Übergriffige Chefin

    • (1) 03.01.16 - 18:19

      Hallo,
      ich brauche mal Tips für den Umgang mit meiner Chefin. Ich hab vor zwei Wochen angefangen in einer Notunterkunft für Flüchtlinge zu arbeiten. Ich arbeite 20 Stunden die Woche. Bisher mache ich vor allem Aufgaben wie Kleiderkammer sortieren, Hygieneartikel ausgeben, kurzfristige Anfragen von Bewohnern bearbeiten.

      Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich nachmittags nicht arbeiten kann, weil ich zwei kleine Kinder habe, die eben nachmittags aus der Kita abgeholt werden müssen. Das war aber von Anfang an auch Streitthema mit der Chefin die im Prinzip der Meinung ist alle Mitarbeiter müssten quasi rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Irgendwie haben wir uns dann darauf geeinigt, dass ich von 8-15 Uhr zur Verfügung stehe, auch gerne einen Tag am Wochenende. Das dachte ich zumindest. Jetzt hat sie mir für diese Woche trotzdem wieder drei Schichten am nachmittag reingesetzt. Diese Woche geht die Kita wieder los und mein Mann muss wieder voll arbeiten. Die Kita schließt um 17 Uhr, d.h. ich kann eben nicht bis 18 Uhr arbeiten. Im übrigen sehe ich es bei der Art der Arbeit die ich erledige auch nicht so richtig ein, weshalb es entscheidend ist, dass ich nachmittags da bin. Büroarbeit kann ich bisher nicht erledigen, weil dafür noch der Computer fehlt. Warum die Kleiderkammer besser um 17 Uhr als um 12 Uhr aufgeräumt wird erschließt sich mir nicht. Meine Chefin lässt aber überhaupt nicht mit sich reden. Sie hat jetzt wieder behauptet bei uns würde eben im Schichtsystem gearbeitet und deshalb müsste ich nachmittags verfügbar sein. Es gibt aber außer mir nur noch eine Halbtagskraft und die arbeitet ausschließlich nachmittags. Die anderen Mitarbeiter arbeiten Vollzeit und ja, die werden vermutlich so eingeteilt, dass von 8 bis 18 Uhr jemand da ist, aber das ist ja trotzdem kein Schichtsystem.

      Ich weiß nicht so richtig was ich jetzt tun soll. Ich bin wirklich froh den Job zu haben, aber um jeden Preis möchte ich den jetzt auch nicht machen. Ich finde es einfach unheimlich schwierig, weil meine Chefin eben kein normales Gespräch drüber zulässt. Sie blockt sofort ab und meinte sogar mal Kinder seien nunmal kein Argument. Sie habe Haustiere, auf die nehme auch niemand Rücksicht.
      LG und danke schonmal

      • (2) 03.01.16 - 18:30

        Hallo,
        ich verstehe die Sachlage jetzt nicht so richtig.

        Du hast eine 20h Woche vereinbart mit einem Arbeitszeitfenster von 08-15Uhr.
        Richtig?
        Dann würde ich gar nicht diskutieren und mich außerhalb der Arbeitszeiten einteilen lassen.
        Sag einfach klipp und klar, der neue Arbeitsplan entspricht nicht den vereinbarten Zeiten, dafür stehst du nicht zur Verfügung.

        Was meinst du mit, die Chefin lässt nicht sich reden?
        Sie muss doch mit dir reden wenn sie dich außerhalb der vereinbarten Zeiten einteilen will.

        Teile einfach mit, du stehst wie vereinbart von 8bis 15uhr Zur Verfügung und für andere Zeiten lässt du dich nicht einteilen und wirst zu den Zeiten auch nicht arbeiten, Punkt, keine Diskussion.
        Ist das so schwer?

        Gruß
        Demy

        • (3) 03.01.16 - 18:53

          Hallo,
          das ist deshalb schwer, weil sie behauptet, wir hätten uns auf nichts geeinigt und sie hätte von Anfang an gesagt wir würden im Schichtsystem arbeiten und ich müsse deshalb eben unbegrenzt zur Verfügung stehen. Diese Vereinbarung wurde in einem Gespräch getroffen (und war harte Arbeit meinerseits, da wie gesagt 0 Verständnis auf ihrer Seite) und nicht schriftlich fest gehalten.
          Ich hab das Gefühl ich fange jedes Mal mit ihr bei null an. Wir hatten so ein Gespräch 2-3 Mal in den zwei Wochen, das erste Mal gleich beim probearbeiten.

