Partner arbeitslos, Elternzeit und Elterngeld Frage

    • (1) 01.06.16 - 12:40

      Hallo, ich hoffe jemand kennt sich hier aus oder hat ähnliche Erfahrungen.
      Mein Freund ist seit heute arbeitslos. Mein ET ist am 9.7., unser kleiner Fratz muss aber wahrscheinlich 1-2 Wochen vorher geholt werden.
      Wir haben uns gemeinsam entschieden, dass er sich erst ab September einen neuen Job sucht und die Zeit mit mir und dann dem Kleinen verbringt.
      Ich bin normal angestellt und nehme 12 Monate Elternzeit mit Elterngeld.

      Was kann / sollte er jetzt machen? Elternzeit braucht er ja nicht, er hat ja sowieso frei. Wenn er Elterngeld beantragt, bekommt der die 300 Euro, oder? Bekommt er aber dann ALG oder nicht? Mir erscheint das unlogisch, da er ja gar nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sein wird. Er ist aber felsenfest überzeugt, dass er Arbeitslosengeld plus eben 300 Euro Elterngeld bekommt.

      Kann er auch erstmal nur ALG beziehen und dann, wenn er wieder fest arbeitet, nochmal in Elternzeit gehen (nach Ablauf der Probezeit natürlich)? Und dann Elterngeld beantragen?
      Immer unter der Annahme, dass ich 12 Monate Elterngeld bekomme und er insgesamt 2.

      Kann es uns unter irgendwelchen Umständen passieren, dass er sein Elterngeld zurückzahlen muss?

      Freue mich über Meinungen, Erfahrungen und Links und Infos zum Thema, denn mich überfordert das ganze gerade etwas....

      • Hallo,

        das Elterngeld für deinen Mann wird an seinem Einkommen, 12 Monate vor Geburt des Kindes, berechnet.

        ALG 1 Monate werden mit 0€ berechnet und wenn er erst seit heute arbeitslos ist, bekommt er mit Sicherheit mehr als 300€.
        In der Zeit in der er Elterngeld bezieht ruht sein ALG 1 Anspruch.

        Er hat allerdings auch zum Teil recht, dass er beides bekommen kann, bei ALG 1 ist es so, dass er wenn er 30 Std. / Woche arbeiten gehen könnte (Betreuung muss gewährleistet sein) ALG bekommt + Elterngeld allerdings wird alles was über 300€ ist angerechnet.

        (Vollzeit geht nicht, da du dann keinen Anspruch auf Elterngeld hast)

        Bei ALG 2 ist es genauso 300€ sind frei, hier allerdings nur wenn diese aus Erwerbseinkommen von vor der Geburt sind.

        Handelt es sich um die 300€ Mindestsatz werden diese komplett auf das ALG 2 angerechnet.

        Lg

        Ich finde die Einstellung erst ab September nen Job zu suchen sehr fragwürdig und auch nicht verantwortungsbewusst. Wenn er sich jetzt arbeitslos meldet dann muss er auch auf entsprechende Jobsuche gehen. Wenn keine Bewerbungen etc nachzuweisen sind kann das ALG auch gestrichen oder gekürzt werden. Wenn er ALG1 und Elterngeld zeitgleich beziehen möchte kann er zumindest kein Vollzeit-ALG1 beziehen. Ich würde an eurer Stelle sofort nach nen neuen Job suchen, wer weiß wie die Lage im September ist.

        • Naja, erfahrungsgemäß ist die Lage nach den großen Ferien viel besser, viele Firmen bearbeiten im Sommer kaum Bewerbungen und stellen auch nicht ein, wenn die halbe Belegschaft im Urlaub ist und keiner die Einarbeitung machen kann.
          Ausserdem: Jobs kommen und gehen, ein Baby haben wir nur einmal.

          Aber da setzt natürlich jeder andere Prioritäten.

          Finanziell wäre es auch kein Problem, dass er den ganze Sommer über weder Arbeitslosengeld noch Elterngeld bezieht.

          Aber darum ging es ja bei meiner Frage gar nicht.

      (5) 01.06.16 - 15:01

      Dein Freund kann bis September Elterngeld beziehen. Das wird bei ihm genauso berechnet wie bei dir. Ihr könntet also gucken wer dann mehr bekommt. Da er ja sowieso die 2 Partnermonate bekommt kann es das ja auf jeden Fall im Juli und August beziehen.

      Wenn er sich arbeitssuchend meldet (und auch wirklich sucht) kann er ALG 1 beziehen (ween er davor 24 Monate gearbeitet hat). Zeiten in denen Elterngeld bezogen wurde zählen für die Berechnung nicht mit.

