Steuerklassenwechsel beide voll berufstägig mit Ausklammerung MuSchu?

    • (1) 14.09.16 - 20:26

      Hi,

      eine Frage zum Elterngeld und Erhöhung durch Steuerklassenwechsel. Vielleicht könnt ihr mir einen Rat zu unserer Situation geben:

      Wir arbeiten beide Vollzeit, sind beide in Steuerklasse IV. Wir planen nach der Geburt folgende Aufteilung des Elterngeldes:

      Meine Frau: 9 Monate Basis (wovon 2 Mutterschutz), 4 Monate Plus, 4 Monate Partnerschaft
      Ich: 2 Monate Basis, 2 Monate Plus, 4 Monate Partnerschaft

      Sie bekommt ein monatliches Netto 1800, ich 2300 EUR.

      Meine Frau wird in den Plus-Monaten die minimale Wochenstundenzahl arbeiten (ggf mit Antrag auf Verringerung von 15h und somit eine 40% Stelle), ich das Maximum von 30h (also eine 80% Stelle).

      Daher überlegen wir, ob wir die Steuerklasse für meine Frau jetzt noch in die günstigere wechseln, damit das Elterngeld höher berechnet wird.

      Wir sind allerdings für den 3.4.17 ausgerechnet. Mutterschutz beginnt also am 20.2.17.

      Problem: das passt schon nicht mehr mit den 6 Monaten in Steuerklasse III für meine Frau, wenn man den Mutterschutz bedenkt: Okt. 2016 - Januar 2017 sind 4 Monate.

      Frage: kann es klappen, dass man mit dem Elterngeld Antrag auch eine Ausklammerung der beiden Monate Februar-März 2017 beantragt?

      Dann hätten wir zumindest 6 Monate voll. Genügt das? Oder braucht man 7?

      Klar wäre es durchaus gepokert, denn kommt das Kind nur 1 Woche vorher, reicht der Zeitraum nicht.

      Aber wenn ich es richtig sehe, machen wir durch einen Steuerklassenwechsel kein Verlust, sondern die Rückzahlung bei der Steuererklärung fällt lediglich anders aus. Richtig?

      Würdet ihr in dieser Situation zu einen Wechsel der Steuerklasse tendieren, oder nicht?
      Immerhin werde ich ja auch (zumindest geplant) ein bisschen Basisgeld und vor allem 6 Monate ElterngeldPlus bekommen.

      Rechnet sich das wohl?

      • Das sind ganz schön viele Variablen und da nur ihr alle Angaben habt (zB Bruttogehälter), solltet ihr euch das mal in beiden Varianten (mit Wechsel und ohne) durchrechnen.

        Die Ausklammerung ist prinzipiell möglich, aber dadurch sinkt natürlich das Durchschnittsgehalt der 12 Monate. Dementgegen steht die Erhöhung des Elterngelds durch die bessere Steuerklasse.

        Dagegen aber auch wieder, dass dein Elterngeld ja sinkt, auf Grund der schlechteren Steuerklasse.

        Ehrlich - setzt euch hin, gebt beide Varianten in die entsprechenden Online-Rechner ein und dann seht ihr es.

        Grüße great

            • Ich habe jetzt raus, dass wir durch einen rechtzeitigen Steuerklassenwechsel während der Schwangerschaft etwa 100 EUR im Monat mehr Elterngeld hätten bekommen können. Schade, aber der Zug ist abgefahren.

              Wenn wir nun aber einfach in IV-IV bleiben, statt Mutterschutzmonate bei einem Wechsel mit einberechnen zu lassen (Gehaltsverzicht), bekommen wir 25 EUR mehr im Monat. Das fällt schon fast unter Rundungsfehler. Sprich, ein Wechsel lohnt sich für uns nicht mehr.

      Ja, das geht mit dem Verzicht auf die Ausklammerung, aber bedenke, Mutterschaftsgeld und AG-Zuschuss ist kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit, sprich vom 20.2. bis 31.3. werden 0 Euro eingerechnet als Einkommen, zumal das ja schon platzt, wenn das Kind 4 Tage vor dem Termin kommt (dann kann auf die Ausklammerung von März nicht verzichtet werden, weil der Monate kein voller Monat vor der Geburt ist).

