Gemeinsame Finanzen - Wie regelt Ihr das?

    • (1) 04.07.16 - 12:09

      Hallo zusammen,

      ich würde gerne mal eine kleine Umfrage starten wie Ihr die Finanzen in eurem Haushalt geregelt habt. Kurz zu meiner/unserer Situation: wir sind seit sechs Jahren ein Paar, nicht verheiratet und haben einen knapp zweijährigen Sohn. Mit Ausnahme der Elternzeit (meine Frau ein Jahr, ich zwei Monate) verdienen wir ganz ok, das Einkommensverhältnis ist etwa 60/40, auf meiner Seite also etwas mehr.

      Die gemeinsamen Ausgaben im Haushalt hatten wir bisher so geregelt daß ich alle Fixkosten (Miete, Telefon, Strom, Kita, etc.) vorlege und meine Frau mir davon 40% überweist. Von allen anderen flexiblen Ausgaben (Lebensmittel, Drogerie, Kindersachen, Urlaub, etc.) haben wir immer die Belege gesammelt und am Monatsende einen Kassensturz gemacht. Da ich bei uns die Einkäufe tätige, muß mir meine Frau dann i.d.R. nochmal einen gewissen Betrag zukommen lassen um das auszugleichen. Wir hatten auch schon mal ein Haushaltsbuch als App auf dem Handy, aber das Projekt ist an einer fehlenden Selbstdisziplin gescheitert.

      Wie habt Ihr das geregelt? Ähnlich wie wir, habt ihr ein gemeinsames Konto (was ich etwas zu administrativ finde wenn i.d.R. nur einer einkauft) oder trägt einer allein alle Kosten? Ich empfinde das mittlerweile als nervtötendes Thema weil man immer alles durchrechnen muß und meine Frau empfindet es anscheinend irgendwie ungerecht wenn sie mir immer Geld überweisen muß.

      Vergleichbar wird das Ganze natürlich nur wenn es bei beiden ähnliche Einkommen gibt. Wenn Ihr also eure Erfahrungen mit dem unseligen Thema Geld teilen könntet, wäre ich euch sehr dankbar!

      • (2) 04.07.16 - 12:19

        Richtet Euch doch ein gemeinsames Haushaltskonto an, wovon die gemeinsamen Kosten (Miete, Telefon, Strom, Kita, Lebensmittel...) bezahlt werden. Am Anfang des Monats wird per Dauerauftrag von Euch beiden ein gewisser Betrag auf das Konto überwiesen. Dein Anteil könnte 60% und ihr Anteil 40% betragen.

        Größere Anschaffungen (Betrag ab xxx €, Möbel...) müssen abgesprochen werden.

        (3) 04.07.16 - 12:35

        Hallo.

        Also bei uns ist es so, dass wir alles in einem Topf schmeißen und auch alles gemeinsam ausgeben. Wir haben zwei Konten. Mein Konto ist für die ganzen Abgänge (Fixkosten etc.) und sein Konto ist das Haushaltsgeld. Und was dann am Ende des Monats übrig ist, wird auf ein Sparkonto gepackt. Das mit dem hin- und herüberweisen finde ich persönlich affig.

        LG

        • (4) 04.07.16 - 13:03

          Hallo hermina,

          vielen Dank für die Einblicke. Wir finden das ja auch nicht gut, daher habe ich ja die Diskussion eröffnet um andere Modelle zu sehen.

          Darf ich noch was zu eurem Modell fragen? Jeder hat ein eigenes Konto auf das auch das jeweilige Gehalt geht? Wie verhält sich das wenn die Fixkosten deutlich höher sind als das Haushaltsgeld? Seid ihr euch dann einig daß halt der eine mehr trägt als der andere weil man ja eine Gemeinschaft ist? Und wie ist das mit Taschengeld? Ich unterstelle mal daß einer von euch auch mehr für private Dinge ausgibt?

          Ich frage nach weil wir eine gerechte Regelung finden wollen ohne daß man natürlich bis auf den letzten Cent alles aufteilt. Meine Frau denkt irgendwie sie müsse MIR das überweisen, dabei ist das ja nur eine Verschiebung der Ausgaben, Außerdem ist es natürlich auch lästig, jeden Monat nachrechnen zu müssen....

