Steuerklassenwechsel vor Schwangerschaft?

    • (1) 10.05.16 - 10:31

      Hallo liebe Fomis,
      habe mich frisch angemeldet und gleich mal eine kleine Frage an euch.

      Ich habe letzten Monat die Pille abgesetzt, möchte meinem Körper jetzt 1-2 Monate Ruhe gönnen (gut, das ist nicht der eigentliche Grund – es stehen noch 2-3 besondere Festlichkeiten an, die ich noch gerne „mitnehmen“ würde) und dann wollen wir’s mal probieren und drauf ankommen lassen…

      Ich habe mich jetzt schon einige Zeit etwas „schlau“ gelesen und bin dabei auf das Elterngeld gestolpert, welches ja 12 Monate vor Geburt anhand des Nettoeinkommens berechnet wird. Da ich zuhause bleiben werde, wenn’s soweit ist, stellt sich mir nun die Frage, wie ihr das mit der Steuerklasse geregelt habt:
      Wir haben z. Zt. beide noch Steuerklasse IV. Man soll aber ja möglichst in Steuerklasse III wechseln, um das höchst mögliche Elterngeld zu bekommen. Der Wechsel muss aber ja spät. 7 Monate vor Eintritt in den Mutterschutz beantragt sein. Wir habt ihr das gemacht? Schon sehr zeitig gewechselt? Oder habt ihr eure St.klassen so gelassen bzw. zu spät beantragt? Ich könnte zwar einerseits jetzt schon wechseln, damit ich rechtzeitig in III bin, aber der Wechsel wird ja auch meinem Arbeitgeber bekannt gegeben und da wir ein sehr kleiner Betrieb sind, wird meiner Kollegin aus der L&G-Abrechnung sofort klar sein, was da Sache ist… Das möchte ich möglichst vermeiden… Solange die ersten drei Monate nicht rum sind, möchte ich es eigentlich auch geheim halten. Ist aber wohl nicht möglich, oder habt ihr eine Idee? Deswegen aber erst später die St.klasse zu wechseln und auf mehr Geld zu verzichten, ist aber ja auch schwachsinnig…

      Ach Mensch, man ist noch nicht mal schwanger und macht sich um sowas schon solche Gedanken;)…
      Vielleicht geht’s ja jm. ähnlich oder kann einfach mal berichten, wie’s bei euch war.
      LG, Sarah

      • (2) 10.05.16 - 12:58

        Hallo,

        ich bin weit von dem Thema entfernt und stelle mir dennoch die Frage....wenn Du jetzt die Steuerklasse wechselst, bekommst Du weniger Geld heraus oder zahlst nach, nur, damit Du mehr Elterngeld hast? Ist das nicht ne Milchmädchenrechnung?

        LG

        • (3) 10.05.16 - 13:38

          Man kriegt ja in Steuerklasse III entsprechend mehr Geld raus. Das Elterngeld wird vom Nettoeinkommen berechnet, sodass es sich durchaus lohnt, den Wechsel vorher noch zu machen...

          Am Ende des Jahres zahlt man die gleichen Steuern - ob nun direkt vom Gehalt abgezogen oder ggf. durch Vorauszahlungen die man durch den Lohnsteuerjahresausgleich wieder rein holt...

          • Nein, das Elterngeld wird vom BRUTTO berechnet, so dass sich der Wechsel lohnt, weil die Steuerklasse auf das komplette Brutto angewendet wird, nicht nur auf die 6 Monate!

            Ein Lohnsteuerjahresausgleich kann nur der AG machen, du machst eine EInkommenssteuererklärung!

            • Nein, eben nicht:
              http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/Service/fragen-und-antworten.html?frage=162804

              Ach, na dann halt eine Einkommensteuerjahreserklärung - wenns sonst nix weiter ist als ein falscher Begriff... ;-)

              • Doch, es errechnet sich aus dem Brutto, das was als Netto genutzt wird ist nicht dein Netto, sondern ein "Elterngeld-Netto" berechnet aus dem Brutto abzüglich 21% für Sozialabgaben, 83,33 Euro Werbungskostenpauschale und Steuern laut Tabelle und der überwiegenden Steuerklasse. Das kann total anders sein als dein Netto, weil Freibeträge usw. schon lange nicht mehr interessieren. Das war früher anders.