      Wenn er gar nichts macht (alsi nicht arbeitslos gemeldet ist und auch kein Elterngeld bekommt) ist er nicht krankenversichert und muss das selbst bezahlen (Ich glabe €160 im Monat).

      Wenn er Elterngeld bekommt kann er nicht gleichzeitig arbeitssuchend sein, weil er ja schon das Elterngeld als Lohnerstatzleistung bekommt. Es kann sich auch nachteilig auf die Rente auswirken wenn man einfach so über einen Monat nichts macht.

      Es ist also am schlauesten wenn er immer entweder ALG 1 oder Elterngeld bekommt.

      • (6) 01.06.16 - 16:49

        Danke Dir für die hilfreichen Infos und den Hinweis mit der Krankenkasse, da haben wir gar nicht dran gedacht....
        Ja, Elterngeld ist dann wohl die beste Lösung für uns für Juli und August, für Juni müssen wir dann nochmal schauen.

        • (7) 01.06.16 - 17:10

          "Ja, Elterngeld ist dann wohl die beste Lösung für uns für Juli und August, für Juni müssen wir dann nochmal schauen. "
          Bedenke, dass Elterngeld nicht in Kalendermonaten sondern Lebensmonaten gezahlt wird. Und die wesentliche Frage ist, hat er sich schon bei der Agentur für Arbeit gemeldet, das muss man ja 3 Monate vor Vertragsende tun. Und arbeitslos hätte er sich spätestens heute melden sollen.

          Also es bietet sich an, sich jetzt arbeitslos bis zur Geburt zu melden und dann Elterngeld zu nehmen. Wenn er das so angibt wird ihn vermutlich auch kaum jemand jetzt noch zu Bewerbungen usw. für sofort drängen.

    Ist er aktuell im ALG 1 Bezug? Wenn nein, wie ist er dann krankenversichert?

    Wir haben das damals ähnlich gemacht. Mein Mann hatte sein Studium kurz vor ET beendet. Seine neue Stelle hat er dann erst angetreten, als junior 10 Wochen alt war. Das war eine schöne Zeit!

    Er hat 2 Monate Elterngeld bezogen (den Mindestsatz), da wir bereits verheiratet waren, war er über mich in der Familienversicherung.

    Da die Elterngeldregelung inzwischen verändert wurde kann ich Dir da leider nichts zu sagen.

    Viele Grüße und eine schöne Babyzeit,

    Julia

    • Huhu, bis gestern war er angestellt, heute ist der erste Tag ohne Arbeit, da hat er sich erstmal beim Arbeitsamt vorgestellt.

      Nachdem ich hier gelernt habe, dass er doch Anrecht auf normales Elterngeld hat, also den Juni mit 0 in den Durchschnitt eingerechnet, alle anderen Monate normal, dann wird die Summe auch ok sein.
      Auf jeden Fall besser als ALG, denn bei Elterngeld ist er ja dann ganz offiziell daheim und nicht arbeitssuchend. Das passt also am besten.
      Danke Dir.

      • "Huhu, bis gestern war er angestellt, heute ist der erste Tag ohne Arbeit, da hat er sich erstmal beim Arbeitsamt vorgestellt."

        Aha,

        das ändert sie Sache fundamental, denn damit ist ALG1 erst mal ohnehin kein Thema da er seiner Meldepflicht nicht nachgekommen ist und somit eine ALG-Sperre kommen wird.
        Üblicherweise sind das 12 Wochen - womit wir direkt im September wären .....

        • Wieso ist er seiner Meldepflicht nicht nachgekommen, er war doch bei der Agentur für Arbeit heute. Ob er sich 3 Monate vorher gemeldet hatte oder nicht, steht doch nirgends.
          Ich gehe somit sogar davon aus, dass er ab heute ALGI beantragt hat (sonst hätte er ja nicht hin gemusst ;) )

          • Nun,

            ich verstene das "Er hat sich heute da mal vorgestellt" eben so, als das dies das erste mal war, denn sonst hätte er genau das schon vor 3 Monaten getan - oder eben als er die KÜ bekommen hat.

            • Das vorstellen war doch auch erstmalig gestern notwendig, das muss man nicht 3 Monate vorher machen, sondern am ersten Tag der Arbeitslosigkeit, alles andere kann man vorher online oder telefonisch machen.

        Diese 12-Wochen-Meldepflicht gilt nur für befristete Arbeitsverträge und das hat sie ja nirgends geschrieben?

        • Nein, das tut sie nicht, die gilt auch für gekündigte Verträge, da muss man dann umgehend, spätestens 3 Monate vorher sich melden.

