Ausbildung für meine Tochter

    • (1) 19.07.16 - 17:05

      Meine Tochter hat die Schule mit einen guten Zeugnis abgeschlossen. Trotz aller Bemühungen hat sie noch keine Lehrstelle . Jetzt hat man Ihr eine Ausbildungsstelle als Gebäudereinigerin angeboten. Ich selber aber auch nur als Reinigungskraft. Sie hat gesagt sie will es sogar machen ehe sie arbeitslos ist .Ist es nicht peinlich wenn man sagt man lernt Gebäudereinigerin . Würdet ihr so eine Ausbildung machen.

      • (2) 19.07.16 - 17:18

        Huhu! Ich finde es gut, dass sie das machen will. Gegen Weiterbewerben spricht ja nix! Viel Wichtiger finde ich: Was ist/war denn bei deiner Tochter das Problem? War sie zu spät dran? Oder liefen die Bewerbungsgespräche nicht gut? Zu aufgeregt?

        Was möchte sie denn gerne machen?

        • Sie hat einen Realschulabschluss (2,8 ). Sie wollte Friseurin werden hatte aber trotz vieler Bewerbungen echt keine Chance. Sie hatte in der Firma wo ich als Reinigungskraft arbeite immer mal mit ausgeholfen. Ich schäme mich noch immer wenn man fragt was man beruflich macht, und sie ist noch so jung.

          • (4) 19.07.16 - 17:36

            Ach quatsch, du musst dich nicht schämen. Aber ich kann schon verstehen, dass du dir für deine Tochter "was anderes" wünschst. Einfach weiter bewerben! Am besten fragt deine Tochter auch mal konkret nach, warum sie die Ausbildungsstelle nicht bekommen hat - vielleicht bekommt sie wertvolles Feedback?

            Und es gibt ja auch noch andere Ausbildungsberufe, auch mal etwas weiter gucken, ob vielleicht nicht noch was anderes dabei ist!!

      Ich ziehe meinen Hut vor allen, die arbeiten. Als was, ist mir egal.

      Reinigungskräfte leisten in meinder Wahrnehmung nicht selten einen wichtigeren Beitrag als all die Managementpappnasen, die einen arschvoll Geld verdienen, in dem sie tagein, tagaus dieselben Sprüche klopfen und rein gar nichts bewirken (ich arbeite in einem Großkonzern. Hier laufen unglaublich viele dieser Typen herum......)

      Deine Tochter ist klasse - sie möchte zwar Friseurin werden und obwohl das derzeit nicht zu klappen scheint, verlagert sie sich nicht aufs Jammern und Klagen, sondern nutzt eine Chance. Das finde ich toll!!!!!!!!!

      Es gibt überhaupt keinen Grund, sich zu schämen. Bitte glaube das niemals, weder von Dir noch von Deiner Tochter. Schämen müssen sich diejenigen, die sich anmaßen, auf Putzkräfte hinunterzublicken.

      LG, Cherish, die es traurig findet, dass eine gute Realschulabsolventin keine Chance hat, Friseurin zu werden (und die das tatsächlich auch nur schwer glauben kann)

      (6) 19.07.16 - 18:08

      Den Putzfrauen-Thread hatten wir ja schon länger nicht mehr...

    • (7) 19.07.16 - 18:11

      Ist vielleicht nicht so ganz vergleichbar, aber: Ich habe ein mittelprächtiges Abi, habe dann angefangen zu studieren, mein Sohn kam dazwischen, Studienabbruch. Danach einige Jahre berufliche Durststrecke und herumstolpern. Dann die Idee: Ich bewerbe mich für eine Ausbildung im gehobenen Dienst in einer Behörde. Pustekuchen, bildeten sie nicht mehr aus, man bot mir "nur" die Verwaltungsfachangestellte an. Heute bin ich Teamleitung in einem Jobcenter.

      Will sagen: Mit Ehrgeiz, Fleiß und Lernwillen lässt sich aus jedem Lehrberuf "etwas machen".

      Ich habe beruflich mit einigen "verpönten" Ausbildungsberufen zu tun und man meint gar nicht, was sich aus denen machen lässst. Die Sicherheitsfachkraft, die/der Hauswirtschafter/in, der/die Gebäudereiniger/in...

