Arbeitslos - Wie ist das mit Kindergarten/Krippe?

    • (1) 15.09.16 - 20:11
      Inaktiv

      Hallo ihr Lieben,

      bei uns dauert es noch ein bisschen, bis unser Nachwuchs da ist, ich mach mir aber grad Sorgen wegen der Kinderbetreuung, wenn unser Kleines dann 1 Jahr alt ist. Im Hinblick auf Elterngeld und so weiter, müssen wir uns ja ein bisschen Gedanken machen.

      Unser Kleines soll Mitte Februar 2017 zur Welt kommen. So wie ich das gehört habe, werden die Kinder hier erst zum August, in unserem Fall dann August 2018 in den Kindergarten aufgenommen. Ausserdem muss man wohl nachweisen, dass beide Eltern vollzeit arbeiten, um einen Ganztagsbetreuungsplatz zu bekommen.

      Nun zum Problem: Ich bin quasi momentan arbeitslos. Ich bin grad dabei, meine Doktorarbeit zu beenden und bekomme auch kein Arbeitslosengeld, Hartz IV oder ähnliches. Ich hab also keinen Arbeitsvertrag. Mein Mann arbeitet vollzeit.

      Nächstes Jahr würde ich dann gerne einen Job suchen, nur scheinbar bekommt man ja ohne Job keine Vollzeitbetreuung und ohne Vollzeitbetreuung bekomme ich keinen Job. Ausserdem ist ja dann noch das Problem, dass wir - falls das wirklich so ist - die Zeit bist August 2018 überbrücken müssten.

      Gesetz dem Fall, ich würde einen Job finden, hätte ich ja keine Vollzeitbetreuung. Man fängt ja dann wieder von vorne an mit der Suche nach einen Kindergartenplatz, oder wird man automatisch "upgegraded" zu einer Vollzeitstelle, falls man ne Teilzeitbetreuung hat? Mein Mann wäre natürlich auch bereit, sich beurlauben zu lassen, um das Kleine zu betreuen, falls ich einen Job finde ... aber das würde eben aus finanziellen Gründen nur für ein paar Monate gehen, definitiv nicht länger als ein halbes Jahr. Aber das kann ja eigentlich auch nicht der Sinn sein.

      Ich bekomme ja nun schon kein Geld und dann ab Februar 300 Euro Elterngeld, sprich unsere Ersparnisse gehen dann schon zur Neige. Ich weiss grad gar nicht, wie wir das nächstes Jahr organisieren sollen. Es macht ja auch wenig Sinn, das Kleine dann in die Ganztagsbetreuung zu gebe, wenn ich keinen Job habe. Ich weiss gar nicht, was ich wann wie machen soll ... Wisst ihr vielleicht, ob das wirklich so ist und wo man sich ggf. informieren kann?

      Ach ja, Eltern/Grosseltern/Familie haben wir auch nicht in der Nähe, Schwiegereltern wohnen ca. 2 h Autofahrt weg, meine Eltern 4 h.

      Sorry für den langen Text und danke fürs Lesen!

      • Hallo!

        In welchem Bundesland lebst Du denn?

        Normalerweise müssen auch Arbeitslose Eltern zumindest einen Teilzeitplatz bekommen für ihre Kinder, weil sie sich sonst ja auch gar keine Stelle suchen können - mit der Option, die Stunden aufzustocken, wenn sie Arbeit haben. Dafür gibt es ja auch einen Rechtsanspruch, Du kannst ja nicht im Vorstellungsgespräch sagen "ja, arbeiten würde ich gerne, aber Kitaplatz hab ich keinen".

        Deswegen kannst Du mit der Gemeinde/Stadt reden, die müssen dafür sorgen, dass dem Rechtsanspruch auch entsprochen wird.

        • (3) 15.09.16 - 20:43

          Wir sind in Hannover/Niedersachsen.

          Ich hab halt auch von Bekannten gehört, dass sie keinen Vollzeitbetreuungsplatz bekommen haben, obwohl beide vollzeit arbeiten, bzw. sie dann nach der Elternzeit vollzeit weiterarbeiten wollte - eben weil trotz Rechtanspruch eben ein Mangel an Kinderbetreuungsplätzen besteht.

          Ich hab grad überlegt, eigentlich wäre ja auch das Arbeitsamt in der Hinsicht Ansprechpartner für mich. Momentan bin ich ja abmgemeldet, aber ich kann mich ja ab Mitte des nächsten Jahres wieder dort anmelden.

          Sobald das Baby da ist, kann ich ja theoretisch zur "Kindergartenstelle" gehen, oder? Ich glaub, die Anträge werden seit kurzem eh zentral bei einer Abteilung gestellt und man muss nicht mehr einen extra-Antrag bei diversen Kindergärten einreichen.

          • Hallo.

            Ja, das ist leider so ... eben durch den Mangel an Vollzeitplätzen.

