Bewerbung / Kind verschwiegen / Teilzeitanspruch?

    • (1) 09.05.16 - 10:27

      Hallo zusammen,

      nachdem bei meinen Bewerbungen in denen ich im Lebenslauf das Kind bzw im Anschreiben mein Ansinnen auf Teilzeit (32 Stunden) erwähnt habe, immer direkt eine Absage erhalten habe, habe ich nun mal testweise bei drei Bewerbungen das ganze nicht erwähnt.

      Nun ist es so, dass ich innerhlab von 1,5 Wochen für alle drei Stellen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen habe.

      Jetzt habe ich natürlich auch ein schlechtes Gewissen, wel ich meinen TZ Wunsch nicht erwähnt habe.

      Würdet ihr da im Vorfeld nochmal anrufen und das abklären? Ich habe überlegt das nun so zu lösen, dass ich am Ende des gespräches "als Wunsch äussere", dass ich gern nach Möglichkeit redzuziert zu 32 Stunden arbeiten möchte.

      Ansonsten hatte ich noch überlegt, dass ich die Stelle erstmal in Vollzeit annehmen könnte und dann nach der Probezeit bzw. einen halben Jahr einen TZ Antrag stelle. M.W. hat man dann ja einen TZ Anspruch. (Die Firmen erfüllen die Größenmerkmale, etc.)

      Ist sowas vom Arbeitgeber eher schwierig oder recht easy abzulehnen?

      (Ja, ich weiss, es ist unfair dem AG ggü den Teilzeitwunsch erstmal nicht zu erwähnen. Aber sonst hätte ich es ja noch nichtmal zum Vorstellungsgespräch geschafft. Mein Gedanke war, dass ich dort dann evtl. so zu überzeugen weiss, dass man mich auch in TZ nimmt)

      • Hallo!

        Also bei meinem Chef würdest Du dann aussortiert werden. Wenn er jemanden für Vollzeit sucht, dann rbaucht er auch jemanden in Vollzeit, und eben nicht Teilzeit.

        • Jepp. Daher überlege ich nun erst mal ein halbes Jahr irgendwie zu überbrücken und dann Teilzeitantrag zu stellen.

          Hier im grpßraum werden leider keine Teilzeitstellen in meinem Bereich ausgeschrieben. Und mit 30 Jahren fühle ich mich deutlich zu jung und danben zu qualifiziert um daheim zu sitzen....

          Abgesehen davon ist in manchen Firmen 32 Stunden nüchtern betrachtet ja quasi wie Vollzeit. Kenne einige Firmen mit 35 h Woche.. Daher dachte ich, ich versuch es nun mal so.... und da ich nun 3 Einladungen auf einmal bekommen habe, liegen die vorherigen Absagen wohl wirklich ausschliesslich an meinem TZ Wunsch :(

        • Ach weisst du, ich kann die Firmen ja schon verstehen. Aber andererseits ist es für mich so dermaßen frustrierend. Ich komm hier ja nicht mit ner 15h Pipifax Teilzeit an sondern mit einer Vollzeitnahen Teilzeit. Und die studienlage ist so, dass viele TZ Kräfte deutlich effizienter Arbeiten als VZ.

          • Ja, die Studien kenne ich auch. Frag doch erst mal nach 35 Stunden, das ist ja in vielen Firmen schon Vollzeit und fällt weniger auf, wenn Du dann 30 Minuten später kommst und 30 Minuten früher gehst - und Dir fehlt nicht so viel Zeit mit der Familie. Am Ende fällt das kaum auf.

            Und Kinder gehören ganz allgemein nicht in den Lebenslauf. Ein Mann schreibt die auch nicht rein. Ich finde es eher unprofessionell, wenn Kinder da auftauchen. Das wirkt so wie wenn jemand der schon Mitte 30 ist noch die Berufe der Eltern rein schreibt und ein Zertifikat von der Erste-Hilfe-AG der Schule beifügt.

      Hallo,

      ich habe mich bei meinem jetzigen Job auch direkt mit dem TZ-Wunsch beworben, obwohl die Stelle in Vollzeit ausgeschrieben war.

      Ich wollte 30 Stunden, die Firma wollte 40 Stunden.

      Ich wurde aufgrund meiner Qualifikation dann trotzdem eingeladen und wir haben uns auf 35 Stunden geeinigt. Die 5 Stunden tun der Firma nicht weh, bringen mir aber zuHause und mit den Kindern viel.

      Ich würde es fies finden, dass erst im Gespräch zu sagen. Die Personaler haben besseres zu tun, als die Zeit mit Gesprächen zu verbringen, und hinterher geht es dann wegen der Stunden nicht... Ich finde es besser, mit offenen Karten zu spielen!

      Gruß,
      Verena

      • Ja, das war bisher auch meine Auffassung. Aber ich habe x Bewerbungen geschrieben und keine einzige Einladung erhalten. Nun drei Bewerbungen ohne diese Info und plötzlich bekomme ich eine Einladungsquote von 100%.

        Ich habe mich bisher so organisiert, dass ich keinen einzigen Tag kindkrank nehmen musste. Im bedarfsfall überstunden abends daheim gemacht, etc. Daher mag ich einfach nicht diesen Pauschalen-TZ-Problem-Mama stempel aufgedrückt bekommen.

