Schwanger am Ende des Studiums

Hallo an Alle,

nie nie nie hätte ich gedacht, in so einer Lage zu stecken. Nun benötige ich Euren Rat.

Bin wohl ganz frisch schwanger, 23 Jahre alt und beende mein Studium im September 2016 (ebenso mein Partner). Der voraussichtliche Geburtstermin ist Ende Dezember.

Wann soll ich am besten unter diesen Umständen ins Berufsleben einsteigen?

Im Sommer 2017, wenn das Kind dann ca. ein halbes Jahr alt ist? Am liebsten wäre es mir, wenn dann ab Sommer 17 mein Freund ein halbes Jahr Elternzeit nehmen würde, aber das kommt gar nicht gut, nach einem 3/4 Jahr arbeiten.

Das Kleine muss dann eine Krippe besuchen oder zur Tagesmutter gehen. Wo regle ich das? Beim Jugendamt?

Fragen über Fragen.

Über freundliche Antworten würde ich mich sehr freuen! Alles andere kann ich jetzt wirklich nicht gebrauchen.

Liebe Grüße

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Keine Ahnung wie ihr das finanziell macht, aber ich würde es danach abhängig machen wie ich einen Betreuungsplatz finde. Am besten ist bei uns das der Start des neuen KiTa-Jahres (August oder September).

Wie bei euch die Plätze vergeben werden, kann man nicht sagen. Bei uns in der Stadt wird kein Platz von der Stadt vergeben, sondern alle KiTa & Tagesmütter vergeben ihre Plätze selbst.
Die Stadt selbst bietet eine Beratung dazu an.

Alles Gute.

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Aufgrund der Bindung, die ein Kind braucht! Solltest du erst das Kind in fremdbetreuung geben, wenn es 1 Jahr alt ist. Imho ist eine verlässliche, liebevolle Tagesmutter die bessere Option. In den Krippen ( die du bezahlen kannst) ist der Personalschlüssel einfach zu schlecht.

Ich bin dafür, dass Eltern sich die Betreuung teilen. Bei Euch beiden ist es jedoch so, dass dein Freund Fuß fassen muss im Arbeitsleben, so dass ein 50/50 Aufteilung bei euch nicht passt.

Wende dich an profamilia. Es gibt jede Menge soziale Hilfen für werdende Eltern, die euch zustehen, da ihr ja jetzt kein Einkommen habt. Es ist auch nichts dabei ALG2 oder Wohngeld zu beantragen. Möglicherweise zahlt ihr beide Bafög zurück, das muss berücksichtigt werden. Gute Beratung müsste es auch an der Hochschule geben.

Ich wünsche Euch alles gute und viel Freude mit eurem Kind

Manavgat

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Danke für diese liebe Antwort! Hat mich sehr berührt.

Liebe Grüße

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Hi,

ein Kind mit 6 Monaten fremd betreuen zu lassen halte ich für keine gute Idee. Es kann auch gut sein, dass Du das gar nicht mehr in Betracht ziehst, wenn Dein Kleines erstmal auf der Welt ist.
1 Jahr solltest Du mindestens beim Kind bleiben. Die Arbeitswelt läuft Dir nicht davon.
Die Bindung zum Kind ist so wichtig und die ersten Jahre vergehen so schnell.

Ich habe nebenher (als Hausfrau und Mutter) meine Fremdsprachenkenntnisse erweitert, das geht ja mit Apps heute sehr einfach :)

Hast Du vielleicht Eltern, die Dich unterstützen können? Das Du Dein Studium vor der Geburt noch abschließen kannst ist schonmal super!

Ein sehr gutes Buch ist "Das Geheimnis glücklicher Babys" von Steve Biddulph.

Alles Gute,

Julia

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Hi,

Ich würde einen Master dranhängen, zur Not MBA oder sowas. Das hat mehrere Vorteile: du kannst jederzeit Elternzeitsemester nehmen falls du mit der Regelstudienzeit nicht hinkommst. (Prüfungen schreiben geht trotzdem), das Kind hat Anspruch auf einen Platz in einer studentischen Krippe (wir haben damals in München (!) innerhalb von 3 Wochen einen Platz in einer Krippe des Studentwerkes bekommen. Da wartet man sonst Monate bis Jahre), du kannst dir die Zeit einteilen, abends lernen etc. und hinterher hast du halt einen Master und keine Lücke.
Ich habe meinen Master mit Kleinkind und schwanger gemacht, war anstrengend aber machbar.mein Exmann hat allerdings den Großteil der Kleinkindbetreuung übernommen, dafür hab ich noch voll gearbeitet (mit freier Zeiteinteilung, Programmierung) Ich wurde sogar drittbeste meines Jahrgangs.

Lg

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Hallo,
erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft.

Wann Du ins Berufsleben einsteigst hängt ganz alleine von Dir ab, wann Du bereit dazu bist.

Ich habe mit 4 Kinder und fing bei drein mit 6 Monaten an und fand die Eingewöhnung in dem Alter viel einfacher, da das Fremdeln erst später ist und bei Nummer 4 gab ich es gleich nach Mutterschutz in die Fremdbetreuung (Das war allerdings sehr hart, da die Nächte noch sehr unruhig ist und die Zeit zum Ausruhen fehlte, aber es ging nicht anders). Allerdings hielt sich die Betreuungszeit mit 15 Wochenstunden sehr begrenzt, da ich auch gearbeitet habe, wenn der Papa aufgepasst hat.

Du musst für Dich eine Lösung finden und die äusseren Umstände (Betreuungsplatz, Jobangebot) müssen auch passen. Jetzt machst Du erstmal Deinen Abschluß, dann genießt Du die Kugelzeit und informierst Dich welche Betreuungsmöglichkeiten es überhaupt gibt und hörst auf Dein Bauchgefühl und nicht auf andere die glauben es besser zu wissen.

LG

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Also ohne dich kritisieren zu wollen, aber die Bindungstheorie ist ausreichen erforscht und entspringt nicht "irgendwelcher Ideen, irgendwelcher Leute".

Ich sehe sehr wohl die Not, gerade von Frauen mit guter Ausbildung, die Bedürfnisse Ihrer Kinder und ihre eigenen unter einen Hut zu bringen. Es ist egal, ob die Bindungsperson im ersten Lebensjahr Mutter, Vater oder Oma, Opa oder Kinderfrau ist. Aber sie muss verfügbar und feinfühlig sein, um eine sichere Bindung zu gewährleisten. Eine Fremdbetreuung, wie z.B. Krippe mit wechselndem Personal oder eine TM/TV welche unter Umständen wechselt/ in den Urlaub fährt ist nicht gut für ein Baby im ersten Lebensjahr.

Du wirst deine Gründe/Nöte gehabt haben. Ein brauchbares Modell ist das nicht.

Gruß

Manavgat