2er Team / Kollegin ist kein Teamplayer

    • (1) 02.10.16 - 09:33

      Hallo zusammen

      Ich habe vor einem Jahr eine Stelle als Lageristin gefunden.

      Geplant war, die Mitarbeiterin die sich um die Lagerverwaltung von 3 Kunden kümmert, zu unterstützen und bei Krankheit oder Urlaub natürlich vollwertig zu ersetzen.
      Am Anfang wurde mir erzählt, meine vorgängerin wäre mit ihr befreundet gewesen und hätte plötzlich knall auf fall gekündigt.
      Auch den privaten Kontakt hat sie seitdem komplett abgebrochen.

      Jedenfalls musste ich schnell feststellen, dass ich ihr nichts recht machen konnte.
      Sie gab eine Anweisung, die in der gleichen Situation kurz darauf plötzlich nicht mehr zutraf; ich sollte es doch anders machen.

      Auch ihr Umgangston war mehr als Gewöhnungsbedürftig.

      Wenn ich ihrer Meinung nach etwas falsch machte oder sie mir eine arbeit auftragen wollte, brüllte sie meinen Namen und erwartete, dass ich angerannt kam.
      Hab ich anfangs gemacht, dann nicht mehr.
      Anweisungen waren kurz und knackig im Kasernenton ohne bitte oder danke.
      Meistens kam nur ein "und das ganze zack zack"
      Ich habe die Paletten kontrolliert, die Ware gezählt und verräumt.

      Sie hat sich mit den Lieferscheinen ins Büro verkrümmelt.
      Das war ihre auffassung von: gemeinsam den Wareneingang erledigen.

      Auch wie sie in Gegenwart anderer über mich oder mit mir geredet hat war einfach unmöglich.
      Wenn ich auf dem wc war und sie im pausenraum gefragt wurde, wie es mit mir läuft meinte sie: " Sie muss noch einiges lernen aber ich zieh sie mir schon so wie ich es brauche"
      Sorry, aber ich bin doch kein Hund, den man dressiert...

      Oder sie redet mich vor betriebsfremden leuten, Kunden oder den anderen, die im Haus arbeiten in einem Ton an...
      Das klang dann so: "sag mal, bist du irgendwie bescheuert, wieso hast du das so und so gemacht. Bist wohl angrennt, oder so..."

      Ich habe Anfangs mich nie getraut etwas dagegen zu sagen. Sie war sehr herrisch, penipel, alles musste auf den milimeter passen...
      Ich habe öfter mit ihr geredet, sie meinte, damit müsste ich leben, sie wäre halt so.
      Sie wäre generell kein Teamplayer, das wäre nicht ihr Ding. Am liebsten würde sie alles ganz alleine machen, aber die Arbeit wird immer mehr und das schafft sie einfach nicht mehr alleine.

      Irgendwann war ich so verunsichert, ich wusste nicht mehr wie ich die Arbeit machen sollte ohne dass sie anschliessend ankam und meckerte.
      Wenn ich sie fragte, wie genau ich es machen sollte, war es ihr auch nicht recht und ich war wieder die dumme...

      Wenn besprechungen waren durfte ich grundsätzlich nicht dabei sein sondern wurde mit bestellungen eingedeckt die zu bearbeiten waren.
      Obwohl die nach einer passenden Uhrzeit gefragt wurde, wo wir beide Zeit haben. Das wäre durchaus machbar gewesen aber sie meinte nur es würde reichen wenn sie dabei wäre.
      Meine Meinung war nie erwünscht...

      So etwas ist für mich keine Teamarbeit.
      Wenn ich sie vertreten musste gabs anschliessend immer ärger, da ich die Büroarbeit, nie wirklich gezeigt bekommen hatte.
      Das wurde mir ein mal gezeigt und ein paar Punkte aufgeschrieben und das wars.

      Mittlerweile habe ich nach einem Jahr gekündigt und sie ärgert sich, weil sie jetzt wieder alleine ist.

      Ich hingegen freue mich auf die neue aufgabe, überlege jedoch schon ob ich nicht vielleicht doch einen weg gefunden hätte mich damit zu arrangieren.
      Ich sage nicht, dass ich fehlerfrei war und bin aber so etwas in der art habe ich noch nie erlebt...

      Habt ihr eine Meinung dazu?

      • Ja, dazu hätte ich eine Meinung.

        Es ist ein eingespieltes Muster. Schau mal hier hast du es genau beschrieben:

        "Ich habe Anfangs mich nie getraut etwas dagegen zu sagen. Sie war sehr herrisch, penipel, alles musste auf den milimeter passen..."

        Sie hat mit ihrer Methode dich eingeschüchtert und unter ihrer Kontrolle behalten, und du hast dich (anfangs) nicht getraut etwas dagegen zu sagen, du hast gekuscht. Zwei Rollen, klar verteilt.

        Natürlich kann man so nicht arbeiten! Aber das wäre eigentlich vom ersten Tag an klar gewesen.

        Was kann man tun? Es ist bestimmt nicht einfach. Sich abgrenzen lernen, Konfliktgespräche. Sich das nicht gefallen lassen. Nur wenn du deine Rolle verläßt, kann sich etwas bewegen. Wenn du mitspielst, paßt alles.

        Natürlich kann man auch nach ein paar Wochen spätestens den Vorgesetzten, oder auch die Personalabteilung dazunehmen und um ein Dreiergespräch bitten. Dann sorgfältig vorbereitet mit vielen Notizen Papier vorbereitet.

