Job annehmen?

    • (1) 19.10.16 - 10:46

      Hallo ihr lieben,

      ich brauche mal eure Meinung. Bin seit 1.10 arbeitslos (nach Elternzeit, mir wurde am ersten Arbeitstag gekündigt). Jetzt hätte ich heute einen Vorstellungstermin.

      Pro: flexible Arbeitszeit, freie arbeitszeiteinteilung, 25 Tage Urlaub, bisschen Weihnachtsgeld und bisschen Urlaubsgeld, Fahrweg 15 min, sehr netter Chef, Rücksichtnahme auf Fehlzeiten hinsichtlich meines 14 Monate alten Sohnes wegen Krankheit etc.

      Kontra: ist eine 50 % Prozent stelle (möchte mindestens 80 % arbeiten), deswegen weniger Gehalt, bekomme etwa 1000 Euro Arbeitslosengeld, hier würde ich knapp 800 Euro raus bekommen, wir müssen uns ziemlich zurück halten mit wünschen, wir hätten zum Leben mit allen Abzügen (ohne Sprit und essen) ca 1000 Euro im Monat zur Verfügung für 3 Personen.

      Ich weiß leider nicht wie ich mich entscheiden soll und ich weiß, dass ihr mir auch nicht weiter helfen könnt. Trotzdem würde ich gerne eure Meinung wissen.

      Vielen Dank

      • Hi,

        ihr scheint einen Recht hohen Lebensstandart zu haben, wenn Du dir wegen dem hier Sorgen machst bzw ihr euch einschränken müsst:

        "wir hätten zum Leben mit allen Abzügen (ohne Sprit und essen) ca 1000 Euro im Monat zur Verfügung für 3 Personen."

        Ich würde den Job definitiv annehmen. Vielleicht besteht ja auch die Option, später mehr zu arbeiten. Kaum Fahrtweg, Rücksicht auf krankes Kind, freie Zeiteinteilung etc - das ist in der heutigen Zeit nicht zu verachten.

        Wir leben übrigens aus unserer Sicht mit deutlich weniger Geld als 1000€ für Sprit & Essen sehr zufrieden. Aber da hat eben auch jeder andere Vorstellungen.

        Gruß
        Kim

        Hallo,

        die Konditionen klingen doch gar nicht übel und ich würde den Job so annehmen. Du kannst ja trotzdem weiter suchen und wenn sich etwas Besseres ergibt, dann wechselst Du.

        LG

        Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, innerhalb Deines ALGI-Bezuges eine 80%-Stelle mit ähnlich guten Konditionen zu finden? Spätestens, wenn ALGI ausgelaufen ist, müsstet Ihr Euch ansonsten ja noch deutlich stärker einschränken. Und die Suche nach einer (besseren) Stelle ist aus einer festen Beschäftigung sicher auch einfacher, als aus der Arbeislosigkeit (zumal Du einem anderen AG ja schon zeigst, dass Eure Familie Kind und Arbeit unter einen Hut kriegt und damit eins der schlimmsten KO-Argumente potentieller AG zumindest abgeschwächt wäre).

      • Hallo,

        auch wenn es jetzt hart klingt aber ich finde es schon etwas unsozial wegen 200€ lieber staatliche Unterstützung in Betracht zu ziehen anstelle einer Arbeitsstelle mit 1a Konditionen (aus der sich sogar mehr entwickeln könnte..) in einem Jahr steht ihr mit ALG 2 noch viel schlechter dar und dann wird dir deine 80% stelle wie purer Luxus vorkommen...
        Sei vernünftig und nimm die Stelle an...
        Alles Gute für euch!

        • 1000 € Arbeitslosenunterstützung ist ein Notfallkissen, damit ihr nicht auf der Straße betteln müßt, nicht zum drauf Ausruhen gedacht.

          Wer sein Geld mit den eigenen Händen erarbeiten kann, sollte das tun!

          Und es bleiben euch dann noch 1000€ zum Leben, aber das ist doch eine Menge, und dafür hast du 50% der Zeit frei und kannst kochen, backen, und sparsam leben.

          • Immer diese Moralapostel, wenn du dich schon beschwerst dann doch bitte bei den richtigen Stellen.
            Alg 1 ist eine Leistung des Staates und steht jedem zu der entsprechende Beiträge gezahlt hat und arbeitslos wird.
            Natürlich kann die TE dann auch die Leistung in Anspruch nehmen (ohne schlechtes Gewissen der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen).