          Aber genau das ist der Punkt, davon steht hier nichts, ob das schon passiert ist oder nicht. Also gehe ich erst einmal davon aus, dass das geschehen ist und eine Meldung vorgenommen wurde (sonst hätte es wohl heute die entsprechende Rückmeldung schon gegeben).

          • Ja, das meine ich ja. Vor Ablauf befristeter Verträge 3 Monate vorher beim Arbeitsamt melden, bei Kündigung umgehend telefonisch melden + am 1. Tag der Arbeitslosigkeit persönliche Vorstellung im Jobcenter.

            :-)

            • Warum aber telefonisch? Dir ist doch freigestellt, ob du am nächsten Tag persönlich erscheinst, dich online oder telefonisch meldest ;)
              Sowohl bei befristeten Verträgen, als auch bei Kündigung. Wir haben das schon immer nur online gemacht, das geht doch ruckzuck und ist viel sicherer.

(20) 01.06.16 - 17:01

Wenn er dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht, bekommt er kein ALGI. Warum sollte er aber nur 300 Euro Elterngeld erhalten?
Wenn das Kind im Juni geboren wird, dann erhält er 65-100% des Durchschnittes vom Einkommen Juni 2015 bis Mai 2016, wird das Kind erst im Juli geboren, dann Juli 2015 bis Juni 2016, da würde sich also ein Monat mit 0 Euro Einkommen auf die Elterngeldhöhe auswirken.

Habt ihr also Einfluss auf den Termin, sollte der noch im Juni liegen ;)

Natürlich kann er jetzt ALGI erhalten (muss dann aber dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und im Arbeitsverhältnis in Elternzeit gehen, die Frage ist nur, was der neue AG davon hält.

Zurückzahlen muss er das Elterngeld nur, wenn er nicht in insgesamt 2 Lebensmonaten weniger als 120h gearbeitet hat.

  • (21) 01.06.16 - 21:47

    Danke Dir!
    Die Kündigung durch die Firma kam vor 2 Monaten, das hat er umgehend dem Arbeitsamt gemeldet. Die hatten bestätigt, dass keine Sperre gilt, da er ja 3 Monate vor dem letzten Arbeitstag noch überhaupt keine Ahnung hatte, dass er seinen Job verliert. Der Vertrag war nicht befristet. Heute war er dann zum persönlichen Beratungsgespräch.

    Nee, jetzt einen neuen Job anfangen und dann sofort in Elternzeit abdampfen geht gar nicht. Deshalb hat er auch seit der Kündigung nicht gesucht für Juni. Grundsätzlich wäre ja genug Zeit gewesen, eine neue Stelle zu finden.

    Uns ist aber der Familienstart wichtiger.
    Da die Geburt sowieso eingeleitet werden soll etwas vor Termin stehen die Chancen ja nicht schlecht dass es noch Juni wird.

    • "Nee, jetzt einen neuen Job anfangen und dann sofort in Elternzeit abdampfen geht gar nicht. Deshalb hat er auch seit der Kündigung nicht gesucht für Juni. Grundsätzlich wäre ja genug Zeit gewesen, eine neue Stelle zu finden.!"

      Ja nee - is klar. Warum soll auch nicht der Steuerzahler dafür aufkommen?
      Wäre ja auch blöd wenn es nur sein Elterngeld gäbe, und nicht DEIN Elterngeld und sein ALG on TOP.

      Irgendwas mache ich wohl falsch das ich mir noch nie eine Allgemeinheitsfinanzierte Auszeit genommen habe - scheint das natürlichste auf der Welt zu sein.

      • Warum denn Allgemeinheit? Er hat in seine Versicherung eingezahlt und nimmt die nun mit ALG 1 in Anspruch, da ist nichts von der Allgemeinheit finanziert.

        • Das glaubst du jetzt nicht wirklich, oder?
          Nur weil das Ding "Versicherung" heißt, ist es noch lange keine.
          ALG1 ist eine Abgabenfinanzierte Sozialleistung wie ALG2 und HartzIV auch.

          Das macht hier aber nicht mal einen Unterschied, da ja alle Arbeitnehmer ohnehin "zwangsversichert" sind.

          Zweitens: Selbst wenn es eine echte Versicherung wäre, dann basiert eine solche darauf das mehr Leute einzahlen als dann auch wirklich an Schaden haben, und eben diejenigen die einen unverschuldeten Schaden erleiden diesen Ersetzt bekommen.
          Weder ist es ein Spartopf, in den man X-Jahre einzahlt und dann halt irgendwann sein Geld wieder raus bekommt, noch ist in diesem Fall der "Versicherungsfall" unverschuldet eingetreten da ja vorsätzlich erst mal kein neuer Job gezahlt wird.

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