Haus gemeinsam gekauft und nun Trennung

    • (1) 16.08.16 - 18:03

      Hallo!

      Ich frage heute mal für eine Freundin.

      Sachverhalt wie folgt:
      Sie hat ihren Partner (nicht Ehemann) nach 20 Jahren Beziehung rausgeschmissen, weil er sie wiederholt betrogen hat. Die beiden haben 2 Kinder und vor einigen Jahren ein Haus gemeinsam gebaut. Beide haben dafür Grundkapital reingesteckt und den Rest Kredit genommen. Beide stehen im Grundbuch.
      Nun ist er bei seiner Liebschaft ebenfalls rausgeflogen und erpresst meine Freundin, mit Ansagen wie "entweder nimmst du mich zurück oder das Haus wird verkauft".
      Sie will ihn natürlich nicht wieder und hat ihm auch alle Schlüssel abgenommen. Er taucht aber täglich auf und terrorisiert sie. Die Kinder leiden natürlich besonders unter der Situation.
      Sie könnte womöglich das Haus alleine stemmen und ihn auszahlen.
      Auch macht er keine Anstalten sich eine Wohnung zu suchen, er ist der Meinung es ist auch sein Haus, also will er da wohnen. Für die Kinder besonders eine schlimme Situation.

      Nun meine Frage was passiert wenn er sich nicht auszahlen lassen will also entweder Haus gemeinsam oder niemand bekommt es. Geht das?

      Ich habe ihr geraten sich anwaltlich erstmal beraten zu lassen. Beratung gibt es ja schon zum kleinen Preis. Sie hat leider auch keine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen.

      Und dann würde mich noch interessieren wie das mit Unterhalt läuft, wenn er nicht zahlt. Gibt es eine Frist für Unterhaltsvorschussleistungen?

      Danke für hilfreiche Tipps.

      • Sie soll sich schnellstmöglich einen Anwalt nehmen, denn es geht auch das sie das Haus "sich zuweisen lässt" o.ä.

        Alleine schon deswegen, weil die Kinder bei ihr sind.
        Unterhaltsvorschuss gibt es nicht rückwirkend, also schnellstmöglich beantragen.

        • Aha danke...

          Meine Chefin hat gesagt, dass es Unterhaltsvorschuss nur einen bestimmten Zeitraum gibt, ist da was dran? Wäre ja doof wenn meine Freundin nach 2 Jahren mittellos und hinter ihm herbettelnd da steht. Die Hausrate wäre ja dann auch nicht mehr machbar...

          • Ja, Unterhaltsvorschuss gibt es "nur" 72 Monate lang oder bis das Kind 12 Jahre alt ist. Aber ehrlich würde ich das Haus nur halten, wenn sie es tatsüchlich alleine stemmen kann, ohne Unterhalt.

            Man kann ja nicht voraussagen, wie hoch der Unterhalt in den nächsten Jahren sein wird oder ob er vielleicht auch mal verspätet kommt. Vor allen Dingen, wenn sie jetzt schon streiten.

            Dann lieber verkaufen und evtl mit kleinem Polster in eine Mietwohnung ziehen.

            Hausraten, Nebenkosten, Rücklagen für Reparaturen, Auszahlung des Ehemanns - da muss schon einiges da sein. Ein Haus mit Garten ist zudem auch immer ein Zeitfaktor.

            Grüße great

      Man kann nicht so einfach seinen Ehepartner rausschmeißen. Es ist sein Haus und er hat das Recht dort zu wohnen bis zur Scheidung. (Solange er nicht gewalttätig wurde und von der Polizei Hausverbot hätte.)

      Sie muss ihn also reinlassen.

      Bei einer Scheidung bekommt jeder zurück was er mitgebracht hat. Was in der Zeit der Ehe erarbeitet wurde, wird geteilt, auch die Rentenansprüche. Scheidungen sind sehr teuer. Meist muss das Haus verkauft werden, weil keiner die Mittel hat es zu halten. Dann verliert man viel Wert. Zudem die Anwalts- und Gerichtskosten, das kostet eine Menge Geld.

      Sie sollte zu einem Anwalt gehen und sich beraten lassen. Aber wenn er schon signalisiert, dass er an einer Versöhnung Interesse hat, würde ich erwägen lieber vielleicht zu einer Eheberatung zu gehen. Fremdgehen ist auch ein Signal dass mit der Ehe etwas nicht stimmt, und manchmal kommt das auch wieder in Ordnung.

" Es ist sein Haus und er hat das Recht dort zu wohnen bis zur Scheidung. (Solange er nicht gewalttätig wurde und von der Polizei Hausverbot hätte.) Sie muss ihn also reinlassen."

Nein, ganz so einfach ist es nicht, es kommt z.B. darauf an, wie er ausgezogen ist und wie lange das her ist.

Wie gesagt, wie sich das genau verhält in ihrem Fall, kann nur ein Anwalt klären, der alle Details kennt.

  • (15) 16.08.16 - 21:53

    Ich denke Du wendest hier die Vorschriften bzgl Ehe an. Da ist es tatsächlich so, dass derjenige der auszieht und 6 Monate draußen bleibt, schlechte Karten hat. Und man kann sich auch über das Familiengericht die Wohnung / das Haus zuweisen lassen (um unbillige Härte zu vermeiden).

    Unehelich ist das alles aber nicht anwendbar. Das ist tatsächlich problematisch bei unverheirateten Paaren. Denn da gilt nur das normale Sachenrecht und "ersessen" hat sie das Haus wohl noch nicht. (§ 900 BGB - 30 Jahre).

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