      Also ganz ehrlich, ich denke nicht, dass euch das etwas bringt.

      • Eine Sache verstehe ich nicht: ich habe diesen offiziellen Rechner bemüht:
        https://www.familien-wegweiser.de/ElterngeldrechnerPlaner/rechner.xhtml

        Wenn mein Monatnettos ca 2300 beträgt, hätte ich erwartet, dass ich ca 1500 EUR Basiselterngeld bekomme, und ca 750 ElterngeldPlus (50%).

        Das Basisgeld wird mir vom Rechner korrekt angezeigt.
        Allerdings zeigt er mir nur rund 240 EUR als ElterngeldPlus an, für die 2+4 Monate in denen ich dies beziehen würde und mit 80% arbeiten würde.

        Bei den Bezügen für meine Frau stimmt auch das ElterngeldPlus (50% vom Basisgeld).

        Habe ich irgendwas übersehen? Gibt es besondere Regeln für das zweite Einkommen beim ElterngeldPlus, wenn sich beide Partner parallel im ElterngeldPlus befinden?

        • Das Elterngeld wird doch dann aus der Einkommensdifferenz berechnet. Sprich, du hast dann ca. 400 Euro Einkommens Differenz und davon 65% gibt es.

          Du hast scheinbar bei deiner Überlegung die Anrechnung des Einkommens nach der Geburt vollkommen vergessen, die gibt es immer, egal wer wieviel arbeitet!

          Arbeitest du denn "normal" weniger als 40 h, denn du darfst ja nur maximal 30h arbeiten in Elternzeit!

          Das Einkommen wird immer angerechnet.

          Einzig im ElterngeldPlus-Bezug gibt es eine modifizierte Anrechnung, da dann das Elterngeldplus direkt aus der Differenz zwischen Einkommen vorher (im Bemessungszeitraum) und während des Bezuges berechnet wird. Dieser Betrag wird dann auf maximal ElterngeldPlus-Höhe ohne Zuverdienst(50% vom Basiselterngeld) begrenzt.
          Dadurch ist ein Zuverdienst bis ca 50% des durchschnittlichen Einkommens im Bemessungszeitraum unschädlich auf die Elterngeldhöhe im ElterngeldPlus-Bezug.

          Hier gibts eine Beispielrechnung: https://www.elterngeld.net/elterngeldplus.html unter dem Punkt "Elterngeld Plus und Zuverdienst"...

          Bei deiner Frau mit der nur 40% Stelle klappt das dann ganz gut, bei deiner 80% Stelle macht sich die Anrechnung spürbar bemerkbar.

          Daher ist es überlegenswert dass du auch für die ElterngeldPlus-Monate auf 50% reduzierst wenn das möglich ist und ihr das finanziell trotzdem hin bekommt... rechne das mal durch, die 30% mehr Arbeit bringen dir effektiv durch die Anrechnung aufs Elterngeld nur ca 10-15% mehr in der Gesamtheit ElterngeldPlus + Gehalt....

          In der Partnerschaftsbonuszeit müsst ihr ja beide auf min 25 Std erhöhen da müsste auch bei deiner Frau dann mehr Anrechnung erfolgen soweit ich das grob überschlage....

          • Dann stimmt aber trotzdem irgendwas in der Rechnung nicht.
            Beispiel (alle Werte grob gerundet):

            Mein Brutto mit 4000 in Steuerkl IV macht ca 2300 EUR Netto im Monat im Bemessungszeitraum.
            Basiselterngeld ohne Zuverdienst: 2300 EUR * 65 % = 1500 EUR
            Maximales Elterngeld Plus ohne Zuverdienst: 750 EUR

            Wenn ich jetzt in einem Monat Teilzeitarbeit 1000 EUR Netto verdienen würde, berechnet sich das Plusgeld wie folgt:
            2300 EUR - 1000 EUR * 65 % = 850
            Da aber maximal das halbe Elterngeld gezahlt wird, wird gekapput und ich würde 750 EUR erhalten.

