Kinderfrau in Vollzeit

    • (1) 05.09.16 - 13:04

      Unser Sohn und die Tochter von Freunde kommen nächstes Jahr in die Schule. Die Freundin will wieder arbeiten und findet halbtags nichts. Mein Mann ist fertig mit dem Studium und auf Jobsuche. Es sieht so aus, als ob wir Eltern alle am liebsten 35-40 Std arbeiten wollen. Allerdings ist die Betreuung situation hier in München katastrophal.

      Wir ha en erstens über eine Au Pair nachdachte dass beide Kinder betreut. Allerdings wurden wir gesagt, dass wir verpflichtet sind, die Au Pair in unserer Wohnung Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und beide Familien haben kein Platz.

      Jetzt denken wir über eine KinderPflegerin aus Spanien mach, da wir alle Spanisch sprechen. Wir haben gelesen, in DE verdient eine Berufsanfänger in 1400 brutto. Welche Kosten würden auf uns als Arbeitgeber dazu kommen? Wie viel können wir absetzen? Und welche Vorteile sieht ihr gegenüber die Au Pair? Mich würde euren Blick dazu interessieren , ich weiss nicht, ob wir alles in die Kalkulation einbeziehen.

      Die Alternative wäre eine schlechte Mittagsbetreuung bis 15h (kostenpflichtig, ca. 250€ ohne Ferien) und ca. 150€ Ferienbetreuung pro Woche im Sportverein. Klar wäre das günstigwr, aber damit könnten jeweils ein Elternteil nicht voll arbeiten. Momentan ist die Suche nach halbtags Jobs eher mau. Und dazu noch die Ferien....

      Danke für eure kommentare!

      • (2) 05.09.16 - 13:16

        Das liest sich aber sehr komisch für die Landeshauptstadt des Mannes, der vor allem alles besser kann.

        Gibt es in München etwa nicht genügend Kindergartenplätze?
        Das sollte doch das günstigste und einfachste für alle beteiligten sein.
        Für ein Jahr eine Vollzeitkraft ins Haus nehmen ... wer macht denn sowas???

        Das Kind dann am besten in die OGS oder Internat stecken. #kratz

        Fahrt ihr selbst eigentlich nie in Urlaub.

        "Fertig mit dem Studium und auf Jobsuche" ... seit ihr alle Frischlinge?
        Mein Ansatz wäre da eher Kompromisse treffen und sehen, dass Geld in die Kasse kommt. Ihr versucht aktuell das maximal mögliche an Ausgaben zu produzieren.

        Bilinguale Erziehung ist ja toll, aber das sollte a) eher nicht Spanisch sein und b) kann man das auch noch mit der Einschulung anfangen.

        • (3) 05.09.16 - 13:25

          Wir reden hier von der Einschulung und die Muttersprache bzw einer der Muttersprachen der Kinder und nein, wir sind nicht alle Frisch aus der Uni, nur mein Mann.

          Die Kinder fangen jetzt das letzte Kindergarten Jahr an. Privaten Hort kostet ca. 600€ und es ist nicht einfach ein Platz zu bekommen und es bleibt die Frage offen, wie die Kids dorthin kommen und die Befreundete Familie hat auch ein 2 Jähriges Krippenkind. Ganztagsschule ist eh nicht solange wie ein vollzeit Job und ich weiss durch meine Machbarin, die ihre Tochter hier in einer Schule mit tagesheim hat, dass die Qualität schlecht ist und sie das fürs nächste Schuljahr nicht machen würde. Unsere Kids machen am Nachmittag Musik und Sport, das geht ja mit TageSheik nicht, selbst wenn die Betreuung dort gut wäre.

          Wir erkündigen uns momentan nach alle Möglichkeiten.

          • (5) 05.09.16 - 13:42

            Die Nachbarin klammere ich mal aus.

            Bedeutet das, "Privaten Hort kostet ca. 600€ und es ist nicht einfach ein Platz zu bekommen und es bleibt die Frage offen, wie die Kids dorthin kommen", das euer Kind noch keinen Kindergarten von innen gesehen hat?

            Bei geschätzten Kosten von 1400,- würde ich mich als erstes Fragen, wwie hoch ist das Haushaltseinkommen netto? München ist ja per se eher ein teures Pflaster.

            Solange Dein Mann einen Job sucht, ist er tagsüber ja mehrheitlich zu Hause.
            Die Betreuung ist also gelöst.
            Besteht die Möglichkeit in seinem Job halbtags anzufangen oder per HomeOffice zu arbeiten?