      Bei letzteren glaubt man gar nicht, dass es auch hier eine Menge zu lernen gibt (Hygienevorschriften, Materialkunde ec. pp.) - das ist nicht einfach mal ein bisschen wischen hier, ein bisschen wedeln dort. Gerade in "offiziellen" Einrichtungen (KiTas, Krankenhäuser, Küchen, Pflegeheime...) kommt es darauf an, genau Bescheid zu wissen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtig anleiten zu können.

      Ganz ernsthaft - kein Lehrberuf ist "igittahbäh", sie alle haben ihre Berechtigung und die Anerkennung verdient. Und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es auch:

      https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/kurzbeschreibung/moeglichkeitennachausbildung&dkz=10236&such=Geb%C3%A4udereiniger%2Fin

      Oft ist es sogar sehr gut, etwas von Grund auf zu können, weil man darauf bauen kann und weiß, was an der Basis für Tätigkeiten erwartet werden und werden können.

      LG und sei stolz auf Deine Tochter!
      o_d

      Hallo!

      Bei jemandem mit ordentlicher Mittlerer Reife wäre das echt schade. Das ist doch ein viel zu guter Abschluss, um als Gebäudereinigerin zu enden, da kann sie andere Berufe erlernen mit deutlich besserem Verdienst.

      ich halte auch nichts davon, aus Verlegenheit eine Ausbildung zu machen, da sitzt sie jahrelang fest.

      Wesentlich besser wäre es, wenn sie in Berufen die für sie in Frage kommen Praktika macht, hier vier Wochen, da sechs Wochen, und schaut, ob sich so ein Betrieb für sie finden lässt - wenn man sie kennt steigen ihre Chancen gegenüber fremden Bewerbern, wenn sie ordentlich arbeitet.

      (9) 19.07.16 - 18:53

      Erstens:

      Kein Job der Welt ist peinlich. Es ist nur peinlich wenn man nicht arbeitet!

      Zweitens:

      Wo wohnt ihr? Welches Bundesland?

      Hier in meiner Gegend sind immer noch über 1000 Lehrstellen frei. Wäre Umzug eine Alternative für sie? Was ist mit weiterführender Schule, sprich (Fach-)Abitur , Handelsschule?

      Ich würde das auch nicht befürworten. Sie kann doch nicht ihr leben lang putzen.... #schock

      Die Idee mit dem/den Praktikum/a finde ich gut. Sie soll sich überlegen, was sie wirklich machen möchte und einen Praktikumsplatz in der Branche suchen.

      (11) 19.07.16 - 21:07

      Wo wohnt ihr denn? Käme ein Umzug in Frage?
      Gerade mal eben geschaut, bei uns im Stadtgebiet gibt es zu jetzt sofort 125 Ausbildungsplätze in 67 Berufen.

      Ist denn die Bewerbung fehlerfrei mit sympathischem Foto?

      (12) 19.07.16 - 21:09

      Sie kann doch den Ausbildungsplatz erstmal annehmen und sollte sich jetzt (!) auf jeden Fall für die Ausbildungen im nächsten Jahr bewerben. Ein 2,8 Abschluss ist nun nicht so schlecht, es kommt aber natürlich darauf an, in welchen Fächern sie besonders schlecht war. Und dann solltet ihr euch mal hinsetzen und überlegen, welche Interessen sie denn hat. Der Öffentliche Dienst sucht wie verrückt und kann teilweise nicht mal seine Stellen besetzen. Wenn sie also Büroarbeit mag, dann gibt es da in der Allgemeinen Verwaltung oder in der Justiz (Justizfachangestellte) oder dem Finanzamt (Steuerfachangestellte) genügend Bereiche die interessant sind. Sollte sie sehr sozial sein, kommt vielleicht eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin (Krankenschwester) in Betracht. Die suchen auch wie verrückt und da gehts nicht immer nur blutig zu. Ansonsten kann sie ja auch gucken, ob sie etwas weiter weg ziehen würde. Für Unterkunft und Co würde sie dann Zuschuss bekommen (genannt Berufsausbildungsbeihilfe), wenn das Azubi-Gehalt nicht reicht.

      Es gibt soooo viele Möglichkeiten! Sie muss sie nur kennen. Und mit ein wenig Hilfe bei Bewerbung und Bewerbertraining klappt es dann auch.