        Ich rate dir wenn du mal Gelegenheit dazu hast, ein Konfliktseminar/Kommunikationsseminar zu besuchen. Es gibt dazu auch ein gutes Buch von Rosenberg "Gewaltfreie Kommunikation". Diese Methode funktioniert, aber sie braucht viel Übung.

        Du wirst im Leben immer mal auf solche Menschen treffen, und dann kommt das alles wieder von vorn. Lerne damit umzugehen!

        • Hallo und danke für deine einschätzung,

          Ja anfangs war ich sehr überrascht über die Art zu kommunizieren.
          Anfangs konnte ich sie sehr schwer einschätzen, sie redete kaum mit mir und hatte starke Stimmungsschwankungen. Anfangs dachte ich ich könnte damit umgehen und es nicht so nah an mich ranlassen. Das hat aber nicht funktioniert.
          Ich habe auch im laufe der zeit, als ich sie besser kennenlernte angefangen mich dagegen zu wehren und mit ihr darüber zu reden.

          Wir haben oft miteinander geredet. Gebracht hat es gar nichts.
          Sie ist keinen millimeter von ihrer meinung abgerückt.

          Sie schafft an, ich habe zu kuschen....

          Die andere ist auch direkt geflüchtet, hat es einfach nicht mehr ausgehalten.
          Und wenn ich mit jemanden ein problem habe, weil etwas falsch ist oder nicht richtig gemacht dann rede ich in einem vernünftigen ton unter 4 augen mit demjenigen und schreie mein gegenüber nicht vor anderen leuten an und stelle denjenigen als blöd, dämlich oder ähnliches hin.
          Und beleidigen ist sowieso das letzte....

          Ich war selbst 2 Jahre Führungskraft in einem unternehmen und hatte 12 mitarbeiter, aber so bin ich mit meinen leuten nicht umgegangen.
          Das ist reine charaktersache in meinen Augen...
          Ich hätte vom chef eine Abmahnung bekommen, wäre ich so respektlos mit den Leuten umgegangen.
          Manche haben eben keinen charakter...
          Auch beim Roten Kreuz bin ich eine Führungskraft aber selbst in den stressigsten Situationen gehe ich normal mit den Leuten um.

          Mit konfliktseminaren kann man bei so einer nichts machen, ich hatte einige Seminare und Kurse zum Thema konflikte und Führen von mitarbeitern.

          • Du hast also durchaus Kompetenzen im Umgang und in der Führung von Personal. Dann wundert es mich umso mehr, dass du das so lange ertragen hast. Kann es sein, dass du als Lageristin auch noch völlig überqualifiziert bist/warst?

            Dann frag ich mich aber, wo war euer Vorgesetzte? Wurde die Aufgabenverteilung nicht festgelegt? Gab es ein Jahr lang keine Personalgespräche mit dem Vorgesetzten? Normalerweise macht man das mindestens zum Ende der Probezeit? Wo ist der Betriebsrat, die Mitarbeitervertretung, etc? Warum bist du nicht zum Personalchef gegangen? Letztlich kann man sogar Anzeige wegen Beleidigung erstatten, und das auch androhen.

            • Hallo,

              Betriebsrat gab es nicht.
              Chef war selten im Haus und wenn doch, hatte er keine Zeit.
              Ihm war nur wichtig, dass die Kunden zufrieden sind und keine Reklamationen kommen.
              Da er mit ihr auch noch privat verkehrt, gemeinsame mittagessen oder abendessen, gemeinsame Familienausflüge, kino usw war ihm ihre meinung immer wichtiger als meine.
              Was sie sagte, hat er geschluckt und abgenickt...

              Viele aus dem Betrieb haben mich gefragt, wie ich es so lange ausgehalten habe mit ihren Methoden...

              Das sagt ja alles.
              Die anderen haben sich da nie eingemischt oder sie zurecht gewiesen. Wollten keinen ärger mit ihr.

              Als sie dann angefangen hat, die anderen gegen mich aufzuwiegeln und die mich dann plötzlich gemieden und hinter meinem Rücken über mich gelästert haben, hat es mir gereicht und ich habe gekündigt.
              Jetzt bin ich froh darüber!!!
              Lg

      Naja erst mal kommt es darauf ein wie du "eingestellt" bist. Du sollst die unterstützen und vertreten. Das klingt jetzt für mich nicht als "gleichwertig" sondern als ob du ihre Assistenz bist und sie dir damit vorgesetzt.

      Denoch ist so ein Umgangston natürlich nicht in Ordnung und das hätte ich auch klar gestellt. Es muss ja noch einen weiteren Vorgesetzten geben und den hätte ich da auch angesprochen, wenn ein Gespräch mit ihr nichts bewirkt hätte. Auch als "Befehlsempfänger" kann man höflichkeit und respekt erwarten.
      Wenn nach einem Termin wo beide zeit haben für Besprechungen gefragt wurde, dann wäre ich mitgegangen, egal was sie sagt. Dann kann mich derjenige, der die Besprechung leitet wieder weg schicken - aber nicht sie. Oder ich hätte mich auf blöd gestellt und wäre hingegangen und hätte gesagt " Ich bin mir jetzt nicht sicher ob es gewollt ist, dass ich dabei bin oder nicht,deshalb bin ich jetzt mal mitgekommen"

      da du jetzt eh gekündigt hast, ist es doch aber eigentlich egal. Lass es hinter dir. Belaste dich nicht mehr damit.

      Du hast in der ganzen Zeit nie den Weg zu einem Vorgesetzten gefunden? Traurig #kratz

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