ich noch nicht weiß, ob sie schlecht beraten wurde oder einfach nur die Bescheide falsch verstanden hat.

            Sie tut wirklich, was sie kann, aber momentan kann sie eben einfach noch nicht Vollzeit in der Pflege arbeiten aufgrund der Kinderbetreuung. Pflege hat nun mal keine Arbeitszeiten von 8-16:30 Uhr. Sie war auch ein Jahr aus dem Bezug raus, da sie noch einen 450 Euro Job hatte, dass die Firma abgebrannt ist und ihre Leute nicht mehr bezahlen konnte, da die Versicherung nicht zahlt, ist halt dumm gelaufen. Also man kann ihr nun wirklich nicht vorwerfen, dass sie nix tut. Aber was muss ich mich eigentlich rechtfertigen.

            Danke für die sehr konstruktive Antwort.

            Liebe Grüße

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