Darf der Chef den Urlaub kurzfristig streichen?

    • (1) 25.04.16 - 07:44

      Ich hab zwar schon gegoogelt, aber noch keine konkrete Antwort gefunden.
      Und zwar geht es um folgendes. Wir wollten nun in den Urlaub fahren (okay wir fliegen diesmal nicht, wir fahren nur weg, sind nun aber schon diverse Sachen gebucht...unter anderem Schatzi's Geburtstagsgeschenk, eine Überraschung halt, aber davon weiß er noch nichts ;)). Den Urlaubsschein haben wir am alle Anfang April abgegeben (das wir in dem Zeitraum Urlaub nehmen, hatten wir aber schon im Dezember bekanntgegeben, mußten wir ja wegen Urlaubsplanung,..kommt also nicht überraschend)
      Das Problem ist das ein Kollege von Schatzi sich nun kurz nach Ostern das Bein gebrochen hat, und nun nur noch 2 Leute da in der Abteilung da sind. Letzte Woche kam sein Kollege ob sein Chef mit ihm geredet hätte wegen Urlaub O_o
      Ich krieg jetzt echt die Krise, wenn der wirklich am allerletzten Tag kommt und den Urlaub streichen will. Daher meine Frage. Darf der so kurzfristig noch den Urlaub streichen? Ich mein der Urlaubsschein liegt ja nun lange genug beim Chef, und ich fänds ziemlich schlecht, wenn der so kurz vorher noch kommt, obwohl er lange genug Zeit gehabt hat, ein Veto einzulegen.

      Mir ist schon klar, das der Chef den Urlaub streichen kann, wenn es die Auftragslage erfordert, die Frage ist, wie lange vor dem Urlaub er das noch machen kann.

      • Hallo,

        liegt der Urlaubsschein nur da oder ist er genehmigt und unterschrieben?

        LG

        • das weiß ich nicht, in der Regel kommt der Schein zum Chef, der sagt aber nie Bescheid ob er genehmigt ist (ist bei mir auch nicht anders, ausser das bei mir dann gleich ein Veto kommt, wenns nicht klappt)

          • Zum ersten ist es ziemlich leichtfertig, nicht nach zu fragen, ob der Urlaub genehmigt ist, oder nicht. Da bei Deinem "Schatzi" aber ein nicht vorhersehbares Ereignis aufgetreten ist, nämlich Unterbesetzung wegen Krankheit, darf der Urlaub gestrichen werden, vorausgesetzt, er war überhaupt genehmigt.

            LG

      "Das Bundesurlaubsgesetz enthält keine Regelung darüber, bis wann ein Arbeitgeber über einen Urlaubsantrag entschieden haben muss. Nach einhelliger Rechtsprechung wird allerdings verlangt, dass der Arbeitgeber „entweder in angemessener Zeit den Urlaubswünschen des Arbeitnehmers widerspricht, wenn er nicht beabsichtigt, dem Arbeitnehmer den Urlaub in der beauftragten Zeit zu gewähren. Erfolgt dieser Widerspruch nicht innerhalb einer angemessenen Zeitspanne, so darf der Arbeitnehmer davon ausgehen, dass sein Urlaub entsprechend seinem Urlaubswünsche als gewährt gilt“ (so LAG Düsseldorf, Urteil vom 08.05.1970 - Az. 3 Sa 89/70). Das Gericht hatte damals „einen Zeitraum von einem Monat nach Vorlage des Urlaubswunsches“ als angemessen angesehen.

      Es ist daher zu empfehlen, den Antrag selbst möglichst frühzeitig zu stellen, und wenn eine Reaktion des Arbeitgebers nach einem Monat ausbleibt, den Antrag erneut zu stellen, mit Fristsetzung von ca. zwei Wochen, und unter Hinweis darauf, dass nach Ablauf dieser Frist von der Genehmigung des Urlaubs ausgegangen und dementsprechend eine Reise gebucht wird."