            Ich habe keine Lösung, aber ihr versucht es hier mMn mit einem eher unüblichen Ansatz. Ja, Kinder bedeutet auch Verzicht ... Verzicht auf Schlaf, Verzicht auf Freizeit, Verzicht auf Sex, Verzicht auf freie Entfaltung, ggfs. Verzicht auf Karriere ... das überlegt man sich aber normalerweise vor der Zeugung.

            Warum schafft ihr euch ein Kind an, wenn ihr danach versucht es Ganztags irgendwo zu parken, damit ihr beide wieder Vollzeit arbeiten könnt? Finde ich einfach merkwürdig.

            • (6) 05.09.16 - 20:26

              Mit dorthin kommen ist gemeint, wie die Kids von der schule zu den privaten horten kommen, die sind nicht fußläufig erreichbar!

              Die Kinder werden 2017 eingeschult, ich geh davon aus, dass sowohl mein Mann als auch meine Freundin bis dahin ein Job haben. Momentan sind ja beide Kinder im KiGa bzw die kleine der befreundete Familie in der krippe. Bei der Einschulung wäre sie 2.5 Jahre.

              Klar betreut mein Mann unser Sohn momentan! Aber es gibt kein Überangebot an halbtags Jobs für berufsanfänger.

          (7) 05.09.16 - 15:00

          Kommt auf den Beruf an.. Ich werde 6-14h arbeiten was vollzeit entspricht. .Mein Mann 8-16h.. Ebenso vollzeit. Kita 7-16h... Also es geht alles. Klar arbeite ich lieber auch 8-16h um länger schlafen zu können..geht aber mit Kindern nicht anders

      (8) 05.09.16 - 17:37

      Ja, das ist München. Durch die extrem teuren Mieten kommen einfach auch nach Tarifvertrag bezahlte Erzieherinnen kaum über die Runden sondern können sich nur ein Wohnklo mit 17m² leisten bei Vollzeitarbeit. Daher tun sich alle Kitas sehr schwer Personal zu finden, und müssen dann wenigstens noch was auf den Tariflohn drauf packen - eine Dienstwohnung oder einen Dienstwagen oder so. Das macht das ganze halt noch teurer, denn in Bayern sind die Kitabeiträge sowieso schon sehr hoch.

      Das Ideal der CSU ist die Hausfrau, die zu Hause bleibt und die Kinder versorgt, daher gibt es hier weiterhin die geliebte Herdprämie. Arbeitende Eltern sind eher nicht politisch gewollt.

      • (9) 05.09.16 - 21:17

        Hi,

        wir wohnen im Vorort von München und haben sogar Kita Plätze frei, da es hier ein super Angebot gibt. Auch nicht so teuer wie z.B. in HH, also Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

        Personal gibt es nirgends gut zu finden, da es einfach keines mehr gibt. Das hat nicht unbedingt was mit Mieten zu tun.
        Und nicht alle die in München arbeiten, wohnen auch dort...

        Wer in München chichi braucht, muss das halt auch in München zahlen.
        Meine Kollegen in MUC hatten absolut keine Probleme einen Platz zu bekommen.

        lg
        lisa

(10) 05.09.16 - 14:04

Hallo,

ich habe eine junge Frau als Haushaltshilfe und Nanny sozialversicherungspflichtig eingestellt zwar auf Teilzeit aber die Sozialabgaben habe ich dennoch.

Zuerst zu den Kosten:

Wie hoch das Gehalt ist, hängt von euch ab (Mindestlohn natürlich vorausgesetzt) und ob ihr dafür jemanden findet. Unsere Angestellte bekommt 9,60 € brutto, die Stunde und hat sogar 7 Wochen Urlaub. Wir würden ihr gerne mehr bezahlen, aber mehr geht vorerst nicht, aber sie ist auch ungelernt und hat aber durch die Teilzeittätigkeit bei uns noch Zeit bei anderen Arbeitgebern zu putzen, wo sie zwar vom Stundenlohn etwas besser da steht, aber auch sie weiß eine preiswerte Krankenversicherung und Gehalt bei Krankheit und im Urlaub sehr zu schätzen.

Dann kommen noch die Sozialabgaben hinzu. Die kannst Du kostenlos grob dir online ausrechnen, die du als Arbeitgeber noch auf das Bruttogehalt hast, dann benötigst du eine Unfallversicherung (bei uns 30 € im Jahr) und die monatlichen Kosten für den Steuerberater zur Lohnabrechnung (ich habe einen sehr guten und günstigen Tipp).

Wieviel steuerlich zurück kommt weiß ich nicht, da wir unsere erst seit diesem Jahr haben.