          • (5) 04.07.16 - 14:24

            Hallo.

            Ja wir sind uns da einig. Es ist unser Geld. Beide gehen arbeiten. Muss dazu sagen, dass ich der "Besserverdiener" bin. Durch das Haus haben wir auch hohe Fixkosten. Also geht alles von meinem Konto ab. Was übrig bleibt, wird gespart oder auch noch mit ausgegeben, gemeinsam. Sein Geld ist dann eben unser Haushaltsgeld. Wir leben zusammen, wir wohnen zusammen, gehen beide arbeiten und daher gibt es wenig bis gar keine Diskussion. Größere Ausgaben werden natürlich besprochen. Wer Geld braucht, holt sich was. Taschengeld bekommen nur die Kinder.;-)

            LG

      Warum schmeisst man nicht einfach alles zusammen und einigt sich auf ein beiden entsprechendes Konzept was Prioritäten bei Ausgaben und Sparen anbelangt?
      Was gibts denn durchzurechnen?

      Bei uns funktioniert das seit über 20 Jahren, mal hatte mein Mann mehr Einkommen, mal ich, mal beide etwa gleichviel.
      In unserem Fall haben sogar die Kinder ab 18. Geburtstag alle Kontovollmachten bekommen, funktioniert absolut einwandfrei.

    • Wir haben ein gemeinsames Konto und gut ist. Auf diese Rechnerei hätte ich keine Lust.

      Hallo!

      oft steht da nur dass Eventim was abgebucht hat, aber nicht, für welche veranstaltung. Oder ich gehe selber in eine Vorverkaufsstelle und zahle bar.

      Meine Tochter und ihr Partner bezahlen gegenseitige Überraschungen einfach über mein Konto, geben mir das Geld in bar.
      Mein Mann hat in seinem Leben interessanteres zu tun als Kontoauszüge (welche wir nicht in Papierform erhalten) zu überprüfen. Wenn er mir eine Überraschung kaufen will, dann via Tochter/Schwiegersohn mit deren Konto oder Kreditkarte oder er bezahlt es direkt bar.

(16) 04.07.16 - 12:51

Das ist bei euch ja schlimmer als bei der Post.

Ob Trauschein oder nicht, spätestens mit dem eigenen Kind hat man sich doch eigentlich dazu entschlossen zusammen alt zu werden. Warum dividiert ihr derart strickt und kompliziert eure Finanzen auseinander. Schwaben?

Gemäß den Einnahmen die Fixkosten verteilen und darüber hinaus wird mal das ein und mal das andere Konto belastet. Ich würde verrückt werden bei eurem Ansatz. Zahlt ihr beim Familienurlaub auch jeder seinen Anteil? Wer zahlt dann demnächst für das Kind? Was macht ihr, wenn mal Kind Nr.2 da ist und Frau über 12 oder 24 Monate nur Elterngeld hat???

Wir haben machen es .... anders. #cool
Schreibe ich Dir gerne per PN.

PS.: Ich kann verstehen, dass Deine Frau es als etwas ungerecht ansieht, schließlich hat sie ein geringeres Einkommen.

Ich finde, wenn man eine Familie ist (egal ob verheiratet oder nicht), dann gibt es nicht mehr "dein und mein Geld" sondern gemeinsames Einkommen. Davon werden alle Rechnungen beglichen.
Entweder, man hat daher

- ein gemeinsames Konto (was ist daran administrativ???) oder
- jeder sein Konto plus zusätzlich ein gemeinsames Konto, auf das jeder einen anteiligen Betrag zahlt, von dem dann alle Rechnungen/Ausgaben beglichen werden

Wir haben eine dritte Variante: mein Mann und ich haben (aber eher aus Faulheit und weil wir uns nicht auf eine gemeinsame Bank einigen können #schwitz #schein) nur jeder sein eigenes Konto.
Aber wir haben irgendwann mal grob aufgeteilt, wer was zahlt und damit ist gut. Niemand fängt von uns an und rechnet da nochmal genau nach. Das paßt schon so irgendwie. Jedenfalls finde ich es albern, meinem Mann vorzurechnen, ob ich jetzt 5,-€ mehr oder weniger ausgegeben habe. Und ich betrachte das auch nicht als "mein" und "sein" Geld, sondern als unseres gemeinsam, auf das auch jeder von uns Zugriff (Kontovollmacht) hat.