                Du solltest deinen Link zu Ende lesen, da steht nämlich:

                "Für Geburten ab dem 01.01.2013 werden die Abzüge für Steuern und Sozialversicherungsabgaben pauschaliert vorgenommen."

                Netto war vor 2013 nämlich die Grundlage!

                • Okay ich gehe einfach mal von einem "regulären" Netto aus - ich kenne niemanden mit Freibeträgen etc. - wenn ich sowas lese...

                  Ich frage mich, wenn das doch wie Du sagst alles vom Brutto errechnet wird, warum man dann im Rechner auf der gleichen Seite bei beiden Partnern das Nettogehalt und nirgendwo (!!) das Bruttogehalt angibt?

                  Dazu übrigens auch der Gesetzestext:
                  http://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__2e.html

                  Siehe Nr. 3:
                  3) Als Abzug für die Einkommensteuer ist der Betrag anzusetzen, der sich unter Berücksichtigung der Steuerklasse und des Faktors nach § 39f des Einkommensteuergesetzes nach § 2c Absatz 3 ergibt; die Steuerklasse VI bleibt unberücksichtigt.

                  Also wird meinetwegen zwar das Bruttogehalt an sich zugrunde gelegt, es wird jedoch die individuelle Steuerklasse beim Abzug der Lohnsteuer berücksichtigt und schon lohnt es sich, ob man Steuerklasse III oder IV hat!

                  • Ja natürlich lohnt sich die besserer Steuerklasse, aber es ist eben nicht interessant, was man vorher an Netto hatte, denn sonst wäre ja jeder Monat wichtig, hier müssen es aber dann 6! sein, damit die Steuerklasse genommen wird und dann wird sie aber für alle 12 Monate genommen!

                    Und der Gesetzestext sagt doch, dass das Brutto genommen wird und was abgezogen wird, würde dein Netto genommen, zählt nur die Zahl auf deiner Abrechnung!

                    Und das du niemanden mit Freibeträgen kennst, ist traurig, ich kenne viele die welche eintragen lassen, weil der tägliche Arbeitsweg z.B. so lang ist usw.

                    Und natürlich verlangt der wirkliche Rechner das Bruttogehalt, aber nicht der Schnellrechner, der macht ja nur einen Überschlag ;)
                    Für eine genaue Berechnung brauchst du den Rechner mit Planer.

                    • Auch der Rechner mit Planer geht vom Nettogehalt aus :-)

                      An sich kommen wir ja beide auf das gleiche Ergebnis +/- :-)

                      • (10) 10.05.16 - 19:22

                        Nein, der Rechner verlangt bei der ausführlichen Berechnung ganz klar unter 4 das Bruttoeinkommen.

                        Ich weiß ja nicht, wo du geschaut hast.

                        • Oh man; ich dachte damit kann man es gut sein lassen..

                          Er fragt aber auch nach der Steuerklasse und damit wäre der Kreis wieder geschlossen...

                          • Nein, da ist eben der Kreis nicht geschlossen, weil damit nicht dein Netto interessant ist, sondern das Elterngeldnetto und das liegt eben meist doch neben deinem, nicht nur wegen Freibeträgen, sondern eben auch wegen der Pauschalen von 21%.

                            Somit kann es kein Netto mehr sein, sondern es wird eben ein "Elterngeld-Netto" berechnet, zumal ja nur eine Steuerklasse genommen wird, egal wie viele verschiedene du in der Zeit hattest.

          (13) 11.05.16 - 07:46

          Danke für die Erläuterung, man lernt doch immer wieder etwas dazu #winke

      (14) 10.05.16 - 13:39

      Furch den Lohnsteuerjahresausgleich gleicht sich das ja aus, die Steuerlast bleibt ja gleich nur die Vorauszahlungen ändern sich.