Allgemein ist diese Lösung für uns viel besser, denn kein Aupair macht so gut sauber und es ist alles ordentlich und sauber, wenn ich von der Arbeit komme. Allerdings kein billiges Vergnügen, aber so bleibt Zeit für die Kinder und geht nicht an die Hausarbeit ab.

Für weitere Fragen gerne per pn.

(11) 05.09.16 - 14:10

1400 € brutto - Vollzeit? Das wäre nichtmal Mindestlohn! Und das in München #kratz Wo soll sie denn wohnen und wovon soll sie leben? Stellt ihr ein Fahrzeug zur Verfügung?

  • (12) 05.09.16 - 14:36

    Gerade mal Mindestlohn. Für diese Arbeit. Da bezweifel ich ebenfalls , dass das klappt.
    Ich würde meine Kinder keiner Frau anvertrauen, die den Job für den Lohn machen würde. Das spricht nicht für die Qualität der Dame.

    • (13) 05.09.16 - 15:20

      Nicht mal im kürzesten Monat ist das der Mindestlohn.

      • (14) 05.09.16 - 15:40

        wieso nicht?

        Februar 2016: 20 Arbeitstage (Mo-Fr).

        20*8=160 Arbeitsstunden.
        160* 8,5€= 1360€

        Da passt es mit dem MiLo.
        Ansonsten ist der MiLo auch nicht so weit von 1400€ weg.

        August 2016: 21 Arbeitstage (Mo-Fr)
        21*8= 168 Arbeitsstunden
        168*8,5€= 1428€

        In einem Theoretisch schlechtesten Monat gäbe es 23 Arbeitstage=1564€.

        • (15) 05.09.16 - 16:11

          Weil die Rede von nächstes Jahr ist. Und da reicht es eben auch bei nur 20 Tagen nicht.
          Davon mal abgesehen, glaube ich kaum, dass sich eine gelernte Kinderpflegerin bei dem derzeitigen Personalmangel mit dem mickrigen Angebot der TE finden wird.

          • (16) 05.09.16 - 16:26

            Das stimmt. Nächstes Jahr wird das nix mehr mit Mindestlohn.

            Ich habe ja auch gesagt: ich würde jemandem der ernsthaft bereit ist für das Geld in MUC den Job zu machen, meine Kinder nicht geben.

        (17) 05.09.16 - 16:22

        naja, dann hat sie kein Fix Gehalt und das womöglich als Ausländerin, die noch eine Wohnung finanzieren muss?
        Dann wird jeder Tag, wo womöglich nur ein Kind betreut wird, Urlaub der Eltern, etc. auch abgezogen, sprich sie verdient womöglich mal drei Wochen am Stück nix?

        Ausbeute- klarer Fall!

        lisa

      (19) 05.09.16 - 18:07

      Mindestlohn Februar 2017 beträgt 8,84€ und nicht 8,50€. Damit sind wir schon im Februar bei 1414,40€ (und damit wurden die angedachten 1400€ schon übertroffen). Im schlechtesten Monat geht das hoch bis 1626,56€.
      Dazu kommen aber noch die Arbeitgeberanteile für die Versicherungen und sonstige Abgaben.

      • (20) 05.09.16 - 18:26

        1. ja wie ich bereits in meinem Kommentar um 16.26 Uhr schrieb ist das im nächsten Jahr auf Grund der Erhöhung des MiLo nicht mehr so.
        2. wir reden vom MiLo also vom Arbeitnehmer Brutto nicht vom Arbeitgeber Brutto. Sollte es sich bei den 1400€ um das Arbeitgeber-Brutto handeln, wäre es völlig absurd überhaupt darüber nachzudenken.

        Da die TE aber schrieb: "...bekommt 1400€." bin ich davon ausgegangen, dass sie vom Arbeitnehmer-Brutto spricht

        • (21) 05.09.16 - 18:46

          Ja, sie hat aber auch gefragt, welche Kosten sonst noch so anfallen. Ich glaube sie unterschätzt das etwas.
          Ich hatte 3 AuPairs, ich hatte/habe Minijobber und ich hatte auch Frauen, die auf Rechnung gearbeitet haben. Ich wohne nicht im Großraum München, aber wir kommen in der Top10 der Mietpreise gleich hinter München (so man denn eine freie Wohnung findet - mit viel Glück gibt es hier eine schäbige Kaufwohnung).

          • (22) 05.09.16 - 18:49

            Ich finde diese AuPair Geschichte immer so Grenzwertig.

            Sie sucht eine billige Arbeitskraft. Das allein ist schön unschön, aber wie sie über AuPair schreibt finde ich gruselig. Das klingt nach "ausnutzen" oder "moderne Sklaverei". Schrecklich. Die armen Mädchen.