  • Hallo sonnenscheinchen,

    Du hast völlig recht daß man eine Gemeinschaft ist als Familie. Ich finde euren Ansatz schon ganz nachvollziehbar. Wir haben auch eine ungefähre Aufteilung, nur gibt es ja auch monatlich schwankende Kosten wie z.B. Lebensmittel-Einkäufe, Urlaub, Möbel, etc. Und wenn man unterm Strich sagen kann daß einer von beiden immer deutlich mehr ausgibt als der andere, lässt man das dann so stehen oder einigt man sich darauf daß der mit weniger Ausgaben dem anderen einen Vorschuß leistet? Es geht natürlich nicht um läppische 5 Euro Differenz, wir reden hier schon von dreistelligen Beträgen.

    • Größere Anschaffungen haben wir uns immer geteilt oder abgewechselt.

      Wenn wir merken, dass bei dem einen am Monatsende zu wenig auf dem Konto übrig bleibt, dann haben wir nochmal an der Aufteilung unter uns etwas verändert.

      Aber grundsätzlich muß ich schon sagen, dass ich die Variante mit nur einem gemeinsamen Konto auch nicht schlecht finde. Da muß man gar nicht mehr rechnen.
      Problem: ich will nicht zu der Bank meines Mannes wechseln und er mag meine Bank nicht... :-p Außerdem: dann würde mein Mann genau sehen, was ich im Monat für Klamotten ausgebe... #zitter#hicks

      Die rechnerisch korrekte Lösung:

      Kennt ihr den Betrag eurer monatlichen Fix-Kosten? Dazu addiert ihr dann nochmal eine gewisse Summe für extra Ausgaben (Urlaub, Anschaffungen,...).
      Diesen Gesamtbetrag teilt ihr an euch auf, prozentual danach, wieviel jeder von euch verdient.
      Diesen Anteil zahlt dann jeder von euch monatlich auf ein Gemeinschaftskonto. Den Rest behält jeder für sich auf seinem Konto zur alleinigen Ausgabe nach Belieben.

      (21) 04.07.16 - 14:39

      Ihr legt ein gemeinsames Konto an. Du berechnest Eure Fixkosten (Miete, Strom, Kita...) und berücksichtigst einen gewissen Betrag für Lebensmittel und Hygiene, einen Teil für gemeinsamen Urlaub/gemeinsame Unternehmungen/Rücklagen für Möbel/Reparaturen...).

      Von dem Betrag zahlst Du monatlich 60% und Deine Frau 40% ein.

      Dann schaut ihr nach, ob ihr mit dem Haushaltsgeld auskommt oder ihr mehr Geld anteilig auf das Konto einzahlen müsst oder weniger. Nach einem Jahr kann man ja den überschüssigen Betrag anteilig wieder zurücküberweisen.

      Besprecht, ab welchem Betrag ihr die Zustimmung des anderen braucht.

      • (22) 04.07.16 - 16:06

        Ganz genau so! Ist doch die einfachste Möglichkeit. FÜr das Konto habt ihr beide eine EC Karte und so könnt ihr es beide ganz normal nutzen.
        FÜr persönloiche Ausgaben behält jeder sein Konto.

(23) 04.07.16 - 13:23

Hallo, mein Mann und ich sind seit 25 Jahren zusammen, aber erst seit 3 Jahren verheiratet (2 Kinder, die wir aber schon vor der Hochzeit bekommen haben).

Wir haben von Anfang an immer ein gemeinsames Konto gehabt und eine Einnahmenseite und eine Ausgabenseite. Wir haben uns noch nie über Geld gestritten oder diskutiert. Es gehört uns alles je zur Hälfte (z.B. auch Haus oder Möbel). Wir sahen und sehen uns immer als Familie. Die ersten Jahre habe ich Geld verdient und er studiert und nebenbei gearbeitet, dann habe ich studiert und er beruflich durchgestartet. Danach habe ich eine lange Zeit mehr verdient als er, seit die Kinder da sind verdient er wieder deutlich mehr ....