      Von daher glaube ich, dass ihr keine guten Karten habt, wenn der Urlaub nicht ausdrücklich genehmigt wurde.

      vg, m.

      • Na so zeitig darf bei uns der Urlaubsschein ja nie abgegeben werden, da wird man schief angeschaut ;)
        Dafür gibt's Urlaubspläne, die werden Ende des letzten Jahres gemacht und dem Chef vorgelegt, damit er planen kann. Normalerweise werden die Urlaubsscheine hier 1-3 Wochen vorher abgegeben, also in dem Sinne waren wir ja schon sehr zeitig damit dran.
        Mal ganz davon abgesehen, das da die Geburtstagsüberraschung im A*** wäre, könnten wir sonst gar nicht wegfahren dieses Jahr, da in der Firma ja dummerweise, nach den Sommerferien Urlaubssperre herrscht.

        Ich mein wenn er die ersten 3 Tage von seinem Urlaub nicht kriegt okay, damit könnt ich leben, aber die restlichen 5 Tage bräuchten wir dafür unbedingt *seufz*

        • "Na so zeitig darf bei uns der Urlaubsschein ja nie abgegeben werden, da wird man schief angeschaut ;)"

          Aha. Wer verbietet das denn?? Das ist quatsch, aber dass ihr das so seht ist jetzt für euch natürlich von Nachteil.

          • Also ich wurde auch schon schief angeschaut, vom Abteilungsleiter, weil ich meinen Urlaubsschein einen Monat vorher abgegeben habe. (Der war der Meinung, da ist noch so viel Zeit, da muß ich ihn jetzt noch nicht damit belästigen)..also so abwegig ist das nicht.

            • Mir ist es egal wenn mich einer schief anschaut. Es geht schließlich um MEINE Planungssicherheit. Das ist mir wichtiger als etwaige Befindlichkeiten des Gegenübers.

              Aber von "nicht dürfen" kann man ja nicht sprechen, es verbietet ja niemand , den Urlaubsschein früh abzugeben.

    Wann genau soll denn der Urlaub sein?

Habe ich das überlesen oder hast Du den Termin hier im Beitrag gar nicht erwähnt?

Ich denke aber grundsätzlich, dass Ihr hier schlechte Karten habt.
Ein Urlaubsantrag, der beim Chef liegt oder Urlaubswünsche, die in irgendeine Liste eingetragen wurden, nützen Euch nichts. Selbst, wenn der Urlaub bereits nachweisbar genehmigt worden wäre, könnte das in dringenden unvorhersehbaren Fällen vom AG auch kurzfristig widerrufen werden und so ein Fall liegt hier ja eindeutig vor.
Vor der Buchung würde ich mir die Genehmigung grundsätzlich schriftlich geben lassen, sonst hat man ja überhaupt nicht in der Hand.

LG,

W

  • Irgendwas schriftliches gibt's bei uns eigentlich nie :(
    Wenn Ende des Jahres der Urlaubsplan gemacht wird, hängt der dann aus, der Chef weiß Bescheid und der sagt eigentlich nur was, wenn es zeitlich bei jemanden gar nicht paßt

Soweit ich weiss:

Genehmigter Urlaub kann nicht zurckgezogen werden. Es sei denn, es besteht ein gewichtiger Grund. Das kann eine drohende Terminverzögerung u.ä. sein, wo eine Vertragsstrafe o.ä. für den AG droht. Dann ist eine Streichung des Urlaubs rechtens, es muss aber eine Alternative angeboten werden.

Ein wichtiger Grund liegt hier vor, der Kollege fällt unerwartet aus und die Arbeit darf nicht liegen blieben. Insofern, alles korrekt (aus meiner SIcht). Der AG muss aber für eventuelle Stornierungsgebühren aufkommen. Da der Urlaub anscheinend nicht schriftlich genehmigt wurde fällt dies aber flach. Sehr schlauf vom AG... für ihn, aber zum Nachteil für die Angestellten.

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