            Der Rechtsanspruch deckt nur 4 Stunden ab ... und die können auch mit einem Platz in einer Nachmittagsgruppe erfüllt sein, die es in einigen Einrichtungen noch gibt.

            Auch eine Tagesmutter würde nur für die tatsächlich benötigten Stunden genehmigt und bezuschusst werden.

            Bei uns gab es viele Eltern, beide Vollzeit oder mindestens 3/4 arbeitend, die in 3 Kindergarten-Jahren nur eine Platz von 8:00 bis 12:00 hatten ... die mussten sich dann mit Großeltern und selbst bezahlten Tagesmüttern/Nannys behelfen.

            Es kommt im Übrigen ein bisschen auf den Stadtteil an ... es gibt Stadtteile, in denen es reichlich Vollzeitplätze gibt und eben andere, wo die Plätze sehr rar sind.

            LG

          • Das ja quatsch. .Auch in Hannover gibt es ganztages kita für Arbeitssuchende. Solang du keine Arbeit hast bekommt man din mindestzeit 8-12h.. Hast du arbeit kannst du die Zeiten aufstocken. .Ging ohne Probleme bei einer Freundin.

            Allerdings bekommt man erst 3 Monate vorher eine Zusage. .Eine tagesmutter kann man sich wenn vorher fest sichern. .und öfters haben die individuelle Zeiten.

            Mit EG und August kita beginn..Das haben ja quasi viele ..Ich bekomme auch im Januar das letzte EG und ab August wenn der Platz. . Dafür muss man vorher sparen.

            Übrigens kann man in Hannover auch vor der Geburt zur kita gehen :)

            • ASo. .Anspruch hat man natürlich nicht auf GanztagsPlatz trotz vollzeit arbeit (falls das jetzt so Rüber gekommen ist )

              Ich bekomme auch nicht automatisch einen ganztagsplatz. .Obwohl ich vollzeit arbeite.
              Am besten suchst du dir Arbeit die auch Teilzeitkräfte einstellen :)

            • (7) 16.09.16 - 12:51

              Tja ... vorher sparen ging ja nicht wirklich, mit Studium und Promotion ... ich hab zuletzt Stipendium bekommen, sprich jetzt kein Arbeitslosengeld und dann auch nur Mindestelterngeld, und das obwohl ich von den Arbeitszeiten her 5 Jahre voll gearbeitet hab und freiwillig einzahlen geht ja nicht. Gut, das ist jetzt halt so ... aber "muss man halt vorher genug sparen" ist halt nicht drin gewesen (zumindest nicht für dann fast 2 Jahre Verdienstausfall - mich stellt ja schwanger jetzt auch niemand ein).

              Und das mit Aufstocken ... kommt drauf an, in welcher Einrichtung man unterkommt. Manche haben ja nur Teilzeitplätze, da muss man dann zum Mittag das Kind abholen und kann es dann nachmittags wieder hinbringen. Da kann man auch nix "aufstocken".

              Naja, wir werden es sehen. Ändern kann man es ja nicht.

              Hallo.

              >>> Solang du keine Arbeit hast bekommt man din mindestzeit 8-12h.. Hast du arbeit kannst du die Zeiten aufstocken. <<<

              Vorausgesetzt es sind entsprechende Plätze vorhanden ... der Rechtsanspruch bezieht sich NICHT auf einen Vollzeitplatz ... Job hin oder her ...

              LG

      Hallo,

      wie bereits geschrieben wurde, besteht für Kinder ab 1 Jahr ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungs-Platz. Das muss nicht zwingend im nächst gelegenen Kindergarten bzw. dem der Wahl- und überhaupt nicht unbedingt ein Kindergarten-Platz sein. Sondern kann auch einer bei einer Tagesmutter sein.

      Meine Erfahrung (privat und beruflich) ist, dass sich das alles rechtzeitig findet und entwickelt. Sollte man tatsächlich zunächst nur einen Halbtags-Platz bekommen (meist sind es dann ja doch zumindest 35h/Woche im Block, d.h. von ca. 7.30 Uhr bis ca. 14.30 Uhr (nur ungefähre Zeiten- die können variieren!) ), könnte man die restlichen Stunden mit einer Tagesmutter abdecken.

      Je nachdem, wie Eure Arbeitszeiten sind/voraussichtlich sein werden, macht es sogar unabhängig vom Kindergarten Sinn, wenn Ihr Euch für die Randzeiten und potentielle Schliess-Tage zusätzlich eine Tagesmutter sucht. Wir haben unsere inzwischen seit 9 Jahren und sie ist wirklich "Gold wert" :-)!

      Bezüglich der Suche nach einem Kindergartenplatz/einer Tagesmutter macht es durchaus Sinn, sich schon frühzeitig zu kümmern. Viele Eltern lassen inzwischen bereits während der Schwangerschaft ihr Kind auf diverse Wartelisten setzen. Wie notwendig das in Hannover ist (das variiert ebenso wie die Betreuungs-Zeiten und - beiträge), kannst Du ja in Erfahrung bringen.