      Geht sie rechtzeitig in die 3 und ihr Mann in die 5 wird ihr Elterngeld aber anhand der 3 berechnet und bedeuted dann für 10 Monate eine höhere Elterngeldsumme. Die erhöhte Elterngeldsumme kann durch den Progressionsvorbehalt zwar eventuell wieder zu einem höheren Steuersatz für den Zeitraum während des Elterngeldbezuges führen aber ist trotzdem immer noch wesentlich geringer als das Mehr an Elterngeld welches sie erhalten kann.

(16) 10.05.16 - 13:38

Hallo!

Mit diesem Gedanken liegst du völlig richtig und dieses Vorgehen ist auch absolut legitim! Da Du und Dein Partner momentan beide Steuerklasse IV habt, gehe ich davon aus, dass ihr ungefähr gleich viel verdient. Wenn Du nun in Klasse III wechselst und er in V erhöht sich Dein Nettoeinkommen und seins verringert sich, was sich aber in etwa die Waage halten sollte. Der klare Vorteil ist, dass sich somit auch das Kindergeld später erhöht. Nach der Geburt könnt Ihr einfach die Steuerklassen tauschen und habt dadurch einen finanziellen Vorteil.

Ich selber hätte es auf jedenfall so gemacht, wenn ich nicht erst im Juli heiraten und im Dezember mein Baby bekommen würde. Tja, pech gehabt das hätte ich mir vorher überlegen sollen! Also kann ich Dir nur raten: mach das auf jedenfall so!

Wie Du das allerdings Deinem Arbeitgeber erklären sollst kann ich Dir leider nicht sagen. Entweder Ausrede erfinden (Dein Mann verdient plötzlich weniger) oder die Wahrheit sagen. Was aber auch nicht unbedingt klug ist.

Ich kann Dir nur sagen, bei mir wären es mehr als 50 Euro Kindergeld im Monat mehr gewesen. Dafür hätte ich mir schon was einfallen lassen ;-)

(19) 10.05.16 - 14:18

HIer sind mehrer Korken drin, es wird anhand des BRUTTOs abzüglich Steuern nach der überwiegenden Steuerklasse und Pauschalen berechnet.

"Man soll aber ja möglichst in Steuerklasse III wechseln, um das höchst mögliche Elterngeld zu bekommen. Der Wechsel muss aber ja spät. 7 Monate vor Eintritt in den Mutterschutz beantragt sein. "
Man kann und nein, nicht 7, sondern 6 (wenn du vorher nur eine Steuerklasse hattest), weil dann die letzte zählt bei gleicher Anzahl ;).

Nein, 3 Monate geheim halten und dann noch rechtzeitig wechseln klappt nicht!

  • (20) 10.05.16 - 14:21

    Erstmal vielen Dank für eure Tipps u. Hinweise.

    Puuuh, das ist noch alles ziemlich verwirrend für mich#gruebel

    So wie ich das jetzt verstehe, ist es in jedem Fall ratsam, rechtzeitig in die III zu wechseln.

    Dass es nicht klug wäre, als Mutter die VI zu haben und der Mann die III macht für mich ja Sinn, aber wie sieht es denn aus, wenn beide einfach die IV behalten?

    Sonstige Einnahmen durch Verpachtungen spielen dabei keine Rolle, oder? Es geht einfach direkt ums Nettoeinkommen? Also ich meine: nicht das ich jetzt in die III wechsele, nur um mehr Elterngeld zu bekommen, und mein Mann in die V wechselt, aber durch Verpachtungen, ein größeres Einkommen im Jahr hat als ich, und wir dann am Ende eine große Steuernachzahlung deswegen haben… Vielleicht ist es dann mit IV/IV doch klüger???

    • (21) 10.05.16 - 14:24

      Nein, es geht ums Bruttoeinkommen aus nicht-selbstständiger und selbstständiger Arbeit.

      Wir sind sogar in 3/5 geblieben, also ja, evtl. ist es ratsam in 4/4 zu bleiben oder ihr legt eben das Geld ganz streng zurück, wenn ihr jetzt mehr haben solltet.
      Denn die Steuern sind am Jahresende gleich, das daraus entstehende Elterngeld nicht!

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