            Zur Ausgangsfrage : Ja ich würde den Job annehmen, vielleicht ergibt sich ja irgendwann eine Stundenerhöhung und die Rahmenbedingungen sind wirklich Top.

            • Alg 1 ist eine Leistung des Staates und steht jedem zu der entsprechende Beiträge gezahlt hat und arbeitslos wird.

              Ja, diese Beträge stehen quasi als Notfallhilfe dem zu, der darauf Anspruch hat. Aber sicher nicht um sich darauf auszuruhen, sondern man muss sich um eine neue Tätigkeit bemühen. Wenn alle so denken würden wir du, wären die Arbeitslosenbeiträge unbezahlbar. Dann würdest du dich zurecht beschweren, dass dir vom Brutto so wenig Netto bleibt, oder die Arbeitslosenunterstützung müßte sinken, dann würdest du dich beschweren dass du nicht genug zum Leben hast. Das was du Moralapostel nennst, sind ganz logische Zusammenhänge.

              • Im Bezug auf Arbeitslosigkeit, Arbeitslosmeldung, Alg1 Bezug musst du mir sicher nichts erzählen, ich hab meine Ausbildung bei der Agentur für Arbeit gemacht.
                Ich weiß also durchaus, dass Alg 1 eine Leistung des Staates ist usw.

                Wer sagt denn dass sich die TE nicht um eine neue Tätigkeit bemüht ???

                Nur wieso soll denn jemand eine Stelle annehmen bei der er weniger verdient als er ALG 1 bekommt, dann evtl noch Fahrtkosten hat usw. wenn es momentan noch nicht nötig ist ?
                Nur um kein schlechtes Gewissen der Allgemeinheit gegenüber zu haben ???

                Im Klartext Du würdest also, wenn du z.b 1000 Euro Alg1 erhältst eine Tätigkeit aufnehmen bei der du nur 600 Euro verdienst ohne Rücksicht auf deine berufliche Qualifikation, nur damit du aus dem ALG1 Bezug raus bist ??

      Hallo,

      ansich klingt die Stelle doch ganz gut! Ich würde es davon abhängig machen wie einfach es für dich ist eine 80% Stelle zu finden. Ist die Suche eher schwierig, nimm die 50% Stelle!!!

      Vielleicht ergibt sich ja auch in einigen Monaten die Möglichkeit auf 80% oder mehr Stunden zu erhöhen? Oder du schaust noch einer gewissen Zeit noch mal nach einem anderen Job um.

      Viele Grüße

      Nimm es erstmal mit. Berufserfahrung sammeln. Ggf. ist der Job stundentechnisch aufstockbar. Der Laden klingt ja recht sozial. Das Arbeitsumfeld ist häufig im Nachhinein wichtiger als das Geld selbst.

      Mach es erstmal! Und schaue dann weiter!

      Hallo, abgesehen von den bisher genannten Argumenten, schmeiß ich mal noch die Option eines Nebenjobs in den Raum. Ich finde, die Stelle klingt wirklich super und gerade mit freier Zeiteinteilung wäre ja die Möglichkeit gegeben, noch zusätzlich einen zweiten Job zu suchen, der zeitlich passt. Dann hättest du jetzt die 50%-Stelle (die ich auf jeden Fall nehmen würde) und fürs finanzielle noch einen Zweitjob. Vielleicht ergibt sich dann noch etwas bei dem tolen Arbeitgeber, dass du mit den Stunden hoch gehen kannst und den Zweitjob nicht mehr brauchst oder du findest nebenbei einen anderen Job, der noch besser passt. Niemals würde ich wegen den genannten Argumenten weiter Alg 1 beziehen und riskieren, dass ich dann evtl. danach ganz ohne Arbeit dastehe...

      "mir wurde am ersten Arbeitstag gekündigt"
      Aber dann musste der AG dich doch erstmal noch weiter beschäftigen, oder?

      Wie schnell musst du dich entscheiden? Wieviele Alternativen gibt es?

      Hallo,

      Mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit, und haben nach allen Abzügen (ohne Sprit und Lebensmittel) nichtmal mehr 1000€.. ich würde den Job auf jedenfall annehmen, die Konditionen sind gut und ehrlich gesagt finde ich, dass 1000€ im Monat zum Leben genügen und du bist wieder unabhängig vom Staat, was für mich auch sehr wichtig wäre..

      LG

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