      • (13) 19.07.16 - 21:32

        Es gibt schon viele Ausbildungsplätze die noch unbesetzt sind, aber im Öffentlichen Dienst ist das zumindest in meinem Bundesfall nicht der Fall. Wir (Landesbehörde) bekommen extrem viele Bewerbungen und haben gar keine Probleme die Plätze zu besetzten. Unter Abi nehmen wir auch mittlerweile keine Azubis mehr. Traurig aber wahr.

      (15) 19.07.16 - 22:24

      Bei euch gibt es unbesetzte Stellen im Öffentlichen Dienst?

      Ich bin bei der Kommune beschäftigt. Wir werden zugeschmissen mit Bewerbungen, ohne dass überhaupt jemals inseriert werden müsste. Das ist nur selten der Fall bei Stellen mit Fachhochschule- oder Hochschulstudium, aber nicht im mittleren Dienst. Unsere Universität bildet in rund 15 Berufen aus. Jetzt wird schon auf der Homepage für nächstes Jahr gesucht, da ist nichts unbesetzt.

      • (16) 20.07.16 - 21:02

        Ja, ich rede allerdings von einer Millionenstadt ;-) Da gibt es zwar ne ganze Menge Bewerber, aber die sind eben oft nicht so der Hit. Und so kommt es eben immer mal wieder vor, das man eben nicht jeden nimmt, nur um die Plätze voll zu machen. Aber grundsätzlich nimmt man hier eben auch für den mittleren Dienst diejenigen, die die Realschule abgeschlossen haben. Die Abiturienten dürfen sich gerne im gehobenen Dienst bewerben. Das die Bewerberlage in kleinen Städten anders aussieht, kann ich mir auch vorstellen. Da will der ein oder andere eben im Umkreis bleiben und so viele Stellen gibts dann da auch nicht.

        • (17) 21.07.16 - 06:55

          Ich rede von einer der größten deutschen Städte :-D und nicht von einem kleinen Örtchen. Bei uns ist es jedenfalls so, dass es genügend geeignete Bewerber gibt. Ist eigentlich logisch, weil...je mehr EW, umso größer die Auswahl an potentiellen Kandidaten,aus der eigenen Stadt und aus Nachbstädten kommen natürlich jede Menge Menschen zum Arbeiten in die Stadt.

          Wo arbeitest du dort? In der kommunalen Personalabteilung?

(18) 19.07.16 - 22:18

Nein, würde ich nicht und würde ich meinen Kindern auch nicht anraten.

Und zwar nicht, weil es eine schlechte Arbeit ist oder nicht so gut angesehen in der Gesellschaft. Aber in eurem Fall verkauft sie sich unter Wert und ich wüsste nicht, was es dort für Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Also lernt sie 2 oder 3 (?) Jahre etwas, das sie nur aus Verlegenheit angenommen hat.

Ich weiß ja nicht, wo ihr wohnt, aber es gibt doch jede Menge Ausbildungsplätze für Absolventen mit FOR ( auch jetzt noch). Ist sie noch (Berufs)schulpflichtig oder schon volljährig? In NRW muss man unter 18 J. entweder an einer weiterführenden Schule angemeldet sein nach den 10 Pflichtschuljahren oder eine Ausbildung beginnen, ein freiwilliges soziales Jahr o. ä. Wer das alles nicht hinkriegt, landet in einer KSOB-Klasse mit jungen Leuten, die 1 Jahr ihre Berufsschulpflicht absitzen müssen.
Wie ist das bei euch???

War sie bei der Berufsberatung? Ansonsten liest es sich im Lebenslauf ganz gut, ein freiwilliges soziales Jahr absolviert zu haben. Im Herbst kann sie sich schon wieder für das nächste Ausbildungsjahr bewerben. Vielleicht klappt es dann. Und Friseure gibt es doch nun auch an jeder Ecke. Bei uns nehmen sie auch Azubis mit Hauptschulabschluss.

In unserer Nachbarschaft wohnt jemand, der vor über 20 Jahren als Gebäudereiniger angefangen hat, weil er nichts anderes bekommen hat (Ausländer, kaum Deutschkenntnisse, Beruf hier nicht anerkannt). Machte aber schon immer hauptsächlich Glasreinigungen / Fassaden.
Dann hat er sich damit selbständig gemacht, mit dem Putzen. Es kamen dann auch Büroinnenräume etc dazu.
Er war sich nie zu schade dafür. Dann stellte er Mitarbeiter ein usw.
Heute verdient er mehr im Jahr, als alle Akademiker, die um ihn rum wohnen und fährt Porsche...und putzt noch immer.