          LG

      (4) 03.01.16 - 18:54

      Ich verstehe das Problem auch nicht. Du musst so arbeiten, wie es im Vertrag geregelt ist. Stehen dort keine festen Zeiten drin, dann muss es ja Regelungen geben, wie man arbeiten muss. Du kannst ja nicht spontan jeden Tag andere Zeiten haben.

      • (5) 03.01.16 - 18:58

        "Du kannst ja nicht spontan jeden Tag andere Zeiten haben. "

        Danke, das sehe ich eigentlich auch so. Meine Chefin aber eben nicht. Im Vertrag sind keine Arbeitszeiten festgesetzt. Die andere 20 Stundenkraft arbeitet schon länger da, das ist für meine Chefin ein Argument dafür, dass sie feste Arbeitszeiten hat und ich nicht. Die letzten zwei Wochen hatte ich ganz unterschiedliche Arbeitszeiten, da war das auch noch machbar, weil mein Mann zuhause war. Allerdings hat sie mich auch da nicht dauernd nachmittags eingeteilt. Ich habe grade ein bisschen das Gefühl sie macht das mit Absicht um mir eben zu zeigen, dass sie auf Kinder keine Rücksicht nehmen kann.
        LG

          • (7) 03.01.16 - 19:10

            Ja die gibt es. Ich habe morgen nochmal ein Gespräch mit der Chefin, sollte ich das abwarten oder bereits vorher mit der übergeordneten Stelle ins Gespräch kommen? Ich bin da unsicher.

            • (8) 03.01.16 - 19:26

              Ich würde abwarten und ihr sonst auch deutlich machen, dass du dich an die nächste Instanz wendest.

              Die Frage ist nur, wie ist das mit Probezeit usw. bei dir?
              Wobei das eigentlich egal sein solltest, denn unter den aktuellen Voraussetzungen kannst du da ja eh nicht bleiben.

    (9) 04.01.16 - 11:36

    Vereinbarungen trifft man, damit sie auch eingehalten werden.

    Am besten ist hierzu die Schriftform, um einen Nachweis zu haben, falls es strittig wird.

    Dies wurde hier offenbar auch versäumt.

    Du kannst Dich aber genauso auf die mündliche Vereinbarung berufen. Am besten ist es, hier auch keine Kompromisse einzugehen. Denn wenn Du einmal nachmittags länger gearbeitet hast, wie ursprünglich vereinbart, wird die Gegenseite natürlich denken, das geht schon irgendwie.

    • (10) 04.01.16 - 11:57

      Ja das war wahrscheinlich ein Grundfehler. Ich hatte halt gesagt die ersten zwei Wochen hat mein Mann Urlaub, da bin ich flexibel, danach aber nicht mehr. Den zweiten Teil hat sie aber dann "vergessen", ob jetzt absichtlich oder nicht sei mal dahin gestellt.

      Ich bin gespannt wie das Gespräch heute läuft.
      LG

(13) 05.01.16 - 08:58

So nochmal ein Update zu meinem Post. Wir hatten gestern dann ein Teamgespräch mit zwei anderen Mitarbeiterinnen, von denen eine auch nur 20 Stunden arbeitet und ebenfalls durch Kinder eingeschränkt verfügbar ist. Das Verständnis auf Seiten der Chefin hielt sich zwar in Grenzen, aber fürs erste hat sie akzeptiert, dass ich eben nachmittags nur sehr begrenzt zur Verfügung stehe. Ich hoffe das hält jetzt so und sie findet vor allem bald auch noch mehr Leute die evtl. besser nachmittags arbeiten können. Ich denke dann wäre der Druck etwas weg. Das Problem ist halt, dass sie mit ihren Ansprüchen relativ viele Bewerber gleich wieder verschreckt.
Danke für alle Antworten.

LG

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