Gehört uns das Haus zusammen oder nur ihm?

    • (1) 16.07.16 - 11:45

      Hi zusammen,
      ich hab weiter unten etwas über ein gemeinsames Haus und Trennung gelesen, das hat mich jetzt sehr verunsichert. Mein Mann und ich wollen uns zwar nicht trennen aber mich würde echt interessieren, was mir zustehen würde.
      Zu unserer Situation, mein Mann hat ein Haus von seinen Eltern geerbt. Er steht allein im Grundbuch. Wir haben ungefähr 150000€ in das Haus gesteckt, wovon ich ca. 100000€ beigesteuert habe.
      Schon klar, dass im Trennungsfall ihm das Haus gehören würde aber was würde mir davon zustehen?
      Wir waren schon verheiratet, bevor er das Haus geerbt hat.

      • Hallo!

        Alles was man erbt und alles was man VOR der Ehe besaß gehört einem selber. das vermügen, das man während der Ehe aufgebaut hat, fällt dagegen in den Zugewinn, und wird bei einer Trennung durch zwei geteilt.

        wenn Du also die 100.000 in die Ehe mitgebracht hast, und ihr gemeinsam einen Gegenwert von 50.000 aufgebaut habt, auch in Form des Hauses, muss dein Mann Dir im Falle einer Trennugn deine 100.000 vom Anfang und die 25.000 als Hälfte des gemeinsam aufgebauten vermögens auszahlen. Etwa indem er das Haus verkauft oder eine dicke Hypothek aufnimmt.

        Das gleich wie im Thread unten. Deinem Mann gehört das Haus. Punkt.

        Du hast nur einen Auszahlungsanspruch in Geld (im Fall einer Trennung).

        Ich hätte nie so viel Geld investiert ohne im Grundbuch zu stehen.

        LG

          • (5) 16.07.16 - 13:46

            Ein Erbe wird im Zugewinnausgleich nicht berücksichtig, § 1374 BGB.

            Das Haus hat aber ab Wert zugenommen durch die Umbauten (jedenfalls gehe ich davon aus). Daher würde man hier angreifen und dann anfangen zu rechnen. Nach §§ 94, 93 BGB gehören die Umbauten zum Haus und damit ihm. Aber er hat sich Aufwendungen erspart, die TE auch, da sie für die Zeit des Bewohnens keine Miete gezahlt hat usw.

            Liebe TE: sieh zu , dass Du ins Grundbuch eingetragen wirst. Oder lasst Euch einen extra Vertrag aufstellen, dass Du die 100.000 ,-€ festschreibst. So wie es jetzt ist, ist es ganz schön gefährlich.

            • Hallo, der Notar, bei dem wir damals waren, hat mir davon abgeraten, mich auf die Summe festzulegen, die ich investiert habe, da im Falle einer Scheidung mir "nur" dieses Geld zusteht. Und im Normalfall nimmt das gemeinsame Vermögen im Lauf der Jahre ja wieder zu... Es hat sich seit dem Umbau ja auch schon wieder einiges angehäuft....

              • (7) 16.07.16 - 19:17

                naja. Ich kenne viele Leute, die soetwas festgehalten haben, quasi ausgeklammert haben. Ich halte es für klug. Was Dein Notar meint ist mir schleierhaft.

                Du sollst ja nicht vereinbaren, dass Du Anspruch auf nur 100.000€ hast. Oder rückwirkend Gütertrennung vereinbaren.

                Bsp.: Der Mann bekommt von seinen Eltern ein Grundstück geschenkt. Prinzipiell fallen Schenkungen auch aus dem Zugewinn also werden dem Anfangsvermögen zugerechnet. Aber die Frau soll den Kreditvertrag fürs Haus mitunterschreiben und verlangt daher mit ins Grundbuch aufgenommen zu werden. Jetzt wird gleichzeitig vertraglich festgehalten, dass im Scheidungsfall der Wert des Grundstücks (egal ob es an Wert zu oder abnimmt) von der Ausgleichssumme abgezogen bzw. dem Anfangsvermögen zugeschlagen wird. So erspart man sich das Ganze nachzuweisen und es erspart auch den Streit.