Unsere Philosophie ist also dass das erarbeitete Geld Familiengeld ist und nicht einer allein erwirtschaften kann (insbesondere nicht mehr, wenn Kinder da sind und einer womöglich dann noch Teilzeit). Wir haben aber auch gemeinsame Prioritäten und können uns aufeinander verlassen und vertrauen und TUN es auch :-) Wir haben auch keine Taschengeldregelung ... Jeder hat einen Kopf und Augen zu sehen, was man ausgeben kann. Natürlich spricht mich mein Mann vorher an, wenn er sich einen neuen Anzug kaufen möchte oder ich, wenn ich der Meinung bin, eines der Kinder braucht ein neues Fahrrad oder ich etwas Größeres.

Ach ja, weil irgendwo die Frage wegen Geschenken aufgetaucht ist. Wenn jemand herausfinden will, wie "teuer" ein Geschenk war, braucht er nicht unbedingt die Kontoauszüge - Freund Google weiß in der Regel extrem viel :-)

VG
B

(24) 04.07.16 - 13:32

Seit wir so lange zusammen sind, dass uns klar ist, dass wir zusammen bleiben, gibt es bei uns nicht mehr deins und meins.

Anfangs, im Studium, war es so, dass wir große Anschaffungen (Sofa, Urlaub) abwechselnd bezahlt haben, mal der eine, mal der andere. Teure Flüge haben wir eventuell dem der bezahlt hat überwiesen.

Inzwischen leben wir ja zusammen, sind nicht verheiratet, haben Kinder. Wir haben beider eigene Konten und kein Gemeinsames. Wir verdienen beide, ich aber deutlich mehr. Ich sehe es so, dass wir beide unseren Teil beitragen. Einer passt mehr aufs Kind auf, der andere verdient halt zufällig mehr.

Bei dem einem wird die Miete abgebucht, beim anderen das Kindergeld dazu, das ist rein zufällig aufgeteilt. Jeder bezahlt einfach das was er gerade kauft. Wir führen ein penibles Haushaltsbuch wo wir alles auflisten. Aber NUR um für uns zusammen den Überblick zu behalten. Wir schreiben da nicht rein wer was bezahlt hat. Es beinhaltet aber natürlich eine Übersicht über alle Kontostände.

Ausgaben ab ungefähr 50-100€sprechen wir ab. Wir leben sehr sparsam und haben ähnliche Vorstellungen was das Geld ausgeben angeht.

Ich finde es ehrlich gesagt kindisch wie ihr das aufrechnet. In der Familie ist man in meiner Sicht eine Einheit. Man teilt die Arbeit (bezahlte Arbeit und Kinderbetreuung) und jeder hat gleich viel Recht auf das gemeinsam verdiente Geld.

Das einzige was wir aufteilen, ist, dass jeder ungefähr gleich viel Spargeld auf dem Konto hat. Vielleicht einmal im Jahr überweisen wir uns die Differenz.
Wenn es dann mal zur Trennung kommen sollte, geht jeder mit ungefähr gleich viel raus. Wir haben die Aufgaben verteilt, daher hat in unserem Verständnis jeder gleich viel Recht auf das gemeinsam verdiente Geld.

Ich sehe es als Schicksal, dass ich halt mehr verdiene. Das ist halt so. Ich habe mir meinen Partner aber ja nach Charakter ausgesucht und nicht nach Gehalt. Wir richten unser Leben zusammen ein, lieben uns mit allen Unvolkommenheiten, und dazu gehört für mich auch, dass man bei bedingsloser Liebe das Einkommen teilt.

Würde ich eventuell mit einer Trennung in der Zuunft rechnen würde ich es eventuell anders machen.

(25) 04.07.16 - 13:51

WIr hatten die ersten Jahre auch kein gemeinsames Konto. Ich hatte ab einem bestimmten Zeitpunkt deutlich mehr verdient ab mein Mann und ab da hatten wir ein gemeinsames Konto (zu diesem Zeitpunkt noch unverheiratet). Ich fände ein solches gegenrechnen super nervig.

Bei uns verfügt jeder selbstverständlich völlig frei über das Konto. Bei größeren Ausgaben sprechen wir uns jedoch ab.

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