        Aber ja. Ich hab ja eben durchaus gewissensbisse, weil ich nicht ehrlich war.

    Ich finde solche Fragen so elementar, dass ich deine Bewerbung für unlauter halte. Der Arbeitgeber hat ein berechtigtes Interesse daran zu wissen was ihn erwartet. Und bei einem Kleinkind ist sind das nun mal Arbeitsausfälle bei Krankheit des Kindes. Wenn das nachher rauskommen sollte, dann weiß ich nicht wie du dann dastehst.

    Und Teilzeit oder Vollzeit das ist doch was vom wichtigsten. Willst du dein Kind von heute auf morgen Vollzeit abschieben???? Was löst du da beim Kind aus? Wie willst du das bewältigen?

    • Trotz kranken Kind und derzeit Mann beruflich unter der Woche an einem anderen Ort habe ich die Betreuung so organisiert, dass ich keinen einzigen Tag Kindkrank nehmen musste bisher. Daher möchte ich nicht, dass dieses Vorurteil schon beim bewerben über meine "Nichteinladung" entscheidet. Abgesehen vom TZ Wunsch finde ich auch, dass das Kind mit meiner Bewerbung nichts zu tun hat. Das tut meiner Qualifikation keinen Abbruch. Oder ist das tatsächlich eine Angabe die ich machen MUSS? Also nach irgendeiner Vorschrift?

      Ich schiebe mein Kind nicht ab. Sie geht in die krippe und ich arbeite derzeit auch 30 Stunden. Teils deutliche mehr mit Überstunden.

      Über einen begrenzten Zeitraum kann ich eine längere Betreuung möglich machen. Allerdings würde ich mittelfristig wieder bei 30 oder 32 Stunden landen wollen. Daher der Gedanke erstmal in VZ anfangen und dann nach 6 Monaten TZ Antrag stellen.

      Allerdings bin ich am Grübeln ob ich nun vorher nochmal anrufe oder eben mit grundsätzlich Vollzeit, aber wenn möglich TZ ins Gespräch gehe.

      • Das Kleinkind ist ein zentraler Teil deines Lebens, das deine Zeit außerhalb des Berufes sehr stark in Anspruch nehmen dürfte. Dessen sollte man sich nicht schämen, dass man Mutter ist. Ich als Arbeitgeber würde mich veräppelt fühlen, wenn das nicht in der Bewerbung stünde und ich es hinterher erfahren würde. Zum Beispiel in der Frühstückspause beim Kaffee.

        Wenn du mit den Bewerbungen Pecht hast, dann liegt das eher an der Bewerbung und wie du dich darin präsentierst. Ich rate dir zu einem professionellen Bewerbungscoach, dann hört das Problem auf.

        • Eben den Teil ausserhalb des Berufes. Erfahren würde er es vorher... nämlich bei den Lohnsteuerdaten ;-) spätestens. Aber eigtl. wollte ich es schon dann spätestens beim gespräch noch erwähnt haben.

          Naja, wie gesagt. Kaum lasse ich den Passus mit der TZ raus schon habe ich eine Einladungsquote von 100%. Denke meine Bewerbungen und meine Qualifikation sind ganz gut ;-)

          (14) 09.05.16 - 13:44

          Es geht den Arbeitgeber gar nichts an, ob man verheiratet ist, ein Kind hat oder sonstwas und in großen Konzernen mit professionellen HR Prozessen wird auch nicht danach verlangt.

          Bei Männern wird diese Angabe oft positiv bewertet (beständig, Familienmensch etc.), aber bei Frauen wird es leider oft noch zum Nachteil ausgelegt. Finde ich doof, ist aber leider so. Deshalb habe ich es weggelassen und es wurde im Vorstellungsgespräch auch nicht danach gefragt. Ich muss meinen Job machen, alles andere zählt nicht. Wie ich mein Kind betreut bekomme, ist mein persönliches Problem.
          Ich schreibe auch keine Interessen und Hobbies in mein CV.

          • Da ich in die Personalauswahlprozesse Einblick habe, weiß ich wie es zumindest bei uns läuft. Wer da keine Angaben macht, gibt Raum für Spekulationen. Natürlich interessiert es den Chef, wie du privat-familiär stehst. Er macht seine Kalkulation mit dir auch ohne dass du es mitbekommst. Das ist wie bei einem Schachspiel. Wer die Karten auf den Tisch legt, ist klar im Vorteil. Wer eine Familie hat, wer Kinder hat, gilt i.A. als ortstreu. Das ist ein Vorteil gegenüber Singels. Wenn du in der Nähe des Arbeitsorts wohnst und Familie oder Kind hast, dann bist du gegenüber einem ungebundenen Bewerber bevorzugt. Denn der Chef will, wenn er dich schon einstellt, dass du auch länger bleibst.

            Hobbies und Interessen geb ich schon an, denn dadurch oute ich mich. Daraus lassen sich positive Rückschlüsse ziehen, die mir Vorteile verschaffen. Im Bewerbungsgespräch wird man danach gefragt. Was willst du dann sagen? Dass du "nichts " machst? Ganz gut ist, wenn man sich ehrenamtlich engagiert, das zeigt eine soziale Ader an.

            Was heißt denn "aussagekräftige Bewerbung", wenn du die zentralen Punkte verschweigst? Die Ausbildung und Berufserfahrung ist doch nicht alles.

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