            • (23) 05.09.16 - 21:07

              AuPair heißt Auf Gegenseitigkeit. Man sollte sich bei einem AuPair bewusst sein, dass da neben dem gesetzlich vorgeschrieben Urlaub auch noch die Freistellung für den Sprachkurs mit anfällt - das kann durchaus heftig sein. Für mich war es immer wichtig, dass meine AuPairs deutsch gelernt haben. Ich habe sie immer für einen Intensivkurs angemeldet, der einen Monat dauerte, nur dann könnten sie in dem Monat eben auch nur sehr eingeschränkt arbeiten.

              • (24) 05.09.16 - 21:23

                Ich würde mein AuPair keine 30 Std arbeiten lassen. Ich habe viele Freunde , die sich für AuPairs entschieden haben. Die armen Mädels arbeiten 30-35 Std/Woche. Für Kost/Unterkunft/Taschengeld (meist Ca 300€)

                Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Es ist einfach Sklaverei in meinen Augen.
                (30 Std Woche bei 300 € Taschengeld und

                500 € Kost/Logis/Sprachkurs

                = Ca 4 € Stundenlohn; sogar bei einem
                Taschengeld von 600 € wäre der Stundenlohn noch unter dem MiLo).

                Wir bekommen jetzt unser erstes Kind und haben uns nun für eine Nanny entschieden (nach dem Mutterschutz).

                Und wir zahlen mehr als 2000 € (Arbeitnehmerbrutto).

                Ich möchte, dass Arbeit vernünftig bezahlt wird. Und vor allem will ich mein Kind nicht jemandem anvertrauen , der so unterbezahlt und damit ggf. unzufrieden ist.

                Ich gebe schon meinem Frisör Trinkgeld, damit er sich besondere Mühe gibt. Dann kann ich sicherlich nicht bei der Kinderbetreuung sparen.

                • (25) 06.09.16 - 08:24

                  Dann hast du keine Ahnung, wovon du redest, sorry.
                  Klar verdient ein AuPair nicht die Welt an Taschengeld. Das ist wohl unbestritten. Dir ist aber schon klar, dass beim AuPair Kost und Logis ebenfalls Teil der Bezahlung ist, oder? Es gibt ganz feste Sätze, die das Finanzamt anerkennt für Kost (kannst du selbst suchen, ist nicht die Welt - da ist echt Selbstkochen zu Sonderangeboten bei Aldi angesagt, mal im Restaurant ist definitiv nicht drin - gab es aber bei uns trotzdem regelmäßig und natürlich haben wir bezahlt).
                  Es gibt ebenfalls klare Sätze des Finanzamtes für Logis (einfach mal heraussuchen). Hätten unsere AuPairs das Zimmer bei uns für meinen Mietpreis bezahlen müssen (ich hatte die Wohnung damals auch bloß gemietet), wäre schon für ein (unmöbliertes) Zimmer über 1/3 des Taschengeldes weg gewesen. Manche Gegenden sind halt sehr teuer. Bei uns liegt der qm-Preis bei über 12€. AuPairs wollen etwas erleben und sehen und nicht in irgendein Dorf.
                  Nun nimm mal dieses "Einkommen", was das Finanzamt ja sogar ohne zu murren anerkennt, und addiere das zum Taschengeld. Dann kommt noch die Fahrkarte, der Sprachkurs, die Versicherung, die Kosten bei dem Ausländeramt,....und einfach alle weiteren Kosten, die so anfallen. Schon mal überlegt, was man mit einem AuPair macht, wenn man selbst in den Urlaub fährt? Mitnehmen? Ein AuPair hat grundsätzlich Anspruch auf ein eigenes Zimmer - ein eigenes Hotelzimmer kostet richtig Geld. Zu Hause lassen? So lange allein in deiner Wohnung...mmh. Ein AuPair hat Anspruch auf Vollverpflegung und Unterkunft auch in deinem Urlaub. Und eigentlich sehen die Regeln sogar vor, dass der Familienanschluss permanent da sein sollte.
                  Also: Ja, ein AuPair bezahlt man auch im eigenen Urlaub. Man nimmt es mit. Das AuPair freut sich und sieht etwas von der Welt und man selbst wird etwas entlastet.
                  Was ein AuPair macht, hängt von der Gastfamilie ab und davon, was das AuPair mit sich machen lässt. Wenn deine Freunde sich Sklaven halten, würde ich ernsthaft über meinen Freundeskreis nachdenken.

                  Toll, dass du deinem Friseur Trinkgeld gibst, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dem Friseur kein Trinkgeld zu geben.

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