            Die selbe Rechnung mit 2000 EUR Netto (bei 30h wäre das etwas weniger, aber theoretisch zum rechnen):
            2300 EUR - 2000 EUR * 65 % = 200 EUR

            ABER: wenn ich den Elterngeldrechner benutze, und dort für mich 2 Basis + 1 Plusmonat eintrage, dann wird der Plusmonat im Fall von 2000 EUR Teilzeitverdienst mit 630 EUR Elterngeld berechnet. Statt wie in meiner Rechnung mit 200 EUR.

            Warum? Wie kann das sein?

            Ich habe auch noch mal einen anderen benutzt (www.elterngeldrechner.de/rechner.html), der aber das selbe Ergebnis ausspuckt. Das bedeutet wohl, ich hab immer noch irgendwo einen denkfehler?

            Du bist auf dem richtigen Weg :-p schmeisst aber noch zu sehr Brutto und Netto-Beträge durcheinander...

            Die einfachen Rechner arbeiten mit Lohnnettobeträgen und stellen damit nur eine grobe Schätzung dar.

            Die Berechnung des Elterngeldnettos erfolgt etwas pauschalisierter und weicht daher vom Lohnnetto etwas ab. Zusätzlich werden auch die 1000€/12 = 83,33€ Werbungskostenpauschale aus dem Steuerrecht pro Monat abgezogen und dann weitergerechnet -> http://www.elterngeldrechner.de/berechnung.html hier sehr gut erläutert...

            Der Rechner den du verwendest hast unter http://www.elterngeldrechner.de/rechner.html arbeitet sehr genau und nur mit Bruttoeingaben!!! (einzig du darfst nur den Steuer-Bruttoanteil verwenden, steuerfrei Zulagen z.B. dürfen hier nicht mit rein!)

            Ich hab den mal mit deinen Daten gefüttert Brutto 4000 Steuerklasse 4 ohne Faktor alles andere Standard, keine Kinder etc. da passt dass doch mit Zuverdienst im ElterngeldPlus von 3000€ BRUTTO (= ca 2000 Netto) bei 30 Std bekomme ich folgende Ergebnisse:
            Monat 1 + 2 Basis ohne Zuverdienst =1452,12€ EG
            Monate 3 - 4 + 5-8 EG Plus/Partnerschaftsbonus mit Zuverdienst 3000€ Brutto = 301,28€ EG Plus

            Bei 2000€ Brutto Zuverdienst im EG Plus wären das 631,94 EG-Plus
            Bei 1400€ Brutto Zuverdienst im EG Plus wären das 724,91 EG-Plus

            • Danke. Soweit verstanden.

              Jetzt müsste ich noch die Frage nach der Arbeitszeit im Parnterbonus Monat klären: ich habe gelesen, dass man bei Teilzeitarbeit die Wochenarbeitszeit auf 15h reduzieren kann, falls der Betrieb >15 Mitarbeiter hat und man >6 Monate dort beschäftig ist.

              Kann meine Frau daher auch in den Bonusmonaten weiterhin 40% arbeiten? Oder ist sie gezwungen die 25h, also >60% zu arbeiten?

              • Ja generell für Teilzeit in Elternzeit gilt das BEEG http://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__15.html damit ist die Grenze wie du geschrieben hast.

                Für den Anspruch auf die 4 Partneschaftsbonusmonate Elterngeld gilt allerdings zusätzlich http://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__4.html Absatz (4) "...Wenn beide Elternteile in vier aufeinander folgenden Lebensmonaten gleichzeitig
                1.
                nicht weniger als 25 und nicht mehr als 30 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats erwerbstätig sind und
                2.
                die Voraussetzungen des § 1 erfüllen,
                hat jeder Elternteil für diese Monate Anspruch auf vier weitere Monatsbeträge Elterngeld Plus (Partnerschaftsbonus)......"

                Daher muss deine Frau in den 4 Partnerschaftsbonusmonaten die ihr gleichzeitig nehmen müsst auch mindestens 25h/Woche im Durchschnitt arbeiten.... (eventuell hat sie noch Überstunden von früher die sie abfeiern könnte...wenn ihr das zu viel ist...).

                Die Partnerschaftsbonusmonate sind halt eine extra zusätzliche Förderung zum gleitenden Einstieg aus der Elternzeitzurück in die Arbeitswelt mit Aufteilung der Verantwortlichkeiten auf beide Partner(wenn vorhanden)....

Top Diskussionen anzeigen