                Das Einfachste wäre sich gleichberechtigt ins Grundbuch aufnehmen zu lassen.
                Denn in Deinem Fall ist nicht (nur) gefährlich dass Du es nachweisen kannst, sondern dass er Vermögen "beiseite" schafft. ZB das Haus unter Wert verkauft, wenn es seins allein ist.
                (Verkauft das Haus an den Bruder seiner Geliebten für 50.000 € , obwohl es 100.000 € wert ist. Scheidung. Zugewinnausgleich: er sagt, er hat nur 50.000€ daher wird dies als Endsumme angesetzt und Du bekommst nur auf Grund dieses Betrags den Ausgleich).

      Hier ist ja überwiegende Meinung, dass die Te sich auch ins Grundbuch eintragen lässt. Aber hieße das nicht im Fall einer Trennung, dass bei Verbleib etwa des Mannes im Haus dieser seine (Ex-) Frau auszahlen müsste?

      Ich frage, weil ich von einigen gescheiterten Beziehungen weiß, in denen bei der Trennung keine Einigung zu erzielen war bzw. das Geld nicht da war, die andere Partei auszubezahlen. Konsequenz war, dass das Haus dann verkauft wurde.

      Aber das, was die Te eingezahlt hat, steht ihr auf jeden Fall zu, und zur Absicherung würde ich das auch schriftlich festhalten an ihrer Stelle.

      VG
      Anja

      • In letzter Konsequenz ist es doch g'hupft wie g'hatscht (österreichisch für gesprungen oder gegangen = egal) aus welchem Grund er ihr zb die 100 k oder mehr im Trennungsfall auszahlen muss. Auch wenn ihm das Haus alleine gehört, kann so eine Forderung zum Verkauf führen (weil es sich der Eigentümer einfach nicht leisten kann) allerdings ist es dann manchmal für zb TE schwieriger ans Geld zu kommen.

        Oder: Mann belastet das Haus weil er glaubt für eine super Investition einen Kredit aufnehmen zu müssen oder geht für irgendjemanden eine Bürgschaft ein. Frau kann nichts(!) dagegen machen! Wenn dann zb die Bürgschaft schlagend wird ist das Haus weg. Und auch wenn die Frau dann noch immer einen Anspruch von xy in Geld hat: wenn nix mehr da ist, dann kann man zwar fordern aber mit dem bekommen wird es schwer. ...

        Ich zb stehe im Grundbuch. Und über diesen Teil habe ich die Hand drüber. Wenn mein Mann zb durch Blödheit seinen aufs Spiel setzt - meiner bleibt bei mir....

    Egal, wann ihr geheiratet habt, Erbe bleibt seines.

    Aber dein Geld in der Regel auch deines, wenn du nachweisen kannst, das du das mit in die Ehe gebracht hast.

    Die wesentlichere Frage ist ja, gibt es eine Vereinbarung zur Scheidung.

    • Im Falle einer Scheidung haben wir nichts vereinbart. Das Haus ist seines und es soll ihm auch gehören, falls wir uns trennen sollten. Aber ich möchte zumindest nicht ohne etwas da stehen. Ich kann nachweisen, dass ich das Geld mit in die Ehe gebracht habe, in Form von Bausparern...

Wie kommt man eigentlich auf die idee SO viel Geld zu investieren obwohl eine de facto NICHTS gehört?

Typischer fall von Dummheit schützt vor Strafe nicht.

  • Als Dummheit würde ich das nicht bezeichnen. Ich/Wir sind davon ausgegangen, dass uns alles, was wir während unserer Ehe bekommen zusammen gehört, es war uns ganz neu, dass Schenkungen und Erbe nicht dazu gehören.
    Wir sind seit 10 Jahren verheiraten, haben 1 Kind zusammen und das zweite ist unterwegs. Wir verstehen uns sehr gut. Mit dem Geld hab ich "sein" Haus so hergerichtet, wie ich es wollte.

    Ich habe meinen Mann darauf angesprochen, er wird es sofort ändern lassen und mich ins Grundbuch eintragen lassen. Er wusste definitiv nicht, dass Erbe und Schenkungen, wie das Vermögen vor der Ehe gehandthabt wird.

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