Elterngeld - wer kann mich da beraten?

    • (1) 08.01.16 - 11:25

      Hallo zusammen,

      kann mir jemand sagen, wohin ich mich am besten wenden kann wg. einer professionellen Beratung über das Elterngeld? (Caritas oder sonst wer?)
      Ich bin auch gerne bereit, für die Beratung zu bezahlen, darum geht es nicht.

      Hintergrund:
      Ich bin gerade schwanger geworden und selbstständig seit 1.1.2015.
      Im 1 HJ 2015 waren die Umsätze noch eher mau, im 2 HJ sind sie massiv angezogen. Mein Steuerbescheid für 2015 ist logischerweise ein Mittel daraus.
      Im 1 HJ 2016 wird es voraussichtlich weitergehen wie Ende 2015 bzw. weiter wachsen.

      Wenn ich nun für das Elterngeld den Steuerbescheid 2015 einreichen würde, wäre das DEUTLICH weniger im monatlichen Mittel als wenn ich z.B. im Sommer dann die letzten 12 Monate zugrunde lege.

      Ich habe irgendwo gelesen, die ziehen bei Selbstständigen den letzten Steuerbescheid heran, das wäre für mich aber sehr nachteilig, daher brauche ich mal jemanden, der mich da berät und mir sagt, wie hoch die Rechnungen, die ich im ersten HJ schreiben sollte, bestmöglich sein sollte.
      Ich bin ein hochbezahlter Spezialist im Bereich Consulting, ich kann mir die Aufträge fast aussuchen und je nachdem, wie ausgelastet ich sein möchte, alles zwischen 2000-10.000€ im Monat als Rechnung schreiben bzw. dementsprechende Arbeit annehmen.

      Will mich natürlich nicht kaputt machen in der Schwangerschaft, aber solange es geht weitermachen wie bisher, da mir die Arbeit viel Spaß macht.

      • Da brauchst du keine Beratung, denn der Fall ist eindeutig, kommt dein Kind in 2016 zur Welt, wird der Steuerbescheid von 2015 genommen, wenn das der letzte Veranlagungszeitraum war. DA ist auch vollkommen egal, was du jetzt verdienst und ob das von Nachteil für dich ist.
        Ging oder geht vielen so, viel schlimmer sind noch Mischeinkommen, wo dann auch automatisch der nicht-selbstständige Teil mit verschoben wird. War für mich auch ein klarer Nachteil, aber da gibt es keine Chance raus!

        Du solltest nur darauf achten, dass möglichst wenig Rechnungen nach der Geburt noch gezahlt werden, denn das wird dir angerechnet und wenn du ein Gewerbe angemeldet hast, dann für den kompletten Elterngeldzeitraum und nicht nur den Lebensmonat mit Geldeingang! Denn wenn das Gewerbe angemeldet bleibt, ist es für die Elterngeldstellen eine Weiterführung.

        • Danke.

          Das ist ja echt Beschiss.
          Warum wird bei Angestellten die letzten 18 Monate zugrunde gelegt und die können quasi mit Beginn der Schwangerschaft noch in eine günstigere Steuerklasse wechseln etc. und ich gucke in die Röhre?

          Ist ja normal bei einer Selbstständigkeit, dass man am Anfang weniger verdient als später.
          Zeigt mal wieder, dass man den deutschen Staat echt vergessen kann.

          • Hallo hundefrauchen,

            "Zeigt mal wieder, dass man den deutschen Staat echt vergessen kann."

            Es hat dich auch niemand gezwungen nach nur einem knappen Jahr Selbständigkeit schwanger zu werden. Die Gesetzeslage war auch vor einem Jahr bereits identisch.

            Dieser "Staat" (also wir Steuerzahler), den Du so gerne vergessen möchtest, zahlt Dir 12 Monate ein Elterngeld wofür Du keinen Handschlag machen musst.

            War bei mir auch so (Mischeinkommen), aber ich habe einfach erst ein paar Jahre gearbeitet und dann die Kinder geplant. Das ist das schöne an Deutschland - wer nachdenkt und plant lebt hier ganz gut.