      Vielleicht hilft Euch diese Seite weiter?

      http://hannover.betreuungsboerse.net/

      Viele Grüße & alles Gute,

      Kathrin

      • (12) 16.09.16 - 13:03

        Danke dir. Ja, ich glaub, ich werd mich mal ans Familienbüro wenden. Fragen kostet ja nix ... Und den link hab ich mir gespeichert, schau ich dann später mal.

    (13) 16.09.16 - 05:13

    Erstmal: Kinderbetreuung ist eine kommunale Obliegenheit und deshalb schwanken die Regelungen und Möglichkeiten auch innerhalb eines Bundeslandes stark.

    Ich komme auch aus Niedersachsen und habe die ganze Kinderbetreuungsodysee zweimal mitgemacht. In Hannover z.B. ist (war?) die Kinderbetreuungssituation eine mittlere Katastrophe, während im Umland die Situation grösstenteils deutlich entspannter war (ist?). Ich kenne nicht wenige Familien, die genau deswegen ihr geliebtes Stadtleben aufgegeben und sich ins Umland verkrümelt haben.

    Das mit dem Rechtsanspruch ist so eine Sache. Das Gesetz regelt nicht, ob es einen Anspruch auf einen Halbtags- oder Ganztagsplatz gibt. Auch hier wieder: Kommunale Regelungen.

    Um einen Besuch / Anruf bei der zuständigen Kommune wirst Du nicht drumrum kommen. Und löchere andere Eltern! Die haben oft den ein oder anderen Geheimtip. Eventuell auch in Sachen Tagesmutter.

    Das die meisten Plätze im August frei werden, liegt in der Natur der Sache. Anfang August verschwinden die Schulanfänger aus den Einrichtungen und die Nachrückerei beginnt. Nichtsdestotrotz kann man mit Glück auch einen freigewordenen /-gebliebenen Platz mitten im Jahr ergattern.

    Auch wenn Dein weiterer beruflicher Werdegang noch nicht wirklich klar ist: Such' erstmal nach dem Maximum. Downgrade ist leichter als Upgrade. Ausserdem würde ich mich schlau machen, wie ihr die Elternzeiten beantragen müsst, damit Dein Mann eventuell auf Teilzeit in Elternzeit wechseln kann, damit Du beruflich durchstarten kannst.

    Grüsse
    BiDi

    • (14) 16.09.16 - 11:25

      Danke für deine Antwort. Ich höre mich schon fleißig um, deswegen wahrscheinlich auch meine Verwirrung gestern. Heute geht's mir schonmal ein bisschen besser. :-) Meinst du, man kann da schon im Dezember bzgl. Kinderkrippen nachfragen, oder wird man da ausgelacht? Das Kleine soll ja im Februar kommen, reicht es nach der Geburt oder ist das schon zu spät?

      Ja, deswege find ich das auch bissl dringend, weil wir ja auch entsprechend die Elternzeit planen müssen. Wenn es nach mir ginge, hätte ich am aller liebsten dass mein Schatz und ich wenigstens 1 Monat parallel haben - aber wenn wir 6 Monate überbrücken müssen, wird das nicht gehen.
      Außerdem steht halt auch im Raum, dass mein Mann keine Elternzeit nimmt, sondern eben auf 35 Stunden reduziert und dann entweder Freitag oder Montag reinarbeiten könnte. Das fänd ich auch total gut, und mein Schatz könnten dann zur Not hintenraus auch Elternzeit nehmen. Sofern ich einen Job finde, wäre ja Geld auch kein Thema mehr.

      Evtl. würde es halt auch gehen, eine der Omas als Tagesmutter zu nehmen, weil meine Mutter und Schwiegermutter bis das kleine 1 Jahr wäre, im passiven Teil der Altersteilzeit bzw. Rente wären - aber wegen der Entfernung bräuchte das eben auch einiges an Vorlauf und würde uns auch einiges an Geld kosten (kleine Wohnung vor Ort), da es ja nicht zumutbar wäre, die Strecke dauernd zu fahren.

      Aber wahrscheinlich wäre das die beste Alternative, wenn die Omas uns unter die Arme freifen würde, eine kleine, bezahlbare Wohnung findet man vielleicht schneller als ne Tagesmutter/Kindergartenplatz ... und die Omas könnten sich ja auch abwechseln. Und wir wären v.a. flexibel.

(15) 16.09.16 - 12:56

Hallo,

in einer privaten Krippe / Kita hast du das Problem nicht - nur bei den kommunalen Kindergärten. Der gesetzliche Anspruch umfasst eben nur 4 Stunden.

Daher mein Tipp, schaut euch auch bei den Kitas mit privaten Trägern um, die sind bezüglich der Betreuungszeiten in der Regel um Längen flexibler .... Manche sind teurer, manche nicht. Dazu zählen bspw. Elterninitiativen (Achtung: Mitarbeit erwünscht), kirchliche Träger/Wohlfahrtsverbände, "echte" private Träger)

VG
B

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