Das soll jetzt nicht heißen, dass aus jeder Putzfrau eine Millionärin wird, aber auf jeden Fall, dass man die Leute nie danach beurteilen sollte, was sie arbeiten.

Zu 80 Prozent mag man ja mit Vorurteilen Recht haben, aber zu 20 Prozent liegt man sowas von daneben...Vorurteile eben...

(20) 19.07.16 - 23:08

Wie wäre es denn mit einem FSJ? Und dann gleichzeitig Bewerbungen fürs nächste Jahr rausschicken!!

Hallo

der Vorschlag für ein FSJ scheidet wohl aus, denn die Fristen sind soweit ich weiß zum März hin abgelaufen (habe ich im Ohr weil meine Nichte vor vier Jahren auch unheimlich knapp dran war und nur einen Tag vor Bewerbungsfrist lagen die Bewerbungsunterlagen der Einrichtung vor....)

Ich finde, Deine Tochter ist noch jung genug, so dass sie ruhig die Ausbildung beginnen kann und sich entweder dort hocharbeitet oder nach der Ausbildung eine zweite hinterher macht.

Friseurin mag für viele noch ein Traumberuf sein, aber vom Einkommen her wird sie als Gebäudereinigerin mehr haben.

Und liebe Putzfee, warum wertest Du Dich so herab (..."nur" als Reinigungskraft)?
Du arbeitest für Dein Geld, scheust Dich nicht, Arbeit zu tun, die viele für unter ihrem Niveau halten ( daheim vllt. notgedrungen, aber bei anderen?) und bist Dienstleister.
Sei stolz und habe in dieser Hinsicht mehr Selbstwert.

Hier in der Region herrscht z.B. Mangelware an Zahnmedizinischen Fachangestellten - niemand will das noch lernen. Anderen Leuten im Mund rumwühlen, nee danke... bekommt man als Antwort wenn man fragt warum das nicht in Erwägung gezogen wird als Beruf.
Ich weiß von einer Verwandten, die selbst in dem Beruf arbeitet, dass noch vor 15 Jahren die Klassen aus allen Nähten platzten und sie nun froh sind, überhaupt noch eine Berufsschulklasse voll zu bekommen...
ZmF's werden hier gesucht wie verrückt, da kommen 6 bis 8 offene Stellen auf eine Bewerberin!

LG

  • Es ist schon richtig das man als Gebäudereinigerin mehr Geld verdienen kann als Friseurin.

    Sie muss die Entscheidung ja selber treffen. Ich glaube sie will die Ausbildung erst mal machen . Eine zweite Ausbildung ist eine sehr gute Möglichkeit. In der Gebäudereinigung sind die Aufstiegschancen nicht so toll wie man sich das vorstellt. ich würde mir aber trotzdem wünschen das sie was anderes macht. Es ist ja wirklich keine leichte Arbeit .Das spüre ich täglich.

(23) 20.07.16 - 10:07

Meine Mutter und ihr Mann haben sich eine gebäudereinigungsfirma aufgebaut. Anfangskapital ein Eimer und ein Lappen. Sie haben sehr gut gelebt davon, ein Haus abbezahlt und die Firma nach 25 Jahren gut verkauft.

GebäudereinerIn ist ein anspruchsvoller Ausbildungsberuf. Deine Tochter sollte körperlich topfit sein, gerne auch im Freien arbeiten, kein Problem mit üblem Dreck und keine Höhenangst haben. Dann sehe ich kein Problem.

Gruß und viel Erfolg in der Ausbildung!

Manavgat

(25) 24.07.16 - 11:08

Ich hatte früher die gleich Situation, keine Lehrstelle zu finden,

nur ein Betrieb hat sich gemeldet, habe die Ausbildungsstelle damals angenommen wohl wissend dass das nie was für mich wäre aber Hauptsache Arbeit dachte ich mir damals.

Das Ende vom Leid ich habe nach 2 Monate geschmissen.

Dafür hatte ich im nächsten Jahr mehr Glück.:-)

In der Zwischenzeit habe ich im Einzelhandel an der Kasse gesessen und ein Praktikum gemacht.

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