            Liebe Grüße Andrea

            • Also dass ist ja echt hilfreich.

              Zum einen hat mich natürlich niemand gezwungen, nach einem Jahr Selbstständigkeit schwanger zu werden, aber sag mir mal bitte, wie lange ich mit 40 noch warten sollte. Und wenn jetzt kommt "überleg dir das eher", dann lies erstmal meine alten Posts, warum wir uns so spät dazu entschlossen haben. Wir hatten eine Pflegetochter, die der deutsche Sozialstaat nach mehreren Jahren, die sie bei uns lebte, in die katastrophale Herkunftsfamilie zurück geführt hat, sonst wären wir NIE auf die Idee gekommen, noch eigene Kinder zu bekommen.

              Klar, ist der deutsche Staat großzügig bzgl. Elterngeld, aber mit welchem Recht behandelt er mich anders/schlechter als Angestellte???
              Die können ab dem positiven Schwangerschaftstest noch alles mögliche an ihrem Einkommen optimieren, um das maximale Elterngeld rauszuholen und ich gucke in die Röhre. Das ist es, was ich ungerecht finde.

              • Hallo,

                die "Optimierungsmöglichkeiten" durch den Steuerklassenwechsel beim Elterngeld sind auch nicht mehr so einfach, da das Bruttoeinkommen berücksichtigt wird und anschliessend das Elterngeld dem Progressionsvorbehlat unterliegt. Also sind da die Möglichkeiten nicht besser. als bei Selbständigen. Du könntest zusammen mit Deinem Steuerberater auch durchaus gute Möglichkeiten finden, die Ausgaben in 2014 zu minimieren um den Gewinn zu optimieren und damit das Elterngeld zu steigern. Auch Dinge, die man mit entsprechender Planung ganz gut hinbekommen kann.

                Deshalb aber so über "den Staat" und "den deutschen Sozialstaat" zu wettern halte ich für jammern auf hohem Niveau.

                Dass Ihr zum Wohle des Pflegekindes auf ein leibliches Kind verzichtet habt, ist mir etwas unverständlich. Wolltet ihr grundsätzlich nur ein Einzelkind? (Deine alten Postings kenne ich nicht). Was passiert, falls Du Zwillinge erwarten solltest?

                Niemals wird man es jedem Recht machen können. Bei unseren Zwillingen gab es noch das einkommensabhängige Elterngeld und wir haben nichts bekommen. Aber man sollte die Zeugung eines Kindes nicht nur davon Abhängig machen, ob jemand anderes die Kosten übernimmt. Da Du doch bis zu 10000 Euro/Auftrag erhält, kannst Du doch Anfang des Jahres einfach ein bisschen mehr arbeiten und hast genug für die Elternzeit übrig. Die Freiheit hat ein Angestellter nicht. Da verändert sich sein Einkommen nicht, wenn er bereits vorher Vollzeit gearbeitet hat - Überstanden sind nämlich nicht zulässig lt. Mutterschutzgesetz...

                Als das jetzige Elterngeld eingeführt wurde haben sich alle aufgeregt, deren Kinder vor dem Stichtag zur Welt kamen. Sie hielten es für ungerecht, dass nicht rückwirkend bezahlt wurde. Ebenso beim Betreuungsgeld. Das hat aber nichts mit Ungerechtigkeit zu tun, sondern mit berechenbarem Recht. Wir sollten froh sein, dass wir in einem Land leben, in dem sich Zukunft so gut planen lässt. Es tut mir leid für Euch, dass Ihr Eurer Pflegekind wieder "abgeben" musstet - aber auch darauf wart ihr sicher bei der Annahme des Pflegekindes informiert worden.

                Ich wünsche Dir eine schöne Schwangerschaft und noch ein paar arbeitsreiche Monate, damit Du nicht aufgrund deiner subjektiv empfundenen Ungerechtigkeit am Hungertuch nagen musst.

                Liebe Grüße Andrea

                • Wir haben auf ein leibliches Kind verzichtet, weil es dem Pflegekind aus Gründen, die jetzt so umständlich wären, sie alle darzulegen, psychisch nicht zumutbar gewesen wäre.
                  Sie hatte sowieso massive Probleme mit Selbstwertgefühl, das Gefühl nicht "dazu zu gehören" etc.pp.
                  Ein leibliches Kind, das, egal wie wir es behandelt hätte, allein durch die Biologie einen anderen Status erhalten hätte, war unserer Pflegetochter nicht zuzumuten.

                  Wenn es Zwillinge sind, dann ist es halt so. Unsere frühere Entscheidung gegen eigene Kinder war allein in dem Pflegekind bedingt.

                  Hab mir gerade mal den Antrag fürs Elterngeld angesehen, da stellen sich mir schon die Nackenhaare hoch.

                  Werde nochmal mit meinem Mann sprechen, aber wahrscheinlich verzichte ich einfach auf das Elterngeld und arbeite lieber bis zur Geburt das absolute Maximum und lebe danach von dem Ersparten. Danach muss ich gucken, ob es noch Aufträge gibt, die ich mit Kind machen kann.

                  Ich bin nicht so wählerisch bei der Arbeit, kann ja sonst auch am Ort Pizza ausfahren, irgendwas wird sich schon finden.

                  • "Hab mir gerade mal den Antrag fürs Elterngeld angesehen, da stellen sich mir schon die Nackenhaare hoch. Werde nochmal mit meinem Mann sprechen, aber wahrscheinlich verzichte ich einfach auf das Elterngeld und arbeite lieber bis zur Geburt das absolute Maximum und lebe danach von dem Ersparten. Danach muss ich gucken, ob es noch Aufträge gibt, die ich mit Kind machen kann."
                    Wenn du nichts zum Einkommen ausfüllen willst (wobei mir das unverständlich ist, denn mehr als bei der Steuererklärung brauchst du nicht, ist also alles schon da!), dann reicht es doch, das du nicht mehr als 30h/Woche im Monatsschnitt arbeitest, um 300 Euro jeden Monat zu erhalten.
                    Sind immerhin 3600 Euro geschenkt, also was ist daran ungerecht und so schlimm, dass man darauf dann verzichten will?!?

                    Hallo,

                    Wenn Du doch jetzt zwischen 2000,- und 10.000,-€ pro Monat Umsatz hast (welcher Gewinn das ist, hängt vom Art der Kosten ab). Dann wäre doch das Elterngeld deutlich über dem erwarteten Gehalt eines "Pizzafahrers".

                    Oder ist das jetzt Trotz, weil Du nicht auf die vollen 10000,-/Monat Elterngeld bekommst?

                    Bei einem solchen Einkommen wirst Du eh an die Höchstgrenzen von 1800,-€ stoßen. Und wenn Du lieber weiterarbeiten möchtest, sind doch 3600€ als Geschenk auch nicht zu verachten, oder?

                    Liebe Grüße Andrea

                "Als das jetzige Elterngeld eingeführt wurde haben sich alle aufgeregt, deren Kinder vor dem Stichtag zur Welt kamen. Sie hielten es für ungerecht, dass nicht rückwirkend bezahlt wurde. Ebenso beim Betreuungsgeld."
                Naja, das war bei der Einführung des Elterngeldes genauso wenig berechenbar, wie bei der Abschaffung des Betreuungsgeld.

                Es ist beides relativ kurzfristig entschieden worden!

        Ich weiß ja nicht, wie du auf 18 kommst, es sind 12.

        Und du hast als Selbstständiger viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten, als so ein Steuerklassenwechsel und meist reicht das auch noch ab Beginn der Schwangerschaft, aber nicht immer (ist beim Steuerklassenwechsel aber auch so!).

        Also ich sehe da keine deutliche Benachteiligung. Zumal du auch später viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten hast!

HI

wenn Du 2016 entbindest, wird aber das Steuerjahr 2015 zur Berechnung genommen - auch wenn Du 2016 mehr verdient hast

http://www.elterngeld.net/selbststaendige.html

oder bei der Elterngeldstelle anrufen wer Dich beraten könnte

VG

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